Aufgelesenes

Exxpressionistisches: Prozentrechnen für Selberdenker

Das Desinformations- & Fakenews-Verbreitungsmedium “eXXpress für Selberdenker“ ▶️ ver­­­mel­det über die Covid-19-Impfung:

» Beim deutschen Paul-Ehrlich-Institut gingen 323.684 Einzelfallmeldungen über den Ver­dacht einer Nebenwirkung oder einer Impfkomplikation ein.«

(323.684 Einzelfallmeldungen bei 182.717.880 = über 182 Millionen Imp­fungen.)

» 120 Fälle waren eindeutig
In einem Prozent der berichteten Verdachtsfallmeldungen wurde ein tödlicher Verlauf [..] mitgeteilt. In 120 Fällen war die Sache ohne Zweifel klar. Einer von hundert Patien­ten, die eine Nebenwirkung meldeten, sind also verstorben!«

120 Fälle von 323.684 Verdachtsfallmeldungen: das sind nicht »Ein Prozent«, sondern 0,037 Prozent oder 0,37 Promille.
Was diesen Fakenews-Verbreitungstroll vom “eXXpress“ dazu umtreiben mag, da über »Ein Prozent, also einen von hundert!« an Impfschäden verstorbene Patienten zu fabulieren, darüber lässt sich le­dig­lich spekulieren.

Exxpressionistisches

»Es ist wahrhaft kein Schmarrn zu blöd, als dass er in der Zeitung steht.«
(M. Krassnig)

Das Desinformations- & Fakenews-Verbreitungsmedium “eXXpress für Selberdenker“ ▶️ ver­­meldet:

Laut einer italienischen Zeitung* soll angeblich ein anonymer Nachbar hinter den geschlos­senen Fensterläden einer Villa in der Toskana, die angeb­lich dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj ge­hört, angeblich »Russisch gehört« haben.

Laut Corriere della Sera* ergab eine Nachfrage bei der Immobilienagentur, welche die Vil­la vermietet, dass es sich bei den Mietern um keine Russen handelt.

Exxpressionistisches: Gagaistisches

Das informelle ÖVP-Zentralorgan sowie Desinformations- & Fakenews-Verbreitungsmedium “eXXpress für Selberdenker“ vermeldet:

Winnetou-Verbot. Ohne Anführungszeichen.
Man hat sich Frau ÖVP-Generalsekretärin Sachslehner als eine Art weiblich gelesenen Wie­dergänger eines Herrn ÖVP-Realsatirikers Hanger vorzustellen: auch bei ihr fragt man sich, sobald sie den Mund auftut, ob sie die als Kind womöglich zu heiß gebadet oder ihr heimlich irgendwas nicht rezeptfreies ins Müesli gestreut haben. Wie etwa bei dieser Wortmeldung:

Von welchem “Verbieten“ redet die Frau da, was schwätzt sie da einher? Gagaistisch.
Weder ein Kinderbuch noch ein Kinderfilm wurde von irgendwem verboten.

Laut einer aktuellen Studie

Geht wer für eine “aktuelle Studie“ in ein Pensionistenheim und befragt dort die Insassen: »Sind Sie Pensionist?« – antworten neun Befragte mit Ja, und der zehnte gibt keine Antwort. Steht draufhin der Aufmacher in der Zeitung:

»Umfrage: Neun von zehn Österreichern sind Pensionisten«
Nachdem man z.B. aus Österreichs meistgelesener Verschenkzeitung bereits erfahren durfte dass “laut einer aktuellen Studie“ 67 Prozent der Österreicher täglich Sex haben*, sowie von Österreichs bedeutendstem Volksinformati­ons­organ darüber informiert wurde dass jeder dritte österreichische Pensionist fremd zu ge­hen pflegt*, bringt Österreichs auflagenstärkste Verschenkzeitung nunmehr zur Kenntnis:

Das Resultat einer Umfrage zum Thema Fremdgehen unter der Klientel einer Seitensprung­börse statistisch auf “die Österreicher“ umzulegen, ist methodisch mindestens fragwürdig. Hätte die stattdessen aber im Pensionistenheim stattgefunden, dann wäre als Resultat gar “Jeder Dritte geht fremd“ herausgekommen, siehe oben.

Drecksblattjournaillistisches

Mitunter fragt man sich, ob sie dieser Verschenkblatt-Journaille die Gehirne nun voll­ends zu­ge­schissen haben: da trägt eine Frau ein T-Shirt ohne BH darunter, so wie Millionen andere – und welcher Aufmacher fällt dieser Drecks­blattjournaille da­zu ein?

  (Heute)

»Nippelgate«. – Diese verkommene, degenerierte Drecksjournaille. Man möchte glatt kot­zen, wenn man solchen Dreck liest.

(Dass der männliche Kollege jener Frau zeitgleich den Bojazzer gibt, indem er in kurzen Ho­sen zu lang­ärmeliger Wollweste und Sakko auftritt, findet in dem Drecksblattartikel indes­sen keine Er­wähnung.)

