16. Juli

Heute ist übrigens der internationale Tag des frischen Spinats.
(Von wem und wozu der erfunden wurde, oder in welcher Weise man den gebührlich zu feiern hätte, ist nicht überliefert.)
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Haben Sie gewusst, dass der Spinat auch einen Plural be­sitzt: die Spinate. Wozu dieser Plural nützen soll, ist freilich ebenfalls unbekannt.
Österreichische Polizisten wurden früher wegen ihrer spinatgrünen Uniformen despektierlich »Spinatwachter« (Wachter =Wachmann) ge­nannt. Die Spinatwachtel hat hingegen nix damit zu tun, sondern leitet sich von dem Adjektiv spinnert her.
Dass Spinat einen exzeptionell hohen Eisengehalt habe und man sich deshalb nach Spinat­ver­zehr bei Blitzschlaggefahr nicht im Freien aufhalten sollte, ist ein falsches Gerücht und beruht auf einem Kommafehler.

    (Hier folgt ein Rat, drum hört gut her:
    noch schmackhafter schmeckt der Spinat,
    soferne man vor dem Verzehr
    ihn durch ein Steak ersetzen tat.)

(Zum Thema Spinat fällt mir grad die Geschichte mit meiner Oma und Guido Wieland als Spi­nat-Testimonial wieder ein.)

14. Juli

Heute vor 140 Jahren erblickte der Klapphornvers das Licht der Öffentlichkeit.
Damals sandte ein Amateurpoet seine durchaus ernst gemeinten selbstverfassten Verse an das Münchner Wochenjournal Fliegende Blätter, die aber so un­gewollt grotesk daherkamen, dass sie eben deswegen ver­öf­fent­licht wurden – was eine Flut von spöttischen Nachdichtungen aus­lös­te und eine eigen­stän­di­ge Form von Nonsenslyrik etablierte:

    »Zwei Knaben gingen durch das Korn,
    der andere blies das Klappenhorn,
    er konnt’ es zwar nicht ordentlich blasen,
    doch blies er’s wenigstens einigermaßen.«
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6. Juli

Heute ist übrigens der Internationale Tag des Kusses. Wel­chen Nutzen der haben soll weiß freilich keiner, macht aber nix. Weiß ja von den Ägyp­tischen Pyra­mi­den auch keiner. Oder vom Papst. Oder von Zungenpiercing usw.

Österreich – Schweiz 7:5

Heute vor 64 Jahren, am 26. Juni 1954, fand die sogenannte »Hitzeschlacht von Lausanne« statt, nämlich das Viertelfinalspiel Österreich–Schweiz, welches als WM-End­run­denspiel mit den meisten Toren in die Fußballgeschichte einging.
Im Stadion Olympique in Lausanne hatte es 40°C im Schatten, und der öster­rei­chi­sche Tor­mann Kurt Schmied erlitt bereits in der ersten Viertelstunde einen Hitzekollaps und taumelte ori­en­tie­rungs­los vor seinem Tor hin und her, worauf die Schweizer binnen zehn Minuten drei Tore schossen. Da die Regel damals nicht erlaubte den Torhüter auszuwechseln, musste der Mann­schaftsmasseur hinter dem österreichischen Tor Aufstellung nehmen um den weg­ge­tre­te­nen Schmied während des restlichen Spiels durch Zurufe zu di­ri­gie­ren. Dennoch gelang es den Öster­reichern, binnen weiterer zehn Minuten fünf Gegentore zu schießen, sodass sie nach einem Anschlusstreffer der Schweizer zur Halbzeit mit 5:4 führten. Auch in der zweiten Spiel­hälfte blieben die Österreicher trotz ihres faktisch abwesenden Schlussmannes do­mi­nant, und so endete das Spiel mit einem 7:5-Sieg und dem bis heute be­ste­henden Rekord von zwölf Toren. Tormann Schmied konnte sich nach dem Spiel an nichts mehr erinnern, Öster­reich er­reich­te bei der WM 1954 den dritten Platz.
Heutzutage pflegt Österreich für gewöhnlich nimmer so hoch zu gewinnen.

(Lausanne 1954: Schweizer links, Österreicher v. rechts: Hanappi, Stojaspal, A.Körner, Koller, Wagner, Probst, Bar­schandt, R.Körner, Happel, Schmied, Ocwirk.)

25. Juni – Die schlesische Nachtigall

Heute vor 190 Jahren kam in Opatów im Osten Preußens die deutsche Dichterin Friederike Kempner (1828-1904) zur Welt, »die schlesische Nach­tigall« vulgo »der schlesische Schwan«. Fräulein Kempners umfangreiches schriftstellerisches Œuvre blieb von der Literaturkritik weit­­gehend unbeachtet – bleibende Berühmtheit erlangte sie indessen als Lyrikerin: nämlich als Groß­meis­terin der unfreiwilligen Komik, deren abenteuerliche Missgriffe bei Wort­schöp­fun­gen, Me­ta­phern und Reimen (etwa: »Amerika, Du Land der Träume, Wie schön sind Deine Ko­kos­bäu­me«) bald zahllose Parodien hervorriefen, sogenannte Pseudo-Kempneriana, welche die ver­meintliche Verfasserin am Ende berühmter machten als die tatsächlich von ihr selbst ver­fass­ten Ori­gi­nalverse, wie z.B. dieser:

    Willst gelangen Du zum Ziele,
    Wohlverdienten Preis gewinnen,
    Muß der Schweiß herunter rinnen
    Von der Decke bis zur Diele!

(Scheint, als habe die schlesische Nachtigall sich zu obi­gen Versen durch ihren Dich­ter­kol­le­gen Schiller inspirieren lassen, denn:

    Wie’s im Lied steht von der Glocke:
    »Soll das Werk den Meister loben,
    Rinnen muß der Schweiß von oben
    Von der Stirne bis zur Socke!«)

Dass Fräulein Kempners lyrische Hervorbringungen darum so häufige Neuauflagen er­fuh­ren, weil ihre Verwandten versuchten alle erreichbaren Exemplare aufzukaufen, um das Ge­läch­ter darüber einzudämmen, ist ein unbelegtes Gerücht. Belegt ist hingegen, dass der Schrift­steller Alfred Kerr seinen Familiennamen Kempner deshalb än­der­te, weil seine Tante Friederike »die schlech­te­sten je auf diesem Planeten bekanntgewordenen Verse« ge­schrie­ben habe.
(Quelle: Wikipedia)
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(vgl.: Klapphornvers)

22. Juni

Heute vor 112 Jahren wurde Billy Wilder (1906-2002) geboren.
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Als Wilder 1957 für die Dreharbeiten zu »Liebe am Nachmittag« nach Frankreich reiste, trug ihm seine Frau auf, dort ein Bidet zu besorgen und bei seiner Rückkehr mitzubringen. Sie hatte einmal bei einem Hotelaufenthalt in Paris eins gesehen und wollte sowas auch in ihrem Bade­zimmer, aber in den USA ließ sich so ein Ding damals nicht auftreiben.
Wilder wandte ein, es könne schwierig werden, unbemerkt ein Bidet aus einem Pariser Hotel­badezimmer zu entwenden, er wolle es jedoch versuchen.
Leider gelang es Wilder in Frankreich nirgends, ein Bidet zu beschaffen, also schickte er sei­ner Frau ein Telegramm:

++ bidet nicht erhaeltlich ++ empfehle handstand unter dusche ++

19. Juni

Heute vor 82 Jahren kam Shirley Goodman (1936-2005) zur Welt, in New Orleans. Sie be­gann ihre Karriere als Rhythm & Blues-Sängerin, aber 1975 legte sie mit einer Studioband als Shirley & Company den ersten weltweiten Hit im Disco-Sound auf, und in diesem Jahr gab es zwi­schen Nashville und Podersdorf am Neusiedlersee keine Disco und keinen Wurlitzer, wo die Nummer nicht rauf und runter gespielt wurde.
Wer damals schon im discofähigen Alter war, erinnert sich bestimmt noch dran:
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(Background-Vocalist Jesús Álvarez, der auf dem Track so hingebungsvoll draufloskräht, änderte übrigens später seinen Vornamen auf Jason und wurde Pastor einer christlichen Erweckungssekte.)

18. Juni

Heute vor 41 Jahren kam in Peabody/Massachusetts Ryan Montbleau zur Welt, der famose Gitarrist und Songwriter. Unablässig tourt er mit seiner Band durch den Osten der USA und spielt Jahr für Jahr mehr als 200 Live-Konzerte.
Hier ist er zu hören, mit einer grandiosen Nummer:
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(Bemerkenswert im Intro-Text übrigens der launige Ausdruck »pavement rash« – das Pen­dant zu unserem Schotterausschlag ;)

16. Juni – Richtiges Verhalten im Straßenverkehr

Heute findet in Deutschland wieder, wie jedes Jahr am dritten Samstag im Juni, der Tag der Verkehrssicherheit statt.

Aus dem großen BILD Online-Führerscheintest:

Frage: »Wie verhalten Sie sich als Fahrzeuglenker in dieser Gefahrensituation richtig?«
3 Antworten stehen zur Auswahl:

  • Bremsen, um die Kinder nicht zu überfahren.
  • Mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren, weil die Kinder bestimmt stehen bleiben.
  • Mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren, um nachfolgende Fahrzeuge nicht zu be­hindern.

Haben Sie’s auch bemerkt? Antwort 4 fehlt in der Auswahl:

  • Gummi geben und mit Vollgas zwischen Kindern und Ball hindurchbrettern, um die Ge­fahrensituation so rasch wie möglich hinter sich zu bringen.

Was lernen wir daraus? Dass Führerschein-Testfragen oft völlig praxisfern sind.

12. Juni – Die Überschallfliege: Eine Zeitungsente von 1937

Im Jahre 1927 erschien im Journal der New Yorker Ento­mo­lo­gi­schen Gesellschaft ein Artikel des Insek­ten­forschers C. Townsend, worin dieser behauptete, bei der Reh-Rachendassel (Cephe­ne­myia pratti, eine parasitäre Fliegenart) in New Mexico eine Flug­­ge­­schwindigkeit von mehr als 800 Meilen pro Stunde (d.i. Über­­schall­­ge­­schwin­dig­keit) beobachtet zu haben – eine Zahl, die ganz offenkundig aus einem Beobachtungs- oder Be­rech­nungs­feh­ler resultierte und natürlich auch jedem gesunden Laienverstand zuwiderlaufen musste.

Dennoch wärmte die renommierte New York Times zehn Jahre später, am 12. Juni 1937, die Geschichte von der Über­schall­­fliege unter der Schlag­zeile »the fastest creature that lives« neuerlich auf, worauf diese durch die Weltpresse zu schwirren begann.

Der Physiker sowie Chemie-Nobelpreisträger Irving Lang­muir konnte in einem 1938 im TIME-Magazin ver­öffent­lich­ten Ar­ti­kel nachweisen, dass

  • der zum Erreichen dieser Geschwindigkeit erforderliche Energieaufwand es für die Fliege nötig machen würde, pro Sekunde (sic!) mehr als das Eineinhalbfache ihres Körpergewichts an Nahrung aufzunehmen;
  • der Flug der Fliege einen vernehmbaren Überschallknall erzeugen würde;
  • eine Fliege im Überschallflug mit freiem Auge gar nicht sichtbar wäre;
  • der Zusammenprall einer solchen Fliege mit dem Körper eines Säugetiers das gleiche Resultat hervorrufen würde wie der Einschlag einer Gewehrkugel.

Obwohl Langmuirs Berechnungen, basierend auf den Daten aus Townsends ursprüng­lichem Forschungsbericht, eine tatsächliche Fluggeschwindigkeit der beobachteten Dasselfliege von etwa 25 Meilen pro Stunde (40 km/h) ergaben, erschien in der New York Times keine Rich­tig­stel­lung der Überschallgeschichte, und so wurde sie noch einige Jahre danach in der inter­na­ti­o­na­len Presse kolportiert.
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(Zeitungsausschnitt: aus Wiener Bilder – Illustriertes Familienblatt, 1939).

8. Juni

Heute vor 100 Jahren wurde der Wiener Schauspieler, Kabarettist und Drehbuchautor Gunther Philipp (1918-2003) geboren. Viele Jahrzehnte lang kasperte er in seiner populären Para­de­rolle als Ohrenwachler & Knallcharge vom Dienst durch unzählige Klamaukfilme.
Nicht jeder weiß, dass Dr. med. Gunther Placheta (sein richtiger Name) neben seiner Kar­ri­e­re als Filmkasper einer der erfolgreichsten österreichischen Leistungs- und Motor­sportler, so­wie promovierter Facharzt für Neurologie und Psychiatrie war.

Gunther Philipp war beruflich eben­so wie privat
ein unermüdlicher Schmähreisser, er sagte z.B.:

»Mit Ohrenschmerzen geh ich zum Ohrtopäden,
mit Genickschmerzen zum Genickologen,
und wenn mir die Därm’ wehtun zum Därmatologen.«

7. Juni

Heute vor 73 Jahren kam der kleine Herr Wolfgang Sch. zur Welt, eine der widerwär­tigsten und ungustiösesten politischen Figuren der Zweiten Republik: jener Politiker nämlich, wel­cher – ganz & gar von egomanischer Machtbesessenheit umgetrieben – keinerlei Hem­mun­gen zeigte, das Wählervolk ungeniert hinters Licht zu führen und sein Heimatland der in­­ter­­na­­ti­o­na­len Ächtung preiszugeben. Und damit das Ansehen Österreichs im Rest der Welt nach­­hal­tig zu beschädigen.

    (SPIEGEL 43/08)

Durch das hinterlistige taktische Manöver einer Zweckallianz mit einer Gruppierung po­li­ti­scher Mantafahrer und Rechtsüberholer gelangte Herr Sch. an die Spitze der öster­rei­chi­schen Bundesregierung, obwohl ihn drei Viertel aller Wähler gar nicht dort haben wollten. Eine Machtposition, an die er sich sieben Jahre lang hartnäckig anklammerte, was jegliche konstruktive Regierungsarbeit während der Dauer seiner Amtszeit faktisch lahm­legte.

