31. März

Heute vor 147 Jahren wurde die russische Schriftstellerin Alexandra M. Kollontai (1872-1952) geboren.
Während eines literarischen Abends langweilte ein aufstrebender junger Dichter die Gesellschaft mit seinen hochtrabenden Ambitionen: »Mit meinem Schaffen,« so tat er dramatisch kund, »möchte ich etwas Großes, Reines vollbringen!« – Alexandra Kollontai riet ihm da­rauf­hin: »Waschen Sie einen Elefanten.«

Neues aus der Bildmontage-Bastelstube: Sinnentleertes (II)

Nicht immer lässt sich aus dem Bildarchiv ein hinreichend sinn­ent­leer­tes Symbolbild aufstöbern, in solchen Fällen tritt der Bildmon­tage-Bastel­be­auf­tragte ans Werk, um die­sem Manko vermittels kreativer Bild­be­arbeitung Ab­hilfe zu ver­schaffen. Als besonders umtriebiger Vertreter seiner Zunft erweist sich etwa der Schöpfer der untenstehenden Kreationen, und gewinnt den »Sisyphos-Preis« für herausragende Verdiens­te um die Pflege der sym­bolbildlichen Sinnentleertheit:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • »Exhibitionist belästigt Spaziergänger«
  • »Ampeln in Kassel«
  • »Polizei sucht einen Exhibitionisten«
  • »Junger Mann klingelt an Tür«
  • »Erschreckender Übergriff«

25. März

Heute vor 53 Jahren wurde Jeff Healey (1966-2008) geboren, der leider früh verstor­bene ka­na­di­sche Gitarrist, Trompeter & Sänger. Healey spielte die Gitarre auf unkon­ven­ti­o­nelle Weise, indem er sie wie eine Zither vor sich auf dem Schoß liegen hatte, oder zuweilen auch mit den Zähnen.
Hier mit einer originellen Vintage-Nummer, among friends:

Aus der Abteilung: »Garstige Witze«

Bei Kollegin Quer steht die Zen-Weisheit zu lesen:

»Um zu wissen, ob das Wasser heiß oder kalt ist, muss man den Finger hineinhalten.
Darüber zu diskutieren nützt nichts.«


Das erinnert an den garstigen Witz:

»Sagen Sie, wieso hat denn Ihr Baby so lange Ohren?«
»Das kommt daher, weil ich es zum Baden immer an den Ohren festhalte und in der Wanne hin und her schwenke.«
»Aber das macht man doch anders: man hält das Baby in beiden Armen und legt es in die Wanne.«
»Will ich mir die Arme verbrennen? Ich weiß ja nicht, wie heiß das Wasser ist.«

19. März – Tag des Geflügels

    Die Stimmung steigt im Hühnerschlag,
    denn heut’ ist Weltgeflügeltag
    ein Tag, der ganz gewiss gefällt
    dem Federvieh auf dieser Welt.
    Drum lasst uns das Geflügel feiern
    ohne lang herumzueiern:
    wer heut’ entsprechend feiern will,
    brät einen Broiler auf dem Grill.

Allerlei Mischkulantes zum Tag des Geflügels:


Der geschlechtlichen Gleichstellung im Sprachgebrauch geschuldet, lässt man Gendering neu­er­dings auch dem Geflügel angedeihen, wie Kollegin Cappuccina entdeckte.

Über der Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei ? mögen sich die Oologen die Eier­köpfe zerbrechen – die von Kollege Trithemius hieramts gestellte Gegenfrage, was wohl zu­letzt da sein wird, scheint indes geklärt: gewiss wird das Ei das Huhn überleben. Tau­send­jäh­rige Eier gibts bekanntlich, aber wer hätte jemals von einem tausendjährigen Huhn gehört?

Paul Simon erzählte, seinen Songtitel »Mother and Child Reunion« einst auf der Speisekarte eines Cajun-Restaurants in den Südstaaten gelesen zu haben, als Bezeichnung für eine kreoli­sche Mahlzeit: Huhn mit Ei.

