16. Oktober – Trophologisches

Heute ist Welternährungstag, vulgo Tag des Brotes.
Wissenwertes zum Thema Brot & Ernährung:

  • Brot ist sehr nahrhaft, denn es enthält viele Broteine.
    (Karl Valentin*)
  • Cola schadet der schlanken Linie, denn es enthält viele Colahydrate.
    (Cappuccina*)
  • Obst hält fit, denn es enthält viele Fitamine.
    (Onkel Ernstl*)
  • Vollkornprodukte belasten die Verdauung, denn sie sind reich an Belaststoffen.
    (Ernst Offshore*)
  • Ein Schibboleth ist nix zum Essen, ausgenommen Chäschüechli.
    (K. Lauer*)

10. Oktober – Welthundetag

Heute ist übrigens der Internationale Tag des Hundes. (Wie mag der wohl in China gefeiert werden?)

Kollege KrassNick reimt:

    Dass Mensch und Schimpanse Verwandte wären,
    gehört zu Herrn Darwins bekannten Lehren.
    Der Mops indessen, dass justament der
    mit dem Wolf verwandt wär’: das kann der Herr
    Darwin seiner Urstrumpftante erklären.


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(zum Thema Hund: siehe auch ►)

Dupliziertes

Aufgabenstellung für Mathematik-Spezialisten:

  • Wieviele Mitarbeiter zählte die Belegschaft vorher?
  • Wieviele Mitarbeiter zählt die Belegschaft, wenn man das Personal knapp um das Doppelte halbiert?

Aufgabenstellung für Fachjuristen:

  • Finden Sie im oben zitierten Gesetzesparagraf den Unterschied zwischen “voll verdoppelt“ sowie “halb verdoppelt“ heraus

Die “news.de“-Weltuntergangs-Revue: Diese Woche kein Weltuntergang!

(news.de, 22.09.2019)


Dass der Flachsinnstiefpunkt auf dem Clickbaiting-Portal “news.de“ irgendwann erreicht wäre und sich nimmer tieferlegen ließe, steht nicht zu befürchten. Dass man über den jeweils aktuell bevorstehenden Weltuntergang nicht zuverlässig informiert und den womöglich unbemerkt verpassen würde, ebenfalls nicht:

(18.09.2015)

(25.09.2015)

(15.10.2015)

(21.01.2016)

(15.05.2016)

(29.07.2016)

(22.08.2016)


In den Anden. (Nicht zu verwechseln mit den Alpen.)

(26.08.2016)


Beweis-Foto! “Tourist Guy“ Karl W.: »So erlebte ich den Weltuntergang«


(22.09.2016)


(Definieren Sie den Begriff  “nah“)

(08.12.2016)

(09.01.2017)

(11.01.2017)

(17.01.2017)

(26.01.2017)


(Nicht zu verwechseln mit Todesstern, der an der Sonne saugt.)

(01.02.2017)


(02.02.2017)


»Wann es soweit sein wird, erfahren Sie hier«:


(Wie es dem Mond gelingen will, auf die Erde zu krachen nachdem die Sonne vorher sämt­li­che Pla­ne­ten vernichtet hat, erfahren Sie hier allerdings nicht.)

(24.07.2017)


Asteroid, mal wieder: Kennt man einen, kennt man alle.

(01.08.2017)

(22.09.2017)


(Definieren Sie den Begriff  “now“)

(25.09.2017)

(27.12.2017)

(22.01.2018)

(22.02.2018)

(23.04.2018)


(Nicht zu verwechseln mit Planet X, der am 5. Oktober die Erde zerstörte, s.o.)

(03.05.2018)

(22.06.2018)


Welcher Physiker das prophezeit, verrät Ihnen news.de:

(26.09.2018)


Ah, der ist das. Ist allerdings bereits verstorben.

(02.10.2018)


“Todes-Komet“. (Nicht zu verwechseln mit Mega-Planet, der im September die Erde zerstörte, s.o.)

(28.01.2019)

(30.01.2019)


Undsoweiter. (Ob der Weltuntergang nächste Woche stattfindet oder wiederum abgesagt wurde, erfahren Sie zuverlässig aktuell auf  “news.de“, s.o.)

10. September

Heute vor 78 Jahren wurde der große Evolutionsbiologe und Humanist Stephen Jay Gould (1941-2002) geboren, der in seinem umfangreichen, unerhört klugen Werk u. a. darlegte, dass es zwischen Christentum und Evolutionslehre nicht notwendigerweise einen Wider­spruch ge­ben müsse. Gould war ein Verfechter der holistischen Betrachtungsweise in der Wissen­schaft, was er an­hand des Elefantenbeispiels illustrierte:

Man führe drei Blinde nebeneinander an einen Elefanten heran und trage ihnen auf, das Tier zu be­schreiben. Der erste ertastet den Schwanz und sagt: ein Elefant ist wie ein Strick. Der in der Mitte sagt: ein Elefant ist wie eine Wand. Und der dritte, der den Rüssel ertastet, sagt: ein Ele­fant ist wie eine Schlange. Freilich hat ein jeder der drei mit seiner Einzelbetrachtung nicht unrecht, aber einen Elefanten hat keiner insgesamt zutreffend beschrieben. Erst aus der Summe der Be­trach­tungen wird ein ganzes Bild daraus.

