Außerösisches

Empörendes: Innenpolitisch Motiviertes

Von 1995 bis 1998 blockierte Deutschland unter Innenminister Kanther die Auf­nahme Öster­reichs in den Schengenraum mit der Begründung, diese würde einen unaufhalt­samen Zu­strom von Asylbewerbern zur Folge haben, da Österreich nicht imstande sei seine Grenzen zu Osteuropa und dem Balkanraum ausreichend zu kontrollieren. Bayerns Innen­minister Beckstein wollte den Beitritt Österreichs gar bis zum Jahr 2000 verhindern, weil die bayeri­schen Grenzpolizisten an der österreichischen Grenze dann nichts mehr zu tun hätten und darob der Melancholie anheimfielen.
Nun blockierte Österreich unter Innenminister Karner den Beitritt Bulgariens und Rumäni­ens in den grenzkontrollfreien Schengenraum mit der nämlichen Begründung, die Südost­grenze der EU sei nicht hinreichend gegen irreguläre Migrationsströme gesichert.

Seiner Empörung darüber Ausdruck verlieh der deutsche EU-Parlamentsabgeordnete Oetjen und erstellte die Diagnose:
»Österreichs Haltung ist schäbig und hat ausschließlich innenpolitische Motive.«

Innenpolitische Motive! Wie hat der Mann das bloß herausgefunden, und was findet der als nächstes heraus – dass der Papst katholisch ist? Was für Motive sollte Österreichs Veto gegen eine Schengenraum-Erweiterung denn sonst haben, wenn nicht in­nen­po­li­ti­sche – etwa außerirdische?
Jene (»schäbige«) Haltung Österreichs  der regierenden In­nen­po­li­tiker Österreichs*) be­grün­­det sich halt in der Befürchtung, die durch ungezügelte Migration hervorgerufenen in­nen­po­li­ti­schen Probleme würden sich ohne ihr Schengen-Veto noch weiter verschärfen – eine Prob­­le­­ma­tik, welche übrigens bei weitem nicht überall in allen Schengenstaaten vergleichbar dra­ma­tisch zu Buche schlägt, falls es jemand interessiert:

*) (Knapp die Hälfte der österreichischen Bevölkerung ist überdies gegen das Veto.)

15. Dezember

Heute vor 94 Jahren kam Friedrich Stowasser (1928-2000) zur Welt, später bekannt unter sei­nem Künst­­lernamen Friedensreich Hundertwasser als radikaler Gegner der geraden Linie in der Baugestaltung.

Hundertwassers Grußworte zur Einweihung der von ihm künstlerisch gestalteten öffentli­chen WC-Anlage in Kawakawa/Neuseeland am 10. Dezember 1999 lauteten:
    »Es ist nur eine Toilette, aber das zeigt, dass auch kleine Dinge Schönheit ins Leben
    bringen können.«
Was immer das bedeuten soll.

Laut einer aktuellen Studie

»Eine Studie aus dem Jahr 2014 konnte anhand von drei Weltmeisterschaften zeigen, dass Meldungen zu Gewalt gegen Frauen während und nach Fußballspielen anstiegen. So stiegen etwa [..] die Meldungen zu häuslicher Gewalt um 26 Prozent, wenn es ein Un­entschieden gab oder die Nationalmannschaft gewann. Verlor sie, stiegen die Meldun­gen sogar um 38 Prozent an.«

Wen die SPÖ da vor Gewaltanstieg während und nach Fußballspielen einer Natio­nal­mann­schaft eigentlich warnt, geht aus dem “Standard“-Artikel nicht hervor. Die öster­reichische Nationalmannschaft spielt bei der WM nämlich gar nicht mit – vielleicht könnte das ja wer der SPÖ verraten: dass die sich deswegen also keine Sorgen zu machen braucht. Die hat bekanntlich eh genug andere Sorgen.

