Mischkulantes

Riesenglück der Woche

Riesenglück bei Raserfahrt
Der Fahrer eines 245 PS starken Golf 7 GTI fährt auf einer Autobahn und beschleunigt ra­sant auf der linken Spur in Richtung Höchstgeschwindigkeit. Als er Tempo 240 erreicht hat, zieht plötzlich ein grauer Škoda Rapid Spaceback auf die linke Spur rüber – vielleicht ist er unachtsam und wech­selt unabsichtlich die Spur. [..] Der Golf 7 GTI-Fahrer versucht noch, mit der Lichthupe auf sich aufmerksam zu machen, ..

.. dann semmelt er gegen den grauen Škoda und lallt: »Ey-Altamaaaaaahhn!«.
(Vielleicht lallt er auf arabisch? Wer weiß.)
Der Blödmann. Zu versuchen, “mit der Lichthupe auf sich aufmerksam zu machen“ wenn ein anderer unachtsam und unabsichtlich die Spur wechselt, ist wohl ziemlich das Bescheu­­­ert­ste was einem in der Situation einfallen kann. Als würde Blödmann Nummer 1 beim un­achtsamen und unabsichtlichen Spurwechseln grad nix besseres zu tun haben als im Rück­­spie­gel Nachschau zu halten, ob nicht ein Blödmann Nummer 2 grad mit der Lichthupe “auf sich aufmerksam macht“.
Warum es laut Artikelüberschrift ein “Riesenglück“ sein soll, wenn zwei Blödmänner auf ei­­ner Autobahn zusammensemmeln, bleibt ungeklärt.

Sozialromantisches: “Bürgerpower“


(“Mass“nahmen? Rechtschreibfehler oder beabsichtigter Kalauer, weil sich die Maßnahmen auf die “breite Masse“ beziehen? Bürgerpower statt “Masskenpflicht“?)

»Das Coronavirus ist letztlich nur durch überzeugtes Mitmachen der Bürger zu stoppen, durch mehr Bürgerpower.«
    – postuliert der STANDARD-Kommentator, denn:
»Es fehlt nach wie vor an breiter, für alle leicht verständlicher Aufklärung, wie man sich vernünftig verhält, [..] Aufgabe der Politik wäre es, dies in positiver Form zu fördern, nicht nur zu drohen, zu warnen.«

“Eigenverantwortung, vernünftiges Verhalten, überzeugtes Mit­machen der Bürger“ anstelle Ver­ord­nun­gen und Strafandrohungen als probates Rezept zum Stoppen des Coronavirus – na, wenn das kein ori­­gi­­neller Einfall ist. Dass der bisher noch niemand eingefallen ist!

Würde das im STANDARD-Kommentar entworfene utopische “Bürgerpower“-Modell in der Wirklichkeit funk­tionieren, z.B. im Straßenverkehr: dann würden alle “durch überzeugtes Mitmachen“ brav die Verkehrsregeln einhalten, ohne Vorschriften, Verbote, Kon­trollen, Stra­fen. Wer’s glaubt ..

(Ob sich die sog. “Schwarmintelligenz“ tatsächlich mit “Schwarmvernunft“ gleichsetzen lässt oder es sich nicht vielmehr um eine sozialromantische Phantomvorstellung handelt – da­rü­ber scheiden sich bekanntlich die Geister.)
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(Symbolbild “Bürgerpower: Überzeugtes Mitmachen“)

Literaturkritisches: »Wir erwarten Ihre Pistolen«

»Wenn einer, der mit Mühe „Schmerz“ | Gereimt hat zu ’nem Vers auf „Herz“
Schon meint, daß er ein Dichter wär | So irrt sich der.«  (M. Krassnig)