Kolumnistisches: Unverständliches

*

So stehts über einer Kolumne auf “dieStandard“, in der es dann aber gar nicht um den Be­griff “Gender“ geht, sondern um Diskurse über Trans-Frauen:

»Wo sind etwa die Stimmen von jenen Trans-Frauen, für die feministische Räume nur für Cis-Frauen kein Problem sind– und die nur wissen wollen, woran sie sind?«
“Feministische Räume nur für Cis-Frauen“: vormals genannt Damenklo, Damenumkleide.

»Die gibt es ebenso wie Trans-Frauen, die sich in der Umkleidekabine für Frauen nicht wohlfühlen, weil Umkleidekabinen oder Toiletten in der aktuellen Debatte quasi zu dem Tatort schlecht­hin für sexualisierte Übergriffe durch Trans-Frauen gemacht werden.«
Bahnhof. Wenn schon der zweite Absatz einer Kolum­ne so unverständlich daherkommt, da verdrießt einen das Weiterlesen eigentlich eh schon – aber man bemüht sich halt:

»Es sind zweifelsohne große Fragen, die aufkommen, wenn wir Geschlecht anders als bisher denken sollten – wovon wir im Übrigen noch weit entfernt sind.«
Und welche großen Fragen wären das denn konkret, wenn man fragen darf? Es wäre zwei­fels­oh­ne dem Verständnis zuträglich, we­nigs­tens ein Beispiel für wenigstens eine der großen Fra­gen zu erfahren, deren Auf­kom­men hier postuliert wird. Weswegen sollten wir das Ge­schlecht von Trans-Frauen an­­ders denken als wir es bisher gedacht haben, nämlich als Ge­schlecht von Trans-Frauen? Wird et­was anderes da­r­aus, wenn wir es “anders denken“? Und wofür soll überhaupt diese neuer­dings grassierende Ma­rot­te gut sein, “denken“ zu einem tran­siti­ven Verb mit Akkusa­tiv­ob­jekt zu ver­ballhor­nen – was soll der Humbug?

»Auf Twitter läuft es allerdings gern so, dass massig seltsame Accounts koordiniert und hasserfüllt loslegen. Das sind nichts anderes als Trolle, und von ihnen gibt es bei Gen­der­debatten viele.«
Echt jetzt: auf Twitter gibts Trolle? Wie hat die Kolumnistin das bloß herausgefunden. Aber wel­che Re­levanz sollten Genderdebatten auf Twitter denn überhaupt für irgendwen haben, bitte?

»Demokratiepolitisch sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass eine Mehrheit
nicht über eine diskriminierte Minderheit bestimmen sollte.«
Versteh ich nicht. Ist denn nicht eigentlich grad das die Quintessenz der Demokratiepolitik, dass eben die Mehrheit bestimmt und nicht umgekehrt eine Minderheit über eine Mehrheit?

(Die Kolumne geht noch ellenlang weiter, aber da steig ich aus. Zu müh­sam.)

Zensiertes, oder: Die Große Färöer-Verpixelungs-Luftnummer

Vor Jahren fanden die Färöer-Inseln schon mal Erwähnung in einer “Computer Bild“-Strecke über “zensierte Bilder“ auf Google, obwohl die schon damals gar nichts da­mit zu tun hatten:

»Färöer-Inseln (Dänemark): Google bietet seinen Nutzern große Teile der Färöer-Inseln nur in sehr geringer Auflösung an. Ob das am Einspruch der 50.000 dort lebenden Fä­ringer liegt, ist nicht bekannt.«

Etliche Jahre danach geistert die Nonsens-Nummer mit den angeblich zensierten/verpixel­ten Färöer-Inseln durchs Netz:


»Die halbe Faröer-Insel
[..] So ist etwa die halbe Faröer-Insel kaum zu erkennen bzw. große Gebiete sehr stark verpixelt. Das soll wohl daran liegen, dass auf der strategisch wichtigen Insel sehr viele Soldaten leben.«
Im Jahr darauf verrät “Techbook“:


»7. Färöer Inseln
[..] Hier leben viele Soldaten und deshalb sind große Teile der Insel nur aus weiter Ent­fernung und grob zu erkennen.«
Tatsächlich leben auf den Färöer-Inseln insgesamt 4 (in Worten: vier) Militärangehörige, die an einem mysteriösen Ort  Verbindungsbüro der dänischen Streitkräfte neben der Po­li­zei­sta­­­tion in Tórs­havn stationiert sind. (Adresse und Telefonnummer stehen übrigens auf deren öffentli­cher Webseite, falls wer dort anrufen oder auf einen Kaffee vorbeikom­men möchte.)
Ein halbes Jahr später ist auf “Travelbook“ von den vielen Soldaten keine Rede mehr:

»Färöer Inseln, Dänemark
Ein großer Teil der Färöer Inseln ist bei Google Maps gepixelt. [..] Wieso so viel von der restlichen Insel unkenntlich gemacht wurde, bleibt Googles Geheimnis.«
Im Juni entdeckte eine Videoredakteurin von Gruner + Jahr die Nummer auf der Travelbook-Seite und bastelte ein animiertes Stockfotostrecken-Video daraus:

»2. Färöer Inseln, Dänemark
Nicht nur die beheimatete Militärbasis wurde bei Maps unkenntlich gemacht, sondern direkt die halbe Inselgruppe.«
Die beheimatete Militärbasis. Wir erinnern uns an die vier Bürohanseln in der dänischen Außendienststelle, die auch auf Google Street View zu sehen ist: wo sie grad mit einem Tarn­anstrich un­kennt­lich gemacht wird.
Dann landete die Färöer-Verpixelungsnummer auf der Fremdcontent-Schleuder “buzzfeed“:

»1. Färoer Inseln in Dänemark
Die Färöer Inseln in Dänemark sind als Ausflugsziel bekannt. Auf Google Maps ist aber nicht einmal die Hälfte der Insel zu sehen, der Rest ist stark verpixelt. [..] Unter den Pi­xeln befindet sich laut dem Spiegel eine Militärbasis.«
Verwechslung von buzzfeed, gemeint ist: laut dem stern. Dort tischen sie das nämliche Video aus der “Brigitte“ auf:

“Focus“ sowie “ProSieben“ präsentieren wiederum ein älteres mittels Bastelpro­gramm her­gestelltes Stockfoto-Video plus Erzählstimmen-Generator, und der darf extemporieren:

»4 Färöer Inseln
Die Färöer Inseln gelten eigentlich als beschaulich, doch das lässt sich leider nicht bei Google Maps erleben. Denn auf den Inseln leben viele Soldaten und deshalb lässt sich nicht wirklich etwas erkennen. «

Viele Soldaten, kennen wir schon. (Aber: Man muss nicht alles glauben, was im Focus steht.)

Was steckt denn aber nun tatsächlich hinter dieser mysteriösen Färöer-Zensurverpixelung? Die schlichte Antwort lautet: Nichts.
Tatsächlich ist auf Google Maps nämlich weder ein Teil noch überhaupt irgendwas auf den Färöer-Inseln verpixelt/zensiert/unkenntlich gemacht oder sonstwas: nichts derglei­chen. Das könnte frei­lich jeder selber herausfinden, wer dort “Färöer“ ein­gibt und die Karte halt ein­fach größer zoomt: so stellt sich die kolportierte vermeintliche Verpixe­lung ver­schiedener Zo­nen bloß als simpler grafischer Darstellungsfehler in bestimm­ten Zoom­­stu­fen her­aus. Als schiere Luft­nummer, mit nichts dahinter.

Exxpressionistisches: Milchmädchenmathematisches

»Menschen werden Journalist*innen, weil sie gerne Geschichten erzählen
– und Mathe hassen.«  (Scott Maier)*

Da hat der Tweet-Abschreibebeauftragte vom “eXXpress für Selberdenker“ wieder mal einen Tweet entdeckt und artig abgeschrieben:

Der ORF-Journalist Hannes Auer rechnet auf  Twitter vor:

»Österreichische Vollmilch kostet in Italien nur 0,89 Euro, in Österreich kostet die glei­che Milch 1,29 Euro. Das sind rund 45 Prozent mehr.«

Daraufhin extemporiert der “eXXpress“-Milchmädchenmathematiker:

Geht’s noch? Wenn die Milch in Österreich um 45 Prozent mehr kostet als in Italien, dann ist sie deswegen in Italien nicht um 45 Prozent billiger als in Österreich, stupido! Würde etwa die Milch in Österreich doppelt soviel kosten wie in Italien, das sind 100 Prozent mehr – so wäre die nach eXXpress-Mathematik in Italien also um 100 % billiger und kostet dort gar nix.
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(Rechnung für Selberrechner: Wenn die Milch in Italien mit 0,89 Euro um 40 Cent weniger kos­tet als in Österreich mit 1,29 Euro, dann ist sie dort um rund 31 % billiger.)

Copy & Paste

»Hinter jedem STANDARD-Artikel steckt hoher technischer und finanzieller Aufwand.« ..
.. steht hinter jedem STANDARD-Artikel, direkt darunter. Schau mer mal was hinter einem STANDARD-Artikel über den Steyr-Puch Pinzgauer steckt, unter dem das ebenfalls steht:

(links: DerStandard.at | rechts: Wikipedia)

Da copy&pastet einer nonchalant einen Wikipedia-Artikel und dreht ihn den Lesern ohne Quellenangabe als STANDARD-Artikel an. Besonders hohen technischen und finanziellen Aufwand brauchts da allerdings nicht dafür, möchte man meinen.

