16. Oktober – Trophologisches

Heute ist Welternährungstag, vulgo Tag des Brotes.
Wissenwertes zum Thema Brot & Ernährung:

  • Brot ist sehr nahrhaft, denn es enthält viele Broteine.
  • Cola schadet der schlanken Linie, denn es enthält viele Colahydrate.
  • Obst hält fit, denn es enthält viele Fitamine.
  • Obst kann zu Verstopfung führen, deshalb heißt es Obstipation.
  • Vollkornprodukte belasten die Verdauung, denn sie sind reich an Belaststoffen.
  • Ein Schibboleth ist nix zum Essen, ausgenommen Chäschüechli.

Alkoholisches

Dass der Alkoholgehalt im Atem in Milligramm pro Liter Atemluft gemessen wird, der Alko­­holgehalt im Blut hingegen in Promille pro Liter Blut, hat jeder mal im Fahrschul­un­­ter­richt gelernt, wers nicht verpennt hat*. So wie die Kollegen beim SPIEGEL offenbar:

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Kaum anzunehmen, dass das ein Polizeisprecher wirklich so sagte – man muss nicht alles glau­ben, nur weil’s so im SPIEGEL steht:

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Mal nachgerechnet, wenn das so zutreffen würde wie es im SPIEGEL steht: 4 Promille Alkohol im Atem wären also 4 Milliliter pro Liter Atem­luft – d. h. wenn die 64-Jährige zehnmal hintereinander tief Luft holt und in ein 4cl-Schnapsglas hineinhaucht, wäre das von dem aus­geatmeten Alkohol schon wieder voll und die könnte sich gleich nochmal einen Doppelten reinpfeifen, ohne nachzuschenken.
Muss man sich mal bildlich vorstellen.

Astrostationäres

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Höchste Zeit, dass das endlich mal einer herausgefunden hat.
    Was jeder bezeugen kann der auf die Uhr schaut, ist dass die Uhrzeiger unbe­weglich am Zifferblatt stehen dabei müsste man eigentlich Flächen sehen, würden sich die Zeiger tatsächlich die ganze Zeit drehen:

1. Oktober – Internationaler Tag der älteren Generation

Über das Älterwerden – paar Zitate & reichlich Herumgemosere:

Wenn man über fünfzig ist und in der Früh aufwacht, und es tut einem nix weh – dann ist man gestorben, so besagt eine Volksweisheit.

»Natürlich ist Altwerden kein reines Vergnügen. Aber denken Sie mal an die einzige Alter­na­ti­ve.« sagte der kluge Robert Lembke, und natürlich hat er mit seinen Worten recht. Tröstlich sind sie indessen nicht. Kollege Wortmischer wiederum zitiert Cicero, welcher einst dia­gnos­tizierte: »Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu.« – was an dem Problem per se freilich auch nix ändert: altersbedingte Malaisen sind keine Ein­stel­lungs­sache, sondern schnöde Unabänderlichkeiten. »Altern ist eine Zu­mutung« brachte es der altersweise Loriot auf den Punkt.
Genug mit Zitaten herumgeworfen. Nein, warten Sie, eins noch:

»Ein Mann mit weißen Haaren ist wie ein Haus, auf dessen Dach Schnee liegt. Das be­weist aber noch lange nicht, dass im Herd kein Feuer brennt.«  (Maurice Chevalier)

(»Zitieren ist die Methode, Bildung mit etwas zu belegen, was man nicht gelesen hat.« tadelt Volker Dietzel zwar, was ich aber nicht unwidersprochen auf mir sitzen lassen mag – zu­wei­len pflege ich zu gegebenem Anlass etwa Goethes Götz zu zitieren, durchaus ohne damit Bildung be­le­gen zu wollen. Obwohl ich ihn gelesen habe.)

