Movie Clichés

Auflistungen sogenannter Movie Clichés gibt es zahlreiche, zwei typische fehlen darin aber:
  • Werden von Verfolgern Schüsse auf ein Auto abgefeuert, rufen diese Einschusslöcher in der Heckscheibe hervor. Windschutzscheibe sowie Insassen bleiben indessen stets unversehrt, da die Geschoße beim Eintritt durch die Heckscheibe abgebremst werden und hinter den Vordersitzen zu Boden fallen.
  • Autoknacker schlagen grundsätzlich das Seitenfenster auf der Fahrerseite ein, wenn sie ein Auto klauen, da man auf einem mit Glassplittern übersä­ten Fahrer­sitz im ge­klauten Auto be­quemer sitzt als auf einem ohne Glassplitter.

Sexologisches

In seinem Buch “Sexualverhalten der Deutschen: ak­tuelle Daten - intime Wahrheiten“ verrät der Sexologe Werner Habermehl “Wissenswertes über die Welt des Sex“:

Das Öffnen eines BHs verbraucht beidhändig acht Kalorien, einhändig zwölf Kalo­rien.
Mit den Zähnen ist es am schwersten: 85 Kalorien.

Wissenswert. (Anzunehmen, dass er einen fremden BH meint. Das Öffnen des eigenen BHs mit den Zähnen dürfte vermutlich mehr Kalorien verbrauchen.)

Bizarre Nummer

Wieso man farbige Menschen politisch korrekterweise auf Deutsch nimmer als farbige Men­schen zu bezeichnen habe, sondern als “People of Color“ (engl. für “Farbige Menschen“), ent­zieht sich dem landläufigen Logikverständnis.
(Könnte ja sein, dass irgendein Sinn dahintersteckt.) (Könnte sein, muss aber nicht.)

Um “dem institutionellen Rassismus am Theater“ zu entkommen, fordern Theaterschaffende of Color am Schauspielhaus Düsseldorf zwecks “Entmischung“ ein eigenes Theater, welches People of Color vor­behalten sein soll.
Dass Theaterschaffende sich zuweilen als Hirnschüssler zu inszenieren belieben, weiß man nicht erst seit #allesdichtmachen. Aber dass eine Gruppe farbiger Theaterschaffender zum Ziele ethnischer Entmischung eine Apartheid auf Theaterbühnen fordert, ist wohl eine he­raus­ragend bizarre Nummer.

23. April: Georgitag – Volksetymologisches

Der Heilige Georg (der “Drachentöter“) wird auf Heiligenbildern häufig mit einem Rit­ter­­helm dar­gestellt, deswegen heißt er im Volksmund “Schurl (volkstümlich für Georg) mit der Blech­haub’m (Blechmütze)“.

Auch die Feuerwehrleute werden “Schurln mit der Blechhaub’m“ genannt – obwohl ja der Hl. Georg gar nicht ihr Schutzpatron ist, sondern der Hl. Florian – weil ihre Helme früher so aussahen wie der auf den Heiligenbildnissen dargestellte. (Gut möglich, dass die Meister Hei­ligenmaler beim Anfertigen ihrer Georgsbilder kurzerhand einen dazumals ge­bräuchlichen Feuerwehrhelm als Vorlage für dessen Ritterhelm hernahmen.)

Beim Feueralarm sah man also die Schurln mit ihren Blechhelmen hurtig zur Brandstelle schurln (v. “schurren“, oberd. [bair.] = geräuschvoll laufen).

Als Alternative für die volksetymologische Herleitung der “Blechhaube“ vom Georgshelm könnte indessen auch der Spritzenwagen dienen, die sogenannte “Blech­haubitze“, mit welcher die Feu­erwehrleute früher auszurücken pflegten.

23. April

Heute ist übrigens der Welttag des Buches.

