24. November – Ein aviatischer Vélocipèdeur

Heute vor 107 Jahren, am 24. November 1912, fand in Paris unter dem Titel “Concours de l’Aviette“ ein von der Firma Peugeot Frères veranstalteter Wettbewerb für fliegende Fahr­­rä­der statt, welche ausschließlich durch menschliche Muskelkraft angetrieben sein sollten. Es gab keinen Gewinner.

Die Aviette von Raymond.
Links: Das fliegende Fahrrad, danebenstehend der Erfinder Henry Raymond. –
Rechts: Die Raymond≈Aviette auf der Fahrt, aber noch nicht im Fluge.
(Allgemeine Automobil≈Zeitung &
Allgemeine Flugmaschinen≈Zeitung, 1912)

(S.g. Leser,
leider endet unsere Bildstrecke über das fliegende Fahrrad nach dem zweiten Bilde, weil dem Photo­graphen der Film ausgegangen ist.
Die Redaction
)

19. November: “Die Welt feiert“


Heute ist übrigens schon wieder Welttoilettentag.
(Nicht zu verwechseln mit dem Tag des Toilettenpapiers, oder dem Tag des deutschen Tankstellenklos.)
Welchen Nutzen soll der eigentlich haben? Schau mer mal:

» Der Welttoilettentag soll die Verantwortlichen in Politik
und Wirtschaft wachrütteln.«

Wachrütteln. Die Verantwortlichen. Ah, so ist das.

(Haben Sie schon gewusst, dass Papst Julius I. als Schutzpatron der Lat­ri­nen­reiniger gilt, oder was eine Geräuschprinzessin ist? Man lernt nie aus.)
(Wie eine »Russische Toilette« ausschaut, erfahren wir bei Kollege Herold.) Bloggen bildet.

18. November – Kategorisches

Heute vor 113 Jahren wurde der Wiener Theater- und Fernsehschauspieler Guido Wieland (1906-1993) geboren.

Meine Oma selig weigerte sich zeitlebens, solch neumodernes Zeugs wie einen Fernseher beim Namen zu nennen. Radio hören hieß für sie “Radio hören“, und fernsehen hieß “Radio schauen“.

Kollege Trithemius berichtet hier über seine Frau Großmutter und deren Radio, und dass die Menschen im Werbefernsehen stets attraktiver erscheinen als in der Wirklichkeit.

Meiner Oma aber bereitete das Fernsehen eine überaus enttäuschende Erfahrung. Sie war eine glühende Verehrerin von Guido Wieland gewesen, dessen schöne klangvolle Stimme sie lediglich aus ihrem Radio kannte und die ihr so gut gefiel, dass sie sich den dazugehörigen Sprecher als den denkbar attraktivsten Mann vorstellte: wer so wunderschön sprach, der musste in ihrer Vorstellung auch ein wunderschöner Mann sein.
Als sie ihn aber dann zum erstenmal im Fernsehen sah (in einer Werbesendung für Tief­kühl­spi­nat, noch dazu), da war Guido Wieland ein relativ kleiner älterer Herr mit Brille und wenig Haaren, und meine Oma von seinem Aussehen maßlos enttäuscht – und somit das Idealbild, welches sie sich in ihrer Phantasie bis dahin von ihm ausgemalt hatte, ein für allemal ruiniert. Die Schuld für ihre bittere Enttäuschung schrieb sie dem Fernsehen zu, und fällte ihr kate­go­risches Urteil:

    »Es Radioschaun hod ka Guat’s ned.«
    (»Das Fernsehen hat nichts Gutes.«)

8. November

Heute ist übrigens Weltputzfrauentag – nicht dass es wieder Be­schwer­den hagelt, ich hätt’s ge­wusst aber keinem verraten.

(Unsere Reinigungsfrau ist ein junges Polenmädel. Sagt meine Frau:
»Die ist so jung, die könnt’ glatt deine Tochter sein.«
Sag ich: »Ausgeschlossen, in Polen hab ich noch nie geschnackselt.«
Ist sie eingeschnappt. Versteh einer die Frauen.)

Herbstbildliches

 (Salzburger Nachrichten)

Herbstbild
(nach Friedrich Hebbel *)

»Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Blätter ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!« –
Doch ach!, des Dichters Wunsch bleibt unerhört,
von kurzer Dauer ist die Stille nur
und garstig wird sie alsobald gestört:

Stadtreinigungsschergen treten, oh Graus!,
gnadenlos auf mit lautem Getöse,
und machen der Stille grob den Garaus
mit motorisiertem Laubföhngebläse.


»Denn ein leiser Laubbläser… Das ergibt keinen Sinn. Dann könnte man das Laub ja genau so gut zusammenkehren und mit der Schippe aufsammeln.« (Mario Thurnes)
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(angeregt durch Kollege Trithemius)

3. November – Hausfrauentag

Heute ist übrigens der Hausfrauentag, wenn man dem Kalender glauben darf.

» Falle nicht Deinem Mann durch ein Uebermaß von unzeitgemäßen Zärtlichkeiten lästig, wenn er nach vollbrachter Tagesarbeit müde nach Hause kommt, sondern stärke ihn zu­erst durch ein Gericht mit Bértes’ Gulyás-Zutat, das gibt Kraft und erweckt feurige Küsse.«
(Annonce, in: Wiener Bilder – Illustrirtes Familienblatt, 1912)

2. November – Allerseelen

Anlassdichter Kollege KrassNick hat hiezu ein erbauliches Kalendersprüchlein gereimt,
zum Ausschneiden und Sammeln*:

    – –    – – – – – – – – – – – – – – – – – –

      Wenn euch zu Allerseelen
      Herbstdepressionen quälen:
      Lasset den Mut nicht sinksten!
      Schon bald kommt wieder Pfingsten.