Zurück zum Thema: Monsieur Chevaliers schöner Vergleich mag wohl zutreffen, was aber wenn des Mannes Dach unter dem Schnee herausapert? (Wenn ihm also »der Kopf durch die Fri­sur wächst«, wie meine Tante Jetta es nannte.) (Kollege KrassNick erläuterte mir übrigens, wenn sich bei Männern mit fortschreitendem Lebens­alter die Kopfbehaarung lichtet, sei es kei­nes­wegs so dass die Haare ausfallen, wie irrtümlich angenommen. Vielmehr kehren diese le­dig­lich ihre Wuchs­richtung um und wachsen nach innen in den Kopf zurück, um später aus den Ohren und Nasen­löchern wieder herauszukommen.) Mitnichten von des Lebens grünem Lenz kündet die Aus­ape­rung der Ka­lotte, vielmehr von fortgeschrittener Sai­son, gefolgt am bittern Ende vom Winter unsers Missvergnügens. (Hoppla, schon wieder ein Zitat.)

Haupthaarschwund als Altersbegleitsymptom trifft den einen eher, den an­dern später, man­chen nie. Siehe z.B. die Brüder R.: der jüng­ste hat keine Haare mehr, der mitt­le­re nur mehr wenig, der älteste noch alle. (Lukas R., Kabarettist: »Wenn ich meinen jüngeren Brüdern was zu­fleiß tun will, schenk ich ihnen zum Geburtstag einen Kampl.«) [Kampl, österr.: Kamm]

Ich habe eben­falls zwei jüngere Brüder, und zufällig verhält sichs bei uns genauso. Ziemlich un­gerecht, möchte man meinen, aber was im Leben ist schon gerecht. Das Älterwerden je­den­falls nicht. Altern ist eine niederträchtige, obszöne Gemeinheit, die uns die Natur beschert.

Man ist so alt wie man sich fühlt, lautet eine weitere Binsenweisheit – aber jetzt frage ich Sie: was soll daran ein Trost sein? Mein Großonkel K. musste als Neunzigjähriger ins Altersheim, und auf die Frage wie er sich dort fühle beklagte er sich, dort von lauter alten Krachern um­ge­ben zu sein: obwohl die alle wesentlich jünger waren als er. Wie deprimierend. Nicht die Ein­stel­lung ist das Problem, wie uns Cicero weismachen will, sondern das Alter.

»Ja, lang leben will halt alles, aber alt werden will kein Mensch.« (Johann Nepomuk Nestroy) – Erkennen Sie das Dilemma?
(Leider hilft uns das Herumgemosere darüber auch nicht weiter. Genug he­rum­ge­mo­sert also für heute.)

(Beitrag zu Frau Quadratmeters Blogaktion: #älterwerden)

Grenzwertiges, ..

.. oder: Ein Bürgermeister, mal wieder.

Ein Bürgermeister im niederösterreichischen Mostviertel rammte alkoholisiert mit sei­nem Au­­to ein geparktes Fahr­zeug, ..
    ».. betonte aber, dass sein Blutalkoholwert “grenzwertig“ gewesen sei, er also die
    0,8-Promille-Grenze lediglich geringfügig überschritten habe.«  (NÖN.at)
Wie bitte? 0,8 Promille wären “grenzwertig“? Die 0,8-Promille-Grenze gilt in Österreich seit 1998 nim­mer, seit damals gelten 0,5 Promille als Blutalkohol-Grenzwert. Seit 1998! Viel­leicht spricht sich das mal bis zu dem Herrn Mostviertler Bürgermeister herum.

Parteiprogrammatisches

Bei der oberösterreichischen Landtagswahl am Sonntag gewann die erstmalig angetretene Impfverweigerer-Partei MFG drei Mandate.

Was denn (außer Impfverweigerung) überhaupt das Konzept ihrer Partei sei, erläuterte Frau MFG-Schriftführerin Dagmar Häusler im Interview, nämlich:
    »Endlich einmal keine Politiker in der Politik« *
Und an anderer Stelle, wie die zukünftigen Parteiziele aussehen sollen wenn die Pandemie vorüber ist, sinngemäß (im O-Ton):
    »A jeda soi doa deafn wiera mog.«
    [»Jeder soll tun dürfen was er will.«]
Somit zusammengefasst, das Konzept der MFG. Na, wenn das mal kein fundiertes konstruk­ti­ves Par­teiprogramm ist.

