Aufgelesenes

Schweinisches

Haben Sie gewusst, dass Schweine keinen Haken schlagen können. Ein Schwein im Schweinsgalopp kann nur geradeaus rennen, aber um keine scharfe Kurve.


Werden Sie von einem Wildschwein angegriffen, dann stellen Sie sich direkt vor einen Baum hin und lassen das angreifende Wildschwein geradewegs auf sich zurennen. Im letzten Moment treten Sie einen Schritt zur Seite und sehen zu, wie das Wildschwein gegen den Baum semmelt und k.o. geht, weil es dem Baum nicht ausweichen kann.


Wie man sich den Unfallhergang konkret vorzustellen hat, lässt sich aus der Artikelüberschrift nicht erschließen.

Konzertantes: Copy, & passt

Dass der Alkoholgehalt im Atem in Milligramm pro Liter Atemluft gemessen wird, der Alkoholgehalt im Blut hingegen in Promille pro Kilogramm Blut, hat jeder im Fahrschulunterricht gelernt, wers nicht verpennt hat. Sobald jedoch von einer Presseagentur (dpa) eine Unsinnsmeldung wie folgt abgesetzt wird, –


– flugs wird der Unsinn in sämtlichen Redaktionen von sämtlichen diensthabenden Presse­meldungs-Ab­schrei­be­be­auf­trag­ten unredigiert abgeschrieben und unisono in die Welt hi­nauskolportiert, in artiger Abschreibekonzertanz von Aargauer bis Süddeutscher Zeitung.

Copy, & passt: die altbekannte Melodie, man kennt sie ja.

»Das Schlimmste ist, dass alle voneinander abschreiben. Niemand macht sich mehr die Mühe zu überprüfen, ob überhaupt zutreffend ist, was be­haup­tet wird.« (Michael Götschenberg)
──────────────────
Mehr alkoholische Unsinnsmeldungen siehe:  [►]  [►]

Sonderbericht: Metamorphotisches


Erfahren Sie in div. “Gesundheitsportal“-Sonderberichten »nur bewährte!« und »nur bestätigte!« Informationen über die »bahnbrechenden Behandlungen« eines österreichischen Professors Erik Wagner, eines deutschen Professors Bruno Hauer (alias Professor Maciejczyk), eines Schweizer Professors Bruno Hauer, und div. weiterer Professoren aus div. weiteren Ländern [*] [*] [*] [*] (alle Experten für Molekularbiologie):


Ihre »Pionierleistungen in der Diätetik« führten zur Metamorphose einer Frau Miriam Sander aus Graz, welche zu Frau Miriam Sander aus Hamburg metamorphosierte sowie zu Frau Emma Gerber aus Lausanne (alle 37 Jahre), welche alle drei nach einem Facelifting und einer Zahnkorrektur eine Karriere als Stockphoto-Model einschlugen.

(Nur konsequent, dass auch die Leserkommentare zu den verschiedenen Artikeln einer Me­ta­mor­phose unterliegen ; )
───────────────────────────────────────
(zum Thema “Sonderbericht“ siehe auch: »Der Schmu des Manitu«)

Dupliziertes

Aufgabenstellung für Mathematik-Spezialisten:

  • Wieviele Mitarbeiter zählte die Belegschaft vorher?
  • Wieviele Mitarbeiter zählt die Belegschaft, wenn man das Personal knapp um das Doppelte halbiert?

Aufgabenstellung für Fachjuristen:

  • Finden Sie den Unterschied zwischen “voll verdoppelt“ sowie “halb verdoppelt“ heraus.

Die “news.de“-Weltuntergangs-Revue: Diese Woche kein Weltuntergang!

(news.de, 22.09.2019)


Dass der Flachsinnstiefpunkt auf dem Clickbaiting-Portal “news.de“ irgendwann erreicht wäre und sich nimmer tieferlegen ließe, steht nicht zu befürchten. Dass man über den jeweils aktuell bevorstehenden Weltuntergang nicht zuverlässig informiert und den womöglich unbemerkt verpassen würde, ebenfalls nicht:

(18.09.2015)

(25.09.2015)

(15.10.2015)

(21.01.2016)

(15.05.2016)

(29.07.2016)

(22.08.2016)


In den Anden. (Nicht zu verwechseln mit den Alpen.)

(26.08.2016)


Beweis-Foto! “Tourist Guy“ Karl W.: »So erlebte ich den Weltuntergang«


(22.09.2016)


(Definieren Sie den Begriff  “nah“)

(08.12.2016)

(09.01.2017)

(11.01.2017)

(17.01.2017)

(26.01.2017)


(Nicht zu verwechseln mit Todesstern, der an der Sonne saugt.)

(01.02.2017)


(02.02.2017)


»Wann es soweit sein wird, erfahren Sie hier«:


(Wie es dem Mond gelingen will, auf die Erde zu krachen nachdem die Sonne vorher sämt­li­che Pla­ne­ten vernichtet hat, erfahren Sie hier allerdings nicht.)