In der Neulengbacher Literaturzeitschrift “WIR LEBEN – Monatsschrift zur Pflege schön­geistiger und künst­le­ri­­scher Bestrebungen“ (erschienen 1910-1911) wurden seinerzeit die literarischen und lyrischen Her­­vor­bringungen publiziert, welche von dichterisch ambitionier­ten Le­sern an die Redaktion eingesandt wurden. Dass manche Einsendungen er­man­gels künst­le­­ri­­­scher bzw. schöngeistiger Qualität nicht zur Veröf­fent­lichung ge­lang­­­ten, muss nicht über­raschen – umso lesens­werter wa­ren unterdessen die häufig sarkastischen, mitunter polemischen Be­­grün­­dun­gen für die Ablehnung dieser Texte, wel­che in der Rubrik “Briefkasten der Re­­dak­­tion“ als Ant­­wor­ten an die betreffenden Einsender abgedruckt wur­den:

        » Herrn P. K.  Wir glauben Ihnen ohne weiters, daß Sie die 8 Mark bezahlt haben, die nötig sind, um auf jede Visitkarte, jedes Briefpapier, jeden Umschlag und vor allem auf jede ir­gendwie beschriebene Seite x-mal in Riesenlettern stampiglieren zu können: „Mitglied des Allgemeinen Schriftstellervereines und des lyrischen Kartells“. Wir kön­nen Ihnen aber nach Genuß Ihrer Einsendung absolut nicht glauben, daß Sie ein Schrift­steller sind oder jemals werden können.«
        » Frl. H. M.  Kommen Sie in 16 Jahren wieder. Wir bezweifeln zwar, daß Sie bei doppeltem Alter bessere Gedichte machen können werden, da in Ihrer Einsendung auch nicht der leiseste Funken von Talent zu entdecken ist; aber ein Ausnahmsfall wä­re ja im­merhin möglich.«
        » Herrn J. H. B.  Sie dichten:
                Mein Kind, laß alles fahren,
                Nur laß die Liebe nicht . . .
Wir meinen aber, es wäre umgekehrt praktischer, wenigstens für die Umgebung . . . . «

        » Herrn M. O. i. B.  Sie senden uns eine grauenvolle „Moritat“ und verlangen eine extra Anerkennung dafür, daß Sie, obwohl mit den Redaktionsmitgliedern persönlich bekannt, uns bisher noch keinen Beitrag geschickt haben. Wir werden Ihnen aber einen Orden stiften, wenn Sie dies auch in Zukunft friedlich so weiter halten wollen.«
        » Herrn Supplenten K. in W.  Wir möchten Ihnen raten, diese „Jugendsünden“ auch fernerhin im Pult zu lassen, bis – Sie einen Namen haben, zu dem ja schon Anzeichen vorhanden sind. D a n n nimmt Ihnen jedes große Blatt jeden Schmarrn und zehntausend entzückte Leser müssen dran glauben.«

        » Herrn F. K. in O.  Ihre „Erlebnisse“ mögen ja für Sie recht interessant gewesen sein, wir glauben aber nicht, daß irgend ein anderer Mensch daran Interesse finden kann trotz „der Modulation des inneren Gedankenganges und der originellen Form“. Unter letzterer meinen Sie gewiß die äußere Form des Manuskriptes, das, auf beiden Seiten beschrieben und diverse Spuren außerschriftstellerischer Tätigkeiten aufwei­send, wohl kaum zu irgend etwas taugt, seit „die Polizei den Selchern aufgetragen, ihre Ware in ein s a u b e r e s Papier zu schlagen“.«
        » Herrn E. R.  Sie sind der Typus dessen, was der Zeitungswitz so treffend mit dem Worte kennzeichnet: Redaktionswanze. Gott bewahre jeden in Gnaden davor, mit Ih­nen zu tun haben zu m ü s s e n. Wir erwarten aber in Ruhe Ihre Pistolen.«
        » Fräulein J. R. i. W.  Daß jemand solche Verse allen Ernstes einer Zeitung anbie­tet, ist zwar schon ein Witz. Aber die „Gedichte“ selbst sind so witzlos, daß man beim besten Willen darauf keine witzige Antwort finden kann. Ihnen die einzig richtige zu geben, da­zu fühlen wir uns nicht berufen.«