Wählerstromanalytisches

Bei der gestrigen Gemeinderatswahl in Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, gewann die Kommunistische Partei sensationell, während die FPÖ ein sattes Drittel ihrer bisherigen Wäh­lerstimmen verlor.

Es sei »traurig zu sehen, wie die KPÖ hier von der guten Arbeit der FPÖ profitiert habe*«, re­sü­mierte FPÖ-Obmann & Hausverstandsexperte Kickl über die Wahlniederlage seiner Partei, heißt also: die Wähler haben statt der FPÖ die KPÖ gewählt, weil die FPÖ so gut ist. Wer die­ser Logik hinter Herrn Kickls Wählerstromanalyse nicht folgen kann, dem mangelt’s ver­­mut­lich an dessen speziellem Hausverstand.

(Dass politische Analysen diverser FPÖ-Obmänner zuweilen recht spezieller Lo­gik un­ter­­lie­gen, ist freilich nix ungewöhnliches.)

27. September

Heute vor 90 Jahren kam in Niederfladnitz im niederösterreichischen Waldviertel ein Herr Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Petz zur Welt, und dass einer mit so einem Namen kein be­rühmter Schlagerstar wurde, verwundert kaum.
Unter anderem Namen aber wurde Herr Nidl-Petz zum ersten Schallplattenmillionär der deutschen Musikgeschichte, 1984 bekam er für seine löblichen Verdienste um die Verbreitung des deutschen Liedgutes in aller Welt das Bundesverdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

jetzt mal echt:

“jetzt“ ist ein Onlinemagazin der Süddeutschen Zeitung, das sich »als Spiegelbild der
Jugendkultur und authentische Stimme der Jugend« an 18- bis 30-Jährige richtet. *)

… richtet sich eine Artikelüberschrift auf jetzt.de als “Mädchenfrage“ an 18- bis 30-Jährige, und un­ter der Zwischenüberschrift teilt denen die authentische Stimme der Jugend sodann “Die Jungsant­wort“ mit:

Wollen wir uns das jetzt mal bildlich vorstellen: wie die Übung mit dem Kote­let­ten­stut­zen und den liegenden Brüsten auf der Schulter denn gelingen möge. Mal echt jetzt.

22. September – Warum Nashörner nicht fliegen können

Heute ist übrigens der Welt-Nashorn-Tag.

In seinem Roman “Wassermusik“ er­läu­tert Prof. Dr. T.C. Boyle, warum Nashörner nicht flie­­gen können: weil die nämlich so riesige Haufen machen. Würde nun ein Nashorn im Fluge solch einen riesen­ Haufen einem Menschen auf den Kopf fallen lassen, so hätte der gewiss wenig Freu­de darüber. Darum hat es der gütige Herr­gott in seiner unendlichen Weis­heit so eingerichtet, dass Nashörner nicht fliegen können.
Das hört sich sehr plausibel an.

Kolumnistisches: Verzichtbares

»Journalismus ist nicht, wenn man seine eigenen Befindlichkeiten
für Nachrichten hält. Für sowas gibt es die Mutti und Tagebücher.«
(Wolf Lotter)

»Der Verzicht auf Alkohol provoziert Trinkende und zieht nervige Fragen nach sich.« –

– behauptet der “taz“-Kolumnist und bringt seiner Leserschaft zur Kenntnis:

»Wenn man in Deutschland höflich ein alkoholisches Getränk ablehnt, gibt es drei Fra­gen, die üblicherweise aufkommen: Bist du schwanger? Bist du krank? Bist du Islamist?«