Hat der tatsächlich gesagt. Jaja, der kleine Herr Sch. und seine Neigung zur Wahrheit –
bekanntlich ein spezielles Kapitel.

6. Juni

Heute vor 85 Jahren, am 6. Juni 1933, wurde in Camden/New Jersey das erstes Auto­kino der Welt eröffnet. Als Projektionsfläche diente dazumals keine Leinwand, sondern eine hohe, geweißelte Ziegelmauer. Die Beschallung erfolgte über drei große Lautsprecher, sodass der Ton noch mehrere Kilometer entfernt zu hören war und die lautstarke Ver­an­stal­tung Pro­teste der Anwohner nach sich zog.
Der erste in einem Autokino vorgeführte Film hieß Wife Aware, der darüber hinaus für die Filmgeschichte keinerlei weitere Bedeutung besitzt und über dessen Inhalt heute nix mehr be­kannt ist, weshalb sich auch der Sinn des rätselhaften Filmtitels nimmer ergründen lässt.

In Österreich gibt es ein einziges Autokino, seit 1967 in Groß-Enzersdorf bei Wien, welches aber mittlerweile geschlossen ist und ein Pendler-Parkplatz werden soll. Die Groß-En­zers­dor­fer Autokino-Leinwand hat ein Ausmaß von 35 x 15 m = 525 m², somit eine Fläche worauf ein Einfamilienhaus mit Garten Platz fände.
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Haben Sie gewusst, dass Kinobetreiber in Österreich für das Abhalten von »Veranstaltungen, welche geeignet sind, die Besucher zu ergötzen«, eine sogenannte Lustbarkeitsabgabe (vulgo Vergnügungssteuer) zu ent­rich­ten haben. Diese Steuer ist auch dann zu entrichten, wenn die Besucher den vorgeführten Film nicht ergötzlich finden.

4. Juni

Heute vor 136 Jahren wurde in München Karl Valentin geboren.

Es sei schon erstaunlich, sagte Karl Valentin, »dass jeden Tag genau soviel passiert wie in die Zeitung hineinpasst«. Erstaunlich aber auch, was jeden Tag alles nicht passiert und trotzdem in eine Zeitung hineinpasst. Aus Österreichs auflagenzweitstärkster Verschenk-Volks­in­for­ma­ti­ons­postille er­fährt man etwa, dass am 17. November 2010 in der Hosnedlgasse in Wien Do­nau­stadt ein Auto nicht ge­stoh­len wurde.

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Sack Reis in China nicht umgefallen.

2. Juni

Mausi Lugner feiert heute Geburtstag, kennen Sie den:

Mausi Lugner darf sich zum Geburtstag von einer guten Fee was wünschen.
Die Sache hat nur einen Haken: alles was sie sich wünscht kriegt ihre Busenfeindin Jeannine Schiller auch, und zwar exakt das doppelte davon.
Da muss Mausi Lugner lange nachdenken, aber endlich fällt ihr ein Wunsch ein und sie sagt freudestrahlend:
»Ich wünsch mir, eine Titte tät’ mir abfallen!«

27. Mai

Heute vor 87 Jahren, am 27. Mai 1931, startete der Schweizer Wissenschaftler, Experi­men­tal­physiker, Gelehrte und Erfinder Prof. Auguste Piccard mit seinem Assistenten in Augs­burg zu einer Ballonfahrt in die untere Stratosphäre, wobei sie die Rekordhöhe von 15.785 Metern erreichten. Die Notlandung ihres Stratosphärenballons erfolgte am selben Tag auf dem Gurg­ler Ferner, einem Alpengletscher oberhalb der Tiroler Berg­siedlung Obergurgl, in über 2.300 Meter Seehöhe.
(in Obergurgl drehte übrigens fünf Jahre davor Alfred Hitchcock die Außenauf­nah­men für seinen zweiten Film The Mountain Eagle – nicht in St. Anton, wie an dieser Stelle fälschlich kol­portiert.)
Prof. Piccard gab das Vorbild für die Figur des Professor Bienlein in Hergés Comic-Reihe Tim und Struppi.
Was die Menschheit schon lange geahnt hatte:

21. Mai

(Allgemeine Automobil≈Zeitung, 1899)

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Heute vor 119 Jahren, am Pfingstsonntag, dem 21. Mai 1899, wurde die erste Motor­sport­ver­an­stal­tung in Österreich ausgetragen, das Exelbergrennen in Neuwaldegg im Wienerwald. Ver­an­stalter war der Oesterreichische Automobil-Club*) gemeinsam mit dem Neuen Wiener Tag­blatt. Es sei diese Veranstaltung, so stand damals zu lesen,

» eine demonstrative Mani­festation des Automobilismus, wobei die Geschwindigkeiten der Automobile mittlerweile so groß geworden sind, sodaß man sich mit einem Ent­­ge­genkommenden gar nicht mehr unter­halten kann.«

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Sieger in der Kategorie A (Schnellfahren) wurde der Franzose Louis Gasté, vermutlich weil er die windschnittigsten Stiefel anhatte:

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(Die Exelbergstraße am Wiener Stadtrand ist bis heute unter Sonntags-Hobby­renn­fahrern als Renn­strecke beliebt, und deswegen als sog. “Organspender-Strecke“ berüchtigt.)

20. Mai

Heute vor 155 Jahren fand die feierliche Grundsteinlegung zum Bau der Wiener Staatsoper (vormals k.k. Hof-Operntheater) statt, obwohl die Bauarbeiten bereits zwei Jahre zuvor be­gon­nen hatten. Die Bauzeit dauerte bis 1869. Errichtet wurde sie nach den Plänen der beiden Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll im Wiener Ring­stra­ßen­stil, einer besonderen Ausprägung des Historismus.
Zeitgleich wurde auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Heinrichshof erbaut, ein pri­va­tes Zinshaus riesigen Ausmaßes nach den Plänen ihres Konkurrenten Theophil Hansen, wel­ches indes schon nach zwei Jahren fertiggestellt war und nun die Monumentalität des ent­ste­hen­den Opern-Prachtbaus überschatten sollte, was zu Enttäuschung in der Wiener Öffent­lich­keit und einer garstigen Pressekampagne gegen die beiden Architekten führte.
Wie es sich für echte Wiener gehört, raunzten die bereits über das neue Opernhaus, bevor es überhaupt fertig war. Ein überliefertes Spottgedicht von damals lautete:

    »Sicardsburg und van der Nüll
    haben beide keinen Stül:
    Gotik, Klassik, Renaissanz
    das ist denen alles ans.«

Hinzu kam, dass das Ringstraßenniveau um das Bauwerk erst nach bereits erfolgtem Bau­be­ginn nachträglich um einen Meter angehoben wurde, sodaß dieses als “versunkene Kiste“ und als “Königgrätz der Baukunst“ heftig kritisiert wurde.
Van der Nüll nahm sich die bissige Häme so zu Herzen, dass er sich ein Jahr vor der Fer­tig­stellung der Bauarbeiten erhängte. Sicardsburg starb nur wenige Wochen nach dem Selbst­mord seines lebenslangen Freundes und Partners (heute würde man wohl sagen “Lebens­mensch“) an gebrochenem Herzen, was bestimmt mit dem Verlust und der erlittenen Krän­kung zu­sam­men­hing, sodass beide Architekten die Eröffnung des “Ersten Hauses am Ring“, mit einer glanzvollen Premiere von Mozarts Don Giovanni, nimmer erlebten.
Später wurde in Wien nach den Herren Sicardsburg und van der Nüll je eine Gasse be­nannt, wobei der Name Siccardsburg aber falsch geschrieben wurde.

15. Mai

Heute vor 63 Jahren, am 15. Mai 1955, wurde im Wiener Schloss Belvedere von den vier alli­ier­ten Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien sowie der öster­reichischen Bundesregierung – vertreten durch Bundeskanzler Julius Raab & Außen­mi­nister Leopold Figl – der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet und damit die Souverä­ni­tät Österreichs als eigenständige Nation wiederhergestellt. Die Russen, als durchaus trink­feste Spezies bekannt, wurden zu diesem historischen Anlass von den nicht minder trink­festen Öster­rei­chern unter den Tisch getschechert und in den Vertragsklauseln über den­selben ge­zo­gen, man kennt die Geschichte:


Figl: »Und jetzt, Raab – jetzt noch d’ Reblaus, dann sans waach!«
.(Karikatur v. Hanns Erich Köhler im Simplicissimus, 1955)

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Damit wurde Österreich der einzige europäische Verliererstaat, der nach Kriegsende auf ver­trag­lichem Wege frei von allen Besatzungsmächten wurde. Das Schicksal einer Aufspaltung in Ost- und Westzonen wie etwa DDR oder Berlin blieb Österreich und Wien erspart, und Figl konnte seinen legendären Satz ausrufen:

(Zeitungsmeldung, 16-05-1955)

(Tatsächlich rief er »Öfterreich ift frei!« – nicht »Österreich«, wie oben fälschlich kolportiert. Figl hatte einen Sprachfehler. Aber man verstand, was er meinte.)
Die Teilung Wiens in vier Besatzungssektoren der Alliierten nach dem Viermächte-Status en­de­te somit, und die pittoresken Vier im Jeep gehörten der Vergangenheit an.

6. Mai

Heute vor 162 Jahren wurde Sigmund Freud geboren, er gelangte zu der Erkenntnis:

    »Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen
    Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: „Was will eine Frau eigentlich?“«

Da ist er nicht der einzige. Vermutlich war Herrn Freud die weise Volkseinsicht unbekannt:

    »Die Seele einer Frau,
    der Magen einer Sau,
    der Inhalt einer Wurscht:
    bleibt auf ewig unerfurscht.«

– sonst hätte ers wohl gar nicht erst versucht. Seit den alten Ägyptern vor 3.000 Jahren ist die Quadratur des Kreises noch keinem gelungen, und dann will einer die weibliche Seele in 30 Jahren ergründen? Welch müßiges Unterfangen ;)
(Wie Ephraim Kishon zutreffend feststellte:

    »Die Seele einer Frau ist wie ein offenes Buch –
    geschrieben in einer unverständlichen Fremdsprache.«)

2. Mai

Heute vor 683 Jahren, am 2. Mai Anno Domini 1335, kam Kärnten zu Österreich.
Weil die Bayern aus historischer Tradition auf die Österreicher stinkert waren, über­legte sich Kaiser Ludwig der Bayer, was er ihnen zufleiß tun könne und schenkte ihnen Kärnten. Der damalige österreichische Herzog Otto der Lustige fand das nicht so lustig, aber was soll man machen: wenn man vom Kaiser was geschenkt kriegt, kann man nicht einfach dankend ab­lehnen.
Seither müssen sich die Österreicher mit den Kärntnern abfretten, und umgekehrt. Aber mög­licherweise eh nimmer lang, bekanntlich gibts in Kärnten ja massive Auto­no­mie­be­stre­bungen.

Neues vom schusswaffentechnischen Symbolbildbeauftragten

Eine Meldung ohne Pics ist nix, wie jeder weiß, und weil sich vielleicht nicht jeder Leser unter einer »Pistole« was konkretes vorzustellen vermag, tritt auf der schuss­waffen­tech­ni­sche Symbol­bild-Sachverständige um dem Vor­stellungs­ver­mögen ver­mittels einer erhellenden Illu­stration auf die Sprünge zu verhelfen: Symbolbild »zwölf Zentimeter« (Abb. rechts:)

(Abb. links:) Freilich lassen sich selbst die ver­meint­lich dümmsten Symbolbilder allemal durch düm­me­re noch übertreffen, denn:
…..»Höret, was Erfahrung spricht: | Glaubt niemals, düm­mer geht es nicht! | Erfahrung lehrt: ein Stück­chen dümmer | geht es allemal noch immer.« (M. Krassnig)

Wenn Symbolbild- und Bildbetextungs-Verantwortlicher im Duett auf­tre­ten, kann aus dem Stück eine hübsche Posse werden:

(Abb. rechts:) Symbolbild »erfindungsreich beim Versteck einer Waffe«


(Abb. links:)
»Leibesvisitation in US-Gefängnis«
(Abb. rechts:)
Symbolbild »Gun Hidden In Her Vagina«

Die sachkundige Auswahl entsprechender Symbolillustrationen ver­schafft auch dem schuss­waffen­tech­ni­sch unkundigen Leser Aufklärung:

(von links nach rechts:)

  • Symbolbild »Luftpistole«
  • Symbolbild »Luftdruckgewehr«
  • Symbolbild »zehn Zentimeter langer Klapprevolver«
    (Originalfoto: so schaut das in der Vagina geschmuggelte Stück tatsächlich aus)
  • Symbolbild »9-Millimeter-Pistole«
    (aus der Bildmontage-Bastelstrecke »Basteln mit Tieren«: Unfälle mit Gürteltieren)
  • »Angestellter mit Post-it bedroht«

27. April

Heute vor 198 Jahren kam der bedeutende englische Sozialphilosoph Herbert Spencer (1820- 1903) zur Welt.
Um 1860 begann Spencer mit seinem Lebenswerk: einer analytischen Betrachtung des ge­sam­ten (sic!) menschlichen Wissens. Leider wurde er damit zu Lebzeiten nimmer ganz fertig.
Er postulierte als erster die grundlegende These des evolutionistischen Prinzips, welche sein radikaler Adept Richard Dawkins (“Das egoistische Gen“) ein Jahrhundert später zum Dogma erklärte:

    »Ein Huhn ist lediglich das Zwischenergebnis der Bemühungen eines Eies,
     ein weiteres Ei in die Welt zu setzen.«

