Mischkulantes

Bumsti-Mathematik

Das österreichische Volksbegehren für ein Rauchverbot in Gastronomiebetrieben wurde von 881.569 (= 13,8 Prozent) der 6.378.210 Stimmberechtigten unterstützt. Mathematik-Bumsti Strache rechnet nun vor:

»Ich denke, die Mehrheit der Bevölkerung wünscht das so [= wünscht kein Rauchverbot]. Das Volksbegehren ist beachtlich, aber letztlich haben 85 Prozent es nicht unterstützt.«

Soll also heißen: weil 10 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung per Volksbegehren für ein Rauchverbot stimmen, so ist daraus der logische Folgeschluss zu ziehen dass die übrigen 90 Prozent dagegen sind – ? Eine völlig absurde Hochrechnung nach Bumstischer Äpfel-minus-Bananen-Ma­the­ma­tik, wie sie uns auch Österreichs Volksinformationsorgan Nummer 1 vorrechnen will.

Déjà-vu: die nämliche Nummer mit der Bumsti-Mathematik brachte Österreichs auflagenstärkste Verschenk-Volksinformationspostille übrigens bereits im April 2010 zur Darbietung, betreffs einer damaligen IFES-Umfrage zum Rauchverbot:

    Wenn 10 Prozent der Befragten die Frage »Mögen Sie lieber Äpfel oder Bananen?« mit »mag lieber Äpfel« beantworten, dann ergibt sich aus der Umfrage das Resultat: »90 Prozent der Bevölkerung mögen keine Bananen.«

16. Juni – Richtiges Verhalten im Straßenverkehr

Heute findet in Deutschland wieder, wie jedes Jahr am dritten Samstag im Juni, der Tag der Verkehrssicherheit statt.

Aus dem großen BILD Online-Führerscheintest:

Frage: »Wie verhalten Sie sich als Fahrzeuglenker in dieser Gefahrensituation richtig?«
3 Antworten stehen zur Auswahl:

  • Bremsen, um die Kinder nicht zu überfahren.
  • Mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren, weil die Kinder bestimmt stehen bleiben.
  • Mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren, um nachfolgende Fahrzeuge nicht zu be­hindern.

Haben Sie’s auch bemerkt? Antwort 4 fehlt in der Auswahl:

  • Gummi geben und mit Vollgas zwischen Kindern und Ball hindurchbrettern, um die Ge­fahrensituation so rasch wie möglich hinter sich zu bringen.

Was lernen wir daraus? Dass Führerschein-Testfragen oft völlig praxisfern sind.

2. Juni

Mausi Lugner feiert heute Geburtstag, kennen Sie den:

Mausi Lugner darf sich zum Geburtstag von einer guten Fee was wünschen.
Die Sache hat nur einen Haken: alles was sie sich wünscht kriegt ihre Busenfeindin Jeannine Schiller auch, und zwar exakt das doppelte davon.
Da muss Mausi Lugner lange nachdenken, aber endlich fällt ihr ein Wunsch ein und sie sagt freudestrahlend:
»Ich wünsch mir, eine Titte tät’ mir abfallen!«

27. April

Heute vor 198 Jahren kam der bedeutende englische Sozialphilosoph Herbert Spencer (1820- 1903) zur Welt.
Um 1860 begann Spencer mit seinem Lebenswerk: einer analytischen Betrachtung des ge­sam­ten (sic!) menschlichen Wissens. Leider wurde er damit zu Lebzeiten nimmer ganz fertig.
Er postulierte als erster die grundlegende These des evolutionistischen Prinzips, welche sein radikaler Adept Richard Dawkins (“Das egoistische Gen“) ein Jahrhundert später zum Dogma erklärte:

    »Ein Huhn ist lediglich das Zwischenergebnis der Bemühungen eines Eies,
     ein weiteres Ei in die Welt zu setzen.«