(24.07.2017)


Asteroid, mal wieder: Kennt man einen, kennt man alle.

(01.08.2017)

(22.09.2017)


(Definieren Sie den Begriff  “now“)

(25.09.2017)

(27.12.2017)

(22.01.2018)

(22.02.2018)

(23.04.2018)


(Nicht zu verwechseln mit Planet X, der am 5. Oktober die Erde zerstörte, s.o.)

(03.05.2018)

(22.06.2018)


Welcher Physiker das prophezeit, verrät Ihnen news.de:

(26.09.2018)


Ah, der ist das. Ist allerdings bereits verstorben.

(02.10.2018)


“Todes-Komet“. (Nicht zu verwechseln mit Mega-Planet, der im September die Erde zerstörte, s.o.)

(28.01.2019)

(30.01.2019)


Undsoweiter. (Ob der Weltuntergang nächste Woche stattfindet oder wiederum abgesagt wurde, erfahren Sie zuverlässig aktuell auf  “news.de“, s.o.)

Gagaistisches

Im ZDF-Talk “maybrit illner“ zum Thema Fahrverbot und Tempolimit zieht der deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unter dem Tenor »Wenn das nicht Gaga ist« die Messwerte der Luft-Schadstoffbelastung durch Autoabgase in Zweifel und behauptet unter anderem:

    »In Wien ist die zentrale Mess-Station in einer Fußgängerzone.«


In Wien gibt es siebzehn Luftgütemessstellen des Wiener Luftmessnetzes, darunter auch eine am Stephansplatz im Stadtzentrum. Ob man Herrn Scheuers Darstellung jener x-beliebigen von insgesamt siebzehn Wiener Messstellen als »die zentrale Mess-Station in Wien« für mutwillige Faktenverzerrung halten will oder bloße Einfältigkeit, mag jeder selber beurteilen.
Wenn das nicht Gaga ist.


Luftgütemessstellen des Wiener Luftmessnetzes


────────────────
(siehe auch: BILDblog)

Luftnummer (III)

Von fliegenden Autos sowie Motorrädern liest man zuweilen mit Staunen. Die Online-Aus­ga­be von Österreichs meistgelesener Verschenk-Volksinformationspostille weiß gar von einem springenden Wagen zu berichten:

.
Weil dem staunenden Leser die Vorstellung eines über eine Autobahnunterführung springenden Wagens wo­mög­lich schwerfallen mag, verhilft der diensthabende Markierungspfeil-Be­auf­trag­te dem Leser-Vor­stel­lungs­ver­mö­­gen vermittels eines im Teaser applizierten roten Markierungspfeils (Abb. rechts) auf die Sprünge – siehe Vergrößerung:

Österreich: Rekordland bei Morden

Haben Sie gewusst, dass Österreich das Land mit der niedrigsten Mordrate in ganz Europa ist? – Anbetrachts der hirnverbrannten Schlagzeilen möchte das wohl niemand vermuten:


Was in Wahrheit hinter diesen hirnverbrannten Schlagzeilen steckt: mitnichten liegt Öster­reich »bei Morden an Frauen« in der EU ganz vorn. Vielmehr ist lediglich der prozentuelle Anteil weiblicher gegenüber männlicher Mordopfer höher als im EU-Durchschnitt:


Ja und, weiter? – Nix weiter, das wars schon: in Österreich unterscheidet sich der Frauenanteil bei Mordopfern prozentuell von dem anderer europäischer Länder. Der Informationsgehalt dieser Meldung ist so weltbewegend wie ein Schas im Kukuruz. Tatsächlich aber ist Österreich das europäische Land mit den wenigsten Morden im Verhältnis zur Einwohnerzahl:


Erkennen Sie die Hirnverbranntheit der Schlagzeilen im Bezug auf den Inhalt der Meldung, die dahintersteckt?

Heißt also: „nur“ 20 % Frauenquote bei Mordopfern.
Oder, wie der FOCUS dementsprechend titeln würde:

    » In Südafrika gibt es die wenigsten weiblichen Mordopfer -
    In Südafrika werden weniger Frauen umgebracht als in Österreich.«

LUFTNUMMER 1

Ein Bäcker backt täglich zehn Brote, obwohl seine Kunden täglich nur sieben kaufen. Da­rauf­hin backt er täglich elf Brote, aber seine Kunden kaufen täglich nur mehr sechs. Also prahlt der Bäcker vor seinen Kunden: »Als Bäcker bin ich die neue NUMMER 1, denn keiner backt täglich mehr unverkaufte Brote als ich!«

Erkennen Sie die Logik hinter dieser wundersamen Brotvermehrungs-Nummer?