Symbolbildliches: Nudistisches

Eine Pressemeldung ohne Pics ist nix, wie jeder weiß, aber nicht zu jeder gibts ein Original­foto. Zum Glück gibts Symbolbilder.
Pressemeldungen über nackte Männer liest man zuhauf, weil sich aber vielleicht manche|r Leser|in unter einem »nackten Mann« nix konkretes vorstellen kann, tritt auf der Bildre­dak­teur vom Dienst, um vermittels einer erhellenden Illu­stra­tion Auf­klä­rung zu verschaffen:

Symb0lbild


von links nach rechts:

  • Nackter Mann in Kleintierklinik
  • Nackter Mann springt vor Autos
  • Nackter Mann hält Polizei in Atem
  • Polizei jagt nackten Fotografen
  • (Ohne Worte)

  • Nackter Mann in Nürnberger Waldstück
  • Nackter springt hinter Straßenschild hevor
  • Nackter Mann im Wald (Suchbild-Rätsel: Nackter Mann im Wald)
  • Nackter Rosenheimer
  • (Ohne Worte)

Die »alternativen Fakten« für Österreichs Medien

»Was ist eine Zeitung? In erster Linie die Popularisierung des Arschwisches.«
(Jules Goncourt)

Österreichs auflagenzweitstärkste Verschenkzeitung präsentiert:

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Die darunter präsentierte Balkengrafik stellt die verbreitete Auflage laut ÖAK (Österreichische Auf­la­gen­kon­t­rolle) der beiden auflagenstärksten österreichischen Verschenkzeitungen sowie der auf­la­gen­stärk­sten überregionalen Kauf-Ta­ges­zei­tun­gen dar:

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Freilich lässt sich aus der Höhe der Auflagenzahl keinerlei Schluss über Leserzahl oder Reich­weite eines Printmediums ziehen. Dem Herausgeber steht es frei, die Druckauflage seiner Ver­schenkzei­tung je­der­zeit nach Belieben zu erhöhen. Tatsächliche Leserzahl und Reichweite werden hingegen durch die Media-Analyse (MA) erhoben, und deren Resultate stellt die al­ter­na­tive Bal­ken­grafik in der zwei Tage früher erschienenen auflagenstärkeren Kon­kur­renz-Ver­schenk­zei­tung dar:

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Auflagen- wie Leserzahl der auflagenzweitstärksten Verschenkzeitung sind also nahezu gleich hoch – das ergibt: österreichweit gerade mal EINEN Leser pro aufgelegtem Exemplar. (Für das nur unwesentlich auflagenstärkere Kon­kurrenzblatt indessen mehr als eineinhalb Leser.)
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Als »alternativ« erweisen sich die Fakten über Auflagenhöhe und Leserzahlen insbesondere in Wien, wo bei­de Ver­schenk­zeitungen angeblich, wie kolportiert, »bereits Kopf an Kopf sind«:

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Wenn man die laut ÖAK und MA ermittelten Fakten für wahr halten darf, ist die ver­brei­te­te Auf­la­ge von Öster­reichs auf­lagenzweitstärkster Ver­schenk­zei­tung in Wien also um ein ganzes Drittel höher als die Ge­samt­leserzahl – das ergibt: pro auf­gelegtem Exemplar le­dig­lich einen DREIVIERTEL Leser. Ein Viertel der gesamten Verschenkzeitungs-Auf­lage will demnach kei­ner geschenkt kriegen, das landet ungelesen als Papiermüll in der Tonne, oder fliegt als vom Wind »ver­brei­te­te Auf­lage« in der Gegend herum.
Das x-beliebige Erhöhen der Druckauflage durch den Herausgeber führt mitnichten zu hö­he­ren Leserzahlen, sondern stattdessen zu immer höheren Bergen an ungelesenem Pa­pier­müll: zur nutzlosen tonnenweisen Produktion buntbedruckten »Arschwisches« (Goncourt).
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(Welchen Nutzen die dreiste Prahlerei über irrelevante »Kopf an Kopf«-Auflagensteigerungen überhaupt bezwecken soll, weiß wohl nur der Herausgeber allein. So blöd ist die umworbene Anzeigenkund­schaft freilich kaum, um nicht zwischen der Werberelevanz von kolpor­tier­ter Auf­lagenhöhe und faktischer Leserzahl/Reichweite zu unterscheiden zu wissen.)
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Update: Wenn man Österreichs auflagenzweitstärkster Verschenkzeitung glauben will, dann hat sie ihre auflagenstärkere Verschenk-Konkurrenz mittlerweile angeblich »überholt«:

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Die Fakten stellen sich indes im Konkurrenzblatt Nummer 1 wiederum al­ter­na­tiv dar:

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An der (im Gegensatz zur willkürlich manipulierbaren verbreiteten Auflage) tatsächlichen Le­ser­zahl von 0,75 = lediglich ein dreiviertel Leser pro aufgelegtem Exem­plar hat sich so­mit für die nunmehrige, laut eigener Behauptung, Wiener Verschenkzeitung Num­mer 1 über­haupt nix geändert.
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Bemerkenswerterweise präsentiert auch die Verschenkkonkurrenz Nummer 1 drei Tage später wiederum alternative, von den zuvor selber (in der Balkengrafik oben) kolportierten Auf­lage- und Leser­zah­len abweichende Fakten:

C. censeo: Man muss nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.

8. April

Heute vor 117 Jahren, am 8. April 1901, fand in Wien das erste inoffizielle Länderspiel der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft statt, gegen die Schweiz. Da einige Spieler noch zur Schule gingen und Schülern dazumals, auch wenn sie schon 17 oder 18 Jahre alt waren, das Fußballspielen in Vereinen verboten war, traten diese unter Pseudonymen an und trugen aufgeklebte falsche Bärte, um nicht erkannt zu werden. Als Goalgetter tat sich »der G’stutze« Johann Studnicka hervor, der später zu einer der herausragendsten Per­sön­lichkeiten der öster­rei­chi­schen Fußballge­schichte wurde.
(Das Schweizer Nationalteam kam nicht, wie spöttische Zeitgenossen kolportierten, mit ihrem Mannschafts-Velo nach Wien angereist, sondern per Eisenbahn.)
Österreich gewann das sogenannte Ur-Länderspiel gegen die Schweiz mit 4 : 0.

Die österreichische Nationalmannschaft von 1901, einige Spieler mit aufgeklebten Bärten. Die Trikotfarben weiß/schwarz wurden für Auswärtsspiele bis heute beibehalten.

In 30 Tagen um die Welt, 60. Tag: Der Wiener Prater

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Heute vor 252 Jahren, am 7. April 1766, gab Kaiser Joseph II. den Wiener Prater, die kaiser­li­chen Jagdreviere in den Auwäldern zwischen Donaukanal und Donau-Hauptarmen, per ma­jes­tät­licher Verfügung zur allgemeinen Benutzung durch seine Untertanen frei:

….»Es wird anmit jedermanniglich kund gemacht, wasmaßen Se. kaiserl. Majest. aus aller­höchst zu dem hiesigen Publico allermildest hegenden Zuneigung Sich allergnädigst ent­schlossen und verordnet haben, daß künftighin und von nun an zu allen Zeiten des Jahrs und zu allen Stunden des Jahrs, ohne Unterschied jedermann in den Bratter frey spazieren zu gehen, zu reiten, und zu fahren (die allzu abgelegenen Orte, und dicke Wal­dungen, we­gen sonst etwa zu besorgenden Unfugs und Mißbrauchs alleinig aus­ge­nommen) er­lau­bet, auch Niemanden verwehrt seyn soll, sich daselbst mit Ballonschlagen, Kegl­scheibn, und an­dern erlaubten Unterhaltungen eigenen Gefallens zu divertieren: wobey man aber ver­siehet, daß niemand bey solcher zu mehrerer Ergötzlichkeit des Publici allergnädigst ver­stattenden Freyheit sich gelüsten lassen werde, einige Un­füg­lich­keit, oder sonstig un­er­laubte Ausschweifungen zu unternehmen, und anmit zu einem allerhöchsten Miß­fallen An­laß zu geben. Wien den 7. April 1766.«

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Weiters verstattete Se. kaiserl. Majest. allergnädigst die Eröffnung von Kaffeesiedereien, Gast­wirt­schaf­ten und allerlei Lustbarkeitsetablissements, was bald zur Entstehung eines Ver­gnü­gungsparks, des Wurstelpraters, führte. An Sonn- und Feiertagen durfte das Areal erst ab zehn Uhr betreten werden, um dem Frühgottesdienst keine Konkurrenz zu machen. Abends wurde durch drei Böllerschüsse Signal gegeben, dass das gemeine Volk den Prater zu verlassen habe.
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1895 wurde im Wiener Prater der vermutlich erste Themenpark der Welt eröffnet: »Venedig in Wien«. Auf einem künstlich angelegten mit Donauwasser gefluteten Kanal, gesäumt von nach­gebauten historischen Palazzi, ließen sich Bootsfahrten in original venezianischen Gon­deln unternehmen, welche von echten venezianischen Gondolieri gesteuert wurden.

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»Venedig in Wien« bestand nur etwa sechs Jahre, anschließend wurden die Bauten demoliert und das Gelände wieder trockengelegt.
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Der Wurstel- (vulgo Wurschtl-)prater heißt übrigens nicht, wie von Unkundigen oft fälsch­lich genannt, »Würstel- (vulgo Würschtl-)brater« wegen des dortigen Brat­wurstangebots, son­dern nach den volkstümlichen Hanswurst*)-Bühnen oder Kasperl­the­a­ter, sowie der ur­sprüng­li­chen Flurbezeichnung Pratum, lateinisch für »Wiese«.
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*) (Hanswurst, Kasperl = wienerisch »Wurschtl«)

23. März

Kollege Gunkl hat heute Geburtstag, bekannt als virtuoser Meister der semantischen Ara­bes­ke, der argumentativen Pirouette & der er­kennt­nis­philosophischen Föhnwelle, sowie als uni­ver­seller »Experte für ei­gent­lich eh alles«.
Seine Ratgeberseite »Gunkls Tip des Tages« wird seit April 2000 täg­lich (sic!) ak­tu­ali­siert, man erfährt dort wissenswertes und be­deut­sa­mes, etwa:

    »In Monaten, deren Namen in Heinzelmännchenschrift Buchstaben aufweisen, die eine geschlossene Schlinge bilden, sollte man bis spätestens zwei Stunden vor Sonnen­unter­gang nichts essen, was mit Schonbezug besser aussieht als ohne.«
    oder: »Hunde, die beißen, bellen nicht; wenigstens nicht währenddessen.«
    © mit freundl. Genehmigung d. Autors

Aufgrund seiner markanten Optik (Kurzhaarschur & Aschenbecherbrille) werde er oft fälsch­li­cherweise für einen Intellektuellen gehalten, tatsächlich aber sei er lediglich, wie er selber zu­gibt, »schasaugert und z’ fäu zum kampeln« *)
*) schwachsichtig und zu faul zum kämmen

21. März – Der stärkste Mann der Welt

Heute vor 139 Jahren wurde Pepi Steinbach (1879-1937) ge­bo­ren, der stärkste Mann der Welt.
Steinbach stellte im Laufe seiner Karriere als Gewicht­heber nicht weniger als 35 Weltrekorde auf – eine Zahl, die für sich wiederum einen Weltrekord darstellt. Seine internationale Po­pu­larität, wie auch die seiner Athleten­kollegen – mit denen er etwa 1906 bei den Olympischen Spielen in Athen u.a. auch in der Disziplin Mann­schafts-Tauziehen (sic) antrat – brachte seiner Heimatstadt Wien seinerzeit den Ruf der »Stadt der starken Männer« ein. Beim Olympia-Finale im Ge­wicht­he­ben gegen seinen grie­chi­schen Konkurrenten wurde der Wiener Favorit aller­dings vom Publikum mit Steinen beworfen und musste seinen Rekordversuch abbrechen. Während der Grie­che als Olympiasieger gefeiert wurde, brachte Steinbach des­sen Rekordgewicht abseits des Podiums sechsmal(!) spie­lend zur Hoch­strecke. Daneben errang Steinbach auch als Ringer be­acht­li­che Erfolge. Nach Beendigung seiner Sport­ler­karriere betrieb »der starke Pepi« eine beliebte Likör­stube in Wien Erd­berg.

Sein Sohn Poldi Steinbach wurde später Eu­ro­pa­mei­ster im Boxen.
Josef Steinbach erhielt ein Ehrengrab auf dem Wiener Zen­tralf­riedhof.

