Symbolbild-Revue: Nackter Mann

Eine Meldung ohne Pics ist nix, bekanntlich, aber nicht zu jeder Meldung gibts ein Originalfoto: zum Glück gibts Symbolbilder. Weil sich vielleicht nicht jede|r Leser|in unter einem »nackten Mann« was konkretes vorzustellen vermag, waltet der diensthabende Symbolbildbeauftragte seines Amtes, um dem Vorstellungsvermögen mit der Darbietung einer anschaulichen Illustration auf die Sprünge zu verhelfen:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • Nackter Mann im Hauptbahnhof
  • Nackter Mann im Park
  • Nackter Mann in Rheinberg
  • Nackter Mann vor Wohnhaus
  • Nackter Mann packt Polizist

  • Nackter Mann mit Rollator
  • Nackter Mann fährt Auto
  • Mann zieht sich aus (aus der Bildmontage-Bastelstube)
  • Gruppe nackter Männer
  • Nackter Mann kackt

Kehrwoche

Heute vor 30 Jahren, am 17. Dezember 1988, wurde die schwäbische Kehrwoche in Stuttgart, welchselbe alldort seit Zeiten der Entdeckung Amerikas im Stadtrecht fest­ge­schrie­ben stand, vermöge einer höchstamtlichen Ver­fü­gung des regierenden Oberbürgermeisters ab­ge­schafft.

»Damit die Stadt rein erhalten wird, soll jeder seinen Mist alle Wochen hinaus­führen, jeder seinen Winkel alle vierzehn Tage, doch nur bei Nacht, sauber ausräumen lassen und an der Straße nie einen anlegen. Wer kein eignes Sprechhaus [=Abort] hat, muß den Un­rath jede Nacht an den Bach tragen.«
.(aus dem Stuttgarter Stadtrecht von 1492)
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10. Dezember – Wissenswertes von A bis Z: Platypisches

Heute vor 267 Jahren wurde der englische Naturforscher George Shaw (1751-1813) geboren, er führte die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen an Axolotl sowie Schnabeltier durch.

Als Shaw erstmals ein Exemplar eines Schnabeltiers in Form eines getrockneten Balgs zur Un­tersuchung und Erstbeschreibung vorgelegt bekam, hielt er diesen alsogleich für die kuriose Fäl­schung eines Scherzbolds, welcher ihn aus verschiedenen Teilen eines Bibers und einer Ente zusammengenäht hatte – zu einer Art antipodischem Raurackl, sozusagen.

Kollege KrassNick beschreibt das Schnabeltier, recht anschaulich, in einem Vierzeiler:

    Das Schnabeltier, das wissen wir,
    hat insgesamt der Flossen vier,
    davon auf jeder Seite zwie:
    dies dient, man ahnt’s, der Symmetrie.

Im Einleitungstext zu seinem Film Dogma bezeichnet Autor und Regisseur Kevin Smith das Schnabeltier als »lebenden Beweis dafür, dass Gott Humor haben muss«.
Auch diesen Sachverhalt hat Kollege KrassNick wiederum in erbauliche Reimverse gefasst:

    Als Gott das Schnabeltier erschuf
    da war er grad recht lustig druff
    und fragt’ es: Ente oder Biber –
    na, wie hätten wir’s denn lieber?
    Das Schnabeltier, darob verwirrt,
    wusst’ Antwort nicht sogleich zu geben,
    so ward’s vom lust’gen Gott kreiert
    als Mischkulanz – so ist das Leben.

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© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

7. Dezember

Hermann Maier vulgo Herminator hat heute Geburtstag.
Nach seinem spektakulären Sturz in Nagano 1998 erklärte er vor der internationalen Presse, zur Behandlung von Prellungen bewähre sich vortrefflich Mankei-Schmalz (alpen­län­disch für Murmeltier-Fett) als probates Hausmittel.
Der Dolmetscher übersetzte das als monkey grease, und die daraufhin kolportierte Presse­mel­dung rief weltweit Empörung unter Tierschützern hervor:

    »In Österreich werden zu pharmazeutischen Zwecken Affen gekocht.«

Ghost Rider

Heute vor etlichen Jahrzehnten, am 3. Dezember Anno Neunzehnhundertschnee, fand in Neu­lengbach im schönen Wienerwald die Führerscheinprüfung statt, und nachtsüber hatte es einen Viertelmeter hoch geschneit. Also kriegten wir Prüflinge jeder eine Schneeschaufel in die Hand gedrückt und brachten den halben Vormittag damit zu, die Zufahrt zur Fahr­schul­ga­ra­ge freizuschaufeln, derweil sich der von der Bezirks­haupt­mann­schaft Sankt Pölten/Land an­ge­reis­te Führerscheinprüfer im Gasthaus Schab­schnei­der neben der Fahrschule bei einem Känn­chen Glühwein aufwärmte.
Das Fahrschulmotorrad war damals eine R68er BMW mit Seitenwa­gen, wie auf diesem Bild: im Fußraum des Seitenwagens waren zu­sätz­li­ches Kupp­lungs- und Fußbremspedal installiert, und darin saß der Fahr­leh­rer Herr Blüml im knöchellangen Ledermantel mit Flie­ger­haube und Sturm­brille (wie Abb. rechts) und assistierte uns hilfreich, als wir mit klammen Fin­gern ohne Finger­spit­zen­ge­fühl für Kupplungs- oder Brems­hebel zwei Run­den um den schneebedeckten Kirchenplatz kurvten.
Manche Fahrschüler wohnten weit auswärts in der Neulengbacher Umgegend und wurden von Herrn Fahrlehrer Blüml zur Fahrstunde von daheim abgeholt und hinterher wie­der dort ab­ge­setzt. Bei Schlechtwetter pflegte Herr Blüml das Beiwagenverdeck zuzuklappen und blieb darin sitzen, nachdem er den Fahrschüler daheim absteigen ließ und zuvor noch an­ge­wie­sen hatte, (am Fußhebel links am Motorrad) den zweiten Gang einzuschalten: Kupplung und Fuß­bremse konnte er ja mit seinen Fahrlehrerpedalen betätigen, und zum Lenker mit Gas­dreh­griff brauchte er nur mit der linken Hand beim Seitenfenster rauszugreifen. So ge­schah es nicht sel­ten, wenn er mit röhrendem Motor im zweiten Gang zur Fahrschule heimwärts fuhr, dass sich ent­ge­gen­kom­menden Straßen­ver­kehrs­teil­neh­mern der im Bilde unten dar­ge­stellte An­blick bot – und wenn dann einer bei der Neu­leng­ba­cher Gen­dar­me­rie aufgeregt Mel­dung er­stat­te­te, er habe grad ein fah­rerloses Bei­wa­gen­mo­tor­rad vor­über­brau­sen gesehen auf dem gar kei­ner drauf­saß, dann wusste man dort Bescheid: Ah, der Blüml fahrt grad von der Fahr­stund’ heim.


Fahrlehrer Blüml gibt den Ghost Rider (Symbolbild)

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(Beitrag zu Kollege Dominiks *.txt-Projekt: »Fingerspitzengefühl«)

2. Dezember:  Warum Nashörner nicht fliegen können

Heute vor 70 Jahren wurde Prof. Dr. T.C. Boyle geboren, in seinem Roman “Wassermusik“ wird er­läu­tert, warum Nashörner nicht fliegen können:  weil die nämlich so riesige Haufen machen. Würde nun ein Nashorn im Fluge solch einen riesentrumm Haufen einem Menschen auf den Kopf fallen lassen, so würde der gewiss wenig Freude darüber haben. Darum hat es der gütige Herr­gott in seiner unendlichen Weisheit so eingerichtet, dass Nashörner nicht fliegen können. Das hört sich sehr plausibel an.

Symbolbild-Revue: Peniles (III)

Eine Pressemeldung ohne Pics ist nix, wie man weiß, und weil sich vielleicht nicht jede|r Leser|in unter einem »Penis« was konkretes vorzustellen vermag, waltet der Symbolbild-Be­auf­tragte seines Amtes um vermittels einer erhellenden Illustration Aufklärung zu verschaffen:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • »Normaler Penis«
  • »Großer Penis«
  • »Krummer Penis«
  • »Geschwollener Penis«
  • »Erster bionischer Penis«

  • »Gabel in Penis«
  • »Penis abgebrochen«
  • »Penis fast abgebissen«
  • »Zurück zum Penis«
  •  (Ohne Worte)