13. November – Aviatisches

Heute vor 115 Jahren, am 13. November 1907, hob Monsieur Paul Cornu mit seinem »flie­gen­­den Fahrrad«, angetrieben von einem V8-Zylindermotor, zum ersten bemann­ten Hub­schrau­­ber­flug der Luftfahrtgeschichte ab. Der Erstflug erreichte eine Höhe von 30 Zentimeter, die Flug­dauer betrug 20 Sekunden. Leider erwies sich sein Hubschrauber als nicht steuerbar, wo­raufhin Mon­sieur Cornu die Flugversuche bald wieder einstellte.

Exxpressionistisches: Desinformatives

Das Desinformationsmedium “eXXpress für Selberdenker – Medium, des­sen objektive, wahr­heits­ge­treue und kritische Be­­richt­er­stat­tung der Information der Öffent­lichkeit dienen soll.“ des­in­formiert die Öffentlichkeit:

In Wahrheit hingegen verloren Mitte-Rechts-Partei (Forza Italia) mehr als ein Drittel, und Rechts­populis­ten (Lega) beinahe die Hälfte ihrer Wählerstimmen, die M5S-Po­pu­lis­ten sogar mehr als die Hälfte. Mit Giorgia Meloni den klaren Sieg in Italien holten sich viel­mehr die Ul­trarech­ten (Fratelli d’Italia), und die sind garantiert keine “Mitte-Rechten“, son­dern Neo­fa­schisten: Rechtsradikale. Giorgia Melo­ni, die in Rom triumphierte, ist eine Rechtsextreme – weiter weg von der Mitte geht gar nimmer.

Weil man aber weiß, dass Desinformation der Öffentlichkeit grundsätzlich der Blattlinie des “eXXpress“ ▶️ ent­spricht, muss der “Klarer Sieg für Mitte-Rechts“-Blödsinn freilich niemand ver­­wun­dern.

Komplimentäres

Was soll das heißen? Was auch immer unter dem Begriff einschüchternde „Komplimente“ ver­standen sein will, kann es sich jedenfalls um nichts handeln, was man gemeinhin un­ter einem Kompliment zu verstehen hat.

Vor Jahren war ich mal mit einem Mädchen in Spanien, und als ich dort irgendwo mal ein paar Schritte von ihrer Seite wich, da raunte ihr einer im Vorübergehen irgendwas zu und ging weiter. Sie sprach bissel Spanisch, aber als ich sie fragte was der zu ihr gesagt habe, er­klärte sie bloß kurz angebunden: »Ach nix, irgendso ein piropo-Quatsch halt.« Sie kannte das von früheren Spanienbesuchen.

Ein Piropo*, ein sog. “Flüster-“ oder “Schmeichelkompliment“ ist eine in der spanischen und lateinamerikanischen Machismo-Kultur traditionell gepflogene Unsitte, fremden Frauen mit beiläufig zugeraunten galanten Komplimenten auf die Nerven zu ge­hen. Ein traditioneller Piropo sollte indes keine sexuelle An­züg­lich­keit oder gar Anstößigkeit darstellen.
Damals wusste ich noch nicht, dass derlei Faxen von den betroffenen Frauen freilich als un­ange­nehme Belästigung empfunden werden, und bildete mir im Gegenteil noch was dar­auf ein, eine so attraktive Begleiterin zu haben dass ihr wildfremde spanische Män­ner im Vor­­über­gehen Kompli­mente machten – und meinte sie müsse sowas doch ebenfalls als schmei­chel­haft empfinden statt als lästig, ich Depp. Mittlerweile, in Zeiten allenthalben geführter Be­läs­ti­gungs­de­bat­ten, weiß ichs besser.

Mit den originären spanischen Piropos aber, was auch immer man von denen halten mag, können die nunmehr in Spanien unter Strafe gestellten sog. „einschüchternden Komplimente“ jeden­falls nix zu tun haben.