19. März – Tag des Geflügels

Die Stimmung steigt im Hühnerschlag,
denn heut’ ist Weltgeflügeltag
ein Tag, der ganz gewiss gefällt
dem Federvieh auf dieser Welt.
Drum lasst uns das Geflügel feiern
ohne lang herumzueiern:
wer heut’ entsprechend feiern will,
brät einen Broiler auf dem Grill.
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Allerlei Mischkulantes zum Tag des Geflügels:
Der geschlechtlichen Gleichstellung im Sprachgebrauch geschuldet, lässt man Gendering neu­er­dings auch dem Geflügel angedeihen, wie Kollegin Cappuccina entdeckte.
Über der Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei? mögen sich die Oologen die Eier­köpfe zerbrechen – die von Kollege Trithemius hieramts gestellte Gegenfrage, was wohl zu­letzt da sein wird, scheint indes geklärt: gewiss wird das Ei das Huhn überleben. Tau­send­jäh­rige Eier gibts bekanntlich, aber wer hätte jemals von einem tausendjährigen Huhn gehört?
Paul Simon erzählte, seinen Songtitel »Mother and Child Reunion« einst auf der Speisekarte eines Cajun-Restaurants in den Südstaaten gelesen zu haben, als Bezeichnung für eine kreoli­sche Mahlzeit: Huhn mit Ei.
Henry Ford war es seinerzeit, der Marketing mit Geflügel verglich: »Enten legen ihre Eier in aller Stille, Hühner gackern darüber wie verrückt. Was ist die Folge? Alle essen Hühnereier.«
Kennen Sie das TOBIS-Intro aus dem Kino? Was immer das sein mag, was das Feder­vieh unten rausfallen lässt, nachdem es gekräht hat – ein Ei kanns ja wohl keins sein:

Zum aktuellen Anlass nicht fehlen darf wie immer das obligate Symbol­bild, Abb. links: »Mit einem Messer trennt eine Frau in Bangladesch ihren Ver­ge­wal­ti­ger von dessen bestem Stück: einem weißen Huhn.«
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14. März – Pi-Tag

Heute vor 31 Jahren, am 14. März 1987 um 1:59 pm Ortszeit, wurde am Ex­plo­ra­to­rium, dem Museum für Wissenschaft, Kunst & menschliche Erkenntnis zu San Francisco, erstmals der Pi-Tag zelebriert. 22 Jahre danach ernannte der US-Kon­gress den 14. März zum offiziellen Nationaltag für die Kreiskonstante Pi.
Der exakte Zeitpunkt entspricht gemäß ame­ri­ka­ni­scher Datumsschreibweise 3/14 und Uhrzeit der Kreiszahl Pi bis zur fünften Dezimalstelle: 3,14159. Die Zeremonie »um eine runde Sache zu feiern« besteht darin, dass die Teilnehmer im Kreis um den sogenannten Pi-Schrein in der Mitte des Exploratoriums herumlaufen, wobei sie kreis­rund gebackene Kuchen verzehren.
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Höchst »Er­staun­li­ches« über die Zahl Pi weiß übrigens die WELT zu verraten.
Kollege gnaddrig listet hier weitere πttoreske Vorschläge auf, wie sich der Pi-Tag ge­büh­rend zelebrieren ließe.

6. März

Heute ist übrigens der Tag des Zahnarztes, falls man dem Kalender glauben will.

    »Der Zahnarzt ist ein armer Hund, er lebt ja von der Hand im Mund.«
    (Bayerisches Sprichwort)

Haben Sie gewusst, dass der Zahnarzt auf ösitanisch Pappenschlosser heißt.
[Pappen, mdal.= Mundwerk]
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Nomen est omen:
(Arztsuche)

15. Februar

Heute vor 454 Jahren erblickte in Pisa der große Universalgelehrte Galileo Galilei das Licht der Welt, eppur si muove.
Noch’n Gedicht, von Kollege KrassNick:

Die Leute fragten einst in Pisa
Herrn Galilei, was denn dieser
über’s Universum und
den ganzen Rest so alles kund
tun könne? Aber dieser rief
bloß: »Leute, euer Turm steht schief.«

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© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

10. Februar – Alliteratives: Lyrik vs. Logik

»Wenn ich gegen eins was habe, sind’s Fehler, nur dem Reim zulabe!«
(Winfried Kraft) (vermutlich Pseudonym v. Robert Gernhardt)

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Heute vor 120 Jahren wurde Bertolt Brecht (1898-1956) geboren, und zwar in Augsburg. (Die rote Socke, tat­sächlich war der ein waschechter Schwabe, was sagt man dazu. Brecht selber mochte seine Ge­burts­stadt allerdings nicht, er sagte: »Das beste an Augsburg ist der Zug nach Mün­chen.« Er blieb nicht lang in Augsburg, wie man weiß.)
In dem Lied »Der Tod im Wald« lässt Brecht den grimmigen Poeten Baal alliterieren:

    »Und ein Mann | starb im Wald, | wo Sturm und Strom ihn umbrausten ..«

    (Anm.: »Selber schuld, | wär’ er halt | bei so ’n Sauwetter nicht draußten ..«
    ließe sich dazu extemporieren ;)

Gegen Stabreime gibts im Prinzip nichts einzuwenden, es sei denn, Lyrik dräut Logik dreist zu verdrängen. Dichterkollege KrassNick lässt nun einen fiktiven Leser beim Autor der be­tref­fen­den Zeile, Herrn Brecht also, um nähere Erläuterung nachsuchen, und kleidet dessen An­frage hinwiederum in gefälligen Versreim – er schreibt:

    Hier ätzt der Leser: »Sie, Herr Brecht,
    als Stabreim klingt der ja nicht schlecht,
    Ihr Vers vom Sturm und Strom im Wald.
    Nur fragt an dieser Stelle halt
    der Leser sich: Wo, bitte sehr,
    kommt denn im Wald der Strom daher?«
    Herr Brecht, der denkt nicht lange nach
    und antwortet dem Leser: »Ach,
    der Strom? Der kommt auf alle Fälle
    aus Batterien von Duracelle!«
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    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.

Auch in seinem Gedicht »Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster« lässt Brecht die Logik ver­missen, indem er vorn auf Korn reimt und, was er in einer Lyrikkritik üb­ri­gens sel­ber mo­nier­te, »damit seinen Wirklichkeitsbezug ne­giert«:

    »Ich bin die Amsel.
    Kinder, ich bin am Ende.
    Und ich war es, die den ganzen Sommer lang
    Früh im Dämmergrau in Nachbars Garten sang.
    Bitte um eine kleine Spende.
    Amsel, komm nach vorn.
    Amsel, hier ist dein Korn.«

Darüber ließe sich wiederum extemporieren:

    Was soll ich, fragt die Amsel nun,
    denn mit dem Korn? Ich bin kein Huhn!
    ───────────────────────
    (Es fragt der Leser hier zu Recht:
    »Meinten Sie wirklich Korn, Herr Brecht?«
    Weil Amseln, wie man weiß, indessen
    nicht Körner, sondern Würmer fressen.)

9. Februar

Heute ist übrigens der Tag der Zahn­schmer­zen, falls man dem Kalender glauben will.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)


Es feiere den Zahnschmerztag
ein jeder, wie er’n feiern mag.
(Am Zahnschmerztag ist freilich nicht
Zahnschmerz zu haben Bürgerpflicht:
so wie am Weltmilchtag ja auch
nicht Milch zu geben ist der Brauch.
Das wird vom Bürger nicht verlangt
am Zahnschmerztag, Gott sei’s gedankt.)

6. Februar

Heute vor 120 Jahren, am 6. Februar 1898, wurde der Oesterreichische Automobil-Club ge­grün­det. Ein Gründungsmitglied war Siegfried Graf von Wimpffen, dem sechs Jahre zuvor als erstem Automobilisten im Kaiserreich – nach eingehender Prüfung durch eine eigens ein­­be­ru­fe­ne Kommission unter dem Vorsitz des Rektors der Wiener Technischen Hoch­schule – vom Referat für Spektakel (sic) der Wiener Polizei eine amtliche Be­triebs­ge­neh­mi­gung für sein mit Koks befeuertes Dampf-Automobil erteilt worden war. Ein kaiserlicher Erlass vom 15. Juli 1898 gestattete den Mitgliedern des OeAC die Zu- und Abfahrt zu ihren Wohnadressen in der Wiener Innenstadt unter der Voraussetzung, dass hierzu ein Pferd vor das Automobil ge­spannt wurde.

(Allgemeine Automobil≈Zeitung
Officielle Mittheilungen des Oesterreichischen Automobil≈Club, 1900)

Sexistisches

Ein angeblich sexistisches Gedicht soll nach dem Willen von Kritikern von einer Hochschul­wand entfernt werden:

Alleen und Blumen
Blumen und Frauen
Alleen und Frauen
Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer

Kritiker Reich-Ranicki: »Es ist ein ekelhaftes Gedicht. [..] Ich sehe keine Reime. Gut, Reime müs­sen nicht sein.« – Ach, der meint gar nicht das Hochschulwand-Gedicht, der meint ein anderes.
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Die Kritik an dem Alleen-und-Blumen-Gedicht stammt indessen vom Allgemeinen Stu­die­ren­­den­aus­schuss der betreffenden Hochschule, und geht so:
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»Ein Mann, der auf die Straßen schaut und Blumen und Frauen bewundert. Dieses Gedicht re­produziert nicht nur eine klassische patriarchale Kunsttradition, [..] es erinnert zudem un­an­ge­nehm an sexuelle Belästigung, der Frauen alltäglich ausgesetzt sind.«
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Darauf muss man erstmal kommen. Schau mer mal, ob sich die nämliche Kritik auch auf so manch andere dichterische Hervorbringung münzen lässt, z.B. auf:

    »Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, / Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?«

»Ein alter Sack, der auf der Straße ein fremdes Fräulein anbaggert. Diese Szene re­pro­du­ziert nicht nur eine klassische patriarchale Kunsttradition, es erinnert zudem [und­so­wei­ter blabla ..]«
.
Sexistisches Machwerk sowas, sollte unverzüglich aus dem deutschen Literaturkanon ent­fernt wer­den und sein Urheber der Ächtung anheimfallen.

Neues vom Symbolbildbeauftragten: Exhibitionistisches

Pressemeldungen über Exhibitionismus liest man zuweilen, wer aber nicht Latein gelernt hat weiß womöglich nicht worum es sich dabei handelt. Um dem Leser dennoch einen bildlichen Ein­druck zu vermitteln, was man sich unter einem Exhibitionisten vorzustellen hat, stellt der um­triebige Symbolbild-Beauftragte zur jeweiligen Meldung eine anschauliche Illu­s­tra­tion zur Exhibition:

Symb0lbild (klick für Detail)

    
von links nach rechts:

  • »Wenn einem ein Exhibitionist begegnet«
  • »In der Rossau geht ein Exhibitionist um«
  • »Exhibitionist (91) zeigt sich Kindern«
  •  (Ohne Worte)
  • »Der junge Mann befriedigt sich öffentlich auf einer Wiese«

    

  • »Exhibitionist mit dunklem Teint«
  • »Exhibitionist mit blauen Laufschuhen«
  • »Exhibitionist verfolgt Spaziergängerinnen« (mit heruntergelassener Hose?)
  •  (Ohne Worte)
  • »Exhibitionist in Konstanz unterwegs«

Neues vom straßenverkehrstechnischen Symbolbildbeauftragten

Zum besseren Verständnis für alle straßenverkehrstechnischen Laien, denen der Unterschied zwischen einer grünen & einer roten Ampel eventuell nicht geläufig ist, oder die sich unter einer deutschen Autobahn oder einem toten Hund womöglich nix konkretes vorstellen kön­nen, stellt der verkehrstech­ni­sche Symbolbild-Sach­verständige eine er­hel­lende Illu­stra­tion aus sei­nem Fundus zur Ansicht:

Symb0lbild (klick für Detail)

    
von links nach rechts:

  • Symbolbild »Ein unbekannter Toter liegt auf der Autobahn«
  • Symbolbild »Auf dem Mittelstreifen zum Stehen gekommen«
  • Symbolbild »Deutsche Autobahn«
  • Symbolbild »Rot oben, grün unten«
  • Symbolbild »Chaos«

    

  • Symbolbild »LKW-Fahrer rammt zahlreiche Fahrzeuge«
  • Symbolbild »100 km/h«
  • Symbolbild »toter Hund«
    (aus der beliebten Bildmontage-Bastelreihe: »Basteln mit Tieren«)
  • (Ohne Worte)
  • Symbolbild »1. Advent«

Illustriertes: Leute die auf Stellen zeigen

In Illustrationen zur Lokalberichterstattung signifikant häufige Verwendung findet das Sujet:
»Leute, die auf Stellen zeigen«

      (klick für Detail)
von links nach rechts:

  • Lebensretterin Constanze St. zeigt auf die Stelle, wo das Unglück geschah:
  • Edith J. zeigt auf die Stelle, an der der Hund zugebissen hat.
  • Werner A. zeigt auf die Stelle, wo er mit seinem Fahrrad gestürzt ist.
  • Autofahrer B. zeigt auf die Stelle, an der sein Auto ins Schleudern geriet.
  • Paul O. zeigt auf die Stelle, wo er die Handgranate gefunden hat.
    (aus der Reihe: »Leute, die am Bild nicht zu sehen sind, zeigen auf Stellen, an denen nichts zu sehen ist«)

    

  • Wilhelm L. zeigt auf die Stelle, welche vom Bildtext verdeckt wird, in welchem er­klärt wird auf welche Stelle er zeigt.
  • Carina L. zeigt auf die Stelle, an der das Futter ins Aquarium gekippt wurde.
  • Henrike H. zeigt auf die Stelle: Hier lässt der Bildabschnitts-Beauftragte grüßen.
  • Bürgermeister Heinz H. zeigt seine Hand.
  • Bärbel O. zeigt auf.

20. Jänner – Wissenswertes über Pinguine

Heute ist übrigens der Ehrentag der Pinguine: »Es handelt sich dabei um einen Tag, an dem das Wissen über Pinguine erweitert werden soll.«
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Was Sie über Pinguine vielleicht noch nicht gewusst haben:
Der Name Pinguin leitet sich von dem walisischen Ausdruck pen gwyn ab, und das be­deu­tet: »weißer Kopf«. Bemerkenswert daran ist, dass Pinguine niemals weiße Köpfe haben.

(Heute)

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Man muss nicht alles glauben, was uns die Pinguin-Experten von Österreichs auflagenstärk­stem Verschenk-Volksbildungsorgan weismachen wollen:

In 30 Tagen um die Welt, 59. Tag

.. nach Kleinraßberg bei Neulengbach
Beim Suttenwirt in Kleinraßberg hängt über den Pissoirs am Män­ner­klo eine meterlange Tafel mit dem Uralt-Häuselschmäh:

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Tafel und Beschriftung sind allerdings dermaßen groß dimensioniert, sodass jeder nor­mal­sich­tige Pissoir-Benützer unweigerlich einen Schritt zurücktreten muss, damit er’s über­haupt als ganzes lesen kann.

