31. März – Existenzphilosophisches

Heute vor 425 Jahren kam der große Denker René Descartes (1596–1650) zur Welt, »cogito, ergo sum« undsoweiter. Kennt man.

Küchenphilosoph Kollege KrassNick reimt über Monsieur Descartes Postulat folgende Verse:

    Es stammt von Herrn René Descartes
    die altbekannte Redensart:
    »cogito, ergo sum«, was wohl
    »ich denk’, drum bin ich« heißen soll.

    Hier taucht die Frage auf: warum
    dann auch ein Depp, welcher zu dumm
    zum Denken ist, es fertigbringt
    dass dem trotzdem zu sein gelingt?

Ösitanisches: Skandalöses

Nun stellt sich also, wenig überraschend, heraus dass ein ÖVP-Finanzminister Blümel wieder mal*) gelogen hat: um die Kostendeckelung bei der Impfstoffbeschaffung zu vertuschen.

»Das ist einer der größten Skandale der österreichischen Geschichte«, befand daraufhin SPÖ-Vizeklubchef Leichtfried.
Einer der größten Skandale der österreichischen Geschichte!
Muss man sich mal vorstellen!! Dass ein Politiker lügt um was zu vertuschen!!!

Allerweil, es gäberte keine größeren Skandale in der österreichischen Geschichte als lü­gen­de Politiker: Tu felix Austria.
(Hier fragt man sich, wo ein Herr Leichtfried denn bis jetzt in unserem Land gelebt hat, be­vor er diesen Be­fund erstellte – in einem Schrank?)
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*) Ja, der ist das: der gar nicht weiß, dass seine Frau seinen Laptop äußerln führt, von dem er gar nicht weiß dass er ihn besitzt.

Wissenswertes

Aus Einsparungsgründen wurde die ursprünglich obligate Rubrikseite “Wissen“ in vielen Online-Zeitungen mittlerweile eingestellt. Als eine der seltenen Ausnahmen verblie­ben ist unterdessen die Clickbaiting-Portalseite “FOCUS|Wis­sen“, wo aus schier un­er­schöpf­li­­chem & stetem Quell unablässig Wissenserweiterndes* zur Darbietung ge­langt:







(alle: FOCUS Online)

Grundsätzliches: 5 von 3 Punkten

“FOCUS Wissen“ verrät Ihnen 5 Punkte, die Sie bei einem Tornado in Sicht beachten sollten:

Punkt 1:
Grundsätzlich gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei einem Gewit­ter, [..] das heißt:
In Gebäuden oder noch besser in Kellern Schutz suchen: Zwischen der Fensterseite und den Menschen sollten möglichst viele Wände stehen. Eine Bettmatratze kann man als Schutz über sich legen, um [..]

Schon klar: Keller, Bettmatratze. Das gleiche, was man grundsätzlich bei einem Gewitter halt so zu tun pflegt für gewöhnlich.

Punkt 2:
Bewegt sich ein Tornado auf ein Holzhaus zu, ist es ratsam, alle Fenster und Tü­ren auf­zureißen statt zu schließen: [..] Selbiges gilt nicht für ein massives Haus aus Zie­gel und Beton.

Fenster und Tü­ren aufzureißen statt zu schließen: Selbiges gilt bei einem Gewitter (siehe Punkt 1) auch für ein Holz­haus grund­sätz­­lich eher nicht als ratsam.

Punkt 3:
Schutz suchen und Mindestabstand einhalten
Wird man auf offenem Gelände von einer Superzelle oder einem Tornado überrascht, sollte man in die Hocke gehen, um die kleinstmögliche Angriffsfläche für Blitzschläge zu bieten. [..] Grundsätzlich gilt: Ein Mindestabstand von einem Kilometer zum Tornado sollte eingehalten werden.

Nicht ganz klar: Sollte man grundsätzlich zuerst in die Hocke gehen und anschließend einen Mindest­ab­­stand einhalten, oder umgekehrt? Und: Gilt das mit der Bettmatratze (siehe Punkt 1) auch auf offenem Gelände?

(An welcher Stelle sich Punkt 4 und 5 dieser 5 Punkte, die Sie beachten sollten, in diesen drei Punkten verstecken, verrät Ihnen “FOCUS Wissen“ übrigens nicht. Ist halt blöd wenn man die nicht kennt, falls mal grad wo ein Tornado in Sicht ist.)

Kindermund-Content: Enchanté!