Wer »man in Deutschland« denn konkret sein soll, dessen höfliche Ablehnung übli­cherweise jene drei nervigen Fra­gen aufkommen lässt, ver­rät der “taz“-Kolumnist allerdings nicht.
Sich selber kann er mit »man« ja nicht meinen – kaum anzunehmen, dass er üblicher­weise gefragt wird ob er schwanger sei wenn er ein alkoholisches Getränk ablehnt. Wenn »man« hinge­gen weiblich ist, würde wohl kaum jemand üblicherweise danach fragen ob man Islamist sei – son­dern allenfalls: ob Islamistin. Wen oder was, bitte­schön, meint der al­so in seiner Pauschalbehauptung mit dem Generalpronomen »man«?
Wenn man in Deutschland ein alkoholi­sches Getränk ablehnt, käme üblicherweise die Frage auf: Bist du krank? – Wo in Deutsch­land will der Kolum­nist denn derlei Beobachtung übli­cherweise gemacht ha­ben, sodass er zu solcher Behaup­tung gelangt? Keine Ahnung, in wel­­chen Kreisen der zu verkehren pflegt. In den Kreisen, in denen ich verkehre, wird man übli­cherweise gefragt was man stattdessen lieber trinken möchte, wenn man ein alkoholisches Getränk ablehnt.

Was für unsinnige Kolumne.
(Im übrigen Kolumnentext ist von »man« keine Rede mehr, dafür fängt dort beinah jeder zweite Satz mit »Ich« an – läppisches selbstbezogenes Blabla über ein her­beikonstruiertes The­ma, das in Wirklichkeit gar keins ist. Verzichtbares Geschwafel.)
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Kolumnistisches:  ▶️  ▶️  ▶️

19. September

Heute vor 99 Jahren kam der Langstreckenläufer Emil Zátopek (1922-2000) zur Welt, die legendäre “tschechische Lokomotive“. Sein Markenzeichen war die ständig heraus­hängende Zunge während des Laufens.

    »Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.« sagte er.

Als Kinder hatten wir zwei Schildkröten mit Marathon-Wandertrieb, und die nannten wir “Zátopek“, und “Nurmi“. Um zu verhindern, dass sie sich auf Nimmerwiedersehn auf Wan­der­schaft in die weite Welt begaben, banden wir sie morgens an einem Hinterbein mit einem langen Zwirnsfaden an einem Pflock an, den wir ins Gras steckten. Bis zum Abend hatten sie stets unermüdlich präzise abgezirkelte Kreise ins Gras gespurt – für Nicht­ein­ge­weihte ein mysteriöses Phänomen auf unserem Rasen.

Neues vom Symbolbildbeauftragten: Leichenbeschauliches

Leichen werden öfter mal entdeckt, Originalfotos gibts nur selten davon. Weil sich aber viel­leicht nicht jeder Leser unter einer entdeckten Leiche was bildliches vorstellen kann, gibts dafür den Stockfoto-Klassiker mit dem Leichenzettel am Zeh, in den unzähligsten Varianten & Va­ri­a­ti­onen. Nun möchte man womöglich meinen es wäre kein großes Kunststück, etwa einen La­bor­schim­pan­sen darauf zu dressieren an einem Automaten, welcher Symbolbilder ausspuckt, zum Stichwort »Leiche« auf den entsprechenden Knopf zu drücken um als Belohnung eine Erd­nuss zu kassieren. Dem Sym­­bol­bild­beauftragten hingegen obliegt das knifflige Kunststück, das zur je­wei­ligen Leiche mög­lichst un­pas­send­ste Lei­chen­zet­tel-Stockfoto mit verbundenen Au­gen aus einem Hut zu ziehen:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • »Unbekannter 71-jähriger einheimischer Pensionist«
  • »Für tot erklärter Mann wachte in USA mit deutschem Leichenzettel am Zeh auf«
  •  Symbolbild »Die ersten zehn Minuten«
  •  Symbolbild »Grillfleisch«
  • »Das machen Stewardessen mit toten Passagieren«

Bei Stichwörtern wie »Badesee« oder gar »Mülltonne« wirds noch diffiziler, man ahnt warum: den Unterschied zwischen einem »Badesee« und einem »Bodensee« zu er­fassen er­fordert aus­ge­prägtere Leseverständniskompetenz als ein Erdnussautomat.