Blasenkolumnistisches: Über »den Verkehr«

Nicht immer, wenn ein “taz“-Kolumnist sich berufen fühlt, der Welt außerhalb seiner Bla­sen­welt die Welt zu erklären, versteht man dort draußen was der damit überhaupt meint. Schreibt da einer über »den Verkehr«:

».. revolutionieren wird den Verkehr nur das Lastenrad. Lastenräder sind die Zukunft.«

Nur das Lastenrad, »den Ver­kehr« – echt jetzt? Welche verkehrswissenschaftliche Expertise den “taz“-Ko­lum­nis­ten zu dieser Prognose über die Zukunft des Verkehrs qualifiziert, er­­läutert der ein­gangs seiner Kolumne: erst hatte der näm­lich einen VW-Bulli, den er durch ein Lastenrad ersetzte, wo­mit er nun seine Kinder durch Ber­lin fährt »und Turbo macht, wenn Sie (“Sie“? – gemeint sind wohl “sie“, also die Kinder) sa­gen: Papa, mach’ mal Turbo.«
Daraufhin fragt er Sie (also Sie, die Leser:innen):

»Merken Sie schon, wie sich Ihr Puls beschleunigt? Dann sind Sie nicht allein:«
Weshalb sich just an dieser Stelle der Kolumne Ihr Puls beschleunigen sollte, ist rätselhaft:

»Zuletzt klang das in der Berliner Zeitung so: Guck mal, der Papa mit den zwei Kindern da, der grinst so arrogant!«
Womöglich verbirgt sich des Rätsels Lösung ja in dem verlinkten Artikel in der Berliner Zei­tung – nachdem der aber hinter einer Bezahlschranke steckt, sind Sie nicht allein, wenn Sie eben­falls kein Abo ha­ben und es daher nie erfahren werden.

»Denn ich wage die These, dass das Lastenrad den Verkehr revolutionieren wird. 9-Euro-Ticket, schön und gut, aber eine individualisierte Gesellschaft braucht individuelle Verkehrsmittel.«
Hier verlinkt er aus unerfindlichem Motiv auf eine andere von ihm verfasste “taz“-Kolumne »Billig mit dem Zug nach Sylt«, ohne dass sich darin ein Zusammenhang mit seiner gewagten These er­kennen lässt: Soll heißen, das Lastenrad wird den Zugverkehr nach Sylt revolutio­nie­ren? Das verstehe, wer will. Muss aber nicht.

»48 Prozent, also fast die Hälfte der Arbeitnehmer pendelt zur Arbeit weniger als zehn Kilometer. Undenkbar, dass all diese Menschen auf ein Fahrrad ohne Motor, Bus und Bahn umsteigen. [..] Auf so einer Strecke ist das Lastenrad schneller als das Auto und der Bus:«
Wenn es also undenkbar ist, dass all diese Berufspendler auf ein Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, wieso sollte es deswegen denkbarer sein, dass die stattdessen alle auf Lastenräder umsteigen? Das ist doch ein Witz.

Die Gütertransportleistung im Straßenverkehr beträgt in Deutschland jährlich rund 500 Mill­i­arden Tonnenkilometer. Ebenfalls undenkbar, dass all dieser Güterverkehr sich durch das Lastenrad re­volutionieren ließe. Aber welchen Verkehr meint der denn in seiner Kolum­ne über die Verkehrswende pauschal mit »dem Verkehr«, dessen Zu­kunft Lastenräder wären?

Ach so, da handelt sichs gar nicht um »den Verkehr« im allgemeinen, was man sich im Rest der Außenwelt darunter vorstellen möge: sondern bloß um seinen innerstädti­schen Kin­der­trans­port-Verkehr innerhalb seiner »Papa macht Turbo«-Blasenwelt, welchen er nun mit ei­­nem Las­tenrad anstelle eines VW-Bulli durchführt. Die revolutionäre Ver­kehrs­­wende im Pri­­vat­leben eines Kolumnisten, nicht zu verwechseln mit der Allgemeinheit.

»Das Lastenrad hat nur einen Nachteil: Es kann die deutsche Automobilindustrie nicht retten.«
Nur den einen, eh klar. Sonst keinen. Was man als “taz“-Verkehrszukunftsexperte halt so zu prognostizieren weiß.

Kolumnistisches: Holler vs. Holler

Zuverlässig Befremdnis bei der Lektüre ruft der Holunder hervor, welchen der “Unisex“-Ko­lum­nist in der “taz“ alldort zur Darbietung zu bringen pflegt – aktuell unter der Überschrift:

Obwohl er gleich darunter im ersten Satz erklärt, ..

»Kritiker_innen behaupten, die Reform des Transsexuellengesetzes spiele soziales und biologisches Geschlecht gegeneinander aus. Das stimmt nicht.«
.. dass es in der Kolumne eben nicht um soziales vs. soziales, son­dern um soziales vs. bio­lo­gi­sches Geschlecht gehen soll. Fängt der Holler also bereits in der Überschrift an, schau mer was für Blüten der im weiteren Text noch treibt:

»Unser biologisches Geschlecht ist wichtig für einige medizinische Belange, darunter Fortpflanzung, und sonst für nicht viel.«
Wer zuvor noch nicht gewusst hat, was Fortpflanzung ist, erfährt es hier: ein medizinischer Belang nämlich, unter einigen. “taz“-Kolumnen lesen macht schlauer.