Dass gegensätzliche Betrachtungsweisen durchaus gleichberechtigten Bestand haben dürfen, zeigt Gould an einem weiteren Exempel: fragt man einen (weißen) Europäer, wie ein Zebra aus­schaut, so beschreibt der es für gewöhnlich als ein weißes Tier mit schwarzen Streifen. Ein (schwarzer) Afrikaner dagegen beschreibt dasselbe Zebra als ein schwarzes Tier mit weißen Strei­fen. Lediglich eine Frage des unterschiedlichen Betrachtungswinkels.

“Heute“: Klicks generieren mit verbotenem Gaffer-Video

Das freihändige Aufnehmen von Videos mit einem Mobiltelefon während der Fahrt ist für Fahrzeuglenker gemäß 32. Kraftfahrgesetz-Novelle vom 9. Juni 2016 verboten und straf­bar (“Handyverbot am Steuer“). Das hindert die Verschenk-Postille “Heute“ indessen nicht, solcherlei augenscheinlich widerrechtlich angefertigte und ihr “zugespielte“ Video­auf­­nah­men (vulgo “Gaffer-Videos“) auf ihrer Webseite zu veröffentlichen und zu honorieren:


Anstatt den “Zuspieler“ (vulgo “Leser-Reporter“) wegen Verstoßes gegen das Kraft­fahr­ge­setz bei der Behörde anzuzeigen.

2. September

Heute vor 125 Jahren erblickte im galizischen Brody (heute Ukraine) der große öster­rei­chi­sche Schriftsteller Joseph Roth (1894-1939) das Licht der k. & k. Donau­mo­nar­chie.

Roth war in gleichem Maße glühender Monarchist und exzessiver Alkoholiker. 1939 traf er im Exil in Paris mit Otto von Habsburg zusammen, dem Sohn des letzten Kaisers von Österreich & Königs von Ungarn. Kaisersohn Otto war darüber besorgt, dass der halt­lose Alkoholkonsum den großen Dichter über kurz oder lang zu Tode bringen würde, deshalb ließ er ihn vor sich antreten und sprach ein Machtwort: in scharfem Ton befahl er Roth, augenblicklich mit dem Trinken aufzuhören.
Roth schlug die Hacken zusammen und rief: »Jawoll, Majestät!« – und rührte fortan keinen Tropfen Alkohol mehr an.
Kurz darauf starb er. Todesursache war der abrupte Alkoholentzug.

28. August

Heute vor 270 Jahren kam Johann Wolfgang Goethe zur Welt, ohne »von«. Das kriegte er erst später. Herrn von Goethes literarisches Werk ist sehr bekannt, am be­kann­te­sten ist das Götz-Zitat.

Goethe, der sexistische alte Sack: weniger bekannt ist Goethe als Verfasser “humoristischer Vergewaltigungslyrik“ – höchste Zeit, dass das endlich mal bekannt gemacht wird.

27. August – Linguistisches

Aus der Reihe: “Ösitanisch für Außerösische“

Gerhard Berger vulgo “Hättiwari“ hat heute Geburtstag, der »personifizierte Kon­junk­tivus Aus­triacus«, wie ihn Kollegin Thera trefflich tituliert.

Der populäre KURIER-“Kopfstücke“-Kolumnist Herbert Hufnagl (1945-2005) war es seinerzeit, der Berger den Beinamen Hättiwari [= “Hätte ich, dann wäre ich“] und der Redensart damit eine neue Dimension als eigenständiges Substantiv verlieh, welches bald darauf als Ösi­zis­mus auch Aufnahme in den Duden fand.

Das mechanische Pferd

Heute vor 115 Jahren, am 21. August 1904, erhielt der Düsseldorfer Maschinenkonstrukteur Emil Jagenberg ein Kai­serliches Patent auf die »Verbindung eines Motorwagens mit einem auf diesen mittels Dreh­kranzes sich stützenden Lastwagen« und gilt somit als Erfinder des Sattelkraftfahrzeuges:

  • Vorteil: Das mechanische Pferd lässt keine Roßäpfel fallen.
  • Nachteil: Aus einem mechanischen Pferd lässt sich kein Leberkäs herstellen.