Über Hugo von Hofmannsthal wird berichtet, er habe einmal ein Buch verliehen und mit zahl­reichen Fettflecken verunziert zurückerhalten. Draufhin schickte er dem Übeltäter eine Speck­schwar­te mit dem Begleitschreiben:

»Anbei sende ich Ihnen Ihr Lesezeichen zurück, welches Sie in meinem Buch vergaßen.«

Hinterständiges: Familiäres

Bumsti Strache möchte in den Schoß der “Freiheitlichen Familie“ zurückkehren, fleht er.

Wie man jemand die Hand reichen will hinter dem man steht, erscheint zwar bissel hinter­ständig – aber „die Hand reichen“ ist halt eine bildhafte Umschreibung, weil »Der Ex-FPÖ-Obmann stellt sich hinter Kickl, um ihm in den Arsch zu kriechen« kann man ja nicht wört­lich so in die Zei­tung schreiben.

Ungereimtes: Euphemistisches, ..

..oder: Definieren Sie den Begriff  “Ungereimtheit“

Drängelt sich wer mit einem Einkaufswagen in der Warteschlange an der Aldi-Kassa vor, mit der Parole: »Lassen Sie mich vorbei, ich bin Arzt!« – würde man das als “Un­gereimtheit“ bezeichnen?
Vermutlich nicht. Drängelt sich aber wer bei der Covid-Schutzimpfung vor obwohl er noch gar nicht dran ist, mit der Parole »Lassen Sie mich vorbei, ich bin Bürgermeister!«, dann schon – im KURIER zumindest:

Warum solcherlei Ungehörigkeiten im KURIER als “Ungereimtheiten“ euphemisiert werden, darauf lässt sich freilich kein Reim machen.

8. April

Heute vor 120 Jahren, am 8. April 1901, fand in Wien das erste inoffizielle Länderspiel der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft statt, gegen die Schweiz. Da einige der Spieler noch zur Schule gingen und Schülern dazumals, auch wenn sie schon 17 oder 18 Jahre alt waren, das Fußballspielen in Vereinen verboten war, traten diese unter Pseudonymen an und trugen aufgeklebte falsche Bärte, um nicht erkannt zu werden. Als Goalgetter tat sich »der G’stutze« Johann Studnicka hervor, der später zu einer der herausragendsten Per­sön­lichkeiten der öster­rei­chi­schen Fußballge­schichte wurde.

(Das Schweizer Nationalteam kam nicht, wie spöttische Zeitgenossen kolportierten, auf ih­rem Mannschafts-Velo nach Wien angereist, sondern per Eisenbahn.)
Österreich gewann das sogenannte Ur-Länderspiel gegen die Schweiz mit 4 : 0.


Die österreichische Nationalmannschaft von 1901, einige Spieler mit aufgeklebten Bär­ten. Die Trikotfarben weiß/schwarz wurden für Auswärtsspiele bis heute beibehalten.

Laut einer aktuellen Studie

Laut einer britischen Studie im Fachjournal The Lancet Psychiatry laborieren 31 Prozent der Corona-Erkrankten an neurologischen oder psychischen Problemen in Form von Angststö­rungen (17 Prozent) und Stimmungs­stö­rungen (14 Prozent).

Demzufolge sollte also die Corona-Pandemie zum Rückgang der Gesamtfallzahl psychischer Erkrankungen in Europa führen, welche vorzeiten der Pandemie noch »fast 40 Prozent« be­trug? – Je­denfalls, so­fern man dem SPIEGEL glauben will: *)

*) (Wer’s glauben will, darf’s glauben. Muss aber nicht.)

Kolumnistisches: Namenwitz (?) der Woche

In seiner SPIEGEL-Kolumne “Medienkritik: Die reine Wahrheit“ bezeichnet Thomas Fischer den Fall des getürkten Dokumentarfilms der Filmemacherin Elke Lehrenkrauss als »Fall Leh­renkraut« (sic), indem er auf ihren Namen anspielt:

*

Ehrlichgestanden weiß ich, Leser, mit dieser Anspielung nichts anzufangen. Ab­ge­se­­hen da­von dass Namenwitze in den Kindergarten gehören und nicht in die Zeitung, wie hieramts bereits mehrmals moniert wurde – wo ist der Witz in diesem Namenwitz, den Namen von Frau Lehrenkrauss zu »Lehrenkraut« zu verkalauern? Kann mir den jemand erklären?