        » Herrn R. D. in G.  Unmöglich ; ich darf derartige Rücksichten nicht nehmen. Das müssen Sie einsehen. Die Arbeiten sind nicht „vielleicht noch etwas unreif“, sondern hoffnungslos talentlos, das schreibt jeder mittelmäßige Bürgerschüler. Bitte mir nichts mehr einzusenden. Ihren Groll werde ich zu ertragen wissen.«
        » Herrn Lehramtskandidat G.  Sie senden uns mit Ihren Gedichten auch Ihr Bild für unser „Dichteralbum“ ein. Lieber Herr Lehrer, schauen Sie, das hätten Sie uns nicht antun sollen. Jetzt müssen wir Sie immerfort wehmütig anschauen und denken: Wie kann man ein so hübsches Gesicht haben, und so niederträchtig schlechte Gedichte ma­chen!«

Theatralisches: Nonkonformistisches

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allemal noch immer.«
(M. Krassnig)

Stets wenn man vermeint, das dümmste Statement zur Causa Corona-Pandemie wäre bereits zum Besten gegeben und ließe sich durch kein dümmeres mehr untertreffen, kommt zu­ver­läs­sig einer daher und beweist das Gegenteil:


Herr Theaterregisseur Castorf hält es also für angebracht sich dem Pub­li­kum als Nonkonformist zu präsentieren, indem er sich als “republi­ka­ni­scher Widerständler“ inszeniert und ein exemplarisches Stück bürgerlichen Un­ge­hor­sams auf die Bretter stellt: Jung Frank lässt sich von Mutti nicht das Händewaschen anschaffen! Kol­lege Stefan Rose findet, »dass derart infantiles Verweigern von Hän­de­wa­schen ungefähr so mutig ist wie sich damit zu brüsten, ohne Zähneputzen ins Bett zu gehen oder seine Suppe nicht zu essen [..]«

»Theater besteht auch darin, dass man mit dem Tod umgeht und nicht mit der Verwaltung der Gegenwart«, und dass Menschen sterben, sei »der Lauf der Dinge, den wir akzeptieren müssen« legt Herr Theaterregisseur Castorf als dramaturgischen Hintergrund für sei­nen Wi­derstand gegen Hygienemaßregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie dar, und sein eitles Geschwätz erhebt ihn auf die gleiche Geisteshöhe wie seine Schwester im Geiste M. C. Giuliani, vormals TV-Glücks­rad­fee, welche ebenfalls die Welt an ihrer tief­schür­fen­den Lebensweisheit teilhaben lässt indem sie verkündet: die ganzen Corona-Restriktionen wären zu nix nütze »weil wir sowieso alle mal sterben müssen.«

Was dumme und dümmere Statements zum Thema Corona-Pandemie anbelangt, trifft Karl Valentins Befund wohl zu: »Es ist schon alles gesagt worden, aber noch nicht von allen.«

Statistisches


Ein Statistiker, ein Logiker und ein Analytiker fahren nach Sankt Corona*, sie sehen zwei Schafe: ein schwarzes und ein weißes.
Sagt der Statistiker: »In Sankt Corona gibt es 50 Prozent schwarze Schafe.«
Sagt der Logiker: »In Sankt Corona gibt es mindestens ein schwarzes Schaf.«
Sagt der Analytiker: »In Sankt Corona gibt es mindestens ein Schaf, das auf mindestens einer Seite schwarz ist.«


Eine infizierte Person unter 1.432, hochgerechnet auf 8,9 Millionen Österreicher? Was soll denn das für statistische Relevanz haben? Und wäre die betreffende Person zufällig nicht unter den 1.432 Getesteten gewesen, hätte die Hochrechnung folglich ergeben: in Österreich gibt es keinen einzigen Corona-Fall.