Wer sich unter einem Penis jetzt noch immer nix konkretes vorstellen kann, möge hier weiterklicken und daraus vielleicht schlauer werden:


29. November

Heute vor 127 Jahren erblickte der seinerzeitige österreichische Bundeskanzler (1953-1961) Julius Raab das Licht St. Pöltens. Raabs Volkstümlichkeit und Bodenständigkeit war legendär: täglich zur Mittagszeit sah man ihn zum Greißler ums Eck spazieren, um eine Knackwurst zu erwerben, welche er anschließend an seinem Schreibtisch im Kanzleramt zu verzehren pflegte. (Eine sogenannte »Beamtenforelle«. Heißt so, weil sie dem traditionell miserabel besoldeten österr. Beamten als ver­gleichsweise preiswerter Ersatz für den teuren Fisch diente, welchen er sich von seinem kargen Salär selten leisten konnte. Unlautere Fleischer pflegten das Brät zur Herstellung ihrer Knackwürste über Gebühr mit billigem Getreidemehl zu strecken.) Als Erz-Schwarzer – die ÖVP stand in enger Allianz mit der katholischen Kirche, von Säkularität war dazumals noch keine Rede – darauf angesprochen, ob es nicht unstatthaft sei auch frei­tags am kirchlichen Fasttag eine Wurst zu essen, rechtfertigte sich Raab:
»Knackwurst gilt nicht als Wurst, die gilt als Mehlspeis’.«
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Historisches Fotodokument: Julius Raab verzehrt eine Knackwurst.

Luftnummer (III)

Von fliegenden Autos sowie Motorrädern liest man zuweilen mit Staunen. Die Online-Aus­ga­be von Österreichs meistgelesener Verschenk-Volksinformationspostille weiß gar von einem springenden Wagen zu berichten:

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Weil dem staunenden Leser die Vorstellung eines über eine Autobahnunterführung springenden Wagens wo­mög­lich schwerfallen mag, verhilft der diensthabende Markierungspfeil-Be­auf­trag­te dem Leser-Vor­stel­lungs­ver­mö­­gen vermittels eines im Teaser applizierten roten Markierungspfeils (Abb. rechts) auf die Sprünge – siehe Vergrößerung:

24. November

Heute vor 159 Jahren veröffentlichte Charles Darwin (1809-1882) die Erstausgabe seines um­wälzenden Hauptwerks “Über die Entstehung der Arten“, worin er seine Evo­lu­tions­theorie dar­legte.
Darwins Evolutionslehre wird nicht von jedermann anerkannt, die Kreationisten lehnen sie rundweg ab. (Allerdings: wenn Gott die Menschen tatsächlich nach seinem Eben­bild er­schaf­fen hätte [1. Mose 1,27] – welcher Umkehrschluss folgert dann daraus: dass man sich Gott als Ebenbild der Menschen vorzustellen habe? Etwa so wie z.B. diese Typen in der Barbara Karlich Show?)
Der reimende Kollege krassNick hegt ebenfalls Einwände gegen Herrn Darwins Theorie, und fasst diese in einen gefälligen Fünfzeiler:

    Dass Mensch und Schimpanse Verwandte wären,
    gehört zu Herrn Darwins bekannten Lehren.
    Der Mops aber, dass ausgerechnet der
    mit dem Wolf verwandt wär’: das kann der Herr
    Darwin seiner Urstrumpftante erklären.
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    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.

Symbolbild-Revue: Sittenstrolche, Perverse, Kinderschänder ..

Perversitäten gibts bekanntlich in verschiedenen Ausprägungen. Allen Leser|innen, die womöglich keine genaue Vorstellung darüber haben, wo grob unanständiges Benehmen beginnt oder wo sexuelle »Belästigung« aufhört, verschafft der diensthabende Symbolbildbeauftragte Aufklärung:

von links nach rechts (klick für Detail):

  • Symbolbild »Sittenstrolch in Rheinbahn«
  • Symbolbild »Perverser auf einer Rolltreppe«
  • Symbolbild »Drei Perverse«
  • Symbolbild »Asylwerber onaniert im Schwimmbad«
  • Symbolbild »Grob unanständiges Benehmen«


  • Symbolbild »Sexuelle Belästigung«
  • Symbolbild »Unheimlicher Sex-Täter«
  • Symbolbild »68-jährige Rentnerin«
  • »Perverser greift an« (Gruß vom Bildmontage-Bastelbeauftragten)
  • »Vater packt aus« (Gruß vom Bilddetail-Einkringelungsbeauftragten)