Storia d’amore finita

.. aus der Reihe: »Dinge die man einmal besaß, um die einem heute nimmer leid ist« *)
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Vor einigen drei Jahrzehnten besaß ich mal eine 1985er GILERA 250 NGR. Der Rotax Eintopf-Zwei­tak­ter brach­te aus lediglich einem Vier­tel­liter Hubraum immerhin 35 PS hervor, was ihr bei kaum 140 Kilo Tro­ck­en­­gewicht eine äußerst beeindruckende Be­schleu­ni­gung ver­­schaff­te: die zisch­te ab wie eine Ra­kete.
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Nach zwei Saisonen aber wars mit meiner Liebe zu der temperamentvollen Italienerin vor­bei: extravaganterweise war die Drehschieberplatte zur Einlassventilsteuerung (ein sensibler Teil, häufig aus hochfestem Material wie Keramik oder Carbon) an der 250er-Gilera aus Alu­mi­nium, so batzweich wie Pasta al dente. Nachdem ich den Drehschieber binnen Zwei­jah­res­frist dreimal austauschen und zuletzt dafür gar bis Udine fahren muss­te, weil der Er­satz­teil in Österreich nimmer zu kriegen war, trennte ich mich von meiner ita­li­e­ni­schen Zwei­takt-Pri­ma­donna wieder, indem ich sie einem Bekannten verscherbelte den ich nicht be­son­ders gut lei­den konnte. Sollte der sich weiterhin mit ihren Allüren abfretten, ciao bella.
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*) (weil hieramts letzthin grad von »Zwiebackfräsen« die Rede war:)

13. Jänner – Folkloristisches: Sankt-Knuts-Tag

In Schweden, Norwegen und Finnland dauert die Weihnachtszeit zwanzig Tage und endet erst am 13. Jänner, dem Sankt-Knuts-Tag. An diesem Tag werden traditionell die Weihnachtsbäume entsorgt, indem sie kur­zer­hand aus dem Fenster auf die Gasse hinausgeworfen werden. Zum Opfer dieser Tradition wurde einst der große französische Denker René Descartes:
Die Weihnachtsferien zum Jahreswechsel 1649/50 verbrachte Monsieur Descartes auf Ein­la­dung Königin Christines von Schweden, seiner langjährigen Brieffreundin, in Stockholm, wo­selbst er jeden Morgen um Schlag fünf Uhr früh am königlichen Früh­stückstisch anzutreten hatte. Welch barbarische Sitte, zu nachtschlafener Zeit zu frühstücken, parbleu!, befand Des­car­tes, diese Schweden müssen wohl einen an der Waffel haben. Nun weiß man aber, dass in Schweden noch andere extra­va­gante Brauchtümer grassieren, etwa morgens zu Sankt Knut die ab­ge­fei­er­ten Weih­nachts­bäume directement aus dem Fenster zu expedieren, all­fäl­li­gen Pas­san­ten auf die Köpfe. Und akkurat ein sol­cher landete unglücklicherweise auf Mon­sieurs Den­ker­haupt, als er am Sankt-Knuts-Tag 1650 früh­mor­gens grimmigen Ge­mü­tes durch den skandinavischen Winter stiefelte, zum Pflicht­déjeuner mit Ihro bettflüchtiger Majestät. Von den Folgen erholte er sich nimmer, knapp einen Monat später verstarb Des­car­tes in Stock­holm an den Aus­wir­kun­gen skan­di­na­vi­scher Weih­nachts­folklore.

12. Jänner

Heute vor 139 Jahren wurde Ray Harroun geboren, der Erfinder des Rückspiegels am Auto­mo­bil. Seine revolutionäre Erfindung ersetzte den zuvor notwendigerweise mitge­führten Bei­fahrer (= Schmiermaxe), welchem unterwegs die Aufgabe oblag, den Automobilisten über das Verkehrsgeschehen hinter ihm in Kenntnis zu setzen.


»Ein Auto ohne Autofahrer ist immer noch ein Auto,
 aber ein Autofahrer ohne Auto ist nur ein Mensch.«
(nach Stanisław Jerzy Lec)

2. Jänner

Heute vor 73 Jahren wurde Peter Patzak geboren – Maler, Autor, Schauspieler und vielfach preis­gekrönter Filmregisseur, nebenbei einer der nobelsten, großherzigsten & liebens­wer­tes­ten Menschen die ich kenne.
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Mit der teils satirischen, teils grotesken Serie »Kottan ermittelt« schrieb er 1976-1983 (ge­mein­sam mit seinem kongenialen Partner und Freund, dem leider früh verstor­benen Autor Hel­mut Zenker) ein Stück österreichischer Fernsehgeschichte.
Ungeachtet des fulminanten Publikums- und Medieninteresses stießen Patzak und Zenker bei den Programmverantwortlichen des Österreichischen Staatsfunks auf anhaltenden Wider­stand, die Produktion der Kultserie fortzusetzen, und sahen sich laufend gezwungen, zu den Künigl­berg-Granden zu pilgern und um gnädige Weiter­führung ihres erfolgreichen Projektes zu sempern (wie der Wiener sagt). Weil der ORF-Generalintendant damals Gerd Bacher hieß, seufzte Peter Patzak einmal:

    »Lieber als zum Bacher sempern
     gingert ich ins Sacher pempern.«

(sempern ist im Wienerischen übrigens gleichbedeutend mit sudern :)

Déjà-vu:

»Es wäre wünschenswert, wenn sich Politiker vor Amtsantritt einem Eignungsverfahren
unterziehen würden.«  (Othmar Hill, Personalberater)

Haha. Der war gut.
Den österreichischen Verkehrsministerposten in einer schwarz/blauen Koalitionsregie­rung je­weils den herausragendsten verkehrspolitischen Knallchargen zuzuschachern, ist seit Lü­gen­kanz­ler Schüssels legendärem Witzfigurenkabinett Tradition. Wer erinnert sich nicht an sol­che Typen wie etwa einen Teststrecken-Hubsi, den ver­kehrs­po­li­ti­schen Geisterfahrer, der sei­ner­zeit u.a. die originelle Schnaps­idee ausheckte, das altbewährte Tempolimit von 130 km/h auf Österreichs Auto­bah­nen abschaffen zu wollen. Jetzt prä­sen­tiert der aktuelle blaue Ver­kehrs­minister wie­derum die nämliche Schnapsidee, nimmer ganz ori­gi­nell:

Déjà-vu. Teststrecken-Berti..
Aber was außer halboriginellen Schnapsideen hätten Sie von einem blauen Verkehrs­mi­nis­ter sonst erwartet, etwa fachliche Eignung? Ich bitte Sie.

23. Dezember

Heute vor einhundertachtzehn Jahren wurde Humphrey Bogart (1899-1957) geboren. Weil er am Beginn seiner Filmkarriere ausschließlich in der Rolle als Bösewicht vom Dienst auftrat, gab die PR-Abteilung von Warner Bros. aus Publicity-Gründen sein Ge­burtsdatum indes mit 24. Dezember an: um zu suggerieren, dass jemand, der am Heiligen Abend zur Welt ge­kom­men ist, nicht grundsätzlich schlecht sein könne.
(Bogart war ein relativ kleiner Mann, und das erklärt warum die große Skandina­vierin Ingrid Bergman in Casablanca auf seinen geflügelten Satz: »Ich seh’ dir in die Augen, Klei­nes!« er­wi­derte: »Ach, dazu sind Sie also auf den Stuhl gestiegen.«)

Kehrwoche

Heute vor 29 Jahren, am 17. Dezember 1988, wurde die schwäbische Kehrwoche in Stuttgart, welchselbe alldort seit Zeiten der Entdeckung Amerikas im Stadtrecht fest­ge­schrie­ben stand, vermöge einer höchstamtlichen Ver­fü­gung des regierenden Oberbürgermeisters ab­ge­schafft.

»Damit die Stadt rein erhalten wird, soll jeder seinen Mist alle Wochen hinaus­führen, jeder seinen Winkel alle vierzehn Tage, doch nur bei Nacht, sauber ausräumen lassen und an der Straße nie einen anlegen. Wer kein eignes Sprechhaus [=Abort] hat, muß den Un­rath jede Nacht an den Bach tragen.«
.(aus dem Stuttgarter Stadtrecht von 1492)

13. Dezember – Das Paulus-Projekt

Heute vor 80 Jahren wurde der große Lyriker, Schriftsteller, Zeichner und Humorist Robert Gernhardt (1937-2006) geboren.
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Über eine seiner populärsten Versdichtungen, die vielfach kolportierten Paulus-Briefe, sagte er in einem SPIEGELInterview 1994:

»In meiner Jugend hörte ich Zweizeiler wie “Paulus schrieb an die Korinther: Was nicht davor ist, ist dahinter.“ 30 Jahre später dichtete ich “Paulus schrieb an die Apatschen: Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen“ oder “Paulus schrieb den Irokesen: Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen“ [oder “Paulus schrieb an die Komantschen: Erst kommt die Taufe, dann das Plantschen“]. Weitere 15 Jahre später ließ ein deutscher Studienrat seine Klasse in diesem Sinne weiterdichten, wobei die ebenso schönen wie zeitgemäßen Zeilen entstanden: “Paulus schrieb an die Navajo: Man ißt Oblate nicht mit Majo.“«

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Mittlerweile folgten auf Gernhardts Paulus-Verse zahllose Weiterdichtungen [vgl. dazu Klapp­horn­vers, oder Pseudo-Kempneriana], unter dem Pseudonym Winfried Kraft etwa reimte ver­mut­lich Robert Gernhardt selbst:

    Paulus schrieb an die Apostel:
    “Ich taufe alle Frauen Chrostel!“
    Doch Petrus schrieb in der Epistel:
    “Das heißt nicht Chrostel, sondern Christel.
    Und wenn ich gegen eins was habe,
    Sind’s Fehler, nur dem Reim zulabe!“

2006 rief die Redaktion von EXOT. Zeitschrift für komische Literatur ihre Leser zu einem »Paulus-Projekt zum höheren Ruhme des Robert Gernhardt« auf und versammelte auf diese Weise rund 2000 neue Paulusbriefe welche auf der Webseite veröffentlicht wurden, mit der Einstellung der Zeitschrift im Dezember 2015 aber leider verloren gingen und nur mehr ver­einzelt wiederzufinden sind (etwa hier, oder hier), z.B.:

    Paulus schrieb an die Ägypter: Keine Partys in der Krypta!
    Paulus schrieb auch an die Finnen: Ab fünf Grad minus – Taufe drinnen!

Weitere Paulusbriefe reimten überdies auch Kollegen krassNICK et al., siehe Ak­ten­ver­merke:

12. Dezember

Heute vor 98 Jahren wurde der populäre Wiener Volksschauspieler Fritz Muliar (1919-2009) geboren. Legendär ist seine erbitterte Fehde mit dem seinerzeitigen Burgtheaterdirektor Claus Peymann: um eine »Schangse« hatte der nämlich gefleht, der Piefkinese, »geben Sie mir eine Schangse!« – und wenn in Wien einer »Schangse« sagt, hat er schon ausgeschissen, eh klar. Herr Muliar kannte daher kein Er­bar­men, er beschied ihm:

    »Herr Peymann, schaun S’:
    mir sag’n net Schangse, sondern Schaus.
    Drum ham S’ bei uns ka Tschans net, also:
    schleich’n S’ Ihna z’haus!« *)

Keine Chance für Piefke Peymann. Wenn einer schon »Claus« mit »C« heißt statt Klaus, wie sichs in Wien gehört ..
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*) (»schleichen«, österr.: siehe*)

9. Dezember

Heute vor 116 Jahren kam Ödön von Horváth (1901-1938) zur Welt, seinen Geschichten aus dem Wiener Wald stellte er als Motto den erhabenen Satz voran:

    »Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Dummheit.«

7. Dezember

Hermann Maier vulgo Herminator hat heute Geburtstag.
Nach seinem spektakulären Sturz in Nagano 1998 erklärte er vor der internationalen Presse, zur Behandlung von Prellungen bewähre sich vortrefflich Mankei-Schmalz (alpen­län­disch für Murmeltier-Fett) als probates Hausmittel.
Der Dolmetscher übersetzte das als monkey grease, und die daraufhin kolportierte Presse­mel­dung rief weltweit Empörung unter Tierschützern hervor:

    »In Österreich werden zu pharmazeutischen Zwecken Affen gekocht.«

24. November

Heute vor 158 Jahren veröffentlichte Charles Darwin (1809-1882) die Erstausgabe seines um­wälzenden Hauptwerks Über die Entstehung der Arten, worin er seine Evo­lu­tions­theorie dar­legte.
Darwins Evolutionslehre wird nicht von jedermann anerkannt, die Kreationisten lehnen sie rundweg ab. (Allerdings: wenn Gott die Menschen tatsächlich nach seinem Eben­bild er­schaf­fen hätte [1. Mose 1,27] – welcher Umkehrschluss folgert dann daraus: dass man sich Gott als Ebenbild der Menschen vorzustellen habe? Etwa so wie, sag mer mal, z.B. diese Typen in der Barbara Karlich Show?)
Der reimende Kollege krassNick hegt ebenfalls Einwände gegen Herrn Darwins Theorie, und fasst diese in einen gefälligen Fünfzeiler:

    Dass Mensch und Schimpanse Verwandte wären,
    gehört zu Herrn Darwins bekannten Lehren.
    Der Mops aber, dass ausgerechnet der
    mit dem Wolf verwandt wär’: das kann der Herr
    Darwin seiner Urstrumpftante erklären.
    __________
    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.