Henry Ford war es seinerzeit, der Marketing mit Geflügel verglich: »Enten legen ihre Eier in aller Stille, Hühner gackern darüber wie verrückt. Was ist die Folge? Alle essen Hühnereier.«

Kennen Sie das TOBIS-Intro aus dem Kino? Was immer das sein mag, was das Feder­vieh unten rausfallen lässt, nachdem es gekräht (!) hat – ein Ei kanns ja wohl keins sein:


Zum aktuellen Anlass nicht fehlen darf wie immer das obligate Symbol­bild, Abb. links: »Mit einem Messer trennt eine Frau in Bangladesch ihren Ver­ge­wal­ti­ger von dessen bestem Stück: einem weißen Huhn.«

18. März

Heute vor 78 Jahren wurde der österreichische Dramatiker Wolfgang Bauer (†2005) ge­bo­ren. Er sagte:

    »Ein Schriftsteller, dem nichts einfällt worüber er schreiben könnte, kann immer noch über einen Schriftsteller schreiben, dem nichts einfällt worüber er schreiben könnte.«

14. März

Heute vor 75 Jahren, am 14. März 1944, fand am New Yorker Broadway die englisch­sprachige Uraufführung von Franz Werfels Drama “Jacobowsky und der Oberst“ statt, welches der öster­reichische Bestsellerautor in der Emigration verfasst hatte. Nach der Premiere wurde er von sei­nem Landsmann Billy Wilder gefragt, wie das Stück denn beim Publikum angekommen sei?, und Werfel gab zur Antwort:
»Alea iacta est.«
Wilder fragte, was zum Kuckuck das bedeuten solle, und Werfel erklärte:
»Der Werfel hat gefallen.«

Neues vom Symbolbildbeauftragten: Werkzeugsachverständiges

Der werkzeugsachverständige Symbolbildbeauftragte bringt das kniffelige Kunststück zuwege, mit verbundenen Augen aus einem Hut voller Kreissägen-Stockfotos das einzige hervorzuziehen, auf dem keine Kreissäge ist:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • Symbolbild: »Steinschneidemaschine«
  • Symbolbild: »Gartenschere«
  • Wenn der Bildmontage-Bastelbeauftragte zuschlägt ..
  • (Ohne Worte)
  • Symbolbild: »Hammer«

Bildmontage der Woche

Der »Sisyphos-Preis« für das sinnentleerteste Sym­bolbild mit Photoshop ge­bührt in dieser Woche wiederum dem Bildmontage-Bastelbeauftragten von Öster­reichs auflagenstärkstem Volksinformationsorgan. Da sich vielleicht nicht jede|r Leser|in unter einem Plastiksackerl was konkretes vorstellen kann, bringt er eine anschauliche Symbolbild-Montage zur Darbietung, um dem Vor­stellungs­ver­mö­gen auf die Sprünge zu verhelfen:

9. März

Heute vor 160 Jahren wurde Peter Altenberg (1859-1919) geboren, legendäres Parade­ex­em­p­lar des typischen Wiener Kaffeehausliteraten und Schnorrers.

Altenberg verbrachte den größten Teil seines Lebens im Kaffeehaus, und wenn er einmal nicht im Kaffee­haus war, so hieß es, dann sei er grad auf dem Weg dorthin. Auf seiner Visitenkarte gab er als Adresse das Café Cen­tral an, auch seine Post ließ er sich dort hinschicken.
Schon sein Lehrer nannte den späteren Meister der lite­­ra­ri­schen Skizze & fragmentarischen Kurzprosa ein »Genie ohne Fähigkeiten« – wie überliefert, sei er bei der Matura deswegen durchgefallen, weil er als Aufsatz über das Thema »Der Einfluss der Neuen Welt (Amerika) auf die Alte« nur ein einziges Wort hingeschrieben hatte: »Kartoffeln.«
Altenberg trat zeitlebens als vorgeblich mittelloser Schnor­rer auf, der sich von Kollegen und Gönnern finanziell aushalten ließ. (Um seine Mittellosigkeit zu illustrieren, lief er grundsätzlich in Holzsandalen ohne Socken herum, selbst wenn er als Theaterkriti­ker Vor­stellungen besuchte.) Einmal schrieb er an seinen Bruder ein Telegramm: »Bitte schicke mir 100 Kronen, habe mein ganzes Geld zur Sparkassa getragen und starre nun dem Hungertod entgegen.« Oder, als er seinen Freund Karl Kraus einmal um 10 Kronen an­schnorrte, dieser aber bedauerte nicht so­viel da­bei­zu­haben, da bot ihm Altenberg an: »Ich leih’ dirs inzwischen, damit du mirs schnorren kannst.«