  • »Leiche im Badesee entdeckt«
  • »Leiche im Schrank entdeckt«
  • »Leiche im Schlafzimmer entdeckt«
  • »Leiche der Mutter«
  • »Leiche in Mülltonne entdeckt«

  • Symbolbild »Leiche in der Tiefkühltruhe«
  • Symbolbild »Stark verkohlte Leiche«
  • Symbolbild »Kopflose Leiche«
  • (Ohne Worte)
  • Symbolbild »Leiche im Koffer«

10. September

Heute vor 80 Jahren wurde der große Evolutionsbiologe und Humanist Stephen Jay Gould (1941-2002) geboren, der in seinem umfangreichen, unerhört klugen Werk u. a. darlegte, dass es zwischen Christentum und Evolutionslehre nicht notwendigerweise einen Wider­spruch ge­ben müsse. Gould war ein Verfechter der holistischen Betrachtungsweise in der Wissen­schaft, was er an­hand des Elefantenbeispiels illustrierte:

Man führe drei Blinde nebeneinander an einen Elefanten heran und trage ihnen auf, das Tier zu be­schreiben. Der erste ertastet den Schwanz und sagt: ein Elefant ist wie ein Strick. Der in der Mitte sagt: ein Elefant ist wie eine Wand. Und der dritte, der den Rüssel ertastet, sagt: ein Ele­fant ist wie eine Schlange. Freilich hat ein jeder der drei mit seiner Einzelbetrachtung nicht unrecht, aber einen Elefanten hat keiner insgesamt zutreffend beschrieben. Erst aus der Summe der Be­trach­tungen wird ein ganzes Bild daraus.

Dass gegensätzliche Betrachtungsweisen durchaus gleichberechtigten Bestand haben dürfen, zeigt Gould an einem weiteren Exempel: fragt man einen (weißen) Europäer, wie ein Zebra aus­schaut, so beschreibt es der für gewöhnlich als ein weißes Tier mit schwarzen Streifen. Ein (schwarzer) Afrikaner dagegen beschreibt dasselbe Zebra als ein schwarzes Tier mit weißen Strei­fen. Lediglich eine Frage des unterschiedlichen Betrachtungswinkels.

1. September – Tag des Zebrastreifens

Heute ist in Deutschland übrigens der Tag des Zebrastreifens.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber niemand verraten.)

 (Blick.ch)

Das ist freilich eine mords schlaue Idee. Um zu vermeiden, dass ständig Fußgänger auf dem Zebrastreifen erfasst  überfahren werden, braucherte man bloß die Zebrastreifen ab­­­zu­­schaf­­­fen. Wa­­rum ist das bis jetzt noch keinem eingefallen.

Wann kommt endlich wer auf die Idee, auch die Verkehrsampeln abzuschaffen. Dann gibts keine Zusammenstöße mehr, weil einer bei Rot über die Ampel gefahren ist. (Undsoweiter. Bestimmt ließen sich noch weitere konstruktive Vorschläge zur Ver­besserung der Verkehrs­­sicherheit ausdenken.)

Das mechanische Pferd

Heute vor 117 Jahren, am 21. August 1904, erhielt der Düsseldorfer Maschinenkonstrukteur Emil Jagenberg ein Kai­serliches Patent auf die »Verbindung eines Motorwagens mit einem auf diesen mittels Dreh­kranzes sich stützenden Lastwagen« und gilt somit als Erfinder des Sattelkraftfahrzeuges:

  • Vorteil: Das mechanische Pferd lässt keine Roßäpfel fallen.
  • Nachteil: Aus einem mechanischen Pferd lässt sich kein Leberkäs herstellen.

Feuilletonistisches

»Eine Welle der Humorlosigkeit sieht Konrad Adam über das Land schwappen und klagt in der NZZ, dass politisch korrekt gedrillte Sprachbeamte den Witz verbieten wollen.« *)

So steht’s in der Überschrift zu einem Artikel im Feuilleton der “Neuen Zürcher Zeitung“.
Der Artikel ist durchaus interessant und kurzweilig zu lesen, aber was der Feuilletonist mit seiner Behauptung in der Überschrift und darunter in der Textstelle –

– eigentlich meint, geht daraus nicht hervor. Witzverbot, Lachverbot – worum geht’s da? Ver­steh ich nicht. Oder gibt’s in der Schweiz grad aktuelle Diskussionen um dieses Thema? Goo­geln macht darüber nicht schlauer. Worauf bezieht sich diese Aussage?