7. Juli

Heute vor 75 Jahren wurde Fredl Fesl geboren, der “bayerische Melankomiker“.

Seine Karriere begann damit, dass er in den Münchner Kleinkunstbühnen durch das Mit­­brin­gen seiner Gitarre keinen Eintritt bezahlen musste, indem er sich als auf­tretender Mu­si­ker ausgab. Als der eigentliche Künstler eines Abends fehlte, wurde Fesl vom Publikum auf die Bühne genötigt und musste wirklich selber auftreten.

Fredl Fesls Wortzerklaubereien kommen in schönster valentinesker Tradition daher:
    »As Pferdl hoaßt Pferdl, wei’s auf da Erd’ steht.
    Wei tats in da Luft fliagn, hoaßats fei Pfluftl

29. April – Rapidité, rapidité!

Heute vor 123 Jahren, am 29. April 1899, gelang es dem belgischen Automobilkonstrukteur und Rennfahrer Camille Jenatzy (1868-1913), der aufgrund seines roten Bartes und sei­nes verwegenen Fahrstils “Le Diable rouge“ (= der “Rote Teufel“) genannt wurde *), erstmals mit ei­nem Landfahrzeug den Geschwindigkeitsweltrekord von mehr als 100 km/h zu erreichen. Hätten Sie gedacht, dass das seinerzeit schnellste Automobil der Welt einen Elektroantrieb hatte:


Camille Jenatzy im Rekordelektromobil La Jamais Contente, 1899

Jenatzys Eigenkonstruktion namens “La Jamais Contente“ (= “Die nie Zufriedene“) wog, obwohl aus einer Leichtmetalllegierung aus Aluminium, Magnesium und Wolfram angefertigt, beinahe eineinhalb Tonnen. Erkenntnisse über aerodynamisch günstigere Stromlinienformen wurden erst in den folgenden Jahrzehnten gewonnen, daher wurde die Karosserie vorne torpedoförmig spitz zulaufend anstatt tropfenförmig konstruiert. Das freiliegende Fahrwerk und inbesondere die herausragende Sitzposition des Fahrers bewirkten massiven Luftwiderstand, sonst wäre gewiss ein noch höheres Tempo möglich gewesen.
Drei Jahre später wurde der Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge von Léon Serpollet (dem übrigens wegen zu schnellen Fahrens seine Fahrerlaubnis entzogen worden war) mit mehr als 120 km/h übertroffen, mit seinem dampfbetriebenen (!) Automobil namens “Œuf de Pâques“ (= “Osterei“) – welches allerdings mit einem Ei wenig Ähnlichkeit aufwies:


Léon Serpollet im Rekorddampfmobil Œuf de Pâques, 1902

*) Beim einem Automobilrennen am 17. Juni 1904 in Homburg/Deutschland belegte Camille Jenatzy den zweiten Platz, wobei er allerdings großes Glück hatte, als ihn bei der Fahrt über einen Bahnübergang ein Zug nur um Zentimeter verfehlte. Am 8. Dezember 1913 aber kam Jenatzy als Spaziergänger bei einem Waldausflug ums Leben, als ihm sein Talent, Tiergeräu­sche nachzuahmen, zum Verhängnis wurde: ein Jäger (Alfred Madoux, Direktor des Journals “L’Etoile Belge“) verwechselte ihn darob mit einem Rehbock und erschoss ihn irrtümlich.  ▶️

Statistisches

Na schön, aber sollte so eine Statistik etwa ein Kaufargument sein, sich einen Tesla anstatt eines durchschnittli­chen Autos zu kaufen? Laut Statistik weisen Zastava Yugo-Fahrzeuge in den USA gegenüber dem durchschnittlichen Auto eine um 99,98 Prozent geringere Wahr­scheinlichkeit auf, gestohlen zu werden. Deswegen kauf ich mir trotzdem keinen.