Falls jemand vermeint, auf diese bizarre Auflagenvermehrungs-Luftnummer [siehe ►] von Österreichs viel gedruckter, aber wenig gelesener Verschenk-Tageszeitung ließe sich nicht eine noch bizarrere Nummer draufsetzen, so irrt sich der. Auf einer Doppelseite trompetet ÖSTERREICH aktuell drauflos –


– und präsentiert »Die wahren Auflagenzahlen / Die ausgewiesenen Leserzahlen« in Wien:

So stellten sich die entsprechenden Auflagenzahlen (laut ÖAK - Österreichische Auflagenkontrolle) sowie Leser­zah­len (laut MA - Media-Analyse) im Vorjahr dar, Abb. rechts:

Der sogenannte »große Verlierer«, die Konkurrenz-Ver­schenk­zeitung Heute, hat demnach heuer gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent weniger Leser, während die Auflage um 2,7 Prozent reduziert wurde.

»Die neue NUMMER 1« ÖSTERREICH hat hingegen um 9,5 Prozent weniger Leser als im Vor­­jahr, die Auflage aber – entgegen jeglicher Logik, wie man vermeinen möchte – dennoch um 5,3 Prozent erhöht.

Somit ist die Zahl der Leser pro aufgelegtem Exemplar von 0,75 (= lediglich ein dreiviertel Leser) auf 0,65 geschrumpft, und folglich landet heuer statt einem Viertel wie im Vorjahr nun ein sattes Drittel der gedruckten Gesamtauflage ungelesen in der Tonne oder fliegt als vom Wind “verbreitete Auflage“ durch die Gegend.
Beim sog. »großen Verlierer« Heute ging die Zahl von 1,36 Lesern pro Heft indes nur geringfügig zurück und ist nunmehr doppelt so hoch wie jene der »neuen NUMMER 1«, ebenso wie auch die Gesamtleserzahl:


Was mit dieser bizarren »ÖSTERREICH gewinnt«-Mediadatenverdreherei überhaupt bezweckt werden soll, ist sowieso völlig rätselhaft: So blöd ist die umworbene Anzeigenkund­schaft freilich kaum, um diese durchsichtige Luftnummer nicht zu durchschauen und zwischen der Werberelevanz von kolpor­tier­ter Auf­lagenhöhe und faktischer Leser­zahl d. h. Reich­weite zu unterscheiden zu wissen. Und die wenigen Leser, die man damit vielleicht beeindrucken will, werden deswegen ja nicht mehr.

(Koch NUMMER 1: »Wenn die Gäste nicht aufessen wollen weil ihnen mein Essen nicht schmeckt, serviere ich ihnen eben größere Portionen.«)

Nach welcher Logik eine Gratiszeitung trotz Leser-Rück­gang – in krassem Widerspruch zur Au­flage-Entwicklung – »der große Gewinner« sein will, weiß wohl nur ÖSTERREICH allein.
──────────────────────────────
Luftnummer, siehe:  [►] [►] [►]

Aufgetischtes

Unter Aufmachern wie »Schummelei in Homöopathie-Studie«, »Zweifel an Homöopathie-Studie« u. ä. berichten andere Medien über eine in “Scientific Reports“ erschienene, als unseriös aufgedeckte Studie zur angeblichen Wirksamkeit von Homöopathie, in welcher manipulierte und gefälschte Daten aufgetischt werden.

Umso rätselhafter indessen, warum “Der Standard | Die Zeitung für Leser“ seinen Lesern besagten Bericht über die Aufdeckung einer gefälschten Homöopathie-Studie unter dem Aufmacher auftischt:

.
(Zum Thema »Auswirkungen von Homöopathie« siehe dazu auch: »Homöopathie-Ärztin und 2 Ufologen sehen Nessie«, sowie »Homöopathisches«.)

16. September

»Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist.«
(Friedrich Torberg, “Die Tante Jolesch“)
.

Heute vor 110 Jahren wurde der große Friedrich Torberg (1908-1979) geboren. Wenn man allenthalben in der Zeitung liest, wie die Leute landauf landab unentwegt vom Glück verfolgt werden, so erinnert das an seine Tante Jolesch:
Als sich einer bei einem Unglück den Arm gebrochen hatte, sagte sie: »Noch ein Glück, der Arm hätte ab sein können«. Als einer bei einem Unglück einen Arm verlor, sagte sie: »Noch ein Glück, er hätte tot sein können.« Und als einer bei einem Unglück ums Leben kam, da sagte sie: »Noch ein Glück, hat er nicht lang leiden müssen.«


Was daran konkret ein Riesenglück sein soll, statt gegen einen Laternenmast gegen einen Alleebaum zu prallen, konnte freilich noch nicht herausgefunden werden.

Glück ist bekanntlich relativ.

Glück im Unglück, dass der Betonmauer nix passiert ist.

Glück im Unglück, dass der junge Biker so klein war, um unter der
Leitplanke stehen zu können ohne sich daran den Kopf anzuschlagen.