»Biologisches Geschlecht („sex“) hat seine Bedeutung de facto verloren.«
Macht aber nix: war de facto eh nur für einige medizi­nische Belange von Belang, wie oben zu erfahren ist, darunter Fort­pflanzung, und sonst für nicht viel.

»Sein angeblich massiver Einfluss auf Fähigkeiten und Neigungen, an den wir früher glaubten, ist widerlegt.«
Zum Beispiel sein angeblich massiver Einfluss darauf, dass Männer als Klavierpacker und Frauen als Sopransängerin befähigter wären als umgekehrt, wie wir früher glaubten. Be­vor das widerlegt wurde.

»Seltenst checken wir im Alltag jemandes biologisches Geschlecht. Wir ziehen höchstens Rückschlüsse darauf.«
Häufigst ziehen wir im Alltag allerdings zutreffende Rückschlüsse auf Klavierpackers oder Sopranistins biologisches Ge­schlecht. Lässt sich checken.

»Was uns eigentlich umtreibt, vom Ankleiden am Morgen bis zu den politischen Debat­ten am Abend, ist das soziale Geschlecht: gender
Was uns halt für gewöhnlich so umzutreiben pflegt, wenn der Tag lang ist und uns grad kei­­ne sonstigen Umtriebe dazwischenkommen. – Soviel Holler in einem einzigen Ab­satz zu ver­­zapfen, muss einem erstmal gelingen.

»Niemand interessiert das sex
Niemand treibt das sex um, im Gegensatz zu dem gender, das uns von morgens bis abends umtreibt. Deswegen heißt die Kolumnen-Über­schrift auch »Sex vs. Gender« – ah nein, heißt ja anders.

»Nicht trans Menschen haben Geschlecht kaputtgemacht. Es war von Anfang an ver­korkst.«
Verkorkst, so wie der Satz davor: den verstehe, wer will. Muss aber nicht.

Zwischentitel: Im Gewurbel des Geschwurbel

»Worte, Worte, nichts als Worte.«  (W. Shakespeare)

Zwischen schwangeren und gebärenden Menschen und den anderen könne man unterschei­den, so ist das also. Das ist z. B. bei einer Geburt im Kreißsaal gewiss hilfreich, wenn alle OP-Masken auf­haben: damit man zwischen der werdenden Mutter und den Schwestern und Ärzten unterscheiden kann und es zu keiner Verwechslung kommt.

Fantastilliardisches: Copy, & passt.

»Menschen werden Journalist*innen, weil sie gerne Geschichten erzählen
– und Mathe hassen.«  (Scott Maier)

2 Billiarden = 2.000 Billionen = 2 Millionen Milliarden Dollar. Wer’s glaubt.
(Meinten Sie: “Fantastilliarden“?)
─────────
C. censeo: Man muss nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.

Exxpressionistisches

Da twittert dieser BILD-“Schlauberger“ (lt. Selbstdarstellung) sowie Verschwörungserfin­der ein Video unbekannten Ursprungs, welches »nach seiner Einschätzung authentisch zu sein scheint«, auf dem »mut­maß­lich zu sehen ist, wie ukrainische Soldaten gefesselte russische Soldaten, offenbar Kriegs­ge­fangene, in die Beine schießen.«
Zu sein scheint, mutmaßlich, offenbar in die Beine. Beim “eXXpress für Selberdenker – Me­­di­um für ob­­jek­ti­ve, wahr­heits­getreue und kritische Information der Öffentlichkeit“ (lt. Selbst­darstellung) haben sie den Tweet auch gelesen und informieren darüber die Öffent­lichkeit “objektiv, wahrheitsgetreu & kritisch“:

(Dass in den Antworten unter dem Schlauberger-Tweet eingewandt wird, bei diesem Video handle es sich offensichtlich »um ein Propaganda-Produkt des rus­sischen Geheimdienstes, in dem russische Kämpfer eine Hinrichtung und Verwun­dung russischer Kämpfer inszenie­ren« – was man ebenfalls für authentisch halten mag oder auch nicht – darüber informiert der “eXXpress für Selberdenker“ die Öffentlichkeit al­lerdings nimmer. Denn das würde ja, wenns denn zutreffen würde, der im Aufmacher dar­ge­brachten objekti­ven, wahrheitsge­treu­en & kritischen Information widersprechen.)