24. November

Heute vor 158 Jahren veröffentlichte Charles Darwin (1809-1882) die Erstausgabe seines um­wälzenden Hauptwerks Über die Entstehung der Arten, worin er seine Evo­lu­tions­theorie dar­legte.
Darwins Evolutionslehre wird nicht von jedermann anerkannt, die Kreationisten lehnen sie rundweg ab. (Allerdings: wenn Gott die Menschen tatsächlich nach seinem Eben­bild er­schaf­fen hätte [1. Mose 1,27] – welcher Umkehrschluss folgert dann daraus: dass man sich Gott als Ebenbild der Menschen vorzustellen habe? Etwa so wie, sag mer mal, z.B. diese Typen in der Barbara Karlich Show?)
Der reimende Kollege krassNick hegt ebenfalls Einwände gegen Herrn Darwins Theorie, und fasst diese in einen gefälligen Fünfzeiler:

    Dass Mensch und Schimpanse Verwandte wären,
    gehört zu Herrn Darwins bekannten Lehren.
    Der Mops aber, dass ausgerechnet der
    mit dem Wolf verwandt wär’: das kann der Herr
    Darwin seiner Urstrumpftante erklären.
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    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.

8. November

Heute vor 133 Jahren wurde der Schweizer Psychoanalytiker Hermann Rorschach (1884- 1922) geboren, er entwickelte den nach ihm benannten Tintenklecks-Test, der für klinische Zwecke in der diagnostischen Psychopathologie angewendet wird.

Als taugliches Verfahren zur Persönlichkeitsdiagnostik ist der Ror­schach-Test höchst umstritten. Hab selber mal als Fahr­schul­lehrer interessehalber an einem verkehrs­psycho­lo­gi­schen Eig­nungs­test (sog. »Idiotentest«) mit­ge­macht, außer Konkurrenz – wärs dabei um meinen Füh­rer­schein gegangen, wär ich womög­lich als un­ge­eig­net durch­ge­fallen, wer weiß. Unter anderem zählte dazu auch ein Ror­schach-Test, ein Bild (Abb. links) ging so:

    Nömix (Proband): Zwei Negerinnen rühren in einem Kochtopf.
    Verkehrspsychologe: Warum Negerinnen?
    N.: Weil sie schwarz sind.
    V.: Negerinnen. Warum nicht Neger?
    N.: Weil das Mascherl rosa ist, nicht blau.
    V.: Was könnte in dem Kochtopf sein?
    N.: Vielleicht Kohlrabi.
    V. (macht sich Notizen): Zwei Negerinnen, ein Kochtopf, Kohlrabi.
    N.: Oder eine Negerin mit einem halben Kochtopf vor einem Spiegel.
    V.: Hatten Sie in letzter Zeit schwere Erkrankungen, Unfälle, Operationen?
    N.: Bandscheiben-Operation, vorigen Monat.

In der Testauswertung konnte ich später lesen: »Proband zeigt Hinweise auf post­ope­ra­ti­ves traumatisches Stress-Syndrom.«

16. Juli

Heute vor 72 Jahren wurde Jack Kornfield geboren, Verfasser zahlreicher Weltbestseller über bud­dhistische Lebenslehren zur spirituellen Erleuchtung, wie Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens usw. Da stehn dann z.B. solcherlei bedeutsame Kalendersprüche drin:

»Lob und Tadel, Nutzen und Schaden, Lust und Leid kommen und gehen wie der Wind. Um glücklich zu sein, ruhe wie ein großer Baum mitten unter ihnen allen.«
.(aufgelesen von Kollegin Quer)

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Ein Lebenshilfe-Ratschlag von geradezu ergreifender Un­sin­nig­keit, vergleich­bar etwa der De­vi­se: »Wenn dir das Leben tote Pferde gibt, mach Leberkäs draus.« – Inwieweit diese sinn­lose Ka­len­der­spruch­weis­heit irgendjemand, welchem Schaden oder Leid widerfährt, darüber zum Glück­lichsein verhelfen soll, er­schließt sich dem ver­nünf­ti­gen Ver­stand nicht:

    Ob Lust man oder Leid verspürt,
    gelobt oder getadelt wird,
    egal ob Schaden oder Nutz –
    gereichen tät’s nicht zum Verdrutz?
    Zum Glücklichsein genüge bloß,
    man stünde also teilnahmslos
    mitten darinnen stumm und dumm
    als wie ein großer Baum herum?
    Welch Sinn soll in dem Spruche stecken,
    das lässt sich nirgendwo entdecken.
    (Es weiß Herr Kornfield, wie es scheint,
    wohl selbst nicht, was er damit meint.)