31. März – Existenzphilosophisches

Heute vor 425 Jahren kam der große Denker René Descartes (1596–1650) zur Welt, »cogito, ergo sum« undsoweiter. Kennt man.

Küchenphilosoph Kollege KrassNick reimt über Monsieur Descartes Postulat folgende Verse:

    Es stammt von Herrn René Descartes
    die altbekannte Redensart:
    »cogito, ergo sum«, was wohl
    »ich denk’, drum bin ich« heißen soll.

    Hier taucht die Frage auf: warum
    dann auch ein Depp, welcher zu dumm
    zum Denken ist, es fertigbringt
    dass dem trotzdem zu sein gelingt?

Ösitanisches: Skandalöses

Nun stellt sich also, wenig überraschend, heraus dass ein ÖVP-Finanzminister Blümel wieder mal*) gelogen hat: um die Kostendeckelung bei der Impfstoffbeschaffung zu vertuschen.

»Das ist einer der größten Skandale der österreichischen Geschichte«, befand daraufhin SPÖ-Vizeklubchef Leichtfried.
Einer der größten Skandale der österreichischen Geschichte!
Muss man sich mal vorstellen!! Dass ein Politiker lügt um was zu vertuschen!!!

Allerweil, es gäberte keine größeren Skandale in der österreichischen Geschichte als lü­gen­de Politiker: Tu felix Austria.
(Hier fragt man sich, wo ein Herr Leichtfried denn bis jetzt in unserem Land gelebt hat, be­vor er diesen Be­fund erstellte – in einem Schrank?)
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*) Ja, der ist das: der gar nicht weiß, dass seine Frau seinen Laptop äußerln führt, von dem er gar nicht weiß dass er ihn besitzt.

Wissenswertes

Aus Einsparungsgründen wurde die ursprünglich obligate Rubrikseite “Wissen“ in vielen Online-Zeitungen mittlerweile eingestellt. Als eine der seltenen Ausnahmen verblie­ben ist unterdessen die Clickbaiting-Portalseite “FOCUS|Wis­sen“, wo aus schier un­er­schöpf­li­­chem & stetem Quell unablässig Wissenserweiterndes* zur Darbietung ge­langt:







(alle: FOCUS Online)

Grundsätzliches: 5 von 3 Punkten

“FOCUS Wissen“ verrät Ihnen 5 Punkte, die Sie bei einem Tornado in Sicht beachten sollten:

Punkt 1:
Grundsätzlich gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei einem Gewit­ter, [..] das heißt:
In Gebäuden oder noch besser in Kellern Schutz suchen: Zwischen der Fensterseite und den Menschen sollten möglichst viele Wände stehen. Eine Bettmatratze kann man als Schutz über sich legen, um [..]

Schon klar: Keller, Bettmatratze. Das gleiche, was man grundsätzlich bei einem Gewitter halt so zu tun pflegt für gewöhnlich.

Punkt 2:
Bewegt sich ein Tornado auf ein Holzhaus zu, ist es ratsam, alle Fenster und Tü­ren auf­zureißen statt zu schließen: [..] Selbiges gilt nicht für ein massives Haus aus Zie­gel und Beton.

Fenster und Tü­ren aufzureißen statt zu schließen: Selbiges gilt bei einem Gewitter (siehe Punkt 1) auch für ein Holz­haus grund­sätz­­lich eher nicht als ratsam.