Als nach Altenbergs Tod sein Testament bekannt wurde, stellte sich zum nicht gerin­gen Erstaunen heraus, dass der angeblich zeitlebens Mittellose auf diese Weise ein durchaus statt­liches Vermögen von über 100.000 Kronen auf der Sparkassa angehäuft hatte. Dieses hinterließ er zur Gänze wohltätigen Einrichtungen.

7. März – Im Telephonmuseum

Heute vor 143 Jahren, am 7. März 1876, erteilte das US-Patentamt Herrn Alexander Graham Bell ein Patent auf seine Erfindung, den sogenannten Telephonapparat. Seinerzeit wurde Herrn Bells Erfindung aller­dings keine große Zukunft vorhergesagt: das Telephon, so las man in der Presse, werde sich in der Allgemeinheit vor­aus­sicht­lich nicht durchsetzen, da es ohne­hin genügend Boten­jungen gebe, um Nach­rich­ten zu übermitteln.

»In den Anfangszeiten der Fernsprechtechnik war es dem Benutzer eines Telefones nicht möglich, eine bestimmte Telefonverbindung zu einem anderen Anschluss selbst auf­zu­bauen. Um eine Verbindung zu bekommen, musste man die Vermittlungskraft im Fern­sprech­amt (umgangssprachlich das „Fräulein vom Amt“) mittels Betätigen eines Kurbel­in­di­ka­tors „wecken“ (dies war tatsächlich der offizielle Ausdruck für diesen Vor­gang). Dem Ver­mitt­lungs­personal teilte man sodann mündlich seinen Verbindungs­wunsch mit, wo­rauf dieses per Handvermittlung die Verbindung aufbaute.«  (Wikipedia)


Am 29. April 1913 aber wurde von der Fa. Siemens & Halske in Spandau der Nummernschalter mit Fingerlochscheibe für den Selbstwählbetrieb zum Patent angemeldet, Abb. rechts: manche junge LeserInnen werden solcherlei antikes Artefakt in natura wahr­schein­lich gar nimmer kennen. Damit begann das Zeitalter der Selbstwähltelefonie.

Drei Jahre zuvor waren die ersten Astronauten auf dem Mond gelandet, aber bis ins Jahr 1972 gehörte Neulengbach im schönen Wienerwald zu den letzten Sprengeln im österreichischen Post-Telefonnetz, welche auf den Anschluss an den Selbstwählverkehr warten mussten. Bis da­hin hatten wir daheim ein schickes Kur­beltelefon ohne Wählscheibe, wie in Abb. links – noch Anfangs der 70er-Jahre, nicht gelogen. Wenn man jemanden anrufen wollte, musste man zuerst kurbeln, worauf sich das Fräulein vom Amt meldete. Der sagte man sodann die Nummer an, mit der man telefonieren wollte, und draufhin stöpselte sie die Verbindung zum gewünschten Teilnehmer durch. Wenn wir als Kinder beim Neulengbacher Postamt vorbeigingen, konnten wir durchs Fenster das Fräulein vom Amt mit ihren Kopfhörern sehen, wie sie da drinnen emsig am Klappen­schrank herumstöpselte. (Kennen Sie die Szene aus den alten Lassie-Schwarz­weiß­filmen? ;)
Das allerletzte österreichische Fräulein vom Amt war indessen ein Mann, am 14. Dezember Anno 1972 stellte er in Karlstein/Thaya im Waldviertel die letzte Telefon­verbindung durch manu­elles Stöpseln her.


(Als ich mir unlängst ein neues Handy anschaffte und dem Verkäufer-Jungspund er­zählte, dass mein erstes Handy noch eine Antenne zum rausziehen hatte, da schaute der mich an als käme ich geradewegs aus dem Kuriositätenkabinett. Das mit unserem Neulengbacher Kur­bel­telefon aus der Prä-Wählscheiben-Ära hätte der mir bestimmt nicht geglaubt.)