26. Juni

Heute vor 74 Jahren wurde in in Leigh, Lancashire/England ein gewisser Clive Powell ge­bo­ren, kein Wunder wenn Sie den Namen noch nie gehört haben. Zu Ruhm gelangte er indessen unter seinem Künstlernamen: Georgie Fame (fame, engl. = Ruhm). Mit seinem ersten Hit Yeh Yeh eroberte er vor mehr als einem halben Jahrhundert die Spitze der Hitparade:

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Preiswürdig waren viele Bei­­träge, frei­lich kann nur einer als Preis­trä­ger benannt wer­den, so will es das Reglement.
Die eingehende Prüfung und Be­ur­tei­lung aller hieramts ein­ge­lang­ten Wettbe­werbs­beiträge durch die un­er­bittliche Jury (Abb. u.) führ­te zu folgendem Entscheid:

Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollege NeonWilderness weiterverliehen, für den Text zum Bild:

»Nachdem der Schulz-Zug ein weiteres Mal über die Böschung gekippt war,
hatte Martin einfach die Faxen dicke.«

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Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.

Freitagstexter

Kollege Rufus übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wett­be­werb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen virtuellen Wanderpokal sowie eine kostenlose Teilnahme an der globalen Klima­er­wär­mung, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Web­seite. Möge die Übung gelingen:

Bizarres

B i z a r r e  A u t o m o b i l  M a s k e n.
Die Sucht nach originellen Neuheiten führt oft zu sonderbaren Uebertreibungen, wie oben­ste­hende Abbildungen beweisen mögen. Es darf einen wirklich nicht wundernehmen, wenn beim Anblick derart vermummter Menschen die biederen Landbewohner ausrufen: Der Teufel kommt. „System Hieronimus“ heisst die oben abgebildete „Rüsselmaske“, aber so schnell fährt nicht einmal ein Hieronimus, um ihrer zu bedürfen.
.(Allgemeine Automobil-Zeitung.
Officielle Mittheilungen des Oesterreichischen Automobil≈Club, 1907)

23. April

Heute ist übrigens der Welttag des Buches.
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Über Hugo von Hofmannsthal wird berichtet, er habe einmal ein Buch verliehen und mit zahl­reichen Fettflecken verunziert zurückerhalten. Draufhin schickte er dem Übeltäter eine Speck­schwar­te mit dem Begleitschreiben:

»Anbei sende ich Ihnen Ihr Lesezeichen zurück, welches Sie in meinem Buch vergaßen.«

Bumsti & die Fake-News der Regierung

» Niemand geringerer als die Bundesregierung selbst produziert ‚Fake News‘ am laufenden Band. Sollte tatsächlich ein Straftatbestand für Desinformation eingeführt werden, dann müsste es die ersten großen Strafen für die gesamte Bundesregierung samt ihrer Riege an medialen Hofberichterstattern hageln.« –

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– verkündete FPÖ-Bumsti Strache in einer Presseaussendung zum Jahresende. Das ist in­so­fern bemerkenswert, als laut der Initiative Hoaxmap, welche nachweisliche Falsch­mel­dun­gen aufdeckt, ausgerechnet die FPÖ zu den Top-Ten-Verbreitern von Fake-News im deutsch­spra­chigen Raum gehört.

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Beispielhaft für einen solchen Segen für die Demokratie ist etwa das Bumsti-Inter­­net­­me­dium FPÖ-TV:

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Freilich lassen sich die steigenden, von Bumsti-TV zusammengefassten erschreckenden Kri­mi­na­li­täts­zah­len in der von der Regierung produzierten “getricksten“ Kri­mi­nal­sta­tis­tik nir­gendwo entdecken. Derlei Desinformation entgegenzutreten, wirken Internet-Bum­sti & Kon­sor­ten als her­vor­ra­gen­des Kor­rek­tiv zu Fake-News (siehe: ...... usw.) – wahr­haft se­gens­reich für die De­mo­kra­tie, Amen!

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Publikumsbeifall erhielten in dieser Runde Kollegin Pfefferoni, sowie Kollegen step­penhund, epper und das bee.
Preiswürdig waren viele Bei­­träge, frei­lich kann nur einer als Preis­trä­ger benannt wer­den, so will es das Reglement.
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Die treffliche Beobachtung, dass die Karosserieform des abgebildeten Vehiculums tatsächlich einem mittlings entzweigesägten Cello ähnelt, ist sehr apart. Die gewissenhafte Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts ein­ge­lang­ter Wett­be­werbs­bei­träge durch die unerbittliche Jury (Abb. unten) führte daher nach reiflicher Erwägung zu fol­gen­dem Entscheid:

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Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollege steppenhund weiterverliehen, für seinen Text zum Bild:

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Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.