Spitzfindiges: Glazialogisches & Geopolitisches

Das Online-Boulevardmedium “eXXpress  für Selberdenker“ gibt bekannt:

Dass die Antarktis mit der Arktis verwechselt wird, kommt bekanntlich öfters vor.
Was auch immer man unter einem Gletscher »vor der Küste« wohl verstehen will – besag­ter Thwaites-Gletscher befindet sich jedenfalls in der Westantarktis und ist ein Gletscher, aber kein Eisberg. Jedenfalls soweit sich das für Selberdenker beurteilen lässt.

Diverser Unsinn kommt freilich mitunter auch in Online-Qualitätsmedien vor, z.B.:

Dass Südgeorgien, wo sich der Nordenskjöld-Gletscher befindet, eine norwegische Insel wä­re, wurde bislang noch nicht bekannt. Sondern ist ein britisches Überseegebiet in der Ant­arktis, auf welches Argentinien Anspruch erhebt. Indessen befindet sich ein gleich­namiger Gletscher auf der norwegischen Insel Spitzbergen, aber die liegt wiederum in der Arktis.

Genug der Spitzfindigkeiten, für heute.

Nachgelesenes

Redaktor Hubert Mooser polemisierte in der rechtspopulis­tischen Schweizer “Weltwoche“:

Drei Wochen vorher hätte er allerdings z.B. aus dem “Standard“ erfahren können:

»Die naheliegendste Erklärung ist, dass in Afrika nur ein geringer Teil der Infektionen überhaupt gemeldet wird. Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird hier nur eine von sieben Ansteckungen tatsächlich den Behörden bekannt, auch die Zahl der Opfer soll in Wahrheit wesentlich höher liegen. In Südafrika weisen die über dem historischen Durchschnitt liegenden „Zusatztoten“ darauf hin, dass drei­mal mehr Menschen an dem Virus sterben, als der Statistik zu entnehmen ist. Dermaßen korrigiert, liegen die afrikanischen Zahlen bereits über dem globalen Mittel.« *)
Die naheliegendste Erklärung auf die Frage des Weltwoche-Redaktors wäre dann halt, dass man in Afrika die Leichen eben nicht zu Bergen zu stapeln, sondern zu beerdi­gen pflegt wie anderswo auch.
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*) (Überdies ist die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung jünger als 17 Jahre, in die­ser Al­ters­­gruppe führt eine Covid-Infektion a priori vergleichsweise seltener zum Tod.)
(Mutmaßlich stecken sich in Afrika auch weniger Leute bei der Après-Ski-Saufgaudi an oder auf Querdenker-Demos.)

12. November – Ornithologisches

Heute vor 125 Jahren wurde der berühmte Ornithologe Dr. Sálim Ali (1896-1987) geboren, der »Vogelmann von Indien«. Er suchte nach einem ganz bestimmten Vogel:

Der Godavari-Rennvogel [Rhinoptilus bitorquatus], im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh endemisch, galt seit 1900 als ausgestorben. Anfang 1932 startete Dr. Ali seine ambi­tio­nierte Suche mit dem Ziel, den legendären Vogel wiederzuentdecken: ein Unter­nehmen, das ihn für den Rest seines langen Forscherlebens in Anspruch nehmen sollte. Über ein halbes Jahrhundert, 54 Jahre lang bis kurz vor seinem Tod, pirschte er unentwegt durchs indische Unterholz, tagaus & tagein, vom Tagesanbruch bis zum Sonnenuntergang. Ohne Erfolg.
Erst im Jahr 1986, mittlerweile 90-jährig, erfuhr er zufällig bei einer Plauderei mit einhei­mi­schen Vogelfängern, dass der Godavari-Vogel gar nicht so selten war wie er die ganze Zeit über ge­glaubt hatte: nach Einbruch der Dunkelheit liefen die scharenweise im Wald herum. Bereits in der darauffolgenden Nacht gelang es, im Schein einer Taschenlampe ein Exemplar einzu­fan­gen. Somit gelangte Herr Dr. Ali zu zwei grund­legenden ornithologischen Erkennt­nissen, näm­lich dass der Godavari-Rennvogel 1.) keineswegs ausgestorben, und 2.) grund­sätzlich nacht­ak­tiv ist.