28. Februar – Wer das liest, muss sterben.

Heute vor 125 Jahren wurde Ben Hecht (1894-1964) geboren, einer der bedeutendsten Dreh­buch­autoren der Filmgeschichte.

Ben Hecht schickte einem Produzenten einmal ein Drehbuch, nach einem halben Jahr hatte der es noch immer nicht gelesen. Also schickte er ihm das gleiche Drehbuch nochmal, aber mit einem neuem Titel auf dem Umschlagblatt:

»Wer dieses Drehbuch liest, muss sterben.«


Zwei Tage später rief ihn der Produzent an: natürlich hatte der es sofort gelesen.

Die Macht des Titels. Testen Sie selbst – es darf nur EIN Titel angeklickt werden, für welchen würden Sie sich entscheiden:


(Wer das gelesen hat, muss sterben.)

Symbolbildliches: Kannibalisches

Eine Meldung ohne Pics ist nix, wie man weiß, aber nicht zu jeder gibts ein Originalfoto. Zum Glück gibts Symbolbilder:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • Symbolbild: »Liebhaber gekocht«
  • Symbolbild: »Tupperparty«
  • Symbolbild: »Candle Light Dinner mit Mutter« (oder: »2. Advent«?)
  • Symbolbild: »Ein ausgewogenes Ernährungsangebot ist wichtig.«
    (Der Bildbetextungs-Beauftragte lässt grüßen.)
  • (Ohne Worte)

Sisyphos der Woche

Nicht immer lässt sich aus dem Bildarchiv ein hinreichend sinn­ent­leer­tes Symbolbild aufstöbern, in solchen Fällen tritt der Bildmon­tage-Bastel­be­auf­tragte ans Werk, um die­sem Manko vermittels kreativer Bild­be­arbeitung Ab­hilfe zu ver­schaffen. Als Anerkennungspreis für herausragende Verdiens­te um die Pflege der sym­bolbildlichen Sinnentleertheit wird hieramts der »Sisyphos der Woche« (li.) verliehen, für das sinnentleerte Sym­bolbild mit Photoshop:

15. Februar

Heute vor 455 Jahren erblickte in Pisa der große Universalgelehrte Galileo Galilei das Licht der Welt, eppur si muove.
Kollege krassNICK reimt:

Die Leute fragten einst in Pisa
Herrn Galilei, was denn dieser
über’s Universum und
den ganzen Rest so alles kund
tun könne? Aber dieser rief
bloß: »Leute, euer Turm steht schief.«
.


© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

10. Februar – Alliteratives: Lyrik vs. Logik

»Wenn ich gegen eins was habe, sind’s Fehler, nur dem Reim zulabe!«
(Winfried Kraft) (vermutlich Pseudonym v. Robert Gernhardt)

.
Heute vor 121 Jahren wurde Bertolt Brecht (1898-1956) geboren, und zwar in Augsburg. (Die rote Socke, tat­sächlich war der ein waschechter Schwabe, was sagt man dazu. Brecht selber mochte seine Ge­burts­stadt allerdings nicht, er sagte: »Das beste an Augsburg ist der Zug nach Mün­chen.« Er blieb nicht lang in Augsburg, wie man weiß.)
In dem Lied »Der Tod im Wald« lässt Brecht den grimmigen Poeten Baal alliterieren:

    »Und ein Mann | starb im Wald, | wo Sturm und Strom ihn umbrausten ..«

    (Anm.: »Selber schuld, | wär’ er halt | bei so ’n Sauwetter nicht draußten ..«
    ließe sich dazu extemporieren ;)

Gegen Stabreime gibts im Prinzip nichts einzuwenden, es sei denn, Lyrik dräut Logik dreist zu verdrängen. Dichterkollege KrassNick lässt nun einen fiktiven Leser beim Autor der be­tref­fen­den Zeile, Herrn Brecht also, um nähere Erläuterung nachsuchen, und kleidet dessen An­frage hinwiederum in gefälligen Versreim – er schreibt:

    Hier ätzt der Leser: »Sie, Herr Brecht,
    als Stabreim klingt der ja nicht schlecht,
    Ihr Vers vom Sturm und Strom im Wald.
    Nur fragt an dieser Stelle halt
    der Leser sich: Wo, bitte sehr,
    kommt denn im Wald der Strom daher?«
    Herr Brecht, der denkt nicht lange nach
    und antwortet dem Leser: »Ach,
    der Strom? Der kommt auf alle Fälle
    aus Batterien von Duracelle!«
    ───────────────────────
    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.

