22. Juni

Heute vor 114 Jahren wurde Billy Wilder (1906-2002) geboren.

Als Wilder 1957 für die Dreharbeiten zu »Liebe am Nachmittag« nach Frankreich reiste, trug ihm seine Frau auf, dort ein Bidet zu besorgen und bei seiner Rückkehr mitzubringen. Sie hatte einmal bei einem Hotelaufenthalt in Paris eins gesehen und wollte sowas auch in ihrem Bade­zimmer, aber in den USA ließ sich so ein Ding damals nicht auftreiben.
Wilder wandte ein, es könne schwierig werden, unbemerkt ein Bidet aus einem Pariser Ho­tel­­badezimmer zu entwenden, er wolle es jedoch versuchen.
Leider gelang es Wilder in Frankreich nirgends, ein Bidet zu beschaffen, also schickte er sei­ner Frau ein Telegramm:

++ bidet nicht beschaffbar ++ empfehle kopfstand unter dusche ++

21. Juni

Heute vor 115 Jahren wurde Jean-Paul Sartre (1905-1980) geboren.

Luis Buñuel regte Sartre einmal an, ein Film-Drehbuch für ihn zu schreiben. Ein Drehbuch hat für gewöhnlich um die 100 bis 150 Seiten, aber kaum drei Monate später lieferte Sartre 800 (!) Seiten ab. Buñuel schüttelte den Kopf:
»Das ist kein Drehbuch. Das kann man unmöglich so verfilmen.«
Aber Sartre entgegnete:
»Natürlich ist das noch kein Drehbuch. Es ist ja erst das Treatment.« *)
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*) (Treatment = Inhaltsübersicht, Kurzfassung)

Flatulentes


Haben Sie gewusst, dass das vernehmliche Flatulieren im Beisein von Exekutivbediensteten eine Verwaltungsübertretung darstellt, welche sowohl im Wiener Landes-Sicher­heits­ge­setz (§1 Abs.1 Z.1 WLSG) als auch im Niederösterreichischen Polizeistrafgesetz (§1 lit.a NÖ PSG) im allerersten (!) Absatz an oberster Stelle steht. (Übertretungsnorm: Öffentliche Anstands­ver­letzung und Lärmerregung.)

Erwähnenswert, dass die Strafe für nämliche Verwaltungsübertretung vor dreißig Jahren in Niederösterreich genausoviel kostete, nämlich sat­te fünf Hunderter – aber: dazumals handelte sichs um Schilling.

Abb. rechts:
“Strafbarkeit der Ankündigung und Ausführung eines Darmwindes.“

7. Juni – Epigonales

Heute vor 75 Jahren wurde Altkanzler (v/o “Lügenkanzler“) Wolfgang Schüssel geboren.

»Es zeigt sich, dass Sebastian Kurz und Altkanzler Wolfgang Schüssel
ein ähnliches Politikverständnis haben.«  (Die Presse, 22.11.2016)

Déjà-vu: augenfällig ähnlich ist freilich die Ungeniertheit, mit welcher beide sich aus po­li­ti­schem Machtkalkül zur Zweck-Mesallianz mit derselben blauen Rechtsüberholer- & Spitz­bu­ben­truppe verklüngelten. Indessen unterscheidet die beiden, dass der Jungkanzler nicht so kurz ist wie der Altkanzler, sondern bloß so heißt.


Es zeigt sich aber auch, dass der Jungkanzler und der Altkanzler eine ähnliche Neigung zu dreister Unehrlichkeit haben: forschen Schrittes tritt Lügenkanzler Schüssels Epigone in dessen Fußstapfen, und nicht errötend folgt er dessen Spuren.

Corona-Ausgangsbeschränkungen aufgehoben

Grad vernommen, in einem Wiener Schanigarten:
Illustre Runde beim Umtrunk, Neuankömmling (Typ: Weana Bücha) gesellt sich hinzu und wird lauthals begrüßt:
»Seawass Oida! Wia woas in da Karantähn?«
Neuankömmling: »Wia in Staa. Owa mea Feansehn.«
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(Übers. f. Außerösische: »Wie war’s in der Quarantäne?«
»Wie in Stein [Haftanstalt in Krems/NÖ*]. Aber mehr Fernsehen.«)

Große Worte

»Das Öffnen der Schulen ist ein tiefes Anliegen, gerade auch aus diesen Gründen heraus, dass es nicht zu einem Humankapitalverlust großen Ausmaßes kommt.«
(Bildungsminister Heinz Faßmann, im Ö1-Morgenjournal*)


“Humankapitalverlust“ hört sich freilich eleganter an als “Volksverdummung“.

Gastronomisches: Tweet vom Bundeskanzler

Ab heute dürfen in Österreich die Gastronomiebetriebe wieder aufsperren, zu diesem Anlass ruft Bundeskanzler Kurz die Untertanen via Twitter auf:


Gut, dass er das mit den österreichischen Wirtshäusern rechtzeitig getwittert hat – sonst täten die Öster­reicher heute womöglich alle ins Ausland ins Wirtshaus fahren.

Sinnbefreites: Kolumnistisches

»Es ist wahrhaft kein Schmarrn zu blöd, als dass er in der Zeitung steht.«
(M. Krassnig)

Kollege Trithemius schrieb hier vor Wochen über einen Publizisten der es für berich­tens­wert erachtete, zwei Corona-Schutzmasken tragende Auto­in­sassen als »da­daistisches« Sze­na­rio empfunden zu haben. Über Sinn- oder Zweifelhaftigkeit dieser Maßnahme, ob die nun einer für dadaistisch oder sonstwas halten mag, ist unterdessen schon alles gesagt wor­den, wie man vermeinen möchte – aber noch immer nicht von allen, wie sich erweist.

Im Wettstreit um die Hervorbringung der sinnbefreitesten Kolumne zum mittlerweile weid­lich abgenudelten Thema Corona-Schutzmasken legt sich aktuell der KURIER-Kolum­nist ein­drucksvoll ins Zeug:


Nach einigen Ausführungen über alberne Auto-Moden in den 60er- und 70er-Jahren kommt er auf den Punkt, indem er diagnostiziert: dass Autofahrer, die eine Co­ro­na-Maske aufhaben während sie allein im Auto sitzen, »vom Denken befreit« sind.
Das also ist die ganze Essenz dieser läppischen, sinnbefreiten Kolumne: eine abfällige Be­ur­teilung autofahrender Coronamasken-Träger, denen Denkbefreitheit unterstellt wird.

Menschen tun aus irrationalen Ängsten irrationale Dinge: die einen setzen aus irrationaler Angst vor Ansteckung im Au­to Masken auf, andere springen aus irrationaler Angst vor Mäu­sen auf Stühle. Solche Menschen deswegen pauschal als denk­befreit ab­zu­qua­lifizieren, ist herablassend, unangemessen und dumm.

Was das Maskentragen im Auto, ob nun angstbegründet oder »denkbefreit« oder nicht, über­haupt mit den auf­ge­­zählten jahrzehntealten Auto-Moden zu tun haben soll, erschließt sich in der Ko­lumne üb­ri­gens nicht.

Sinnbefreites: Balkengrafisches

Alle Jahre wieder veröffentlicht das Bundeskriminalamt eine aktuelle Polizeiliche Kri­mi­nal­sta­tis­tik, und alle Jahre wieder illustriert Österreichs auflagenstärkste Verschenk-Volks­in­for­ma­tions­postille die Kriminalitätsentwicklung, indem sie dazu die sinn­be­freite Balkengrafik der Saison zur Anschauung stellt.
Da mag das Bundeskriminalamt nicht hintanstehen, und präsentiert die sinnbefreite Balken­grafik in der aktuellen Kriminalstatistik amtlicherseits höchstselbst:

Selbstkritisches

Das ÖSTERREICHische Bumsti-Strache-Beweihräucherungsorgan oe24 bietet Bumsti Strache das angemessene Podium, um öffentlich über die unerhörte politische Sauerei zu resümie­ren, die er dazumal auf Ibiza zur Darbietung brachte:


Worin besteht nun Bumstis Selbstkritik in dieser Deutlichkeit – was waren seine Fehler? An­ders als der Vorspanntext erwarten lässt, kritisiert er lediglich einen einzigen eigenen Fehler: Dass er sich bei der Sauerei hat erwischen lassen!

Es wäre wahrhaft angemessen, dem Mann das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Wohl der Republik umzuhängen: weil er mit seiner Ibiza-Nummer dafür sorgte, dass die Re­gierungsverantwortung in der aktuellen Krisensituation nimmer von solchen Figuren wie ihm und einem Hofer, einem Kickl und Konsorten getragen wird. Die Vorstellung, in Krisen­zeiten wie diesen säßen statt Leuten wie Nehammer oder Kogler ein Kickl oder Bumsti auf deren Posten als politische Entscheidungsträger, lässt einen erschaudern. Österreich sollte Bum­sti Strache zu Dank verpflichtet sein.

Theatralisches: Nonkonformistisches

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allemal noch immer.«
(M. Krassnig)

Stets wenn man vermeint, das dümmste Statement zur Causa Corona-Pandemie wäre bereits zum Besten gegeben und ließe sich durch kein dümmeres mehr untertreffen, kommt zu­ver­läs­sig einer daher und beweist das Gegenteil:


Herr Castorf, seines Zeichens Theaterregisseur, hält es also für angebracht sich dem Pub­li­kum als Nonkonformist zu präsentieren, indem er sich als “republi­ka­ni­scher Widerständler“ inszeniert und ein exemplarisches Stück bürgerlichen Un­ge­hor­sams auf die Bretter stellt: Jung Frank lässt sich von Mutti nicht das Händewaschen anschaffen! Kol­lege Stefan Rose findet, »dass derart infantiles Verweigern von Hän­de­wa­schen ungefähr so mutig ist wie sich damit zu brüsten, ohne Zähneputzen ins Bett zu gehen oder seine Suppe nicht zu essen [..]«

»Theater besteht auch darin, dass man mit dem Tod umgeht und nicht mit der Verwaltung der Gegenwart«, und dass Menschen sterben, sei »der Lauf der Dinge, den wir akzeptieren müssen« legt Herr Theaterregisseur Castorf als dramaturgischen Hintergrund für sei­nen Wi­derstand gegen Hygienemaßregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie dar, und sein eitles Geschwätz erhebt ihn auf die gleiche Geisteshöhe wie seine Schwester im Geiste M. C. Giuliani, vormals TV-Glücks­rad­fee, welche ebenfalls die Welt an ihrer tief­schür­fen­den Lebensweisheit teilhaben lässt indem sie verkündet: die ganzen Corona-Restriktionen wären zu nix nütze »weil wir sowieso alle mal sterben müssen.«

Was dumme und dümmere Statements zum Thema Corona-Pandemie anbelangt, trifft Karl Valentins Befund wohl zu: »Es ist schon alles gesagt worden, aber noch nicht von allen.«

Experten (III)

Ab heute gilt in Deutschland ein neuer Bußgeldkatalog mit höheren Strafen für Autoraser und andere Verkehrsgefährder: dabei gehe es darum, den Verkehr insbesondere für Kinder, Fußgänger und Radfahrer sicherer zu machen, erklärt Verkehrsminister Scheuer. Darüber »hagelt es jetzt deftige Kritik«, wie BILD behauptet.

Woher über höhere Strafen für Verkehrsgefährder, um schwächere Verkehrsteilnehmer besser vor diesen zu schützen, überhaupt Kritik lautwerden sollte, lässt sich ja schon schwerlich nachvollziehen – von woher überall mag die Kritik jetzt gar »hageln«?
BILD listet auf:

  • Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic findet höhere Bußgelder “praxisfern und überzogen“.
  • Der Verein Mobil in Deutschland nennt die Novelle eine “Führerschein-Ver­nich­tungs­ma­schine“.

Und, weiter? Nix weiter, das wars schon: Ende der Aufzählung. Das versteht man bei BILD unter »hageln«: ein obskurer Verein gegen Tempolimits*, und ein FDP-Verkehrsexperte. (Studierter Politikwissen- & Volkswirtschaftler – was den konkret als »Verkehrsexperten« qualifiziert, steht wiederum auf einem anderen Blatt.)

  • »Fakt ist: Trotz der seit Jahrzehnten sinkenden Zahl der Verkehrstoten werden immer höhere Bußgelder erhoben« –

– weiß BILD weiters zu berichten, was offenbar die »hagelnde« Kritik an den höheren Buß­geldern rechtfertigen soll. Welch widersinnige Behauptung! Nicht trotz der sinkenden Zahl der Verkehrstoten werden immer höhere Bußgelder erhoben, sondern wegen der immer höheren Bußgelder sinkt die Zahl der Verkehrstoten!

Herr, lass Hirn vom Himmel hageln! sagt eine Redensart, aber das gäbe wohl eine ziemliche Sauerei auf den Straßen.

Experten (II) – Befindliches

»[..] Der „Focus“-Kolumnist und der „Freitag“-Herausgeber versuchen in diesen Wochen, sich als kritische Geister in Sachen Corona zu profilieren. Sie tun das dadurch, dass sie bedeutungsschwanger Fragen stellen und mit ihrem Nichtwissen angeben. [..] Sie kokettieren selbst damit, dass sie keine Experten für das Thema seien.«
(Stefan Niggemeier, in Übermedien)

Schau mer halt, was bekennende Nicht-Experten für das Thema Corona zum Thema Corona zu befinden wissen:

»Die Corona-Romantik verfehlt die ökonomischen und gesellschaftlichen Tatsachen, befinden Jan Fleischhauer und Jakob Augstein im FOCUS.«


Fleischhauer, der schon wieder*). (»Die Corona-Romantik«: bislang im Rest der Welt noch un­entdeckt, exklusiv entdeckt von den FOCUS-Befindern.)

»Je länger die Krise andauert, desto stärker wird die Hoffnung, dass sie zu etwas nutze sei. [..] Der FOCUS-Kolumnist glaubt, dass eher das Gegenteil wahrscheinlich ist.«
(FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer)

Wer das (»vor allem im Lager der politischen Linken«) konkret sein soll, der angeblich desto stärker dieser Hoffnung anhängt, teilt der FO­CUS-Kolumnist nicht mit, aber so lautet also sein Befund: die Corona-Krise ist zu nix nutze, sie schadet »eher im Gegenteil« anstatt dass sie nützt – na, wer hätte das gedacht.
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*) (FOCUS-/vormals SPIEGEL-Kolumnist Fleischhauer pflegt, sattsam bekannt, zuweilen gar manchen hervorstechenden Solitär kolumnistischen Blödsinn-Geschwafels zur Darbietung zu bringen.)

Experten (I)

Kollege wvs schreibt hier über die zu Corona-Krisenzeiten grassierende “Expertenflut“ und fragt, »was all diese “Experten“ zu ihren Aussagen berechtigt: sind diese Personen überhaupt dafür ausgebildet zu diesem Thema etwas allgemein Gültiges, Wahrhaftiges, und Weiterführendes zu sagen?«

“Experte“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung: jedermann ist es gestattet, ohne spezifische Ausbildung oder Legitimation als “Experte“ zu firmieren, wer sich selber dafür hält oder dafür gehalten werden möchte. Experte kann jeder werden.


(Wie wird man eigentlich “UFO-Experte“?)

Zwei diametrale Exponenten der Expertenzunft stellen der punktuelle Experte vulgo Fachgimpel, sowie der universelle Experte »für eh alles« dar.

In Corona-Krisenzeiten treten allenthalben Corona-Krisen-Experten auf, da analysiert z.B. einer in der Frankfurter Rundschau die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und fordert:


Dass die Öffnung der Gotteshäuser aktuell zu den vordringlichsten Agenden zählt, leuchtet gewiss jedem frommen Christenmenschen ein – überhaupt »wären in vergangenen Zeiten Kirchen zusammen mit den Krankenhäusern die letzten Orte gewesen, die geschlossen worden wären.« (Von welchen »vergangenen Zeiten« der Analyst hier schwadroniert, mag für Laien nicht ganz klar sein, von Zeiten der Inquisition womöglich?) Die »Beschneidung der Religionsausübung« falle nicht weniger ins Gewicht als zum Beispiel die Schließung von Geschäften, erklärt der Experte für Systemrelevanz in Krisenzeiten. Das Wiederaufsperren von Bethäusern wäre demnach für das gedeihliche Fortkommen der Menschheit von gleicher Vordringlichkeit wie das der Geschäfte.

»Christen, Muslime und Juden sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Von Kirchgängern ist nicht zu erwarten, dass sie sich leichtfertig oder mutwillig über Schutzbestimmungen hinwegsetzen. Polizei und Ordnungsamt werden mit ihnen keine Probleme haben, anders als mit Sonnenanbetern an diversen öffentlichen Plätzen.«


Dass von Gottesanbetern in der Kirche Verantwortungsbewußtsein statt Renitenz zu erwarten sei, von Sonnenanbetern im Stadtpark hingegen nicht, legt der Analyst in seiner Analyse dar. Was ihn zur Erstellung dieser medizinsoziologischen Expertise über Gruppenverhalten in Pandemiezeiten qua­li­fi­ziert, um zur Frage von Kollege wvs zurückzukehren, erfährt man unter dem Auto­ren-Link: der FR-Analyst »ist Autor und Experte für Kirchenfragen«. Ein Experte halt.

Eristisches: Rabulistisches

Kollege Trithemius schreibt hier über “eristische Kniffe“, auf Wikipedia lässt sich darüber erfahren:

Eristische Dialektik bezeichnet eine Unterdisziplin der Rhetorik und wird auch
als Rabulistik*) bezeichnet.


Arthur Schopenhauer verwendet den Begriff Eristik für Strategeme, welche nicht der Wahrheitsfindung dienen, sondern um in einem Disput per fas et nefas (lat.: “mit erlaubten und un­erlaubten Mitteln“) als derjenige zu erscheinen, der am Ende Recht behält.

Als Rabulist wird laut Duden jemand bezeichnet, der “in spitzfindiger [..] Weise argumentiert und dabei oft den wahren Sachverhalt verdreht“. Ein bekanntes Exempel rabulistischer Winkeladvokatistik:

    Anwalt zum Befragten: »Wann haben Sie damit aufgehört Ihre Frau zu verprügeln?«
    Befragter (empört): »Ich habe meine Frau noch nie verprügelt!«
    Anwalt: »Das war nicht die Frage. Die Frage war: Wann haben Sie damit aufgehört, sie zu verprügeln?«
    Befragter: »Ich habe nie damit aufgehört sie zu verprügeln, weil ich nie damit angefangen habe!«
    Anwalt: »Sie haben also nie damit aufgehört Ihre Frau zu verprügeln?«
    Befragter: »Nein! Ich habe nie damit angefangen!!«
    Anwalt (fürs Protokoll): »Befragter verneint, damit aufgehört zu haben seine Frau zu verprügeln.«
    Befragter: »Nein!! Ich verneine damit angefangen zu haben!!!«
    Anwalt: »Befragter verneint, damit angefangen zu haben mit dem Verprügeln seiner Frau aufzuhören.«
    .. undsoweiter.

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*) (Rabulistik = rhetorische Spitzfindigkeit, Wortklauberei)

Statistisches


Ein Statistiker, ein Logiker und ein Analytiker fahren nach Sankt Corona*, sie sehen zwei Schafe: ein schwarzes und ein weißes.
Sagt der Statistiker: »In Sankt Corona gibt es 50 Prozent schwarze Schafe.«
Sagt der Logiker: »In Sankt Corona gibt es mindestens ein schwarzes Schaf.«
Sagt der Analytiker: »In Sankt Corona gibt es mindestens ein Schaf, das auf mindestens einer Seite schwarz ist.«


Eine infizierte Person unter 1.432, hochgerechnet auf 8,9 Millionen Österreicher? Was soll denn das für statistische Relevanz haben? Und wäre die betreffende Person zufällig nicht unter den 1.432 Getesteten gewesen, hätte die Hochrechnung folglich ergeben: in Österreich gibt es keinen einzigen Corona-Fall.

Naja – wenns so in der Zeitung steht, wirds wohl so stimmen. Aber:

»Die verfügbaren Zahlen enthalten zu wenige Informationen, sie bilden nur einen kleinen Teil der Realität ab [..]« erklärt Katharina Schüller, Gründerin des Münchner Unternehmens Stat-Up und Leiterin der Arbeitsgruppe “Statistical Literacy“ der Deutschen Statistischen Gesellschaft.

Fazit: Den gleichen Wert in Corona-Zeiten haben – neben Klopapier – wohl die statistischen Zahlen: beide sind für’n Arsch.
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Haben Sie gewusst: Wenn Sie Ihren linken Fuß ins Backrohr stecken und den rechten ins Gefrierfach, haben Sie es statistisch betrachtet angenehm warm im Fußbereich.

Clickbaiting der Woche

Wer vermeint, diese abgedroschene Clickbaiting*)-Nummer über den Welt­un­tergang durch Asteroiden-Einschlag müsse irgendwann so restlos abgedroschen sein dass sich das Leser-Klickvieh nimmer damit anfüttern ließe, der kennt das Click­baiting-Portal “futurezone.de“ nicht:


Vor welcher Katastrophe oder welchem schrecklichen Ereignis die Forscher angeblich warnen, darüber steht im angeklickten Artikel freilich nichts zu lesen – dafür erfährt man:


Du musst dir also nur wenig Sorgen machen. Falls du dir vor dem Anklicken welche gemacht hast. (Auch nicht um die Tausenden bedrohten Leben, die nicht bedroht sind.)
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*) (»Leute unter Vorspiegelung von Journalismus mit grob irreführenden Schlagzeilen und Auslassungen auf die Seite locken« – Stefan Niggemeier*)

Schweinisches

Haben Sie gewusst, dass Schweine keine Haken schlagen können. Ein Schwein im Schweins­galopp kann nur geradeaus rennen, aber nicht scharf abbiegen.


Werden Sie von einem Wildschwein angegriffen, dann stellen Sie sich direkt vor einen Baum hin und lassen das angreifende Wildschwein geradewegs auf sich zurennen. Im letzten Moment treten Sie einen Schritt zur Seite und sehen zu, wie das Wildschwein gegen den Baum semmelt und k.o. geht, weil es vor dem Baum nicht scharf abbiegen kann.


Wie man sich den Unfallhergang konkret vorzustellen hat, lässt sich aus der Artikel­über­schrift nicht erschließen.

Früher war mehr Lametta

»Erntehelfer gesucht« vernimmt man derzeit allenthalben.
Anfangs der 80er-Jahre fuhren mein Bruder und ich mit unseren Mädchen im Herbst nach Südtirol zur Apfelernte, um als Erntehelfer (Äpfelklauber) zu arbeiten. In zwei Monaten verdiente dort jeder von uns Millionen. Millionen! – Lire halt. So konnte man damals mit acht Wochen Arbeit zum Millionär werden.
Das geht heutzutags nimmer. Früher war mehr Lametta.