Apostrophisches

Turbolentes

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allemal noch immer.«
(Martin Krassnig)
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Stets wenn man vermeint, der Dummheits-Rekord bei Zeitungsüberschriften wäre irgendwann erreicht und ließe sich nimmer übertreffen, kommt zuverlässig Österreichs auflagenstärkste Verschenkpostille daher und beweist das Gegenteil:


Den Turbo: zünden oder einlegen?, das ist hier die Frage.

30. September

Heute ist der Internationale Übersetzertag, nämlich am Todestag des Heiligen Hieronymus, Schutzpatron der Dolmetscher & Übersetzer.

Übersetzungen stechen mitunter durch grobe Unsinnigkeit hervor, inbesondere als Resultat hirnlosen Übersetzens von englischen Pressetexten: so werden dann etwa »billions« zu »Billionen«, »alien life forms« zu »Aliens« und »50.000 troops« (= Soldaten) zu »50.000 Truppen«.

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Klassische Beispiele für gravierend sinnentstellende Übersetzungsfehler finden sich indes bereits im Buch der Bücher, wo aus dem aramäischen Urtext etwa ein Seil (“gamta“) zu einem Kamel (“gamla“) fehlübersetzt wurde, welches seither sprichwörtlich durchs Nadelöhr geht.

(Selbst kleine Fehler können große biblische Wunder bewirken: wenn nämlich »er [Jesus] ging an den See« stattdessen als »ging auf dem See« übersetzt wird. Kollege KrassNick reimt über besagtes Seewunder [Mt 14,25] übrigens die launigen Verse:

    Es rief die Menge: »Seht,
    ein Wunder!
    Über den See Genezareth
    schreitet der Herr, und geht
    nicht unter!«

    Über das Wasser schritt der Herr.
    (Doch allerdings verriet er der
    verblüfften Menge später:
    »Das Wasser war ja, bittesehr,
    eh nicht so tief: im Schnitt nicht mehr
    wie fuffzehn Zentimeter.«)

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    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

Chronische Kalauer-Diarrhoe

»Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte liest,
es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.«
(Johann Wolfgang von Goethe)

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Dass die notorische Kalauer-Manie beim SPIEGEL zuweilen herausragende Dumpfsinnigkeiten gebiert, ist bekanntlich nix neues. Etwa solcherlei sinnleere Hervorbringungen:

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Soll wohl ein bemühtes Wortspiel zu »Mamma Mia« darstellen. Aber: Papa heißt Papst und ist maskulin – was soll der Blödsinn also bedeuten, »Oh Meine Papst«? Ein Kalauer ohne Sinn ist kein unsinniger Kalauer, sondern schlicht sinnlos.

8. September – Tag der deutschen Sprache

Jedes Jahr am 2. Samstag im September feiert der VDS (Verein Deutsche Sprache e.V.) den Tag der deutschen Sprache, und nach dem Willen des Vereins soll dieser Tag ..

» .. ein Sprachbewusstsein schaffen, das [..] insbesondere die Sucht, überflüssige englische Ausdrücke zu benutzen, eindämmt oder verhindert. «

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Jährlich verleiht besagter VDS einer Person oder Institution, welche durch besonders bemerkenswerte Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache aufgefallen ist, den Titel »Sprachpanscher des Jahres«, und dass etwa die Institutionen SPIEGEL für die Dumm­deng­lisch-Kreation »Fast-Horror-Crash« oder DUDEN für das Aushecken der überflüssigen grammatikalischen Missgeburt »Crash; Plural: Crashs« bei den bisherigen Titelverleihungen leer ausgingen, ist freilich eine crash grässliche Ungerechtigkeit.

Knalljournaillistisches

Zuweilen fragt man sich ernsthaft, ob dieser Knalljournaille von Österreichs auf­la­gen­zweit­stärkster Verschenkdreckspostille tatsächlich wer ins Gehirn geschissen hat. Bei einem Bun­des­heer-Übungsmarsch in Horn starb ein Rekrut an Überhitzung, und den Bericht darüber übertiteln die mit:

(Update) Neues aus Kalau: Po-riginelles


Wenns ans Kalauern über weibliche Kehrseiten geht, gibts für die Knalljournaille freilich kein Halten mehr:












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Nicht immer lässt sich nachvollziehen, was dem Kalauer-Aushecker beim Aushecken man­cher Kalauer durch den Kopf gegangen sein mag – vermutlich die Zugluft (klick für Detail):





Wo ist die Po-inte? Ein Kehrseiten-Kalauer ohne erkennbaren Hinter(n)sinn (Achtung, Ka­lau­er) ist kein misslungener Kalauer, sondern schlicht blödsinniges Geschwätz.
Doch stets wenn man vermeint, der absolute Blödsinnigkeits-Tiefpunkt müsse irgend­wann er­reicht sein und sich nimmer tieferlegen lassen, kommt zuverlässig Österreichs auf­la­gen­zweit­stärk­ste Verschenk-Knallpostille daher:

STERREICH)


Was sie diesem knalljournaillistischen Einfaltsdimpfel ins Müesli gestreut haben be­vor er die­ses Elaborat hervorbrachte, ist nicht überliefert, aber was rezeptfreies wars vermutlich nicht.

Pressesprecherisches

»Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.«
(Johann Wolfgang von Goethe)

«Die Zahl der Schweizer Autoren wächst jährlich im zweistelligen Bereich»,
sagt Thorsten Simon, Pressesprecher von Books on Demand BOD.

Der Autorenzuwachs steigt somit im Bereich der Jahreszahlen.
Oder so ähnlich.

Schwurbelschwatz der Woche

»Worte, Worte, nichts als Worte.«  (W. Shakespeare)

» Atmosphären sind Relationsdinge, die nicht allein, sondern nur als Qualität von Objekt­kon­stel­la­ti­onen und/oder Environments [..] auftreten können. Gerade hier wird die Zu­sam­men­ge­setztheit des Atmosphärischen, seine unmittelbar scheinende Ge­ge­ben­heit, ver­­bun­den mit dem Eindruck einer nicht auflösbaren Ganzheitlichkeit, ebenso sinnfällig wie die Kon­densation von Sinneseindrücken.«

[siehe: Fachgesimpel ]

Schwurbelschwatz der Woche

»Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte liest,
es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.«
(Johann Wolfgang v. Goethe)

» Customer Centricity (deutsch: Kundenorientierung) kann als Unique Selling Point be­grif­fen werden, wenn die Customer Journey und Experience einzigartig sind. [..] Customer Centricity kann auch am Point of Sale stattfinden und mit Loyality-Programs umgesetzt wer­den. Im E-Commerce arbeiten hier verschiedene Faktoren zusammen: Das User Cen­te­red Design, eine hohe Usability sowie das Inbound Marketing und ein Multi­channel-Ansatz beispielsweise.«

Turbolentes

Dass hirnrissige Metaphern in Zeitungsüberschriften vom Aussterben bedroht wären, steht nicht zu befürchten. Etwa der Dauerbrenner:

(oe24.at)
(Blick.ch)
(Die Presse)


Den Turbo. Zünden. Ob man mit einem brennenden Turbo schneller vorankommt? Scheint keine besonders zündende Idee zu sein.

(Frankfurter Allgemeine)


Woran das wohl liegen mag – Turbozündung ausgefallen?

(TAI.at)
(IAAG)

(manager magazin)


Turbo-Expansion. Ob sich der Turbo ausdehnt, wenn man ihn anzündet?

(news.de)


Einlegen, den Turbo. In Marinade? Kein Wunder, dass der nimmer zündet.
(Vielleicht zündet der besser, wenn sie den in Spiritus einlegen?)

(Westfälische Nachrichten)


Schneller Schwede verwechselt Turbo mit Tube.

(Bild.de)


Turbo-Gang: was immer den Bild-Wortschöpfungsspezis bei dem Begriff vorschweben mag, beim Scrabble ließen sich damit wohl keine Punkte schinden.