Kolumnistisches: Die biologischen Fakten

»Es ist wahrhaft kein Schmarrn zu blöd, als dass er nicht wem einfallen tät.«
(M. Krassnig)
Wer vermeint, der Unsinnsrekord in der an Unsinnigkeiten wahrlich nicht erman­geln­den “taz“-Kolumnistik müsse irgendwann erreicht sein und sich nimmer toppen lassen, der irrt:

Unsere Autorin hat nur ab und an Sex mit Cis-Männern, aber auch die biologischen Fak­ten geben ihr Recht: Heterosex bringt Tücken mit sich.  –

–  erfährt man da in der Artikelüberschrift, und darunter bringt unsere Autorin (welche in der “taz“ indessen nicht als Autorin, sondern “Autor*in“ firmiert – warum auch immer) zur Mit­teilung:
    »Ich habe nichts gegen Heteros.«
Aha. Welcher Satz mag wohl als nächster darauf folgen? Dreimal darf man raten:
    »Ich habe heterosexuelle Freunde.«
Heterosexuelle Freunde, keine Freund*innen?
    »Manchmal schlafe ich sogar selbst mit Cis-Männern.«
Mit gewöhnlichen Männern auch, oder nur mit sogenannten Cis-Männern, also gewöhnli­chen Männern?
    »Alle sollen von mir aus Sex haben, wie und mit wem sie wollen.«
Na gut – außer mit minderjährigen Ministranten halt, undsoweiter. Aber sowas meint sie ja mutmaßlich eh nicht.
    »Aber ich muss jetzt trotzdem mal was sagen: Heterosex ist einfach nicht natür­lich.«
Im Unterschied zu Homosex?
    »Ich denke mir das ja nicht aus, das sind die biologischen Fakten.«
Die biologischen Fakten. Nämlich:
    »Viele Menschen mit Vagina bekommen deshalb von ungeschützem Geschlechts­verkehr mit Penissen eine Pilzinfektion.«
Und Menschen mit Penis, bekommen die keine? Oder wie sieht die biologische Faktenlage bei denen aus? (Geschlechtsverkehr mit Menschen mit Penis ist für die Autorin also nicht Ge­schlechtsverkehr mit Menschen, sondern mit Penissen. Betrübliche Ansichtsweise.)
    »Viele meiner Heterofreundinnen bekommen ständig nach Penetrationssex eine Blasenentzündung.«
Heterofreundinnen, na also. Hat sie ja doch welche.
    »Die meisten meiner weiblichen Freun­d*in­nen fühlen sich zu verschiedenen Ge­schlechtern hingezogen, «
Weibliche Freun­d*in­nen sogar. (»Semmel*nknödel*n«)
    »Heterofrauen müssen sich quasi entscheiden, ob sie Sex oder ein Leben haben wollen.«
Soll quasi heißen: Heterofrauen, die Sex haben, haben kein Leben? Echt jetzt?
    »[..] Penis-Vagina-Penetration bringt ein höheres Risiko mit sich als beispielsweise Lecken oder Fingern. Wo es an medizinischer Versorgung mangelt, ist eines der größten Risiken von Heterosex immer noch: schwanger werden.«
Heterosex bringt ein höheres Risiko einer Pilzinfektion oder Schwangerschaft mit sich als beispielsweise Lecken oder Fingern: na wenn das mal keine unbestreitbaren biologischen Fakten sind. Weshalb Heterosex deswegen aber nicht natürlich sein soll, hat sich aus dem Kolumnentext noch immer nicht erschlossen.
    »Ich frage mich oft, was sich die Natur dabei gedacht hat.«
Was sich die Natur wohl dabei gedacht hat, dass Sex zu Schwangerschaft und Fortpflanzung füh­ren kann? Obwohl Heterosex einfach nicht natürlich ist. Sondern so unnatürlich, wie se­xuelle Fortpflanzung in der Natur gemeinhin halt ist.
    »Weil ich aber, wie gesagt, dafür bin, dass alle Sex haben können, wie sie möchten,
– abgesehen, wie gesagt, von den Ministranten undsoweiter – darum fordert die Autorin also zuletzt allen Ernstes:
    – eine Sex-Abgabe für Heteromänner.«
Die Einhebung einer Heterosteuer für Männer, von welcher homosexuelle Männer hingegen befreit wären, weil die keine Frauen mit einer Pilzinfektion anzustecken pflegen. Auf sowas muss man erstmal draufkommen. Was für ein Einfall.

(Ich bin mir ehrlichgesagt gar nicht sicher, ob der Text nicht womöglich als Satire gemeint ist? Aber: Satire, die sich nicht als Satire verstehen lässt, ist keine missverständliche Satire, sondern schlicht Unsinn.)

Sonderbericht (IV): Beeindruckendes ..