Punkt 3:
Schutz suchen und Mindestabstand einhalten
Wird man auf offenem Gelände von einer Superzelle oder einem Tornado überrascht, sollte man in die Hocke gehen, um die kleinstmögliche Angriffsfläche für Blitzschläge zu bieten. [..] Grundsätzlich gilt: Ein Mindestabstand von einem Kilometer zum Tornado sollte eingehalten werden.

Nicht ganz klar: Sollte man grundsätzlich zuerst in die Hocke gehen und anschließend einen Mindest­ab­­stand einhalten, oder umgekehrt? Und: Gilt das mit der Bettmatratze (siehe Punkt 1) auch auf offenem Gelände?

(An welcher Stelle sich Punkt 4 und 5 dieser 5 Punkte, die Sie beachten sollten, in diesen drei Punkten verstecken, verrät Ihnen “FOCUS Wissen“ übrigens nicht. Ist halt blöd wenn man die nicht kennt, falls mal grad wo ein Tornado in Sicht ist.)

Kindermund-Content: Enchanté!

Kollege Jules van der Ley schreibt hier über Grußformeln, da fällt mir die Episo­de aus der Kinderzeit ein:

Als Kinder grüßten meine Brüder und ich eine Zeitlang ständig mit “enchanté!“, die Mutter sah es als kindliche Marotte an, die wir irgendwo aufgeschnappt hatten.
Tatsächlich hielten wir es aber wirklich für einen Gruß: sie war mal aus gewesen und rief beim heimkommen angesichts der Unordnung, die wir unterdessen im Kinderzimmer ange­richtet hatten, “Wie’s da wieder ausschaut, he!“, was wir Kinder als Begrüßung interpretier­ten und phonetisch übernahmen – “auschauthe!“.
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Kindermund-Content:  ▶️ ▶️ ▶️

Soforthilfe: 7 Tipps der Woche

Die österreichische Klatsch- und Quatsch-Postille “News“ (Alfred Dorfer: “Die ganze WOCHE für Maturanten“) verrät auf ihrer Online-Tippgeberseite:

Schau mer mal, welche 7 Soforthilfe-Tipps in dem Artikel aufgelistet wer­den, wie das Warten gelingt indem Sie die Zeit sinnvoll nützen:
  • Tipp 1. »Die Psychologie des Wartens verstehen«
  • Tipp 2. und 3. »Mit dem eigenen Smartphone beschäftigen«
  • Tipp 4. »Die Mitwartenden beobachten«
  • Tipp 5. »Über etwas nachdenken«
  • Tipp 6. »Nichts tun und warten«
  • Tipp 7. »Positiv bleiben«
Nächste Woche: 7 Tipps, wie Sie die Zeit sinnvoll nützen anstatt sie mit dem Lesen sinnloser Tippgeberseiten zu verplempern.

Ösitanisches: Covidiotisches

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allerweil noch immer.«
(M. Krassnig*)

Am letzten Jänner versuchte ein Trupp Corona-Demonstranten in Wien erfolglos das Par­la­ments­ge­bäude zu erstürmen und besetzen*. Offenkundig war den gescheiterten Par­la­ment­stür­mern bei der Aktion damals entgangen, dass das Parlament bekanntlich bereits seit dem Herbst 2017 wegen Bau­arbeiten ge­schlossen ist. Zu einer Erstürmung der Bau­stelle kam es nicht.

Am Samstag fand wiederum eine Erstürmungsaktion durch Corona-Demonstranten statt, Ziel der Erstürmung war diesmal ein Bürogebäude der Wiener Städtischen:

“Wiener Städtische“ lasen die Covidioten als Aufschrift auf dem Gebäude, und zogen daraus die Schlussfolgerung: da drinnen säße irgendwelche städtische Verwaltung/Be­hörde/Ob­rig­keit o.ä., gegen deren Repressionen es anzugehen gelte – und traten also zur Er­­stür­mung des Gebäudes an: einer KFZ-Scha­dens­be­­gut­ach­tungsstelle der Wiener Städtischen Ver­si­che­rung.