13. August

Heute vor 120 Jahren wurde Sir Alfred Hitchcock (1899-1980) geboren. Hätten Sie gewusst, dass Hitchcock seine beiden allerersten Filme in Germany drehte, nämlich in den Bavaria-Filmstudios in Geiselgasteig/Grünwald, sowie in Tirol.
Sein zweiter Film nannte sich »The Mountain Eagle« (1926), eine bizarre Geierwally-Schmon­zette, die in einem Kaff  namens Stanton in den Kentucky Hills spielt. Die Außen­auf­nah­men fanden in den Tiroler Alpen statt, mit einheimischen Komparsen. Kentucky-Hill­billys, die sich auf tirolerisch unterhalten, hätten sich bestimmt reizvoll angehört, schade dass es damals noch keinen Tonfilm gab – der kam erst zwei Jahre später. Hitchcock fand übrigens nie he­raus, dass sein Tiroler Drehort in Wahrheit gar nicht Stanton hieß, sondern St. Anton.


 Abb.: Hitchcock (2. v. re.) bei Filmaufnahmen in den Tiroler Alpen, Winter 1926


»Rope« (dt.: »Cocktail für eine Leiche«) war Hitchcocks erster Film den er auch selbst produ­zierte, und für die Dreharbeiten reiste er mit seinem Filmteam in die USA. Im Einreise­for­mu­lar gab er als Berufsbezeichnung »Produzent« an.
»Und was produzieren Sie?« wollte der Zollbeamte wissen.
Hitchcock antwortete: »Gänsehaut, Sir.«

Hitchcocks legendäre Cameo-Auftritte: François Truffaut berichtet in seinem Buch »Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?« dass Hitchcock schon bald dazu überging, seinen obligaten Cameo-Auftritt gleich am Anfang jedes Films zu absolvieren – weil das Publikum sonst nur mit Spannung drauf gewartet und sich gar nimmer auf den eigentlichen Film konzentriert hätte. Kopfzerbrechen bereitete ihm die Sache bei dem Film »Lifeboat«, dessen Handlung zur Gänze in einem Rettungsboot mit zehn Schiffbrüchigen mitten im Atlantik spielt. Seine ursprüngliche Idee, als Wasserleiche an dem Boot vorüberzutreiben, verwarf er wieder, weil ihm eine elegantere Lösung einfiel: als Vorher-Nachher-Modell in einem Inserat für Schlank­heitspillen in einer Zeitung, die einer der Schiffbrüchigen zufällig bei sich hat. (Hitchcock erzählte Truffaut auch, dass daraufhin dutzende Filmzuseher bei seiner Pro­duk­ti­ons­firma anriefen um sich zu erkundigen, wo das fabelhafte Schlankheitsmittel denn erhältlich sei?)

26. Juli

Heute vor 266 Jahren, am 26. Juli anno 1753, kam in Sankt Petersburg Herr Georg Wilhelm Richmann ums Leben, und hätte es den Darwin Award zu seiner Zeit schon gegeben, wäre er gewiss dafür nominiert worden.

Herr Richmann befasste sich mit Studien über die Auswirkungen von Blitzen, zwecks welchem Behufe er auf seinem Haus einen Blitzableiter installieren ließ. Weil nun ein Stu­ben­gelehrter nicht gern ins Freie geht, schon gar nicht bei einem Gewitter, erdete er den Blitzableiter direkt an seinem Schreibtisch – um die Auswirkungen der Blitze behaglich in seiner Studier­stu­be be­ob­achten zu können. Die Auswirkungen des ersten & zugleich letzten Blitzeinschlages in seinen Schreibtisch, dessen Beobachter er an dem­selbigen sitzend wurde, überlebte Herr Stu­di­en­rat Richmann nicht.

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(siehe auch: von einem, der vom Blitz nicht getroffen wurde)

16. Juli

Heute vor 74 Jahren wurde Jack Kornfield geboren, Verfasser zahlreicher Weltbestseller über bud­dhistische Lebenslehren zur spirituellen Erleuchtung, wie “Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens“ usw. Da stehn dann z.B. solcherlei bedeutsame Kalendersprüche drin:

»Lob und Tadel, Nutzen und Schaden, Lust und Leid kommen und gehen wie der Wind. Um glücklich zu sein, ruhe wie ein großer Baum mitten unter ihnen allen.«


Ein Lebenshilfe-Ratschlag von geradezu ergreifender Un­sin­nig­keit, etwa vergleich­bar mit der De­vi­se: »Wenn dir das Leben tote Pferde gibt, mach Leberkäs draus.« – Inwieweit diese sinn­lose Ka­len­der­spruch­weis­heit irgendjemand, welchem Schaden oder Leid widerfährt, da­rüber zum Glück­lichsein verhelfen soll, er­schließt sich dem ver­nünf­ti­gen Ver­stand nicht:

    Brennt gar dein Haus und Hof mal ab,
    trägst Frau und Kinder du zu Grab’,
    verlierst du Arm oder auch Bein
    und tadelt dich dann obendrein
    noch wer, so kannst du glücklich sein:
    denn Leid und Schaden gehn geschwind
    am Arsch vorbei dir wie der Wind
    grad so als wäre nix gewesen,
    hast du Herrn Kornfields Buch gelesen.