21. November

Heute ist übrigens der Welttag des Fernsehens.
(Welchen Zweck ein Welttag des Fernsehens haben soll, muss man nicht unbedingt wissen. Weiß ja von den Ägyptischen Pyramiden auch keiner. Oder vom Papst. Oder von French Pe­di­küre usw.)
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Apropos Papst, haben Sie gewusst dass Papst Pius XII. Anno Domini 1954 wohlgefällig über das Fernsehen urteilte:

    »Das Fernsehen gibt der gesamten Familie die Möglichkeit einer an­stän­digen Un­ter­hal­tung, fern von den Gefahren schlechter Gesellschaft und zweideutiger Lokale.«

Roma locuta. Ob der fromme Mann das angesichts der heutigen Fern­seh­pro­gramme diverser Privatsendeanstalten auch sagen würde, ist fragwürdig.
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Weniger wohlgefällig beurteilte später Robert Lembke das Fernsehen:

    »Es gibt Fernsehprogramme, bei denen man seine eingeschlafenen Füße beneidet.«

Helmut Thoma sagte im Jahre 2008:

    »Es ist seit Gutenberg viel mehr Schwachsinn gedruckt worden, als das Fernsehen in den 60 Jahren seiner Existenz versenden konnte.«

Mittlerweile ist freilich fast ein Jahrzehnt vergangen, und was den dargebotenen Schwachsinn anbelangt, werden die Printmedien mit dem Fernsehen bald nimmer mithalten können.
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(Apropos Schwachsinn, um 1908 monierte Karl Kraus:

    »Der Schwachsinn, der früher nie daran gedacht hätte, aus seinem Privatleben her­vor­zutreten, hat eine Gelegenheit für die Unsterblichkeit entdeckt.«

Was der wohl erst sagen würde, wenn der heutzutags all die Reality- & Dschungel- & Dating- & Big Brother- &soweiter-Shows im Fernsehen sehen könnte.)
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Oma locuta: ein kategorisches Urteil über das Fernsehen fällte seinerzeit meine Oma selig, wie hieramts zu lesen steht.

13. November – Aviatisches

Heute vor 110 Jahren, am 13. November 1907, hob Monsieur Paul Cornu mit seinem »flie­gen­den Fahrrad«, angetrieben von einem V8-Zylindermotor, zum ersten bemann­ten Hub­schrau­ber­flug der Luftfahrtgeschichte ab. Der Erstflug erreichte eine Höhe von 30 Zentimeter, die Flug­dauer betrug 20 Sekunden. Leider erwies sich sein Hubschrauber als nicht steuerbar, wo­raufhin Mon­sieur Cornu die Flugversuche bald wieder einstellte.

12. November – Ornithologisches

Heute vor 121 Jahren wurde der berühmte Ornithologe Dr. Sálim Ali (1896-1987) geboren, der »Vogelmann von Indien«. Er suchte nach einem ganz bestimmten Vogel:
Der Godavari-Rennvogel [Hemerodromus bitorquatus], im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh endemisch, galt seit 1900 als ausgestorben. Anfang 1932 startete Dr. Ali seine ambi­tio­nierte Suche mit dem Ziel, den legendären Vogel wiederzuentdecken: ein Unter­nehmen, das ihn für den Rest seines langen Forscherlebens in Anspruch nehmen sollte. Über ein halbes Jahrhundert, 54 Jahre lang bis kurz vor seinem Tod, pirschte er unentwegt durchs indische Unterholz, tagaus & tagein, vom Tagesanbruch bis zum Sonnenuntergang. Ohne Erfolg.
Erst im Jahr 1986, mittlerweile 90-jährig, erfuhr er zufällig bei einer Plauderei mit einhei­mi­schen Vogelfängern, dass der Godavari-Vogel gar nicht so selten war wie er die ganze Zeit über ge­glaubt hatte: nach Einbruch der Dunkelheit liefen die scharenweise im Wald herum. Bereits in der darauffolgenden Nacht gelang es, im Schein einer Taschenlampe ein Exemplar einzu­fan­gen. Somit gelangte Herr Dr. Ali zu zwei grund­legenden ornithologischen Erkennt­nissen, näm­lich dass der Godavari-Rennvogel 1.) keineswegs ausgestorben, und 2.) grund­sätzlich nacht­ak­tiv ist.
(KURIER, 03.02.1987)

8. November

Heute vor 133 Jahren wurde der Schweizer Psychoanalytiker Hermann Rorschach (1884- 1922) geboren, er entwickelte den nach ihm benannten Tintenklecks-Test, der für klinische Zwecke in der diagnostischen Psychopathologie angewendet wird.

Als taugliches Verfahren zur Persönlichkeitsdiagnostik ist der Ror­schach-Test höchst umstritten. Hab selber mal als Fahr­schul­lehrer interessehalber an einem verkehrs­psycho­lo­gi­schen Eig­nungs­test (sog. »Idiotentest«) mit­ge­macht, außer Konkurrenz – wärs dabei um meinen Füh­rer­schein gegangen, wär ich womög­lich als un­ge­eig­net durch­ge­fallen, wer weiß. Unter anderem zählte dazu auch ein Ror­schach-Test, ein Bild (Abb. links) ging so:

    Nömix (Proband): Zwei Negerinnen rühren in einem Kochtopf.
    Verkehrspsychologe: Warum Negerinnen?
    N.: Weil sie schwarz sind.
    V.: Negerinnen. Warum nicht Neger?
    N.: Weil das Mascherl rosa ist, nicht blau.
    V.: Was könnte in dem Kochtopf sein?
    N.: Vielleicht Kohlrabi.
    V. (macht sich Notizen): Zwei Negerinnen, ein Kochtopf, Kohlrabi.
    N.: Oder eine Negerin mit einem halben Kochtopf vor einem Spiegel.
    V.: Hatten Sie in letzter Zeit schwere Erkrankungen, Unfälle, Operationen?
    N.: Bandscheiben-Operation, vorigen Monat.

In der Testauswertung konnte ich später lesen: »Proband zeigt Hinweise auf post­ope­ra­ti­ves traumatisches Stress-Syndrom.«

3. November

Heute vor 99 Jahren, am 3. November 1918, wurde vor dem historischen Hinter­grund der rus­sischen Oktoberrevolution die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) gegründet und ist so­mit eine der ältesten kommunistischen Parteien der Welt.
Erste Aktion der frischgebackenen ösitanischen Towarischtschi war es damals, sich unterein­an­der sogleich einmal gehörig zu zerstreiten, wie sich das für eine ordentliche Partei gehört. Wes­halb ihre zweite Aktion unmittelbar nach Parteigründung, nämlich ein äußerst un­pro­fes­si­onell orga­ni­sier­ter (und überdies von den Sowjets nicht autorisierter) Putschver­such, na­tür­lich scheitern musste und binnen Stunden niedergeschlagen werden konnte.
Im politischen Geschehen spielt die KPÖ keine Rolle, ihr Wäh­ler­stim­menanteil liegt im ho­mö­o­pa­thi­schen Bereich. (Ihre Parteipa­role lau­tet sin­ni­ger­weise: »Mit uns nicht!«.)
(Fällt mir eine Episode aus meiner Heimatgemeinde ein: in Neulengbach kriegten die Kom­mu­nisten seit Jahrzehnten zuverlässig bei jeder Wahl eine einzige Stimme. Einer, Kummerl* ge­nannt, stand unter Verdacht, jener einzige KPÖ-Wähler zu sein, was der aber beharrlich ab­leug­nete und nie zugeben wollte. Einmal, um es herauszufinden, wettete der Neulengbacher Bahn­hofs­wirt mit Kummerl um hundert Schilling, dass die Kommu­nisten bei der nächsten Wahl zwei Stimmen statt nur einer kriegen, und Kummerl wettete dagegen. Also machte der Bahn­hofs­wirt sein Kreuzerl am nächsten Wahltag für die Kommunisten, damit die eine zweite Stimme kriegen – aber als die Sprengel­ergebnisse später in der Zeitung standen, hatten die wie­derum nur eine gekriegt: wie gewöhnlich. Kummerl kassierte seinen gewonnenen Hun­der­ter, und musste sich vom Bahnhofswirt anhören: »Du Verräter, für einen Hunderter verratest du deine Partei, du Judas.« – Kummerl indessen entgegnete: »Wieso denn? Hätten wir nicht gewettet, dann hätten die trotzdem nicht mehr Stimmen gekriegt als sonst, aber ich um einen Hun­der­ter weniger.« Dass er derjenige war, der sein Kreuzerl jahrzehntelang stets, nur dieses ein­zi­ge­mal nicht für die Kommunisten gemacht hat, hat er freilich weiterhin abge­stritten.)
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* (Kummerl = österr. für Kommunist).

31. Oktober

Heute vor 385 Jahren kam der holländische Barockmaler Jan Vermeer van Delft zur Welt.
Vermeer hatte ein Dutzend Kinder, welche eins hässlicher als das andere waren. Als Er­klä­rung, wie es ein Mann zuwege bringe, so unerhört schöne Bilder und zugleich dermaßen häss­liche Kinder zu fabrizieren, soll er gesagt haben:
»Die Bilder mache ich tagsüber bei gutem Licht, die Kinder nachts im Finstern.«

30. Oktober

Heute vor 160 Jahren wurde der französische Nervenarzt Georges Gilles de la Tourette (1857- 1904) geboren, er führte Studien über das später nach ihm benannte Syndrom durch: das un­willkürliche, zwanghafte Hervorstoßen zusammen­hangloser (häufig unflätiger) Laut­äuße­run­gen.
Der britische Neurologe Oliver Sacks schreibt in seinem Bestseller Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte, dass ihm das Tourette-Syndrom ehemals gänz­lich unbekannt war und er erst hinterher, nachdem er einen Fachartikel darüber gelesen hatte, verblüfft fest­stellte wie zahlreich daran Leidende sich in der Öffent­lich­keit tatsächlich beobachten lassen.
Mittlerweile gehören solche lauthals zusammenhanglose Äußerungen hervorstoßende Indi­vi­du­en in der Öffentlichkeit längst zum gewohnten Alltagsbild – wäre Herr Dr. Tourette heut­zu­tags noch am Leben, müsste er annehmen sein Syndrom habe sich zur Pandemie aus­ge­breitet. Dabei telefonieren die bloß alle mit Freisprech.

Neues vom Symbolbildbeauftragten: Woran man Telefonbetrüger erkennt

In letzter Zeit häufen sich Meldungen über betrügerische Anrufer, die sich am Telefon unter anderem fälschlich als Polizisten ausgeben. Allen Lesern, die sich unter einem betrügerischen Anrufer womöglich nix konkretes vorstellen können, verschafft der amtierende Symbol­bild­be­auf­trag­te vermittels einer erhellenden Illustration Aufklärung:

Symb0lbild (klick für Detail)

    
von links nach rechts:

  • Symbolbild: Wie man beim Telefonbetrug als Festnetzanrufer trotzdem unerkannt
    bleibt, ob­wohl man vergessen hat die Rufnummernunterdrückung zu aktivieren.
  • Für Telefonterroristen empfielt sich das stylische Tele­fon­ter­ror­isten-Out­fit, erhältlich im gutsortierten Telefonterroristenaus­stattungs-Bedarfsfachhandel.
  • Bilderrätsel: Finden Sie heraus, warum der Senior den falschen Polizisten am Tele­fon für zwei richtige hält, obwohl dieser maskiert ist.
  • (Ohne Worte)
  • „Neffentrick“ gescheitert
    Der vom Täter kontaktierte 73-jährige Mann brach das Gespräch nach einigen For­de­run­gen ab: »Obwohl sich der Täter am Telefon als Neffe ausgab, erkannte ich ihn we­gen sei­ner auffälligen Maske rasch als Betrüger.«

    

  • Symbolbild: Trickbetrüger gibt sich am Telefon als Polizist aus
  • Symbolbild: Betrüger sucht den Weg über das Telefon
  • Symbolbild: Falsche „Polizisten“ am Telefon
  • Bilderrätsel: Versuchen Sie einen logischen Zusammenhang zwischen dem ab­ge­bil­de­ten Symbolbild und der Meldung »Betrüger war am Telefon erfolgreich« zu entdecken.
  • Trickbetrug am Telefon: Der Bildabschnitts-Beauftragte lässt grüßen.
(Merkur.de)
Rätselfrage der Woche: Woran erkennt man falsche Polizisten,
wenn die sich am Telefon als falsche Polizisten ausgeben?

28. Oktober

Heute vor 124 Jahren kam der Wiener Kabarettist Karl Farkas (1893–1971) zur Welt. Farkas hatte eine riesige Nase. Solch ein riesen Pfrnak im Gesicht sei äußerst praktisch, erklärte er, »weil man auch unter der Dusche rauchen kann.«
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Von Karl Farkas (nicht Karl Kraus, wie meist irrtümlich zugeschrieben) stammt unter anderm auch das Bonmot: »Österreicher und Deutsche unterscheiden sich durch ihre gemeinsame Sprache.«
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Mit seinem kongenialen Doppelconférence-Partner Ernst Waldbrunn (1907–1977) als “Der G’scheite und der Blöde“:

    Farkas: »Vorm Schlafengehen trink ich keinen Kaffee.
    Wenn ich einen Kaffee trink, kann ich nicht schlafen.«
    Waldbrunn: »Bei mir ist das umgekehrt: wenn ich schlaf’,
    kann ich keinen Kaffee trinken.«

25. Oktober

(Bayern 2)
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Heute ist übrigens der Weltnudeltag, vulgo World Pasta Day.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)

    Verachtet mir die Nudel nicht!
    Denn höret, was Erfahrung spricht:
    wenn’s keine Nudeln gäb’, das wär’,
    kann man sich denken, ein Malheur.
    Denn zweifellos wär’s molto brutta,
    gäb’s keine Pasta zu der Schutta:
    weil ohne sie gelänge schlicht
    Soß’ um Gabel wickeln nicht.