Naja – wenns so in der Zeitung steht, wirds wohl so stimmen. Aber:

»Die verfügbaren Zahlen enthalten zu wenige Informationen, sie bilden nur einen kleinen Teil der Realität ab [..]« erklärt Katharina Schüller, Gründerin des Münchner Unternehmens Stat-Up und Leiterin der Arbeitsgruppe “Statistical Literacy“ der Deutschen Statistischen Gesellschaft.

Fazit: Den gleichen Wert in Corona-Zeiten haben – neben Klopapier – wohl die statistischen Zahlen: beide sind für’n Arsch.
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Haben Sie gewusst: Wenn Sie Ihren linken Fuß ins Backrohr stecken und den rechten ins Gefrierfach, haben Sie es statistisch betrachtet angenehm warm im Fußbereich.

5. Februar – Flatulentes

Kollege Lo weist darauf hin, dass heute angeblich der »Tag der Flatulenz« ist.
Wie man den auf empfehlenswerte Weise feiern möge, wird uns auf Deutschlandfunk Nova, »dem jungem Infoprogramm von Deutschlandradio«, zur Kenntnis gebracht:


Grundsätzlich. (»Zu Risiken und Nebenwirkungen dieser ärztlichen Empfehlung fragen Sie lieber nicht Ihren Sitznachbarn.«)
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Flatulentes: siehe auch ►

Kindermund-Content

Kollege Trithemius berichtet hier über eine Klosettmuschel für Kinder, das erinnert mich an die Geschichte:

Mit meinen zwei kleinen Neffen im Kino, zuvor wird noch Pipi gegangen, vorsorglich. Am Ki­no­klo ist eine Pissoirmuschel tiefer aufgehängt als die übrigen, der Kleinere stellt sich vors tiefergelegte Pissoir:
»Hehe,« spöttelt sein größerer Bruder, »der Kleine geht aufs Kinder-Pipi.«
»Glaubst du nur,« erwidert der Kleine. »Das ist für Leute mit besonders Langem.«

16. Juli

Heute vor 74 Jahren wurde Jack Kornfield geboren, Verfasser zahlreicher Weltbestseller über bud­dhistische Lebenslehren zur spirituellen Erleuchtung, wie “Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens“ u.v.a. Da stehen z.B. solcherlei bedeutungsschwere Glückskeks-Zettelweis­heiten drin:

»Lob und Tadel, Nutzen und Schaden, Lust und Leid kommen und gehen wie der Wind. Um glücklich zu sein, ruhe wie ein großer Baum mitten unter ihnen allen.«


Ein Lebenshilfe-Ratschlag von geradezu ergreifender Un­sin­nig­keit, etwa vergleich­bar mit der De­vi­se: »Wenn dir das Leben tote Pferde gibt, mach Leberkäs draus.« – Inwieweit dieser sinn­lose Glückskeks-Sinnspruch jemandem, welchem Tadel, Schaden oder Leid widerfährt, da­rüber zum Glück­lichsein verhelfen soll, er­schließt sich dem ver­nünf­ti­gen Ver­stand nicht:

    Brennt gar dein Haus und Hof mal ab,
    trägst Frau und Kinder du zu Grab’,
    verlierst du Arm oder auch Bein
    und tadelt dich dann obendrein
    noch wer, so kannst du glücklich sein:
    denn Leid und Schaden gehn geschwind
    am Arsch vorbei dir wie der Wind
    grad so als wäre nix gewesen,
    hast du Herrn Kornfields Buch gelesen.

27. April

Heute vor 199 Jahren kam der bedeutende englische Sozialphilosoph Herbert Spencer (1820- 1903) zur Welt.

Um 1860 begann Spencer mit seinem Lebenswerk: einer analytischen Betrachtung des ge­sam­ten (sic!) menschlichen Wissens. Leider wurde er damit zu Lebzeiten nimmer ganz fertig. Er postulierte als erster die grundlegende These des evolutionistischen Prinzips, welche sein radikaler Apologet Richard Dawkins (“Das egoistische Gen“) ein Jahrhundert später zum Dogma erklärte:

    »Ein Huhn ist lediglich das Zwischenergebnis der Bemühungen eines Eies,
     ein weiteres Ei in die Welt zu setzen.«

1. April


Aufsehenerregende Erfindung:
Gedankenenthüllung auf elektro-magnetischem Wege

Paris: Eine Erfindung, deren Tragweite in ihren Anwendungsmöglichkeiten noch nicht abzu­sehen ist, hat der Pariser Professor Anatole d’Aimelacque gemacht. Mittels eines höchst komplizierten Verfahrens wird erreicht, daß man die eben über die Schwelle des Bewußt­seins getretenen Gedanken eines Versuchsobjektes auf die Leinwand projizieren kann. Interessant ist, daß nach der Schärfe der Konzen­tration das Bild mehr oder weniger scharf auf der Leinwand erscheint. Im Bilde: Ein Laboratoriumsversuch bei Professor Anatole d’Aimelacque. Als Versuchsobjekt diente der junge Student Francois Reur, der im Augenblick des Versuchs an eine Fahrt ins Bois de Boulogne zu denken schien.
(Wiener Bilder – Illustriertes Familienblatt, 1. April 1937)

Aus der Abteilung: »Garstige Witze«

Bei Kollegin Quer steht die Zen-Weisheit zu lesen:

»Um zu wissen, ob das Wasser heiß oder kalt ist, muss man den Finger hineinhalten.
Darüber zu diskutieren nützt nichts.«


Das erinnert an den garstigen Witz:

»Sagen Sie, wieso hat Ihr Baby denn so lange Ohren?«
»Das kommt daher, weil ich es zum Baden immer an den Ohren festhalte und in der Wanne hin und her schwenke.«
»Aber das macht man doch anders: man hält das Baby in beiden Armen und legt es in die Wanne.«
»Will ich mir die Arme verbrennen? Ich weiß ja nicht, wie heiß das Wasser ist.«

ÖSTERREICH verheimlicht Weltuntergang!

Seit vielen Jahren informiert Österreichs auflagenstärkstes Verschenk-Volks­in­for­ma­ti­ons­or­gan unablässig & permanent über den ständig bevorstehenden Weltuntergang sowie die Auslöschung der Erde, hervorgerufen durch diverse auf die Erde zurasende Asteroiden, letztmalig im April 2017.
Über den aktuell zu erwartenden Weltuntergang durch heranrasende(n) Asteroiden berichtet das Konkurrenz-Verschenkblatt mittlerweile seit dem Vorjahr:


  23. Jänner 2018  –  26. Jänner 2018  –  4. Februar 2018  –  9. Februar 2018  –  23. Jänner 2019

Doch warum steht in Österreichs Weltuntergangs-Ankündigungspostille Nummer 1 nichts darüber, keine einzige Weltuntergangsmeldung mehr seit beinah zwei Jahren! Was steckt dahinter, warum wird der bevorstehende Weltuntergang neuerdings verheimlicht? Eine Ver­tu­schungsaktion?

24. November

Heute vor 159 Jahren veröffentlichte Charles Darwin (1809-1882) die Erstausgabe seines um­wälzenden Hauptwerks “Über die Entstehung der Arten“, worin er seine Evo­lu­tions­theorie dar­legte.
Darwins Evolutionslehre wird nicht von jedermann anerkannt, die Kreationisten etwa leh­nen sie rundweg ab. (Allerdings: wenn Gott die Menschen tatsächlich nach seinem Eben­bild er­schaf­fen hätte [1. Mose 1,27] – welcher Umkehrschluss folgert dann daraus: dass man sich Gott als Ebenbild der Menschen vorzustellen habe? So wie z.B. diese Typen in der Barbara Karlich Show? Befremdliche Vorstellung.)
Der reimende Kollege krassNick hegt ebenfalls Einwände gegen Herrn Darwins Theorie, und fasst diese in einen gefälligen Fünfzeiler:

    Dass Mensch und Schimpanse Verwandte wären,
    gehört zu Herrn Darwins bekannten Lehren.
    Der Mops indessen, dass justament der
    mit dem Wolf verwandt wär’: das kann der Herr
    Darwin seiner Urstrumpftante erklären.
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    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

Bumsti-Mathematik

Das österreichische Volksbegehren für ein Rauchverbot in Gastronomiebetrieben wurde von 881.569 (= 13,8 Prozent) der 6.378.210 Stimmberechtigten unterstützt. Mathematik-Bumsti Strache rechnet nun vor:

»Ich denke, die Mehrheit der Bevölkerung wünscht das so [= wünscht kein Rauchverbot]. Das Volksbegehren ist beachtlich, aber letztlich haben 85 Prozent es nicht unterstützt.«

Soll also heißen: weil 10 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung per Volksbegehren für ein Rauchverbot stimmen, so ist daraus der logische Folgeschluss zu ziehen dass die übrigen 90 Prozent dagegen sind – ? Eine völlig absurde Hochrechnung nach Bumstischer Äpfel-minus-Bananen-Ma­the­ma­tik, wie sie uns auch Österreichs bedeutendstes Volks­in­for­mationsorgan vorrechnen will.

Déjà-vu: die nämliche Nummer mit der Bumsti-Mathematik brachte Österreichs auflagen­stärk­ste Verschenk-Volksinformationspostille übrigens bereits im April 2010 zur Darbietung, betreffs einer damaligen IFES-Umfrage zum Rauchverbot:

Wenn 10 Prozent der Befragten die Frage »Mögen Sie lieber Äpfel oder Bananen?« mit »mag lieber Äpfel« beantworten, dann ergibt sich aus der Umfrage das Resultat: »90 Prozent der Bevölkerung mögen keine Bananen.«

“Who’s on First?“ ..

.. oder:  Warum ich bei McDonald’s noch nie in den Plafond geballert habe *)

Gelegentlich kauf ich bei McDonald’s zwei Cheeseburger, das tu ich aber immer nur dann, wenn ich meine Uzi grad nicht mithabe. Grund ist dieser Running Gag mit der traditionellen Doppelconference, welche die Angestellten dort mit den Kunden ständig ab­ziehen, weil sie’s offenbar nicht leid werden, das mords witzig zu finden, oder weil die Kundenverarschung bei denen halt zur Unternehmensfolklore gehört, was weiß ich. Erinnert mich immer an diesen Abbott & Costello-Sketch “Who’s on First?“ – na, jeder der schon mal bei McDonald’s war, kennt die Nummer eh:

    “Zwei Cheeseburger zum mitnehmen, bitte.“
    “Zum Trinken?“
    “Zum mitnehmen. Zwei Cheeseburger.“
    “Zum Trinken?“
    “Nein, zum essen.“
    “Zwei Cheeseburger zum mitnehmen. Und zum Trinken?“
    “Zum mitnehmen und essen.“
    “Und zum Trinken?“ undsoweiter ..

Hier kommt der Moment, wo Michael Douglas im Burger-Laden in “Falling Down“ die Uzi aus seiner Reisetasche hervorholt und eine Salve in den Plafond ballert. Nicht dass ich das in dem Moment nicht auch gern tun würde, aber vernünftigerweise geh ich ja für gewöhnlich un­be­waffnet zum Cheeseburgerkaufen und lass die Uzi vorsätzlich da­heim im Schrank, wie oben erwähnt.

© Illustration mit freundl. Genehmigung Lisa Neun

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*) (Beitrag in: “Mindestenshaltbar“/2006)

23. Juni – Richtiges Verhalten im Straßenverkehr

Heute findet in Deutschland wieder, wie jedes Jahr am dritten Samstag im Juni, der Tag der Verkehrssicherheit* statt.