Freitagstexter

Kollege Kulturflaneur übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:
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Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen virtuellen Wanderpokal sowie eine kostenlose Teilnahme an der globalen Klima­er­wär­mung, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Web­seite. Möge die Übung gelingen:

Verblüffendes:

„Indianische Wunderdiät“ oder „Der Schmu des Manitu“?
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Schau mer mal, was »Reporterin Esther Fischer« (neben­be­ruflich auch als Stockphoto-Model tätig*) für ihren genauestens re­cher­­chier­ten Son­der­be­richt verblüffendes he­raus­ge­fun­den hat:

»Dieses Mittel basiert auf einer alten, indianischen Formel [..] mit den Inhaltsstoffen Sine­trol, grünem Kaffeebohnenextrakt, Acai-Ex­trakt, weißer Tee Extrakt, Guarana Extrakt und Ribo­fla­vin [..] In früheren Jahren nutzten schon die indianischen Ureinwohner Amerikas diese „Wundermittel“ der Natur, [..] Dem Her­steller ist es gelungen durch viele Be­mü­hun­gen und Überredungskunst von einem mitt­ler­wei­le 94jährigen Medizinmann der Oglala-Sioux, aus dem Reservat Pine Ridge in South Dakota diese seit Urzeiten bestens gehütete Rezeptur zu bekommen.«

Das Ergebnis verblüfft in der Tat:.
Während Riboflavin von den Oglala-Sioux in alten, indianischen Formeln schlicht Vitamin B ge­nannt wurde, handelt es sich bei Sinetrol um ein Zitrusfruchtextrakt aus Grapefruits und Oran­gen. Dass in früheren Jahren schon die indianischen Ureinwohner Amerikas diese „Wun­dermittel“ der Natur für ihre seit Urzeiten bestens gehütete Rezeptur nutzten, ist in­so­fern verblüffend, als Zitrus­früch­te eben­so wie Kaffeebohnen und weißer Tee bekanntlich aus Asien bzw. Afrika stammen und es in Ame­ri­ka in früheren Jahren gar nicht gab.
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*) (Indianer-Märchentante Esther Fischer wirkt überdies auch als Gas-Wasser-Heizung-Tes­ti­mo­nial sowie als Teppich-Reinigungsfee.)

4. September – Hominines

Heute vor 160 Jahren erblickte der Neandertaler das Licht der Öffentlichkeit. Am 4. Sep­tem­ber 1856 erschien in der Elberfelder Zeitung eine Notiz über die Entdeckung ho­mi­ni­ner Fossi­lien im Neanderthal an der Düssel, die sich von allen bis dazumals ge­machten Funden unter­schieden:

    »Nach Untersuchung dieses Gerippes, namentlich des Schädels, gehörte das mensch­liche Wesen zu dem Geschlechte der Flachköpfe, deren noch heute im ame­ri­ka­ni­schen Westen wohnen.«

Heutzutage wohnen deren in Hollywood und schreiben Drehbücher für TV-Vorabend­se­rien.

Emotionelles

    »Ach Herr, was ich ein Gefühl für die Natur habe! Das Gras steht so schön, daß man ein Ochs sein möchte, um es fressen zu können, und dann wieder ein Mensch, um den Ochsen zu fressen, der solches Gras gefressen.«
    (Valerio, Leonce und Lena).

Über aussterbende Kulturtechniken, ..