 .(Ernst Jandl: »Pasta Schutta«)

16. Oktober – Trophologisches

Heute ist Welternährungstag, vulgo Tag des Brotes.
Wissenwertes zum Thema Brot & Ernährung:

  • Brot ist sehr nahrhaft, denn es enthält viele Broteine.
    (Karl Valentin*)
  • Cola schadet der schlanken Linie, denn es enthält viele Colahydrate.
    (Cappuccina*)
  • Obst hält fit, denn es enthält viele Fitamine.
    (Onkel Ernstl*)
  • Vollkornprodukte belasten die Verdauung, denn sie sind reich an Belaststoffen.
    (Ernst Offshore*)
  • Ein Schibboleth ist nix zum Essen, ausgenommen Chäschüechli.
    (K. Lauer*)

Luftnummer (II)

Wer bisher vielleicht nicht glauben wollte, dass Kärntner Autos beinah so hoch fliegen kön­nen wie Schweizer Motorräder [siehe: Luftnummer (I)], wird nun von diversen österreichischen Tagesmedien eines besseren belehrt:

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Welche Substanzen man diesen redaktionellen Einfaltsdimpfeln morgens ins Müesli ge­streut hat, damit die solche Luftnummern »laut Augenzeugen/laut Polizei« kol­por­tie­ren, ist nicht überliefert. Wer den Blödsinn aber glauben will, ein Auto könne tat­säch­lich – durch einen Auf­prall nach mehrmaligem Über­schlag – rund »20 Meter in die Höhe/Luft ge­schleu­dert/ka­ta­pul­tiert« werden, der muss auch glau­ben wol­len, dass es infolge auf dem Dach eines rund vierstöckigen Hauses lan­den würde, falls dort eins in der Flugbahn steht:

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Ceterum censeo: Man muss nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.

Symbolbild der Woche

Heute: Österreichs auflagenstärkste Gratis-Volksinformationspostille informiert über »Offene Fenster«. Weil sich der eine oder andere Leser unter einem offenen Fenster womöglich nix kon­kretes vorstellen kann, waltet der Symbolbildbeauftragte seines Amtes, um dem Vor­stell­ungs­ver­mö­gen vermittels einer erhellenden Illustration auf die Sprünge zu verhelfen.
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Weil aber der eine oder andere Leser womöglich Schwierigkeiten hat, das offene Fenster auf dem dargebotenen Symbolbild zu entdecken, wal­tet weiters der Bilddetail-Ein­krin­ge­lungs­be­auf­trag­te seines Amtes, um die Entdeckung vermittels eines im Bilde applizierten roten Krin­gels zu erleichtern:

Abb. rechts: Symbolbild »Offenes Fenster«
(klick für Detail)

12. Oktober

Heute vor 115 Jahren, am 12. Oktober 1902, fand das erste offizielle Länderspiel der Fuß­ball­geschichte auf dem europäischen Kontinent statt, welches Österreich gegen Ungarn mit 5:0 gewann.
Heutzutage pflegt Österreich für gewöhnlich nimmer so hoch zu gewinnen.

Die siegreiche cisleithanische österreichische Nationalmannschaft von 1902: ganz rechts am Foto der Wiener Johann Studnicka (1883-1967), der an diesem Tag seinen 19. Geburtstag feierte und drei der fünf Tore erzielte. Studnicka war ziemlich klein und stämmig (»der G’stutzte«) und hatte markante O-Beine, aber seine Anhänger erklärten, dass ihm sein Schnei­der bloß krumme Hosen gemacht habe. Er wurde zu einer der herausragendsten Per­sön­lich­keiten der österreichischen Fußballgeschichte und erhielt posthum den zwei­maligen Titel des Welttorjägers.

9. Oktober

»Ich bin von den Kritikern oft zerrissen worden, aber das Publikum hat mich immer
wieder zusammengeflickt.« (Jacques Tati)

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Heute vor 110 Jahren kam der grandiose Jacques Tatischeff (1907-1982) zur Welt, besser bekannt als Jacques Tati: wohl einer der genialsten und visionärsten Fil­me­macher der Filmgeschichte. Über sein Opus magnum Playtime (dt.: Tatis herrliche Zeiten) etwa urteilte François Truffaut: »Playtime ist mit nichts zu vergleichen, was bereits im Kino zu sehen war. Ein Film von einem anderen Planeten, wo man andere Filme dreht.«
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Tatis Alter Ego Monsieur Hulot trat erst in seinem zweiten Spielfilm auf. Zuvor sah man Tati noch als François le facteur, den rasenden Postboten, in Jour de fête:

Jour de fête (dt.: Tatis Schützenfest) von 1947 sollte der erste französische Farbfilm nach dem Zweiten Weltkrieg werden, allerdings erwies sich das neuartige französische Farb­film­ver­fah­ren, mit dem Tati experimentierte, als tragischer Flop: die Firma ging zugrunde bevor das Ko­pier­werk errichtet war, und das bereits belichtete Filmmaterial konnte nirgends mehr ent­wick­elt werden. Dem Misstrauen von Tatis Kameramann (J. Mercanton) gegen die neue Tech­nik ist zu verdanken, dass der komplette Film aus Sicherheitsgründen parallel dazu mit einer zwei­ten Kamera im her­kömm­li­chen Schwarzweißverfahren mitgedreht worden war, was sich als Glück erwies.
Jour de fête kam erst 1949 in einer teilweise nachcolorierten Schwarzweißfassung in die Kinos: sämtliche farbigen Aspekte mussten in mühevoller Handarbeit Bild für Bild (24 Bilder pro Filmsekunde!) nachträglich angebracht werden.
(1987 begann Tatis Tochter mit der Entwicklung moderner Techniken, um das ursprüngliche farbige Originalmaterial zu rekonstruieren, ein ebenso langwieriger Prozess. Nach sieben­jäh­riger Arbeit erlebte Tatis Schützenfest in Farbe 1995 seine Weltpremiere, nun erstmals in der Form, die ihr Vater beinah ein halbes Jahrhundert zuvor im Sinn hatte.)
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(Vor etlichen Jahren sahen wir Jour de fête wieder bei der Tati-Retrospektive im Wiener Gar­ten­baukino, und beim Schlussabspann standen die Zuschauer auf und app­lau­dier­ten, wie im Theater. Es war geradezu bewegend – etwas von der früheren Magie des Großen Kinos war zu spüren, damals vor der Popcorn&Cola-kübelweise-Ära.)

8. Oktober

Heute vor 89 Jahren kam der große österreichische Stänkerer Helmut Qualtinger (1928-1986) zur Welt. Die unersprießliche Allianz zwischen Beschränktheit und Mit­teilungseifer mancher Zeitgenossen kommentierte er mit dem schönen Satz:

    »Es gibt nix Schenas auf da Wöd
    ois wieran Fetznschedl zuahean wauna grod sei Pappm hoit.«

Kollege Krassnick hat Herrn Quasis Aperçu in einen hübschen Vierzeiler gefasst:

    Herr Qualtinger pflegt’ zu erklären:
    »Nichts Schöneres gibt’s auf der Welt
    als einem Schwachkopf zuzuhören
    wenn er gerad’ sein Maulwerk hält.«
    ────────────────────
    © mit freundl. Genehmigung M.Krassnig.

Qualtinger war exzessiver Trinker. Als er einmal in seinem Stammcafé Alt Wien wie üblich »a Viertel!« bestellte, fragte ein neuer Ober, der ihn noch nicht kannte: »Weiß oder rot?« – und Qualtinger fragte zurück: »Seit wann gibts an roten Schligowitz?«
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(Legendär: Qualtingers Auftritt als “Eskimodichter Kobuk“.).

Neues vom medizinisch-technischen Symbolbild-Spezialisten

Weil sich vermutlich nur wenige Leser unter einer molekularen Schere was konkretes vor­stellen können, doktert der ordinierende Symbolbild-Spezialist nicht lang rum und ver­schafft auch dem medizinischen Laien mittels erhellender Illustration Aufklärung:

(klick für Detail)


von links nach rechts:

  • Symbolbild »Molekulare Schere«
  • Symbolbild »Hirntod«
  • Symbolbild »übermässige Hornhautbildung«
  • Symbolbild »Plastische Chirurgie: Ein neuer Busen«
  • Symbolbild »Patienten mit sexuellen Problemen und Störungen«

Wie lang der Symbolbild-Spezi hingegen über der passenden Bildauswahl zum Thema »Gei­stig behinderte Menschen in China« grübeln musste, bevor er es mit dem Sym­bol­bild »Behin­der­ten­park­platz« illustrierte, ist nicht überliefert:

von links nach rechts:

  • Symbolbild »Geistig behinderte Menschen in China«
  • Symbolbild »Die Röntgenbilder der Autorin«
  • Symbolbild »Penis-Tests bei homosexuellen Asylwerbern«
  • Symbolbild »Auffälligkeiten am Penis«
  • Symbolbild »Ein abgeschnittener Penis kann oft wieder angenäht werden«

Fazit: Symbolbilder er­höhen den Informationsgewinn für den Betrachter. Müssen sie ja wohl, oder welchen Nutzen hätten sie sonst?

Symbolbild (X)

Leider war weder bei dem Haiangriff noch den Einbrüchen am Wochenende ein Leser-Repor­ter dabei, der das Geschehen auf Fotos dokumentiert hätte. Zum Glück gibts den Symbolbild-Beauftragten, welcher in solchen Fällen zuverlässig die passende exemplarische Illustration aus seinem Fundus hervorzaubert.

Symb0lbild (klick für Detail)

    
von links nach rechts:

  • Symbolbild »Amerikanischer Wanderer«
  • Symbolbild »Einbrüche am Wochenende«
  • Symbolbild »Sex im Altersheim«
  • Symbolbild »Haiangriff«
  • Symbolbild »Jäger schießt sich in den Fuß«

    

  • Symbolbild »diese Eier«
  • Symbolbild »kalte Füße«
  • Symbolbild »Chinesische Suppe«
  • (ohne Worte)
  • Symbolbild »Nackte Frau«

Symbolbild (XII)

Eine Meldung ohne Pics ist nix, wie jeder weiß, insbesondere wenn es sich um eine reich­lich abgenudelte (Achtung, Kalauer) Wiedergänger-Meldung wie die vom abge­schnittenen Penis handelt. Weil sich vielleicht nicht jeder Leser unter einem Penis was konkretes vorstellen kann, wirkt der Symbolbild-Beauftragte seines Amtes und hilft dem Vorstellungsvermögen mit einer erhellenden Illustration auf die Sprünge:

Symb0lbild (klick für Detail)


von links nach rechts:.

  • Symbolbild »Penis aus Eifersucht abgeschnitten«
  • Symbolbild »Penis wegen Untreue abgeschnitten«
  • Symbolbild »Penis mit Küchenmesser abgeschnitten«
  • Symbolbild »Penis aus Frust abgeschnitten«
  • Symbolbild »Penis nach Schlussstrich abgeschnitten.«

Wem die oben dargestellten Symbolbild-Dummheiten noch nicht zu dumm sind –

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allemal noch immer.«
.(Martin Krassnig)

– der möge hier weiterklicken:

von links nach rechts:.

  • Symbolbild »Bumerang«
  • Symbolbild »Unfälle mit dem Penis«
  • Symbolbild »Beschneidung des Mannes«
  • (Ohne Worte)
  • Symbolbild »Schweizer Humor«

undsoweiter ..
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28. September

Heute vor 70 Jahren wurde Herbert “Ich-sage-es-in-aller-Klarheit“ Haupt geboren, einer der schrägsten Käuze in Lügen­kanzler Schüssels legendärem Witzfigurenkabinett.
Herr Haupt kasperte unter anderem als Witzekanzler & FrauenministerIn durch die öster­rei­chische Bundespolitik, wofür er zweimal das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik um­ge­hängt kriegte. Für seine Verdienste um die Pflege der sinnentleerten Satzver­schach­te­lung wurde in zahllosen österreichischen Ortschaften eine Straße nach ihm be­nannt.

27. September

Heute vor 86 Jahren kam in Niederfladnitz im niederösterreichischen Waldviertel ein Herr Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Petz zur Welt, und dass einer mit so einem Namen kein be­rühmter Schlagerstar wurde, verwundert kaum.
Unter anderem Namen aber wurde Herr Nidl-Petz zum ersten Schallplattenmillionär der deutschen Musikgeschichte, 1984 bekam er für seine löblichen Verdienste um die Verbreitung des deutschen Liedgutes in aller Welt das Bundesverdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Neues vom Symbolbildbeauftragten: Polizeiliches

Eine Meldung ohne Pics ist nix, wie jeder weiß, und weil sich vielleicht nicht jeder Leser un­ter einem »Polizist« was konkretes vorstellen kann, waltet der diensthabende Sym­bol­bild­be­auf­trag­te seines Amtes um dem Vorstellungsvermögen vermittels einer erhellenden Illus­tra­ti­on auf die Sprünge zu verhelfen:

Symb0lbild (klick für Detail)

    
von links nach rechts:

  • »Das ist ein echter Polizist«
  • Symbolbild »Der falsche Polizist« (I)
  • Symbolbild »Der falsche Polizist« (II)
  • Symbolbild »Falsche Polizistin«
  • Symbolbild »Der ehemalige Polizist«

    

  • »Betrüger gaben sich am Telefon als Polizisten aus« (Symbolbild)
  • »Symbolbild: Polizist Josef K.«
  • »Angeklagter darf Polizist werden (Symbolbild)«
    (Der Bildabschnitts-Beauftragte lässt grüßen)
  • »Der Polizist klingelte mit Unterbrechungen (Symbolbild)«
  • Symbolbild »Nachtwächter« *)

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*) (Fällt mir dazu ein alter Schmäh aus der Volksschulzeit ein:
Mann fragt Polizisten: »Darf man zu einem Herrn Inspektor “Sie Nachtwachter“ sagen?« 
Polizist: »Natürlich nicht, das ist eine Amtsehrenbeleidigung.« 
Mann: »Aber darf man zu einem Nachtwachter “Herr Inspektor“ sagen?« 
Polizist: »Zu einem Nachtwachter dürfen S’ sagen, wie S’ wollen.« 
Mann: »Danke für die Auskunft, Herr Inspektor.« )

23. September

Heute vor 74 Jahren wurde Señor Julio Iglesias de la Cueva geboren, in Madrid. Er begann eine vielversprechende Karriere als Profifußballer bei Real Madrid. Leider musste er nach einem Verkehrsunfall seine Fußballerkarriere abbrechen und begann stattdessen zu singen.

12. September

»Ich kann nur raten, den Gegner ernst zu nehmen,
auch wenn der Torwart eine Pudelmütze trägt.«
(Josef Hickersberger, 2003)

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Heute vor 27 Jahren fand in Landskrona/Schweden das denkwürdige Fußball-Länderspiel zur EM-Qua­li­fi­ka­tion zwischen den Färöer-Schafsinseln und Österreich statt, welches mit dem Er­geb­nis 1:0 für die Färöer endete – entgegen der zuvor von Stürmer Toni Polster auf­ge­stell­ten Pro­gnose eines zu erwartenden 10:0-Sieges für Österreich. Draufhin trat der öster­rei­chi­sche Nationaltrainer Josef Hi­ckers­berger zurück und verschwand in der Ver­sen­kung, aus der er indessen 15 Jahre später wie­derum hervortauchte: nämlich als – trara! – neuer öster­rei­chi­scher Nationaltrainer *).
Schuld an dem desaströsen Ergebnis war die weiße Pudelmütze des färöischen Torwarts, wel­che die österreichischen Spitzenstürmer gemäß deren übereinstimmender Aussage so massiv irri­tier­te, dass es ihnen nicht gelang ein Tor zu schießen.
Jene legendäre weiße Pudelmütze des Torwarts der schafsinsulanischen Amateurmannschaft, Jens Martin Knudsen (im Zivilberuf Gabelstaplerfahrer einer Fischfabrik), hatte des­sen Mut­ter gestrickt und wird seither im Nationalmuseum in Runavik als Staatsreliquie auf­be­wahrt. Pudel­müt­zen­träger Knudsen wird noch heute auf den Färöern als Nationalheld ver­ehrt.
────────────────.
*) (In seiner zweiten Ägide als österreichischer Teamchef beschwerte sich Hickersberger vor dem Länderspiel Trinidad & Tobago gegen Österreich: »Das ist ja unfair: zwei gegen einen.«)

10. September

Heute vor 76 Jahren wurde der große Evolutionsbiologe und Humanist Stephen Jay Gould (1941-2002) geboren, der in seinem umfangreichen, unerhört klugen Werk u.a. darlegte, dass es zwischen Christentum und Evolutionslehre nicht notwendigerweise einen Wider­spruch ge­ben müsse. Gould war ein Verfechter der holistischen Betrachtungsweise in der Wissen­schaft, was er an­hand des Elefantenbeispiels illustrierte:
Man führe drei Blinde nebeneinander zu einem Elefanten und trage ihnen auf, das Tier zu be­schreiben. Der erste ertastet den Schwanz und sagt: ein Elefant ist wie ein Seil. Der in der Mitte sagt: ein Elefant ist wie eine Wand. Und der dritte, der den Rüssel ertastet, sagt: ein Ele­fant ist wie eine Schlange. Freilich hat ein jeder der drei mit seiner Einzelbetrachtung recht, aber einen Elefanten hat keiner insgesamt zutreffend beschrieben. Erst aus der Summe der Be­trach­tungen wird ein ganzes Bild daraus.
Dass gegensätzliche Betrachtungsweisen durchaus gleichberechtigten Bestand haben dürfen, zeigt Gould an einem weiteren Exempel: fragt man einen (weißen) Europäer, wie ein Zebra aus­schaut, so beschreibt er es für gewöhnlich als ein weißes Tier mit schwarzen Streifen. Ein (schwarzer) Afrikaner dagegen beschreibt dasselbe Zebra als ein schwarzes Tier mit weißen Strei­fen. Lediglich eine Frage des unterschiedlichen Betrachtungswinkels.

7. September

Newark in New Jersey ist die Stadt in den USA, welche im Verhältnis zur Einwohner­zahl die meisten weltbekannten Künstler hervorgebracht hat.
Gloria Gaynor hat heute Geburtstag, die Queen des Disco-Sounds in den 1970ern. Auch sie stammt aus Newark.
Wer damals in der Disco war, der hat den Klassiker von 1975 noch heute im Ohr:  

1. September

Heute vor 122 Jahren wurde in Freiburg im Breisgau Herr Oberingenieur Engelbert Zaschka (1895-1955) geboren, der Erfinder des Faltautos.
Das Zaschka-Faltauto sollte eine Lösung für das in den 1920er-Jahren aufkommende Park­platz­problem in den Verkehrsballungsräumen darstellen, indem es sich nach Ge­brauch zu­sammen­klappen und platzsparend in der Wohnung abstellen ließ. Zur De­mon­stration der Praxistauglichkeit der Erfindung erklomm Herr Zaschka persönlich im Jahre 1928 mit einem in drei Teile zerlegten Exemplar seines Faltautos die oberste Plattform des Berliner Funk­turms.

29. August

Heute vor 59 Jahren kam Michael Jackson zur Welt, zumindest Teile von ihm. Später gelang­te er zu Berühmtheit als lebender Bleichnam. Sein sehnlichster Wunsch seit Kinder­tagen war, wie er verriet, eines Tages auszuschauen wie Liz Taylor:
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Michael Jackson
 
.. .vorher / nachher
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Auch als Kinderzumpferl-Aficionado erlangte Herr Jackson Berühmtheit, zum Glück gelang es seinem pfiffigen Herrn Advokaten, die Schlafzimmer-Schweinigeleien seines Mandanten mit schulpflichtigen Bettgespielen als »harmlose Pyjama-Parties« darzustellen, ist das nicht her­zig. Dafür kriegten die Erziehungsberechtigten der minderjährigen Bespielungs­opfer auch nur 1,5 Millionen $ Schweigehonorar, Herr Advokat hingegen 3 Millionen. Fairer Deal, muss man zu­geben.
(Mit seiner Kurzzeit-Ehefrau Lisa Maria Presley scheint er im Schlafzimmer weitaus weniger umtriebig gewesen zu sein, im Interview sagte sie: »Michael und ich hatten nur einmal Sex miteinander«. Das gibt zu denken – erinnern wir uns, was passierte, als Michael Jackson auf der Bühne einmal niesen musste: seine Nase ist ihm abge­fallen. Nun darf darüber spekuliert werden, warum der nur einmal Sex hatte ..)

Umwerfend originelles

Das Krokodil im Badesee, der Killer-Hai im Mittelmeer, die Invasion der Monster-Ratten: olle Sommerlochtier-Kamellen kennt man zur Genüge. Die brandheiße Sommerloch­tier-Story der Sai­son steht hingegen exklusiv in Österreichs auflagenstärkster Ver­schenk­pos­tille, hal­ten Sie sich fest – eine umwerfend heißere Story haben Sie garantiert noch nie ge­le­sen:

»Ärztin und 2 Ufologen fotografieren in Schottland Ungeheuer«
(Wie wird man eigentlich Ufologe?)

13. August

Heute vor 118 Jahren wurde Sir Alfred Hitchcock (1899-1980) geboren. Hätten Sie gewusst, dass Hitchcock seine beiden allerersten Filme in Germany drehte, nämlich in den Bavaria-Filmstudios in Geiselgasteig/Grünwald, sowie in Tirol.
Sein zweiter Film nannte sich »The Mountain Eagle« (1926), eine bizarre Geierwally-Schmon­zette, die in einem Bergdorf  namens Stanton in den Kentucky Hills spielt. Die Außen­auf­nah­men fanden in den Tiroler Alpen statt, mit einheimischen Komparsen. Kentucky-Hill­billys, die sich auf tirolerisch unterhalten, hätten sich bestimmt reizvoll angehört, schade dass es damals noch keinen Tonfilm gab – der kam erst zwei Jahre später. Hitchcock fand übrigens nie he­raus, dass sein Tiroler Drehort in Wirklichkeit gar nicht Stanton hieß, sondern St. Anton.


 Abb.: Hitchcock (2. v. re.) bei Filmaufnahmen in den Tiroler Alpen, Winter 1926

.
»Rope« (dt.: »Cocktail für eine Leiche«) war Hitchcocks erster Film den er auch selbst produ­zierte, und für die Dreharbeiten reiste er mit seinem Filmteam in die USA. Im Einreise­for­mu­lar gab er als Berufsbezeichnung »Produzent« an.
»Und was produzieren Sie?« wollte der Zollbeamte wissen.
Hitchcock antwortete: »Gänsehaut, Sir.«

12. August – Der Neulengbacher Bahnhofsstreit

Heute vor 157 Jahren wurde die Eisenbahnstrecke von Wien nach Salzburg/Reichs­grenze fei­er­lich dem Verkehr übergeben.
Proteste und Lobby-Interessen für & wider einen Bahnhofsbau gab es schon lange vor Stutt­gart 21, in Neulengbach an der Westbahn etwa schon seinerzeit unterm Kaiser.
Warum beim Bau der Westbahn durch die k.k. privilegierte Kaiserin-Elisabeth-Eisen­bahn­ge­sellschaft der Neulengbacher Bahnhof nicht in Neulengbach errichtet wurde, obwohl die Strecke direkt durch den Ort führt, sondern weit außerhalb auf einem Acker mitten in der Pampa, lässt sich heute nimmer feststellen. Am 12. August Anno 1860 wurde die Strecke Wien–Salzburg er­öff­net, und fast ein Vierteljahrhundert lang rauschten die Züge durch Neu­leng­bach hin­durch und blieben erst kilometerweit dahinter stehen. Und ebenso lang pilgerten die Neu­leng­bacher Honoratioren nach Wien zum Kaiser und antichambrierten zugunsten der nachträglichen Errichtung einer Haltestelle im Ortszentrum, und die Interessenvertretung der Neulengbacher Lohnfuhrwerker tat desgleichen, um dies zu verhindern: dass der Bahnhof so weit außerhalb lag, machte den erforderlichen Shuttle-Verkehr für die Fuhrwerkerlobby zu einem höchlichst einträglichen Geschäft. Anno 1882 wurde schließlich eine Haltestelle Neu­leng­bach-Markt im Ortszentrum errichtet, nachdem es bis dahin zu eifrigen Ausein­an­der­set­zun­gen und Zer­würf­nis­sen zwischen den Inter­essenparteien gekommen war.
Wasserwerfer kamen dazumals noch keine zum Einsatz, die wurden erst später erfunden.

Neues vom kraftfahrzeugtechnischen Ratgebe-Spezialisten

Wer in der Fahrschule nicht aufgepasst hat was beim Aufleuchten der Kontrollleuchten im Auto zu tun ist und danach googelt, findet auf der AutoScout24-Ratgeberseite die Ant­wort:

Schau mer mal, was »wir« etwa im Falle des Aufleuchtens der Bremskontrollleuchte für fach­män­nische Ratschläge darzubieten haben:

Man muss selber kein kraftfahrzeugtechnischer Fachmann sein, um die Unsinnigkeit dieser so­ge­nannten »Autoratgeber«-Ratschläge zu erkennen ..

26. Juli

Sandra Bullock hat heute Geburtstag.
In einem weiteren Sequel von Speed werde sie garantiert nimmer auftreten, erklärte sie mal in einem Interview kategorisch, wer sie jemals dazu bewegen wolle der müsse sie schon vor­her killen und, Zitat: »ausgestopft als kalte starre Leiche vor die Kamera hinstellen!«
Mit Horst Tappert haben sie das in über zweihundert Derrick-Folgen gemacht.

21. Juli

Heute vor 118 Jahren wurde Ernest Hemingway (1899-1961) geboren. Seine Leidenschaft galt u.a. der Großwildjagd und der Hochseefischerei:

Foto, ca. 1937: Ernest Hemingway als Großwildjäger und Hochseefischer – entdecken Sie den Fehler?
Frage der Woche:
(ORF.at)
(Was ging dem Fragesteller durch den Kopf, als er selbige stellte?)
.
Hemingway ist übrigens der Urheber jenes Aperçu, welches Kollege KrassNick zu einem ge­fäl­li­gen Vierzeiler reimte:

    »Dass eine Rose besser riecht
    als Kohl, bedeutet deshalb nicht,
    dass aus der Rose folglich man
    die bess’re Suppe kochen kann.«

16. Juli

Heute vor 72 Jahren wurde Jack Kornfield geboren, Verfasser zahlreicher Weltbestseller über bud­dhistische Lebenslehren zur spirituellen Erleuchtung, wie Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens usw. Da stehn dann z.B. solcherlei bedeutsame Kalendersprüche drin:

»Lob und Tadel, Nutzen und Schaden, Lust und Leid kommen und gehen wie der Wind. Um glücklich zu sein, ruhe wie ein großer Baum mitten unter ihnen allen.«
.(aufgelesen von Kollegin Quer)

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Ein Lebenshilfe-Ratschlag von geradezu ergreifender Un­sin­nig­keit, vergleich­bar etwa der De­vi­se: »Wenn dir das Leben tote Pferde gibt, mach Leberkäs draus.« – Inwieweit diese sinn­lose Ka­len­der­spruch­weis­heit irgendjemand, welchem Schaden oder Leid widerfährt, darüber zum Glück­lichsein verhelfen soll, er­schließt sich dem ver­nünf­ti­gen Ver­stand nicht:

    Ob Lust man oder Leid verspürt,
    gelobt oder getadelt wird,
    egal ob Schaden oder Nutz –
    gereichen tät’s nicht zum Verdrutz?
    Zum Glücklichsein genüge bloß,
    man stünde also teilnahmslos
    mitten darinnen stumm und dumm
    als wie ein großer Baum herum?
    Welch Sinn soll in dem Spruche stecken,
    das lässt sich nirgendwo entdecken.
    (Es weiß Herr Kornfield, wie es scheint,
    wohl selbst nicht, was er damit meint.)