Wer in der Schule kein Griechisch gelernt hat und darum mit dem Begriff Pädophilie vielleicht nichts anzufangen weiß, wird vom Symbolbildbeauftragten aufgeklärt:


  • »Pädophiler Jugendlicher«
  • »Pädophiler Fußballtrainer«
  • Symbolbild »Der Mann sitzt in U-Haft«
  • »Härtere Strafen: Kinderschänder ab in die Kabinen«
  • »Verfahren gegen Pater nach Exorzismus mit Plüschtieren«

19. November

Heute ist übrigens schon wieder Welttoilettentag.
(Nicht zu verwechseln mit dem Tag des Toilettenpapiers, oder dem Tag des deutschen Tankstellenklos.)
Wofür soll der eigentlich gut sein? Schau mer mal:

» Der Welttoilettentag soll die Verantwortlichen in Politik
.und Wirtschaft wachrütteln.«

Wachrütteln. Die Verantwortlichen. Ah, so ist das.

(Haben Sie schon gewusst, dass Papst Julius I. als Schutzpatron der Latrinenreiniger gilt, oder was eine Geräuschprinzessin ist? Man lernt nie aus.)
(Wie eine »Russische Toilette« ausschaut, erfahren wir bei Kollege Herold.) Bloggen bildet.

18. November – Kategorisches

Heute vor 112 Jahren wurde der Wiener Theater- und Fernsehschauspieler Guido Wieland (1906-1993) geboren.

Meine Oma selig weigerte sich zeitlebens, so neumodernes Zeugs wie einen Fernseher beim Namen zu nennen. Radio hören hieß für sie Radio hören, und fernsehen hieß Radio schauen.

Kollege Trithemius berichtet hier über seine Frau Großmutter und deren Radio, und dass die Menschen im Werbefernsehen stets attraktiver erscheinen als in der Wirklichkeit.

Meiner Oma aber bereitete das Fernsehen eine überaus enttäuschende Erfahrung. Sie war eine glühende Verehrerin von Guido Wieland gewesen, dessen schöne klangvolle Stimme sie lediglich aus ihrem Radio kannte und die ihr so gut gefiel, dass sie sich den dazugehörigen Sprecher als den denkbar attraktivsten Mann vorstellte: wer so wunderschön sprach, der musste in ihrer Vorstellung auch ein wunderschöner Mann sein.
Als sie ihn aber dann zum erstenmal im Fernsehen sah (in einer Werbesendung für Tief­kühl­spi­nat, noch dazu), da war Guido Wieland ein relativ kleiner älterer Herr mit Brille und wenig Haaren, und meine Oma von seinem Aussehen maßlos enttäuscht – und somit das Idealbild, welches sie sich in ihrer Phantasie bis dahin von ihm ausgemalt hatte, ein für allemal ruiniert. Die Schuld für ihre bittere Enttäuschung schrieb sie dem Fernsehen zu, und fällte ihr kate­go­risches Urteil:

    »Es Radioschaun hod ka Guat’s ned.«
    (»Das Fernsehen hat nichts Gutes.«)

17. November

Gordon Lightfoot feiert heute seinen 80. Geburtstag, na sowas. In den Neun­zehn­hun­dert­acht­ziger-Jahren war er auf dem besten Weg, sich ins Nirvana zu saufen, hab gar nicht gewusst dass der noch am Leben ist. Alkohol konserviert anscheinend tatsächlich. (Lightfoot ist übrigens kein Künstlername, der heißt wirklich so.)

.. war sein bekanntester Hit, Anfang Siebziger. Hört man zuweilen noch, als Instru­men­tal­version degradiert zu Kaufhaus-Hin­ter­grund­musik oder auf  Tankstellen-Klos.

Was für eine Schnulze – fast peinlich zugeben zu müssen, dass man als junger Spund mal sämtliche Gordon Lightfoot-Platten im Regal hatte. Hab mir seinerzeit sogar extra einen Gold­fisch zugelegt um ihn »If You Could Read My Mind« zu nennen: weil ich fand der Song­titel wär ein so origineller Name für einen Goldfisch, dass es unbedingt einen geben müsse der so heißt.