.. berichtet da eine sogenannte “Well-Being Review“ – was freilich überrascht: weil es sich bei der echten “Well-Being Review“ in Wirklichkeit nämlich um ganz was anderes handelt.*
Der Bericht stamme, so erfährt man, “von der Journalistin Diana Müller“ – die aber in Wirklichkeit ganz anders aussieht als auf dem Foto: was freilich nicht verwundern muss, weil die echte Journalistin Diana Müller in Wirk­lich­keit näm­lich eine ganz andere ist.*

5 000 Frauen und Männer, na wenn das keine beeindruckende Teilnehmerzahl ist. Wieviele das in Prozent der Ein­wohnerzahl des Saarlands sind, damit man sich die überhaupt vorstel­len kann, steht nicht dabei. Auch nicht, wieviel die in den restlichen 20 Tagen der “Studie“ denn noch ab­ge­nommen hätten, was für etwaige Interessenten ja auch nicht uninteressant gewesen wäre.
Beeindruckt von der Studie, die in die Geschichte eingegangen ist, zeigt sich selbst ein Herr “Bédier chrétien, Mitglied des Forschungsteams des Instituts Fettleibigkeit und Gesundheit“ – von dem und dessen Institut allerdings noch kein Mensch jemals etwas gehört hätte: ..

.. was freilich ebenfalls kein Wunder ist, weil der beeindruckte Herr in Wirk­lichkeit näm­lich als “Doktor Sitting“ firmiert.

Vom Institut für Sicherheitstests und Zertifizierungen. (Welche “Sicherheits­tests“ könnte ein Aufklebepflaster etwa nicht bestehen: dass es von allein wieder abfällt? Oder sich von allein nimmer ab­machen lässt? Das wird dort leider nicht erläutert.)
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Sonderbericht: “Verblüffendes“
Sonderbericht: “Metamorphotisches“
Sonderbericht: “Algorithmisches“

Alliteratives: “Schatten über den Schauen“

Der Ukraine-Krieg brach nicht »am zweiten Tag der Fashion-Week« aus, sondern im Februar 2014. Vor acht Jahren war das.
Und Russland marschierte nicht etwa »nach zwei Jahren Pandemie« von einem Tag auf den anderen in die Ukrai­ne ein, sondern bereits 2014. Vor acht Jahren.
(Daten- und faktenbasierte Betrachtungen über den Ausbruch von Pandemie und Ukraine-Krieg erwarte man sich nicht zwingend von der “Lifestyle, Mode & Kosmetik“-Redaktion.)

»Nach Corona fürchtet sich die Industrie nun vor den Einbußen, die den Sanktionen ge­gen Russland folgen werden.«
Soll vermutlich heißen: die Modeindustrie. Die Rüstungsindustrie z.B. wird sich wohl kaum fürchten müssen.

»Und so ließ sich die Branche all den Newstickern aus der Ukraine zum Trotz ablenken.«
Zum Trotz. Ließ sich die vom Fürchten ablenken, und vom Schatten.

»Zum Schluss betrat der Designer in einem Raumanzug das Set. So mancher Gast benei­dete ihn drum.«
Um den Raumanzug oder um das Betreten des Sets? Das verstehe, wer will. Muss aber nicht.

Kolumnistisches: Mythisches

»Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte liest, es müsse sich
dabei doch auch was denken lassen.«  (Johann Wolfgang von Goethe)

Dass die Kolumnistik insonders in der “taz“ mitunter herausragende Blüten befremdlicher Besinnungsaufsatz-Prosa zu treiben pflegt, ist nichts neues. Vollends unergründlich ist indes­sen, was der “Unisex“-Ko­lumnist der Leserschaft in diesem Text darzulegen im Sinne führt:

»Nach 16 Jahren Merkel wäre „Kanzler“ aus seinem Wortschatz verschunden«, steht da (und soll natürlich »verschwunden« heißen, aber: geschenkt) – das erklärt er so:
  • »Nun liegt es zweifellos am ewigen Währen der Kanzlerin, dass Kanzler aus meinem Wortschatz verschwunden ist.«
Dennoch erfährt das Wort Kanzler, welches aus seinem Wortschatz verschwunden ist, des­sen ungeachtet im weiteren Text noch häufig Erwähnung:
  • »Ich bin zwar nicht sechzehn und habe schon Kanzler erlebt. Aber Kanzler Schröder ist mittlerweile heillos überschrieben von Altkanzler Schröder (besser noch: Fossilkanzler Schröder). Vor Kanzler Kurz indes haben sich diverse Spitznamen geschoben. Helmut Kohl wiederum war mein erster Kanzler und deswegen hat mein Hirn nur Bundes­kanzlerkohl abgespeichert.«
Welche »diverse« Spitznamen (außer Böhmermanns Babykanzler) sich vor Kanzler Kurz ge­schoben hätten, verrät er nicht, ebensowenig warum er nach 16 Jahren Merkel einen (und zwar nur den einen) österreichi­schen Kanzler ebenfalls zu seinen Kanzler-Erlebnissen zählt. Von denen hätte der allein im vergangenen Jahr schon drei erleben können.
  • »Womöglich geht es Ihnen anders, wenn Sie mehr Kanzler erlebt haben. Aber meine Sprachverarbeitung weigert sich noch zu akzeptieren, dass so ein dahergelaufener Olaf das Kanzlerinnenamt so einfach ausfüllen können soll. Höchstens zur Vertretung.«