Ob vielleicht jemand unter den p.t. Schweizer LeserInnen hierüber Aufklärung ver­schaffen kann?

16. August

Heute vor 67 Jahren wurde Blockbuster-Regisseur James Cameron geboren, in einem Kaff namens Kapuskasing in Kanada.

Einmal sah ich sein Opus magnum “Titanic“ im Fernsehen. Anlässlich des Dialogsatzes –
    »Das Herz einer Frau ist ein tiefer Ozean voller Geheimnisse.«
– fiel mir vor lauter Flachsinn eine Zahnplombe raus, Vierer links oben. Ob ich Herrn Ca­me­ron für die Zahnarztkosten verklagen kann?

#Laschetfragt

Politisches Kabarett, klagte Josef Hader, könne man heutzutags gar nimmer machen, weil es von der Realsatire ständig überholt werde.


Armin Laschet fragt Elon Musk: »What is the future of cars? Hydrogen or–?«
[»Was ist die Zukunft von Autos? Wasserstoff oder–?«]
Musk: »For me electric.«

(Die österreichische Satireseite “Tagespresse“ verklagt eine Figur wie A. Hanger am Han­dels­gericht wegen sittenwidrigen Wettbewerbs. Ob auch der deutsche “Postillon“ eine Figur wie La­schet ebenfalls verklagen will, ist noch nicht bekannt.)

13. August

Heute ist übrigens der internationale Linkshändertag.
(Sollte korrekt gegendert eigentlich Links­händer*innentag heißen.)
Wie man den gebührend zu feiern hat, steht leider nirgendwo überliefert.

Heute vor 500 Jahren eroberte Hernándo Cortés das Reich der Azteken.

Heute vor 127 Jahren wurde die Straßenbahn Gmunden im oberöster­rei­­chi­schen Salz­kam­mer­gut eröffnet, mit einer Gesamtstreckenlänge von 2,315 Kilometern*) ist sie die kürzeste Straßenbahn der Welt.

Namenstag feiern heute Hippolyt (Namenspatron der weltbekannten Me­­tropole St. Pölten) so­wie Zwentibold. Gratulation an alle, die so heißen.

Vakzinologisches, oder: Definieren Sie den Begriff “Hausverstand“

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, blöder geht es nicht!
Es ist kein Blödsinn je zu blöd, als dass es nicht noch blöder geht.«
(nach M. Krassnig*)

Stets wenn man vermeint, jedweder Blödsinn über die angebliche Sinnlosigkeit der Covid-Impfmaßnahmen wäre bereits zum besten gegeben und ließe sich durch keinen blöde­­ren mehr übertreffen, tritt zuverlässig einer hervor und beweist das Gegenteil: diesmal wieder­um ein Herr Kickl, umtriebiger politischer Gebrauchslyriker, untergroßer Rechtsausleger sowie sattsam bekannter Fachexperte für Virolo­gie & Vakzinologie.

Da gibt der wieder mal den vakzinologischen Sachverständigen und ist sich selber nicht zu blöd, der Welt sein spezielles Hausmittel-Re­zept zu verkünden: nicht die von der Ver­schwö­rungsregierung “und ihren Handlangern“ dem Volke auf­ok­troyierte, sinn- & wir­kungs­lose Schutzimpfung schütze vor An­ste­ckung mit dem Covid-19-Virus. Nein, davor schützen allein: Hausverstand, Vitamine und fri­sche Luft! Vitamine statt Vakzine!
    Höret, was Herr Kickl ruft:
    »Vitamin anstatt Vakzin!
    Hausverstand und frische Luft
    sind die beste Medizin
    gegen Covid-neunzehn,
    das sollen alle wissen!
    Wer will das nicht einseh’n,
    der wird von mir gebissen