    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

25. Oktober

(Bayern 2)


Heute ist übrigens schon wieder World Pasta Day, vulgo Weltnudeltag.

    Verachtet mir die Nudel nicht!
    Denn höret, was Erfahrung spricht:
    wenn’s keine Nudeln gäb’, das wär’,
    kann man sich denken, ein Malheur.
    Denn zweifellos wär’s molto brutta,
    gäb’s keine Pasta zu der Schutta:
    weil ohne sie gelänge schlicht
    Soß’ um Gabel wickeln nicht.


 (Ernst Jandl: »Pasta Schutta«)

19. Oktober

»Woher kommen wir, wohin gehen wir, und warum liegt ständig was im Weg rum?«
(Jossele Mühlbacher)
.

Heute ist angeblich der Evaluier-dein-Leben-Tag, falls man dem Kalender glauben will, und angeblich soll man den Tag nutzen um in sich zu gehen und zu reflektieren, wie das eigene Leben verläuft.

(Über die Sinnhaltigkeit der Floskel »in sich gehen« könnte man auch mal reflektieren: wie soll denn das über­haupt gehen, und was soll dabei herauskommen? Der Aztekengott Huitzilo­pochtli hat mal vorgemacht, was dabei herauskommt, indem er in sich ging: der Überlieferung nach kroch der eines Tages in seinen eigenen Hintern hinein und ver­schwand darin, und ward seither nimmer gesehen. Merke: Don’t try this at home!)

16. Oktober – Trophologisches

Heute ist Welternährungstag, vulgo Tag des Brotes.
Wissenwertes zum Thema Brot & Ernährung:

  • Brot ist sehr nahrhaft, denn es enthält viele Broteine.
    (Karl Valentin*)
  • Cola schadet der schlanken Linie, denn es enthält viele Colahydrate.
    (Cappuccina*)
  • Obst hält fit, denn es enthält viele Fitamine.
    (Onkel Ernstl*)
  • Vollkornprodukte belasten die Verdauung, denn sie sind reich an Belaststoffen.
    (Ernst Offshore*)
  • Ein Schibboleth ist nix zum Essen, ausgenommen Chäschüechli.
    (K. Lauer*)

10. Oktober – Welthundetag

Heute ist übrigens der Internationale Tag des Hundes. (Wie mag der wohl in China gefeiert werden?)

Kollege KrassNick reimt:

    Dass Mensch und Schimpanse Verwandte wären,
    gehört zu Herrn Darwins bekannten Lehren.
    Der Mops indessen, dass justament der
    mit dem Wolf verwandt wär’: das kann der Herr
    Darwin seiner Urstrumpftante erklären.


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(zum Thema Hund: siehe auch ►)

Dupliziertes

Aufgabenstellung für Mathematik-Spezialisten:

  • Wieviele Mitarbeiter zählte die Belegschaft vorher?
  • Wieviele Mitarbeiter zählt die Belegschaft, wenn man das Personal knapp um das Doppelte halbiert?

Aufgabenstellung für Fachjuristen:

  • Finden Sie im oben zitierten Gesetzesparagraf den Unterschied zwischen “voll verdoppelt“ sowie “halb verdoppelt“ heraus

Die “news.de“-Weltuntergangs-Revue: Diese Woche kein Weltuntergang!

(news.de, 22.09.2019)


Dass der Flachsinnstiefpunkt auf dem Clickbaiting-Portal “news.de“ irgendwann erreicht wäre und sich nimmer tieferlegen ließe, steht nicht zu befürchten. Dass man über den jeweils aktuell bevorstehenden Weltuntergang nicht zuverlässig informiert und den womöglich unbemerkt verpassen würde, ebenfalls nicht:

(18.09.2015)

(25.09.2015)

(15.10.2015)

(21.01.2016)

(15.05.2016)

(29.07.2016)

(22.08.2016)


In den Anden. (Nicht zu verwechseln mit den Alpen.)

(26.08.2016)


Beweis-Foto! “Tourist Guy“ Karl W.: »So erlebte ich den Weltuntergang«


(22.09.2016)


(Definieren Sie den Begriff  “nah“)

(08.12.2016)

(09.01.2017)

(11.01.2017)

(17.01.2017)

(26.01.2017)


(Nicht zu verwechseln mit Todesstern, der an der Sonne saugt.)

(01.02.2017)


(02.02.2017)


»Wann es soweit sein wird, erfahren Sie hier«:


(Wie es dem Mond gelingen will, auf die Erde zu krachen nachdem die Sonne vorher sämt­li­che Pla­ne­ten vernichtet hat, erfahren Sie hier allerdings nicht.)

(24.07.2017)


Asteroid, mal wieder: Kennt man einen, kennt man alle.

(01.08.2017)

(22.09.2017)


(Definieren Sie den Begriff  “now“)

(25.09.2017)

(27.12.2017)

(22.01.2018)

(22.02.2018)

(23.04.2018)


(Nicht zu verwechseln mit Planet X, der am 5. Oktober die Erde zerstörte, s.o.)

(03.05.2018)

(22.06.2018)


Welcher Physiker das prophezeit, verrät Ihnen news.de:

(26.09.2018)


Ah, der ist das. Ist allerdings bereits verstorben.

(02.10.2018)


“Todes-Komet“. (Nicht zu verwechseln mit Mega-Planet, der im September die Erde zerstörte, s.o.)

(28.01.2019)

(30.01.2019)


Undsoweiter. (Ob der Weltuntergang nächste Woche stattfindet oder wiederum abgesagt wurde, erfahren Sie zuverlässig aktuell auf  “news.de“, s.o.)