.. z.B.: Das Aufsperren von Schlössern mittels Schlüssel, sowie das Landkartenlesen & der Gebrauch des Verstandes
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Erzählt mir ein Kollege, der Freund seiner Tochter sei zwar ein netter Kerl, aber leider auch ein aus­ge­spro­che­ner Hirni. (Sol­chen Fall kenn ich freilich auch ;) Leiht sich der sein Auto aus und ruft von un­terwegs an: die Fern­be­dienung für die Zen­tral­ver­rie­ge­lung funktioniert nimmer, zu­sperren hat vorhin noch geklappt, doch jetzt macht die keinen Piep mehr, Autotür geht nimmer auf.
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Na dann sperr halt mit dem Schlüssel auf, du Hirsch, rät mein Kollege ihm am Telefon. – Ah ja, sagt der, und ruft danach nimmer an: hat er also das Auto­tür­auf­sperren mittels her­kömm­licher Auto­schlüs­sel-ins-Tür­schloss-stecken-Technik erfolgreich hin­ge­kriegt.
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Kollege Trithemius schreibt hier über einen, welcher das vermeintliche Schwinden der Kul­tur­­tech­nik Hand­schrift beklagt, weil allenthalben nur mehr per Tastatur oder Touchscreen ge­schrie­ben wird. Mag sein. Als zu unserer Schulzeit die elektronischen Taschenrechner populär wurden, wurde über das drohende Aus­ster­ben der Kulturtechnik Kopfrechnen geklagt – mag ebenfalls sein. Ob man das nun für betrüblich halten will oder nicht: Fakt ist jedoch, dass das ge­deih­li­che Fort­kom­men der Mensch­heit da­durch kaum ernstlich beeinträchtigt oder gefähr­det würde. Es beklagt sich ja auch keiner, fortschrittliche Errungenschaften wie z.B. tele­fo­ni­scher Pizza­be­stell­service ver­drängten die alt­her­ge­brach­te Kulturtechnik, loszuziehen und sich seine Mahl­zeit selber zu jagen oder pflücken.
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Mit dem Aussterben anderer Kulturtechniken kanns hingegen problematischer werden: wenn etwa beim Auto meines Kollegen auch das Navi ausfiele, würde sein Tochterfreund wo­mög­lich nimmer heimfinden und bliebe samt Auto verschollen. Obwohl er nochmal anrufen und er­fah­ren könnte, dass im Handschuhfach eh ein Stadtplan liegt – aber damit leider nix an­zu­fan­gen wüsste: vielen ist die Kulturtechnik des Land­kar­ten­le­sens ja auf­grund per­ma­nen­ter Navi-Gän­ge­lung mittlerweile fremd geworden. (Manchen bekanntlich auch der Ge­brauch des un­ge­trüb­ten Verstandes, die semmeln sodann sehenden Auges schnurstracks in die Ra­batten, weil ihnen ihr Navi angeschafft hat: »Fahren Sie geradeaus durch den Kreisverkehr.«)
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(Fällt mir grad im Zusammenhang mit ferngesteu­er­ter vs. manueller Türverriegelung der Opel Diplomat ein, den ich mal besaß: der hatte elektrische Fensterheber, aber überdies dazu noch Fensterkurbeln, und das erschien mir doch recht apart. Wären die elektrischen Fen­sterheber also mal hin gewesen, hätten sich die Fenster dennoch auf die landläufige Methode händisch auf­kur­beln lassen. Oder der Silver Dawn von 1955, der als letzter Rolls Royce noch das tra­di­tio­nelle Loch vorn in der Stoß­stange hatte wo­durch er sich not­falls per Kurbel anwerfen ließ, sollte der elektrische Anlasser ausfallen.) (Im Reader’s Digest las ich darüber die Anek­do­te, wo einer einen Rolls Royce kaufen will und sich über das für den Kurbelstart vorhandene Loch mo­kiert: wozu ein zuverlässiges Auto das überhaupt nö­tig habe? Darauf belehrt ihn der Ver­käu­fer, wozu er überhaupt Brustwarzen benötige: näm­lich für den Fall, dass er mal ein Kind ge­bä­re und es stillen müsse. Und ebenso wahrscheinlich trete mal der Fall ein dass die Kurbel notwendig wäre, weil ein Rolls Royce nicht zu­ver­läs­sig an­springen würde.) Aber zurück zum Thema:
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War das mit der Ratlosigkeit, die manch einen im gewohnten Alltag heillos zu übermannen dräut, sobald gewohnte Alltagstechnik sich un­ver­sehens ihres Dienstes ent­schlägt, eigentlich schon immer so? Stand denn Alexander der Große ratlos vor dem Gor­di­schen Knoten wie der Ochs vorm Tor und Tochterfreund vor Auto­tür, weils damals keine Kno­ten­lö­sungs-App fürs Smartphone gab? Hätten die Wikin­ger denn Grön­land und die Fidschis die Osterinsel nicht ent­deckt, wenn ihr Navi aus­ge­fallen wäre? – Oder handelt sichs um eine zeit­ge­nös­sische Prob­le­ma­tik, welche akut her­vor­tritt: sollten nach­kom­men­den Generationen gar trübe Aus­sichten be­vorstehen, weil sich beim Ausfall di­ver­sen tech­ni­schen Schnickschnacks ohne diesen keiner mehr an­der­wei­tig zu be­hel­fen wüsste?
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Nein, das gravierende Manko an krea­ti­ver Problemlösungskompetenz, woran so mancher Ex­po­nent der Spezies Homo sapiens (sapiens, lat.: »ver­nunft­be­gabt«) laboriert, ist kein mo­der­nes Phä­no­men, das gabs schon immer. Man kennt das von der Fliege und dem Fenster: ein Fens­ter­flü­gel zu, einer geöffnet. Was macht die Fliege? Wummert unablässig gegens Fens­ter­glas bis der Schä­del brummt, an­statt einfach beim offenen daneben ungehindert raus­zu­flie­gen. Das Flie­gen­hirn kapierts halt nicht: »Was mit Gewalt nicht geht, muss auch mit mehr Ge­walt noch lang nicht gehen«, und kennt nicht die Prob­lem­lö­sungs­alternative: »Was so nicht geht, geht vielleicht anders«. Wie die Autofahrer, die mit durchdrehenden Rä­dern im Schnee festsitzen und trotzdem beharrlich Vollgas geben obwohl das offensichtlich nix nützt: auf die nahe­lie­gen­de Idee »wenn mehr Gasgeben nix nützt, nützt vielleicht weniger« kommen die nicht. Und werden auch nicht klüger daraus, sondern fallen eher dem Schä­del­brummen oder der Trüb­sal anheim, als eine probatere Strategie in Erwägung zu ziehen.
(Karl Kraus schrieb einst: »Es scheint der Menschennatur verhängt zu sein, durch Erfahrung dümmer und erst durch deren Wiederholung klüger zu werden, und besonders die Intelligenz muss viel mitmachen, bevor sie zur Einsicht gelangt [..]« – Dahin gelangt indessen beileibe nicht jeder, und nicht unbedingt muss mangelnde Intelligenz die Ursache dafür sein. Nennen wirs stattdessen lieber: mangelnde Problemlösungskompetenz auf dem Gebiet der Kultur­tech­nik Autofahren.)
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Tja, worauf wollte ich bei dem ganzen Thema samt Abschweifungen eigentlich hinaus? Weiß nimmer. (Bissel he­rum­gemo­sert halt, wieder mal. Genug für heute.)
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(Beitrag zu Kollege Dominiks *.txt-Projekt: »trüb«)