Aus dem großen BILD Online-Führerscheintest:


Frage: »Wie verhalten Sie sich als Fahrzeuglenker in dieser Gefahrensituation richtig?«
3 Antworten stehen zur Auswahl:

  • Bremsen, um die Kinder nicht zu überfahren.
  • Mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren, weil die Kinder bestimmt stehen bleiben.
  • Mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren, um nachfolgende Fahrzeuge nicht zu be­hindern.

Haben Sie’s auch bemerkt? Antwort 4 fehlt in der Auswahl:

  • Vollgas geben und zwischen Kindern und Ball hindurchbrettern, um die Ge­fah­ren­si­tu­a­tion so rasch wie möglich hinter sich zu bringen.

Was lernen wir daraus? Dass Führerschein-Testfragen oft völlig praxisfern sind.

Wo warst du als das Licht ausging

  (Der Standard)

Am 9. November 1965 fiel im Nordosten der USA großräumig der Strom aus, es war der denk­würdige New York Blackout: mehrere Bundesstaaten der USA versanken in Dunkelheit, 30 Millionen Menschen saßen im Finstern. Kein Licht, kein Fernsehen. Neun Monate später ver­zeich­nete die Statistik im betroffenen Großraum einen signifi­kanten Anstieg der Ge­bur­ten­rate.
Gestern abend fand zum löblichen Zwecke der Rettung des Weltklimas wieder mal die Aktion »Licht aus« statt. Eh alle brav mitgemacht?
Ob sich mit einer Aktion »Licht aus« das Problem der fortschreitenden Überalterung in den In­dus­trie­ländern ebenfalls so einfach beheben lässt wie das mit dem Weltklima, ist indessen fragwürdig.

27. September

Die reizende Sierra Hull hat heute Geburtstag, ehemaliges “Wunderkind“ und heute mehrfach preis­ge­krönte Virtuosin auf der Amerikanischen Mandoline*.

Die achtsaitige Mandoline, ursprünglich von italienischen Immigranten mit­gebracht, wurde als Gibson F5-Modell mit flachem statt gewölbtem Boden zum Standardinstrument in der ameri­ka­ni­schen Country- und Blue­grass-Musik. Ein typisches Bluegrass-Ensemble setzt sich traditionell zusammen aus: Fiddle, Mandoline, Gitarre, Banjo, Kontrabass, und zumeist Dobro (Steel Guitar)  ▶️ ▶️

Sam Bush, einer der bedeutendsten Mandolinisten der Welt, sagt über Sierra Hull: »She’s ki­ckin’ the good ol’ boys in the ass in the world of mandolin. Bluegrass, it ain’t just for boys anymore.«* – Und singen kann sie übrigens auch fantastisch, hörenswert:  ▶️ ▶️

26. Juni

Heute vor 74 Jahren wurde in in Leigh, Lancashire/England ein gewisser Clive Powell ge­bo­ren, kein Wunder wenn Sie den Namen noch nie gehört haben. Zu Ruhm gelangte er indessen unter seinem Künstlernamen: Georgie Fame (fame, engl. = Ruhm). Mit seinem ersten Hit “Yeh Yeh“ eroberte er vor mehr als einem halben Jahrhundert die Spitze der Hitparade:

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Preiswürdig waren zahlreiche Bei­­träge, frei­lich kann nur einer als Preis­trä­ger benannt wer­den, so will es das Reglement.
Die eingehende Prüfung und Be­ur­tei­lung aller hieramts ein­ge­lang­ten Wettbe­werbs­beiträge durch die un­er­bittliche Jury (Abb. u.) führ­te zu folgendem Entscheid:


Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollege NeonWilderness weiterverliehen, für den Text zum Bild:

»Nachdem der Schulz-Zug ein weiteres Mal über die Böschung gekippt war,
hatte Martin einfach die Faxen dicke.«


Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.