Meine Sprachverarbeitung weigert sich einen Sinn darin zu erblicken, was der Kolumnist hier zum Ausdruck bringen will. Irgendwas mit Ironie, oder wie? Will sich nicht erschließen.
  • »Aber meiner Sprachverarbeitung sind Überzeugungen egal.«
Seiner Sprachverarbeitung. Aber warum steht dann im Titel »Über Sprachverarbei­tungen«, Plural? Um wessen Sprachverarbeitungen gehts denn da eigentlich, außer um sei­ne eigene, Singu­lar? Bleibt ein Rätsel.
  • »Das ist, wie Mythen gemacht werden. Assoziieren und vergessen [..]
    Der Mythos wird „zweite Natur“, sagt Roland Barthes und ekelt sich davor. Aber Mythen sind keine Ausnahme, sondern formen, was wir wissen.«
Das hört sich freilich unerhört geistreich an, aber weswegen sich Barthes denn ekelt oder was dessen mythischer Ekel überhaupt mit der Kanzler-Sprachverarbeitungsnummer zu tun haben soll, das erläu­tert der Kolumnist im weiteren nimmer, stattdessen resümiert er:
  • »Wie viele Kanzler, bis Kanzler mir wieder normal erscheint? Vielleicht bloß der eine. Vielleicht bin ich schon in zwei bis drei Wochen wieder eingenormt.«
Bis seine Sprachverarbeitung den Kanzlerinnenmythos-Zinnober halt verarbeitet hat.
  • »Aber nun hab ich Angst, den Teil von mir zu verlieren, für den ein Kanzlerinnenamt mal das Nor­malste der Welt war.«
Was für ein Zinnober. Keine Ahnung, was der mit seiner Kolumne mitzuteilen beabsichtigt.

Exxpressionistisches: Fake News

»Nirgendwo steht, dass Journalismus und Journalisten das Tor zur Wahrheit, die
Pforte zu den Fakten bewachen sollen.«  (Ex-“Bild“-Chefredakteur J. Reichelt*)

Da unterstellt einer, laut Selbstdarstellung “Bild“-Redakteur sowie Schlauberger, auf Twitter dem ZDF arglistige Bildmanipulation – was daraufhin von anderen Usern und auch vom ZDF selbst als Unsinn erklärt wird, da es sich ganz offensichtlich bloß um einen unbeabsich­tigten Grafikfehler handelt.
Was einen vormaligen Chef vom Dienst des “Wochenblick“ (informelles FPÖ-Zentralorgan & Des­in­formationsprojekt am rechten Rand zur Verbreitung von Verschwörungstheorien und Angstmache) und nun­mehrigen Redakteur des “eXXpress“ (informelles ÖVP-Zentralorgan & Me­dium zur ob­jekti­ven, wahr­heits­getreuen und kritischen Information der Öffentlichkeit) in­dessen nicht da­von abhält, den längst widerlegten Unsinns-Tweet über angebliche Bildfäl­­schung wi­der besseres Wissen zu einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkverschwörungs-Luft­num­mer aufzublasen:

Wider besseres Wissen deswegen, weil nämlich Leserkommentare, welche auf die Widerle­gung der Fälschungsbehauptung hinweisen, unverzüglich wieder gelöscht werden und von der Bildfläche verschwinden. Im Unterschied zu dem Fake News-Artikel über eine gar nicht stattgefundene ZDF-Bildfäl­­schungsaffäre, der steht noch immer da.

Aufmacher der Woche: Royal Clickbaiting

Aus der beliebten Reihe »Clickbait Suspense mit den Royals«
(Auflösungen im Spoiler darunter: 3x anklicken)

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                                   Schwäne sind mit Vogelgrippe infiziert.                                 

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                                           Jemand hat ein Baby gekriegt.                                         

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                      Ein Angestellter hat gekündigt, einer wird entlassen.                   

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                                  Meghan & Harry sitzen auf einer Bank.                                 

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                   Die Queen spricht mit Prinz George, wenn er sie besucht.                 
Clickbait Suspense: ▶️ ▶️ ▶️

Knalljournaillistisches

Wenn ein 18-jähriger Pkw-Fahrer einen Verkehrsunfall verursacht wobei sein Beifahrer ge­­tötet wird, weil er eine Stoptafel missachtet und in die Kreuzung einfährt ohne den Quer­ver­kehr zu beachten, sodass es zum Zusammenstoß mit einem vorschriftsmä­ßig einherfah­ren­den Lkw kommt – dann titelt die Verschenkzeitungs-Knalljour­naille darüber:

Dass der Lkw-Fahrer an dem Unfall völlig schuldlos war und chancenlos, ihn zu verhindern, erfährt man aus der Verschenkzeitung nicht. Was die Verschenkzeitungsjournaille indes­sen nicht versäumt, ihrer Leser­schaft mitzuteilen: dass er Serbe ist. Was zwar für den Unfallher­gang vollkommen irrelevant ist, bei den inländischen Pkw-Fahrern unter den Verschenkzei­tungslesern aber gewiss für Stimmung sorgt.