(KURIER, 03.02.1987)

10. September

Heute vor 80 Jahren wurde der große Evolutionsbiologe und Humanist Stephen Jay Gould (1941-2002) geboren, der in seinem umfangreichen, unerhört klugen Werk u. a. darlegte, dass es zwischen Christentum und Evolutionslehre nicht notwendigerweise einen Wider­spruch ge­ben müsse. Gould war ein Verfechter der holistischen Betrachtungsweise in der Wissen­schaft, was er an­hand des Elefantenbeispiels illustrierte:

Man führe drei Blinde nebeneinander an einen Elefanten heran und trage ihnen auf, das Tier zu be­schreiben. Der erste ertastet den Schwanz und sagt: ein Elefant ist wie ein Strick. Der in der Mitte sagt: ein Elefant ist wie eine Wand. Und der dritte, der den Rüssel ertastet, sagt: ein Ele­fant ist wie eine Schlange. Freilich hat ein jeder der drei mit seiner Einzelbetrachtung nicht unrecht, aber einen Elefanten hat keiner insgesamt zutreffend beschrieben. Erst aus der Summe der Be­trach­tungen wird ein ganzes Bild daraus.

Dass gegensätzliche Betrachtungsweisen durchaus gleichberechtigten Bestand haben dürfen, zeigt Gould an einem weiteren Exempel: fragt man einen (weißen) Europäer, wie ein Zebra aus­schaut, so beschreibt es der für gewöhnlich als ein weißes Tier mit schwarzen Streifen. Ein (schwarzer) Afrikaner dagegen beschreibt dasselbe Zebra als ein schwarzes Tier mit weißen Strei­fen. Lediglich eine Frage des unterschiedlichen Betrachtungswinkels.

1. September – Tag des Zebrastreifens

Heute ist in Deutschland übrigens der Tag des Zebrastreifens.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber niemand verraten.)

 (Blick.ch)

Das ist freilich eine mords schlaue Idee. Um zu vermeiden, dass ständig Fußgänger auf dem Zebrastreifen erfasst  überfahren werden, braucherte man bloß die Zebrastreifen ab­­­zu­­schaf­­­fen. Wa­­rum ist das bis jetzt noch keinem eingefallen.

Wann kommt endlich wer auf die Idee, auch die Verkehrsampeln abzuschaffen. Dann gibts keine Zusammenstöße mehr, weil einer bei Rot über die Ampel gefahren ist. (Undsoweiter. Bestimmt ließen sich noch weitere konstruktive Vorschläge zur Ver­besserung der Verkehrs­­sicherheit ausdenken.)

Das mechanische Pferd

Heute vor 117 Jahren, am 21. August 1904, erhielt der Düsseldorfer Maschinenkonstrukteur Emil Jagenberg ein Kai­serliches Patent auf die »Verbindung eines Motorwagens mit einem auf diesen mittels Dreh­kranzes sich stützenden Lastwagen« und gilt somit als Erfinder des Sattelkraftfahrzeuges:

  • Vorteil: Das mechanische Pferd lässt keine Roßäpfel fallen.
  • Nachteil: Aus einem mechanischen Pferd lässt sich kein Leberkäs herstellen.

#Laschetfragt

Politisches Kabarett, klagte Josef Hader, könne man heutzutags gar nimmer machen, weil es von der Realsatire ständig überholt werde.