Über das Älterwerden – paar Zitate & reichlich Herumgemosere

Wenn man über fünfzig ist und in der Früh aufwacht, ohne dass einem was wehtut – dann ist man gestorben, so besagt eine Volksweisheit.

»Natürlich ist Altwerden kein reines Vergnügen. Aber denken Sie mal an die einzige Alter­na­ti­ve.« sagte der kluge Robert Lembke, und natürlich hat er mit seinen Worten recht. Tröstlich sind sie indessen nicht. Kollege Wortmischer wiederum zitiert Cicero, welcher einst dia­gnos­tizierte: »Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu.« – Was an dem Problem per se freilich auch nix ändert: altersbedingte Malaisen sind keine Einstellungssache, sondern schnöde Unabänderlichkeiten. »Altern ist eine Zu­mutung« brachte es der altersweise Loriot auf den Punkt.
Genug mit Zitaten herumgeworfen. Nein, warten Sie, eins noch:

    »Ein Mann mit weißen Haaren ist wie ein Haus, auf dessen Dach Schnee liegt. Das be­weist aber noch lange nicht, dass im Herd kein Feuer brennt.«  (Maurice Chevalier)

(»Zitieren ist die Methode, Bildung mit etwas zu belegen, was man nicht gelesen hat.« tadelt Volker Dietzel zwar, was ich aber nicht unwidersprochen auf mir sitzen lassen mag – zu­wei­len pflege ich zu gegebenem Anlass etwa Goethes Götz zu zitieren, durchaus ohne damit Bildung be­le­gen zu wollen. Obwohl ich ihn gelesen habe.)
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Zurück zum Thema: Monsieur Chevaliers schöner Vergleich mag ja zutreffen, was aber wenn des Mannes Dach unter dem Schnee herausapert? (wenn ihm also »der Kopf durch die Fri­sur wächst«, wie meine Tante Jetta es nannte.) (Kollege KrassNick erläuterte mir übrigens, wenn sich bei Männern mit fortschreitendem Lebens­alter die Kopfbehaarung lichtet, sei es kei­nes­wegs so dass die Haare ausfallen, wie irrtümlich angenommen. Vielmehr kehren diese le­dig­lich ihre Wuchs­richtung um und wachsen nach innen in den Kopf zurück, um später aus den Ohren und Nasen­löchern wieder rauszukommen.) Mitnichten von des Lebens grünem Lenz kündet die Aus­ape­rung der Ka­lotte, vielmehr von fortgeschrittener Sai­son, gefolgt am bittern Ende vom Winter unsers Missvergnügens. (Hoppla, schon wieder ein Zitat.)
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Haupthaarschwund als Altersbegleitsymptom trifft den einen eher, den an­dern später, man­chen nie. Siehe z.B. die Brüder R.: der jüng­ste hat keine Haare mehr, der mitt­le­re nur mehr wenig, der älteste noch alle. (Lukas R., Kabarettist: »Wenn ich meinen jüngeren Brüdern was zu­fleiß tun will, schenk ich ihnen zum Geburtstag einen Kampl.«) [Kampl, österr.= Kamm]

Ich habe eben­falls zwei jüngere Brüder, und zufällig verhält sichs bei uns genauso. Ziemlich un­gerecht, möchte man meinen, aber was im Leben ist schon gerecht. Das Älterwerden je­den­falls nicht. Altern ist eine niederträchtige, obszöne Gemeinheit, die uns die Natur beschert.
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Man ist so alt wie man sich fühlt, lautet eine weitere Binsenweisheit – aber jetzt frage ich Sie: was soll daran ein Trost sein? Mein Großonkel K. musste als Neunzigjähriger ins Altersheim, und auf die Frage wie er sich dort fühle beklagte er sich, dort von lauter alten Krachern um­ge­ben zu sein: obwohl die meisten um Jahrzehnte jünger waren als er. Wie deprimierend. Nicht die Ein­stel­lung ist das Problem, wie uns Cicero weismachen will, sondern das Alter.
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»Ja, lang leben will halt alles, aber alt werden will kein Mensch.« (Johann Nepomuk Nestroy) – Erkennen Sie das Dilemma?
(Leider hilft uns das Herumgemosere darüber auch nicht weiter. Genug he­rum­ge­mo­sert also für heute.)

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(Beitrag zu Frau Quadratmeters Blogaktion: #älterwerden)

Ambiguitives

    Wenn man über fünfzig ist und in der Früh aufwacht, und es tut einem nix weh – dann ist man gestorben.  (Volksweisheit)

Wer Kreuzweh hat, der holt sich ein Rezept vom Arzt und trägts zur Apotheke. Frag ich die jun­ge Apothekenkraft, ob das Medikament eh nicht die Verkehrsfähigkeit beeinträchtigt? – guckt sie mich schief an und muss die Chefin fragen. Apothekenkraft tuschelt mit Chefin, Chefin guckt mich schief an. Nein, über Einschränkung der Verkehrs­fähigkeit als Ne­ben­wir­kung sei nix bekannt, und beide gucken mich an. Ich krieg meine Pulverl und zahl die Re­zept­gebühr, und hab eigentlich die Verkehrstüchtigkeit im Straßenverkehr gemeint.

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Publikumsbeifall erhielten dies­mal wieder Kollegin iGing, sowie Kol­le­gen Thorsten#87, krass­NICK und Mr. Spott.
Preiswürdig waren viele Bei­­träge, frei­lich kann nur einer als Preis­trä­ger benannt wer­den, so will es das Reglement.

Die gewissenhafte Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts ein­ge­lang­ter Wett­be­werbs­bei­träge durch die unerbittliche Jury führte zu folgendem Entscheid:
Der Wanderpreis wird für diese Woche an Kollegin Sternenstaub weiterverliehen, für den Text zum Bild:

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Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.