Kollege Jules van der Ley schreibt hier über Grußformeln, da fällt mir die Episo­de aus der Kinderzeit ein:

Als Kinder grüßten meine Brüder und ich eine Zeitlang ständig mit “enchanté!“, die Mutter sah es als kindliche Marotte an, die wir irgendwo aufgeschnappt hatten.
Tatsächlich hielten wir es aber wirklich für einen Gruß: sie war mal aus gewesen und rief beim heimkommen angesichts der Unordnung, die wir unterdessen im Kinderzimmer ange­richtet hatten, “Wie’s da wieder ausschaut, he!“, was wir Kinder als Begrüßung interpretier­ten und phonetisch übernahmen – “auschauthe!“.
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Kindermund-Content:  ▶️ ▶️ ▶️

Soforthilfe: 7 Tipps der Woche

Die österreichische Klatsch- und Quatsch-Postille “News“ (Alfred Dorfer: “Die ganze WOCHE für Maturanten“) verrät auf ihrer Online-Tippgeberseite:

Schau mer mal, welche 7 Soforthilfe-Tipps in dem Artikel aufgelistet wer­den, wie das Warten gelingt indem Sie die Zeit sinnvoll nützen:
  • Tipp 1. »Die Psychologie des Wartens verstehen«
  • Tipp 2. und 3. »Mit dem eigenen Smartphone beschäftigen«
  • Tipp 4. »Die Mitwartenden beobachten«
  • Tipp 5. »Über etwas nachdenken«
  • Tipp 6. »Nichts tun und warten«
  • Tipp 7. »Positiv bleiben«
Nächste Woche: 7 Tipps, wie Sie die Zeit sinnvoll nützen anstatt sie mit dem Lesen sinnloser Tippgeberseiten zu verplempern.

Ösitanisches: Covidiotisches

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allerweil noch immer.«
(M. Krassnig*)

Am letzten Jänner versuchte ein Trupp Corona-Demonstranten in Wien erfolglos das Par­la­ments­ge­bäude zu erstürmen und besetzen*. Offenkundig war den gescheiterten Par­la­ment­stür­mern bei der Aktion damals entgangen, dass das Parlament bekanntlich bereits seit dem Herbst 2017 wegen Bau­arbeiten ge­schlossen ist. Zu einer Erstürmung der Bau­stelle kam es nicht.

Am Samstag fand wiederum eine Erstürmungsaktion durch Corona-Demonstranten statt, Ziel der Erstürmung war diesmal ein Bürogebäude der Wiener Städtischen:

“Wiener Städtische“ lasen die Covidioten als Aufschrift auf dem Gebäude, und zogen daraus die Schlussfolgerung: da drinnen säße irgendwelche städtische Verwaltung/Be­hörde/Ob­rig­keit o.ä., gegen deren Repressionen es anzugehen gelte – und traten also zur Er­­stür­mung des Gebäudes an: einer KFZ-Scha­dens­be­­gut­ach­tungsstelle der Wiener Städtischen Ver­si­che­rung.

1. März – Welttag des Kompliments

»Ein Kompliment ist eine freundliche Wahrheit mit etwas Make-up.«
(Hannelore Schroth)

Heute ist übrigens der Welttag des Kompliments. (Nicht zu verwechseln mit dem Tag der Kom­pli­men­te am 24. Jänner, laut Wikipedia* eingeführt als »Tag, an dem besonders viele Kom­pli­mente gemacht werden sollen« – was freilich Unsinn ist: sparen tut man ja auch nicht nur am Weltspartag.) Auch mit Komplimenten sollte man sparen, jedoch nicht geizen. Ein Kompliment zu machen aber sollte Kür sein und nicht etwa Pflicht, nur weils grad im Ka­len­der steht.
Bei Kollegin Modeste klagt einer, er habe »zu viele schlechte Erfahrungen mit Kompli­menten aus heiterm Himmel heraus« gemacht. Dabei gibt es ein einfaches Rezept, wie man ein Kompliment machen kann ohne sich der peinlichen Situation auszusetzen, dass es als un­er­wünscht ankommt, ich verrate es Ihnen: leiten Sie stets mit der unver­fänglichen Frage ein »Hören Sie gern Komplimente?« – ich kann Ihnen versichern, dass die Mehrzahl aller Angesprochenen daraufhin antworten wird »Welches denn?« Dann machen Sie Ihr Kom­pli­ment. Ein geringerer Teil wird Ihnen erwidern »Nein,« – um gleich daran mit der Gegenfrage anzuknüpfen »Welches wäre es denn gewesen?« Dann verraten Sie es. Und lediglich eine Minderheit wird Ihnen dezidiert mit einem abschlägigen »Nein.« antworten. Auch recht, wer Ihr Kompliment nicht hören will, kriegts halt nicht zu hören. Es ist ganz einfach.

25. Februar

Heute vor achthundertvierundsiebzig Jahren, am 25. Februar Anno Domini 1147, fand die Be­zeichnung “Austria“ für Österreich erstmalig urkundliche Erwähnung, und seit damals wird Österreich ständig mit Australien ver­wechselt.

Die Bezeichnung leitet sich von altgerm. *ôstar- über althochdt. *austar- her, und das bedeu­tet »östlich, im Osten gelegen«. (In der germanischen Mythologie ist Austri der Zwerg des Os­tens. Dass Österreich deswegen ein Zwergstaat wäre, ist hingegen eine böswillige Behaup­tung.)
Von der altgerm. Wurzel stammt zugleich die ältere Bezeichnung “Ostarrîchi“ ab, das heißt »Reich im Osten«. Ex oriente lux. (Andere Quellen behaupten indessen, Ostarrîchi stamme von ital. osteria ab, und heißt »[Land,] reich an Wirtshäusern«.)

Annonciertes (III) – Sinnbefreites

Nicht immer lässt sich in AdSense-Einschaltungen [ad: Kurzform für engl. “advertisement“ = Anzeige, Annonce; sense: engl. = “Sinn“] ein Sinn erkennen:


von links nach rechts (klick vergrößern):
  • Symbolbild: »Dünnes Haar«
  • »Duschkopf macht sprachlos«
  • »Kardiologen erstaunt – «
  • »Ein einfacher Trick«
  • »Billigflüge ab Aderklaa«

Schwurbelschwatz der Woche

»Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte liest,
es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.«
(Johann Wolfgang von Goethe)
Swati Sharma, geschäftsführender Herausgeber von The Atlantic, wird der nächste Chef­re­dak­teur von Vox.com, Vox Media, bekannt für illustrativen Journalismus und Podcasts, sein, der fast drei von zwei Monaten nach seinem Wechsel die Wache im führenden digitalen Out­let wechselt Die Gründer gingen und ihre frühere Chefre­­dakteurin kündigte ihre Abreise an.
Frau Sharma, 34, wird nächsten Monat ihre neue Rolle antreten.

Photoshop Fake – Alpinistisches

Mount Everest: Indisches Paar fälscht Gipfelfoto
Ein indisches Bergsteigerpaar hat die Besteigung des Mount Everest gefälscht. Sie sind nicht die ersten Alpinisten, die es nur dank Photoshop ganz nach oben geschafft haben.

Bemerkenswert an der Geschichte ist ja nicht allein die Dreistigkeit, in­sonders auch der augenfällige Dilettantismus mit dem das “Gipfel­fo­to“ ge­faked wurde – mutmaßlich mit Bastelschere & Klebestick: ▶️

Beweiskräftige Gipfelfotos schauen in Wirklichkeit anders aus.

15. Februar

Heute vor 457 Jahren erblickte in Pisa der große Universalgelehrte Galileo Galilei das Licht der Welt, eppur si muove.
Kollege krassNICK reimt:

Die Leute fragten einst in Pisa
Herrn Galilei, was denn dieser
über’s Universum und
den ganzen Rest so alles kund
tun könne? Aber dieser rief
bloß: »Leute, euer Turm steht schief.«

© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

Verschwörungstheoretisches

»Kickls Verschwörungstheorien werden immer absurder«  (K. Nehammer)

Herr Kickl fragt:

Gegenfrage: Ist man kein Verschwörungstheoretiker, wenn man folgendes feststellt:

»Corona-Maßnahmen der Regierung haben nichts mit Evidenz, Fakten oder Logik zu tun [..] der Versuch, den die österreichische Regierung und andere Regierungen in Europa machen, besteht nur darin, Angst und Panik zu verbreiten, um die Menschen unter der Kandare*) halten zu können.«  (H. Kickl)

Wie Herr Kickl die österreichische und andere Regierungskandarenverschwörungen in Europa he­rausge­funden hat, verrät er nicht. Ob er von allein draufgekommen ist oder ob ihm das ein Whistleblower verraten hat?
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*) (Meinten Sie “an der Kandare“ oder “unter der Knute“?)

Experten (IV)

“Die ganze WOCHE“ ist die auflagenstärkste Wochenzeitschrift Österreichs mit wö­chent­­lich 280.000 verkauften Exemplaren und mehr als einer dreiviertel Million Leser, d. i. mehr als alle übrigen österrei­chi­schen Wo­chen- und Nach­­­richtenmagazine (News, Profil, Trend) zusammen.

Schau mer mal, was Österreichs auflagenstärkste Wochenzeitschrift ihrer Leserschaft in der vergangenen Ausgabe zur Kenntnis bringt:

Experten, wieder mal. Und was für Experten sind das diesmal konkret: Experten für Virolo­gie, Epidemiologie, für Inzidenzstatistik? Pandemie-Experten womöglich gar? Zuvorderst die Di­­rek­to­rin des De­partments für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizini­­schen Universität Inns­bruck/Tirol, mithin Expertin für pathogene Mikroorganis­­men, das sind Bak­te­rien, Pilze & Protozoen:

»Für mich gibt es keinen Beweis, dass das Tragen von FFP2-Masken im Alltag die ent­schei­den­de Maßnahme ist, um die Infektionszahlen zu senken.« –

– lässt die Expertin für Hygiene und Mikrobiologie die “Ganze WOCHE“-Le­ser also wissen, zu deren Kenntnisnahme. Schön, dass sie dafür Zeit gefunden hat.