Armin Laschet fragt Elon Musk: »What is the future of cars? Hydrogen or–?«
[»Was ist die Zukunft von Autos? Wasserstoff oder–?«]
Musk: »For me electric.«

(Die österreichische Satireseite “Tagespresse“ verklagt eine Figur wie A. Hanger am Han­dels­gericht wegen sittenwidrigen Wettbewerbs. Ob auch der deutsche “Postillon“ eine Figur wie La­schet ebenfalls verklagen will, ist noch nicht bekannt.)

2. Sonntag im August: Tag der Melone

In Turkmenistan ist heute übrigens der Tag der Melone.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber niemand ver­raten.)

Dass Turkmenische Melonen im Laufe von Jahrhunderten mehrere Goldmedaillen bei den in­ter­nationalen Wettbewerben gewonnen haben, ist angeblich sehr bekannt. Melonenanbau gilt in Turkmenistan als Nationalkunst. Der Name einer turk­me­nischen Melonen-Königin lau­tet “Ak gurbeksaftig“.
(Kann man sich merken, muss man aber nicht.)

1. August

Heute ist der Schweizer Nationalfeiertag.

»Die Schweiz ist ein exotisches Land, wo man trotzdem ohne Jetlag hinfliegen kann.«
 (Alfred Dorfer)

Auch die Sprache ist exotisch.

(Haben Sie gewusst, dass die Schweiz doppelt so groß ist wie die Niederlande?
Man müsste sie nur bügeln.)

Aquaplaning, oder: »Wildwasserfaahn mi’m Auto-ey!«

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, blöder geht es nicht!
Noch nie war Blödheit je zu blöd, als dass es nicht noch blöder geht.«
(nach M. Krassnig*)

Aus der Reihe “Überholversuche von Blödmännern, die »Ey-Altaah!« lallen“:
Blödmann Nummer 2 versucht vorausschwimmendes Auto von Blödmann Nummer 1 zu über­holen: »Altaah! Verpiss dich-ey!« ..

Quizfrage: Was hat der Fahrzeuglenker im Video beim Überholversuch nicht beachtet?
  • Er hat verabsäumt, vor dem Überholen einen Schulterblick zu machen;
  • Er hat vergessen, beim Überholen den Blinker einzuschalten;
  • Er hat nicht versucht, mit der Lichthupe auf sich aufmerksam zu machen*)

Bizarre Nummer

Wieso man farbige Menschen politisch korrekterweise auf Deutsch nimmer als farbige Men­schen zu bezeichnen habe, sondern als “People of Color“ (engl. für: “farbige Menschen“), ent­zieht sich dem landläufigen Logikverständnis.
(Könnte ja sein, dass irgendeine Logik dahintersteckt.) (Könnte sein, muss aber nicht.)
Um “dem institutionellen Rassismus am Theater“ zu entkommen, fordern Theaterschaffende of Color am Schauspielhaus Düsseldorf zwecks “Entmischung“ ein eigenes Theater, welches People of Color vor­behalten sein soll.
Dass Theaterschaffende sich zuweilen als Hirnschüssler zu inszenieren belieben, weiß man nicht erst seit #allesdichtmachen. Aber dass eine Gruppe farbiger Theaterschaffender zum Ziele ethnischer Entmischung eine Apartheid auf Theaterbühnen fordert, ist wohl eine he­raus­ragend bizarre Nummer.

Photoshop Fake – Alpinistisches

Mount Everest: Indisches Paar fälscht Gipfelfoto
Ein indisches Bergsteigerpaar hat die Besteigung des Mount Everest gefälscht. Sie sind nicht die ersten Alpinisten, die es nur dank Photoshop ganz nach oben geschafft haben.

Bemerkenswert an der Geschichte ist ja nicht allein die Dreistigkeit, in­sonders auch der augenfällige Dilettantismus mit dem das “Gipfel­fo­to“ ge­faked wurde – mutmaßlich mit Bastelschere & Klebestick: ▶️

Beweiskräftige Gipfelfotos schauen in Wirklichkeit anders aus.