Auch in seinem Gedicht »Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster« lässt Brecht die Logik ver­missen, indem er vorn auf Korn reimt und, was er in einer Lyrikkritik üb­ri­gens sel­ber mo­nier­te, »damit seinen Wirklichkeitsbezug ne­giert«:

    »Ich bin die Amsel.
    Kinder, ich bin am Ende.
    Und ich war es, die den ganzen Sommer lang
    Früh im Dämmergrau in Nachbars Garten sang.
    Bitte um eine kleine Spende.
    Amsel, komm nach vorn.
    Amsel, hier ist dein Korn.«

Darüber ließe sich wiederum extemporieren:

    Was soll ich, fragt die Amsel nun,
    denn mit dem Korn? Ich bin kein Huhn!
    ───────────────────────
    (Es fragt der Leser hier zu Recht:
    »Meinten Sie wirklich Korn, Herr Brecht?«
    Weil Amseln, wie man weiß, indessen
    nicht Körner, sondern Würmer fressen.)

9. Februar

Heute ist übrigens der Tag der Zahn­schmer­zen, falls man dem Kalender glauben will.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)


Es feiere den Zahnschmerztag
ein jeder, wer ihn feiern mag.
(Am Zahnschmerztag ist freilich nicht
Zahnschmerz zu haben Bürgerpflicht:
so wie am Weltmilchtag ja auch
nicht Milch zu geben ist der Brauch.
Das wird vom Bürger nicht verlangt
am Zahnschmerztag, Gott sei’s gedankt.)

Gagaistisches

Im ZDF-Talk “maybrit illner“ zum Thema Fahrverbot und Tempolimit zieht der deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unter dem Tenor »Wenn das nicht Gaga ist« die Messwerte der Luft-Schadstoffbelastung durch Autoabgase in Zweifel und behauptet unter anderem:

    »In Wien ist die zentrale Mess-Station in einer Fußgängerzone.«


In Wien gibt es siebzehn Luftgütemessstellen des Wiener Luftmessnetzes, darunter auch eine am Stephansplatz im Stadtzentrum. Ob man Herrn Scheuers Darstellung jener x-beliebigen von insgesamt siebzehn Wiener Messstellen als »die zentrale Mess-Station in Wien« für mutwillige Faktenverzerrung halten will oder bloße Einfältigkeit, mag jeder selber beurteilen.
Wenn das nicht Gaga ist.


Luftgütemessstellen des Wiener Luftmessnetzes


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(siehe auch: BILDblog)

5. Februar

Heute vor 90 Jahren erblickte in Neufeld an der Leitha Fred Sinowatz (1929-2008) das Licht des Burgenlandes, ex oriente lux.
Der Name Sinowatz stammt aus dem slawischen und bedeutet übersetzt “komische Nase ko­mi­scher Name“. Weil er in der Schule deswegen immer als “Fredi Nasowitz“ verspottet wurde, rächte er sich indem er Unterrichtsminister wurde. Weil er als Unterrichtsminister ständig als “Unterschichtsminister“ verspottet wurde, wurde er Vizekanzler. Dass er als Vize­kanzler als “Witzekanzler“ verspottet wurde, kam nicht unerwartet. Als Bundes­kanzler wurde er als “Fred Sinnlosschwatz“ verspottet. Dabei sagte er viele gescheite Sachen, sein bekanntester Aus­spruch ist:

    »Es ist alles sehr kompliziert.«

Fred Sinowatz ging in die Geschichte ein als der einzige Bundeskanzler der Zweiten Republik, der noch komischer aussah als Wolfgang Schüssel.