Freitagstexter

Kollegin Nehalennia übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen virtuellen Wanderpokal sowie eine kostenlose Teilnahme an der globalen Klima­er­wär­mung, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Web­seite. Möge die Übung gelingen:

3. Jänner

Heute vor 129 Jahren wurde der Expressionist August Macke geboren, in seinem kurzen Leben (er fiel als 27-Jähriger im Ersten Weltkrieg) schuf er eine große Zahl überaus schöner Gemälde, leider auch eines von erlesener Abscheulichkeit. Leider deswegen, weil nämlich ein Kunstdruck davon in unserem Schlafzimmer hängt (siehe Abb.), der meiner Frau besonders gefällt und täglich mein ästhetisches Feingefühl beleidigt. Mir schleierhaft, warum ihr ausgerechnet dieses missratene Bild so gefällt, aber es muss dort hängenbleiben, obs mir passt oder nicht. Musst ja nicht hinschaun, wenns dir nicht gefällt, sagt sie.

Bananen statt Jungfrauen

»Die religiöse Manie gilt als die vorherrschende Form von Geistes­krank­heit.«
(Henry Coswell, 1839)

Wie soll man mit diesem Irrsinn fertigwerden. Verharren in sprachloser Fassungslosigkeit? Re­flexartiges Ableieren sinnleerer Laberfloskeln (»aufs Schärfste zu ver­urteilen, bla­bla ..«) – oder mit unangebrachtem Dumm­schwatz drauflosplatzen? (etwa der un­ver­meid­li­chen Idiotie über »Freitag, der 13.=Unglückstag«, undsoweiter.)
Mir fällt dazu nix mehr ein außer Sarkasmus. (wer damit nichts anfangen kann, der lasse das Weiterlesen hier sein.)
Mal abgesehen davon, was einem an der Phantasievorstellung, für den Rest der Ewigkeit im Jen­seits mit einer ewigen Erektion & 72 Jungfrauen abzuhängen, so überaus un­widerstehlich erscheinen mag – wieso bringt es keiner (religiöse Autoritäten, geist­li­che Führer, Imame, sonstwelche maßgebliche Stimmen) in Zeiten des Internet zuwege, auch diesen fanatisierten Geis­tes­kran­ken längst sattsam Bekanntes darzulegen: dass es sich bloß um einen läppischen Übersetzungsfehler handelt (wie das biblische Kamel, welches anstelle eines Seils durchs Nadelöhr geht) – im Paradies gibts Weintrauben, keine Jungfrauen.
Und jetzt Sarkasmus: man stelle sich vor, wie all diese erektionsmotivierten Triebtäter, die grad sich selber plus eine möglichst hohe Anzahl Ungläubiger (inkl. Frauen & Kinder) um­ge­bracht haben, in Scharen vor der Himmelstür auf der Matte stehen und die erhoffte Be­loh­nung dafür erwarten, und sich vom Torhüter (oder sonstigem islamischen Pendant zu Petrus vor dem Himmelstor) anhören müssen: »Sorry Leute, aber das mit den 72 Jung­frauen ist ein Über­setzungsfehler, es heißt Weintrauben. Weintrauben sind wegen des großen An­drangs mo­ment­an leider aus, dürfen’s stattdessen 72 Bananen sein?«
Nur schade, dass diese Geistesgestörten ihre dummen Gesichter, die sie danach im Jenseits machen würden, nicht vor ihren Taten sehen können.

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.

Publikumsbeifall erhielten dies­mal Kollegin iGing, sowie Kollege Shhhhh*).

Preiswürdig waren gar viele Bei­­träge, freilich kann nur einer als Preis­träger benannt wer­den, so will es das Reglement.
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Die unerbittliche Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts eingelangter Wettbe­werbs­bei­träge durch die gestrenge Jury (Abb.u.) führte zu folgendem Entscheid:

Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollegen das bee weiterverliehen, für seinen Text zum Bild:

    »Das Praktikum beim Hundefänger hatte sich Wilhelm ganz anders vorgestellt.«

Freitagstexter


Kollege Kulturflaneur übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:
Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen Wanderpokal sowie eine kostenlose Teilnahme an der globalen Klima­er­wär­mung, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Webseite. Möge die Übung gelingen: