Wissenswertes

Sexologisches

In seinem Buch “Sexualverhalten der Deutschen: ak­tuelle Daten - intime Wahrheiten“ verrät der Sexologe Werner Habermehl “Wissenswertes über die Welt des Sex“:

Das Öffnen eines BHs verbraucht beidhändig acht Kalorien, einhändig zwölf Kalo­rien.
Mit den Zähnen ist es am schwersten: 85 Kalorien.

Wissenswert. (Anzunehmen, dass er einen fremden BH meint. Das Öffnen des eigenen BHs mit den Zähnen dürfte vermutlich mehr Kalorien verbrauchen.)

Laut einer aktuellen Studie

Laut einer britischen Studie im Fachjournal The Lancet Psychiatry laborieren 31 Prozent der Corona-Erkrankten an neurologischen oder psychischen Problemen in Form von Angststö­rungen (17 Prozent) und Stimmungs­stö­rungen (14 Prozent).

Demzufolge sollte also die Corona-Pandemie zum Rückgang der Gesamtfallzahl psychischer Erkrankungen in Europa führen, welche vorzeiten der Pandemie noch »fast 40 Prozent« be­trug? – Je­denfalls, so­fern man dem SPIEGEL glauben will: *)

*) (Wer’s glauben will, darf’s glauben. Muss aber nicht.)

Wissenswertes

Aus Einsparungsgründen wurde die ursprünglich obligate Rubrikseite “Wissen“ in vielen Online-Zeitungen mittlerweile eingestellt. Als eine der seltenen Ausnahmen verblie­ben ist unterdessen die Clickbaiting-Portalseite “FOCUS|Wis­sen“, wo aus schier un­er­schöpf­li­­chem & stetem Quell unablässig Wissenserweiterndes* zur Darbietung ge­langt:







(alle: FOCUS Online)

Grundsätzliches: 5 von 3 Punkten

“FOCUS Wissen“ verrät Ihnen 5 Punkte, die Sie bei einem Tornado in Sicht beachten sollten:

Punkt 1:
Grundsätzlich gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei einem Gewit­ter, [..] das heißt:
In Gebäuden oder noch besser in Kellern Schutz suchen: Zwischen der Fensterseite und den Menschen sollten möglichst viele Wände stehen. Eine Bettmatratze kann man als Schutz über sich legen, um [..]

Schon klar: Keller, Bettmatratze. Das gleiche, was man grundsätzlich bei einem Gewitter halt so zu tun pflegt für gewöhnlich.

Punkt 2:
Bewegt sich ein Tornado auf ein Holzhaus zu, ist es ratsam, alle Fenster und Tü­ren auf­zureißen statt zu schließen: [..] Selbiges gilt nicht für ein massives Haus aus Zie­gel und Beton.

Fenster und Tü­ren aufzureißen statt zu schließen: Selbiges gilt bei einem Gewitter (siehe Punkt 1) auch für ein Holz­haus grund­sätz­­lich eher nicht als ratsam.

Punkt 3:
Schutz suchen und Mindestabstand einhalten
Wird man auf offenem Gelände von einer Superzelle oder einem Tornado überrascht, sollte man in die Hocke gehen, um die kleinstmögliche Angriffsfläche für Blitzschläge zu bieten. [..] Grundsätzlich gilt: Ein Mindestabstand von einem Kilometer zum Tornado sollte eingehalten werden.

Nicht ganz klar: Sollte man grundsätzlich zuerst in die Hocke gehen und anschließend einen Mindest­ab­­stand einhalten, oder umgekehrt? Und: Gilt das mit der Bettmatratze (siehe Punkt 1) auch auf offenem Gelände?

(An welcher Stelle sich Punkt 4 und 5 dieser 5 Punkte, die Sie beachten sollten, in diesen drei Punkten verstecken, verrät Ihnen “FOCUS Wissen“ übrigens nicht. Ist halt blöd wenn man die nicht kennt, falls mal grad wo ein Tornado in Sicht ist.)

Soforthilfe: 7 Tipps der Woche

Die österreichische Klatsch- und Quatsch-Postille “News“ (Alfred Dorfer: “Die ganze WOCHE für Maturanten“) verrät auf ihrer Online-Tippgeberseite:

Schau mer mal, welche 7 Soforthilfe-Tipps in dem Artikel aufgelistet wer­den, wie das Warten gelingt indem Sie die Zeit sinnvoll nützen:
  • Tipp 1. »Die Psychologie des Wartens verstehen«
  • Tipp 2. und 3. »Mit dem eigenen Smartphone beschäftigen«
  • Tipp 4. »Die Mitwartenden beobachten«
  • Tipp 5. »Über etwas nachdenken«
  • Tipp 6. »Nichts tun und warten«
  • Tipp 7. »Positiv bleiben«
Nächste Woche: 7 Tipps, wie Sie die Zeit sinnvoll nützen anstatt sie mit dem Lesen sinnloser Tippgeberseiten zu verplempern.

Vergleichsweises

Wissenswert. Höchste Zeit, dass das endlich mal wer ausgerechnet hat.

Unverständlicherweise fehlt in dem Artikel die obligate Fußballplätze-Vergleichsrechnung: wieviele Fußballplätze ließen sich mit dem verkauften Klopapier bedecken?
(Antwort: 42.857 Fußballplätze*)

Der Fußballplatz ist, neben dem Saarland, bekanntlich das Referenzflächenmaß aller Dinge:

Wer sich unter 517 Fußballplätzen keine anschauliche Vorstellung zu machen weiß, gewinnt sie vielleicht ver­mittels alternativer Referenzmaßeinheiten:

*

(Queen Mary II. – gemeint ist wohl Queen Mary 2, um etwas näher bei der Sache zu bleiben.)

*

Mindestens ebenso wissenswert: hingegen ist das Saarland nicht so tief, aber fast dreimal so breit wie der Grand Canyon.
(Zum Vergleich, falls sich wer unter dem Saarland nix konkretes vorzustellen vermag: Der Grand Canyon ist mehr als doppelt so groß wie der Bezirk Bruck-Mürzzuschlag.)

Unerhört wissenswert. Wieviele Berliner Fernsehtürme (Donautürme ad lib.) sich mit dem verkauften Klopapier komplett ein­wi­ckeln ließen, harrt übrigens noch der Berechnung.
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*) (Berechnungsmethode:
Klopapierrolle: 200 Blatt á 10 x 15 cm = 3 m²; Fußballplatz Fläche = 7.000 m²
100.000.000 Rollen á 10 cm Höhe “aneinandergereiht ergeben“ 10.000 km
Klopapier Gesamtfläche = 300.000.000 m² entspricht 42.857 Fußballplätze

10. Oktober – Phraseologisches

Heute ist übrigens der Internationale Tag des Hundes.

Haben Sie gewusst, dass der Satz »Irgendwo bellte ein Hund« einer der am häufigsten wie­der­hol­ten Sätze der Literaturgeschichte ist. ▶️

    Von sämtlichem Getier hienieden
    im Tiergarten des lieben Gott’s
    bieten insonders die Caniden
    dem Nachtruhegebote Trotz.

Experten (II) – Befindliches

»[..] Der „Focus“-Kolumnist und der „Freitag“-Herausgeber versuchen in diesen Wochen, sich als kritische Geister in Sachen Corona zu profilieren. Sie tun das dadurch, dass sie bedeutungsschwanger Fragen stellen und mit ihrem Nichtwissen angeben. [..] Sie kokettieren selbst damit, dass sie keine Experten für das Thema seien.«
(Stefan Niggemeier, in Übermedien)

Schau mer halt, was bekennende Nicht-Experten für das Thema Corona zum Thema Corona zu befinden wissen:

»Die Corona-Romantik verfehlt die ökonomischen und gesellschaftlichen Tatsachen, befinden Jan Fleischhauer und Jakob Augstein im FOCUS.«

Fleischhauer, der schon wieder*). (»Die Corona-Romantik«: bislang im Rest der Welt noch un­entdeckt, exklusiv entdeckt von den FOCUS-Befindern.)

»Je länger die Krise andauert, desto stärker wird die Hoffnung, dass sie zu etwas nutze sei. [..] Der FOCUS-Kolumnist glaubt, dass eher das Gegenteil wahrscheinlich ist.«
(FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer)

Wer das (»vor allem im Lager der politischen Linken«) konkret sein soll, der angeblich desto stärker dieser Hoffnung anhängt, teilt der FO­CUS-Kolumnist nicht mit, aber so lautet also sein Befund: die Corona-Krise ist zu nix nutze, sie schadet »eher im Gegenteil« anstatt dass sie nützt – na, wer hätte das gedacht.
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*) (FOCUS-/vormals SPIEGEL-Kolumnist Fleischhauer pflegt, sattsam bekannt, zuweilen gar manchen hervorstechenden Solitär kolumnistischen Blödsinn-Geschwafels zur Darbietung zu bringen.)

Experten (I)

Kollege wvs schreibt hier über die zu Corona-Krisenzeiten grassierende “Expertenflut“ und fragt, »was all diese “Experten“ zu ihren Aussagen berechtigt: sind diese Personen über­haupt dafür ausgebildet zu diesem Thema etwas allgemein Gültiges, Wahrhaftiges, und Wei­ter­führendes zu sagen?«

“Experte“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung: jedermann ist es gestattet, ohne spezifi­sche Ausbildung oder Legitimation als “Experte“ zu firmieren, wer sich selber dafür hält oder dafür gehalten werden möchte. Experte kann jeder werden.

(Wie wird man eigentlich “UFO-Experte“?)

In Corona-Krisenzeiten treten allenthalben Corona-Krisen-Experten auf, da analysiert z.B. ei­ner in der Frankfurter Rundschau die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und fordert:

Dass die Öffnung der Gotteshäuser aktuell zu den vordringlichsten Agenden zählt, leuchtet gewiss jedem frommen Christenmenschen ein – überhaupt »wären in vergangenen Zeiten Kirchen zusammen mit den Krankenhäusern die letzten Orte gewesen, die geschlossen wor­den wären.« (Von welchen »vergangenen Zeiten« der Analyst hier schwadroniert, mag für Laien nicht ganz klar sein, von Zeiten der Inquisition womöglich?) Die »Beschneidung der Religionsausübung« falle nicht weniger ins Gewicht als zum Beispiel die Schließung von Ge­schäften, erklärt der Experte für Systemrelevanz in Krisenzeiten. Das Wiederaufsperren von Bethäusern wäre demnach für das gedeihliche Fortkommen der Menschheit von gleicher Vordringlichkeit wie das der Kaufhäuser.

»Christen, Muslime und Juden sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Von Kirchgängern ist nicht zu erwarten, dass sie sich leichtfertig oder mutwillig über Schutzbestimmungen hinwegsetzen. Polizei und Ordnungsamt werden mit ihnen keine Probleme haben, an­ders als mit Sonnenanbetern an diversen öffentlichen Plätzen.«

Dass von Gottesanbetern in der Kirche Verantwortungsbewußtsein statt Renitenz zu erwar­ten sei, von Sonnenanbetern im Stadtpark hingegen nicht, legt der Analyst in seiner Analyse dar. Was ihn zur Erstellung dieser medizinsoziologischen Expertise über Gruppenverhalten in Pandemiezeiten qua­li­fi­ziert, um zur Frage von Kollege wvs zurückzukehren, erfährt man unter dem Auto­ren-Link: der FR-Analyst »ist Autor und Experte für Kirchenfragen«. Ein Ex­perte halt.

20. Jänner – Wissenserweiterndes über Pinguine

Heute ist übrigens der Ehrentag der Pinguine, falls man dem Kalender glauben will – nicht zu verwechseln mit dem Welt-Pinguin-Tag: »Es handelt sich dabei um einen Tag, an dem das Wissen über Pinguine erweitert werden soll.«

Was Sie über Pinguine vielleicht noch nicht gewusst haben:
Der Name Pinguin leitet sich von dem walisischen Ausdruck pen gwyn ab, und das be­deu­tet: »weißer Kopf«. Bemerkenswert daran ist, dass Pinguine niemals weiße Köpfe haben.

(W24)
(Heute)

Man muss nicht alles glauben, was uns die Pinguin-Experten von Österreichs auf­la­gen­zweit­stärk­ster Verschenk-Volksinformationspostille weismachen wollen:

(Heute)


Abb. rechts (klick für Detail):

Zum Thema natürlich nicht fehlen darf wie immer das obligate Symbolbild: »Dieb, als Pinguin verkleidet«
sowie die unvermeidliche Illustration aus der beliebten Reihe: »Leute, die auf Stellen zeigen«

12. Jänner

Heute vor 141 Jahren wurde Ray Harroun geboren, der Erfinder des Rückspiegels am Auto­mo­bil. Seine revolutionäre Erfindung ersetzte den zuvor notwendigerweise mitge­führten Bei­fahrer (= Schmiermaxe), welchem unterwegs die Aufgabe oblag, den Automobilisten über das Verkehrsgeschehen hinter ihnen mündlich in Kenntnis zu setzen.


»Ein Auto ohne Autofahrer ist immer noch ein Auto,
 aber ein Autofahrer ohne Auto ist nur ein Mensch.«
(nach Stanisław Jerzy Lec)

10. Dezember – Wissenswertes von A bis Z: Platypisches

Heute vor 268 Jahren wurde der englische Naturforscher George Shaw (1751-1813) geboren, er führte die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen an Axolotl sowie Schnabeltier durch.

Als Shaw erstmals ein Exemplar eines Schnabeltiers in Form eines getrockneten Balgs zur Un­tersuchung und Erstbeschreibung vorgelegt bekam, hielt er diesen für die kuriose Fäl­schung eines Scherzbolds, welcher ihn aus verschiedenen Teilen eines Bibers und einer Ente zusammengenäht hatte – zu einer Art antipodischem Raurackl, sozusagen.

Kollege KrassNick beschreibt das Schnabeltier recht anschaulich in einem Vierzeiler:

    Das Schnabeltier, das wissen wir,
    hat insgesamt der Flossen vier,
    davon an jeder Seite zwie:
    dies dient, man ahnt’s, der Symmetrie.

Im Einleitungstext zu seinem Film “Dogma“ bezeichnet Autor und Regisseur Kevin Smith das Schnabeltier als »lebenden Beweis dafür, dass Gott Humor haben muss«.
Auch diesen Sachverhalt hat Kollege KrassNick wiederum in erbauliche Reimverse gefasst:

    Als Gott das Schnabeltier erschuf,
    da war er grad recht lustig druff
    und fragt’ es: Ente oder Biber –
    na, wie hätten wir’s denn lieber?
    Das Schnabeltier, darob verwirrt,
    wusst’ Antwort nicht sogleich zu geben,
    so ward’s vom lust’gen Gott kreiert
    als Mischkulanz – so ist das Leben.

© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

16. Oktober – Trophologisches

Heute ist Welternährungstag, vulgo Tag des Brotes.
Wissenwertes zum Thema Brot & Ernährung:

  • Brot ist sehr nahrhaft, denn es enthält viele Broteine.
    (Karl Valentin*)
  • Cola schadet der schlanken Linie, denn es enthält viele Colahydrate.
    (Cappuccina*)
  • Obst hält fit, denn es enthält viele Fitamine.
    (Onkel Ernstl*)
  • Obst kann zu Verstopfung führen, deshalb heißt es Obstipation.
    (Anonymus)
  • Vollkornprodukte belasten die Verdauung, denn sie sind reich an Belaststoffen.
    (Ernst Offshore*)
  • Ein Schibboleth ist nix zum Essen, ausgenommen Chäschüechli.
    (K. Lauer*)

27. Mai

Heute vor 88 Jahren, am 27. Mai 1931, startete der Schweizer Wissenschaftler, Experi­men­tal­­physiker, Gelehrte und Erfinder Prof. Auguste Piccard mit seinem Assistenten in Augs­burg zu einer Ballonfahrt in die untere Stratosphäre, wobei sie die Rekordhöhe von 15.785 Metern erreichten. Die Notlandung ihres Stratosphärenballons erfolgte am selben Tag auf dem Gurg­­ler Ferner, einem Alpengletscher oberhalb der Tiroler Berg­siedlung Obergurgl, in über 2.300 Meter Seehöhe.

(In Obergurgl drehte übrigens fünf Jahre davor Alfred Hitchcock die Außenauf­nah­men für seinen zweiten Film “The Mountain Eagle“ – nicht in St. Anton, wie an dieser Stelle fälschlich kol­portiert.)

Prof. Piccard wirkte als Vorbild für die Figur des Professor Bienlein in Hergés Comic-Serie “Tim und Struppi“.

Was die Menschheit schon lange geahnt hatte:

2. Dezember:  Warum Nashörner nicht fliegen können

Heute vor 70 Jahren wurde Prof. Dr. T.C. Boyle geboren.
In seinem Roman “Wassermusik“ er­läu­tert er, warum Nashörner nicht fliegen können: weil die nämlich so riesige Haufen machen. Würde nun ein Nashorn im Fluge solch einen riesen­trumm Haufen einem Menschen auf den Kopf fallen lassen, so hätte der gewiss wenig Freu­de darüber. Darum hat es der gütige Herr­gott in seiner unendlichen Weisheit so eingerichtet, dass Nashörner nicht fliegen können. Das hört sich sehr plausibel an.

16. Juli

Heute ist übrigens der Tag des frischen Spinats.

Haben Sie gewusst, dass der Spinat auch einen Plural be­sitzt: die Spinate. Wozu dieser Plural dienlich sein soll, ist allerdings unbekannt.

Österreichische Polizisten wurden früher wegen ihrer spinatgrünen Uniformen despektier­lich »Spinatwachter« (Wachter = Wachmann) ge­nannt. Die Spinatwachtel hat hingegen nix damit zu tun, sondern leitet sich von dem Adjektiv spinnert her.

Dass Spinat einen exzeptionell hohen Eisengehalt habe und man sich deshalb nach Spinat­­ver­zehr bei Blitzschlaggefahr nicht im Freien aufhalten sollte, ist ein falsches Gerücht und beruht auf einem Kommafehler.

    (Hier folgt ein Rat, drum hört gut her:
    viel schmackhafter schmeckt der Spinat,
    soferne man vor dem Verzehr
    ihn durch ein Steak ersetzen tat.)

(Zum Thema Spinat fällt mir grad die Geschichte mit meiner Oma und Guido Wieland als Spi­nat-Testimonial wieder ein.)

Neues vom kraftfahrzeugtechnischen Ratgebe-Experten

Wer in der Fahrschule nicht aufgepasst hat was beim Aufleuchten der Kontrollleuchten im Auto zu tun ist und danach googelt, findet auf der “AutoScout24“-Ratgeberseite die Ant­wort:


Schau mer mal, was »wir« etwa im Falle des Aufleuchtens der Bremskontrollleuchte für fach­män­nische Ratschläge darzubieten haben:


Man muss selber kein kraftfahrzeugtechnischer Fachmann sein, um die Unsinnigkeit dieser so­ge­nannten »Autoratgeber«-Ratschläge zu erkennen ..

23. Mai – Lepidopterologisches

Heute vor 100 Jahren kam Edward N. Lorenz (1917-2008) zur Welt, Wegbereiter der Chaostheorie und Ur­heber des Begriffs “Schmetterlingseffekt“.

Kollege Trithemius schreibt hier über den sogenannten Schmetterlingseffekt, und wie dieser zuweilen den Lauf der Welt verändern kann.

Die von dem amerikanischen Mathematiker & Meteorologen E. N. Lorenz angestellte Über­le­gung »Kann der Flü­gel­schlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas aus­lö­sen?«, dass also ein per se unbedeutendes Initialereignis am Ende zu unabsehbaren glo­ba­len Aus­wir­kun­gen führen könne, bezog sich ursprünglich auf meteorologische Phänomene – der Schmet­ter­lings­effekt*) indessen wirkte sich seit jeher maßgeblich auf den Lauf der Welt­ge­schich­te aus, noch be­vor er unter diesem Namen zum Begriff wurde.

Wäre z.B. ein Apfel in einem Garten in Woolsthorpe-by-Colsterworth nicht zu einer be­stimm­ten Stunde vom Baum gefallen, so wäre womöglich die Schwer­kraft nie er­fun­den worden.
Oder wäre Mutter Kolumbus zu bestimmter Stunde unpässlich gewesen und hätte Vater Ko­lum­bus ab­ge­wiesen, als diesem die Zeugung eines Stammhalters zu Gemüte stand, so hätte wo­möglich bis heute noch keiner Amerika entdeckt.

Das Attentat von Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger, was als un­mit­tel­ba­rer Aus­lö­ser für den Ersten Weltkrieg gilt: wäre sein Fahrer dort nicht ver­sehent­lich falsch ab­ge­bogen und hätte darum nicht zufällig grad vor einem Straßencafé an­halten müssen, vor dem zu­fällig grad ebenjener Attentäter einen Kaffee trank, welcher sei­nen ur­sprüng­li­chen Attentatsplan in­zwischen verworfen hatte – dann hätte sich diesem nicht un­ver­hofft die Ge­le­gen­heit geboten, seine Tat doch noch zu verüben.
(Das »wrong turn«-Motiv findet auch oft als auslösendes Moment in Filmplots Verwendung.)

Oder die unselige Historie jenes heruntergekommenen Postkartenmalers, der so gern aka­de­mi­scher Kunstmaler geworden wäre: hätte etwa das Professorenkollegium am ent­schei­den­den Tag nicht schlecht zu Mittag gegessen und wäre nicht darob ungnädig gestimmt ge­we­sen, so hätten sie den womöglich nicht bei der Aufnahmsprüfung durchrasseln, son­dern studieren und Maler werden lassen – um wievieles anders wäre die Welt­ge­schich­te ver­laufen. Allein ein Schmetterlingseffekt löste deren unheilvolle Wen­dung aus: dass einer nach vergeigter Prüfung Politiker wurde statt Kunstmaler, den heute keiner mehr kennen würde, hätte nicht dereinst ein Koch an einer Wiener Mensa einen schlechten Tag gehabt.

(Hätte es etwa zum ausschlaggebenden Impuls werden können, die weiteren Weltenläufte in eine andere Richtung zu lenken, wäre Einfaltsgimpel Bush, willfähriger Hampelmann der Kriegstreiber-Kamarilla, damals an der Brezel erstickt?)
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*) nicht zu verwechseln mit dem Schneeballeffekt, welcher eine lineare oder exponentiell sich selbst verstärkende, somit tendenziell vorhersehbare Entwicklungsdynamik eines Systems be­schreibt. Der Schmetterlingseffekt hingegen bewirkt eine unsystema­ti­sche »chaotische«, ergo nicht pro­gnos­ti­zierbare Verlaufsrichtung der Folgeereignisse.
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(Was den Schmetterlingseffekt im Bauch betrifft, fällt uns dazu natürlich unvermeidlich Twitterliesl Petzners legendärer Tweet sowie Kollegen Ster- & Grisse­manns unvergessliche Replik darauf ein: »Wer hat ihm denn zuvor die Raupe in den Hintern gesteckt?«)

Wissenswertes von A bis Z

Der Axolotl ist ein mexikanischer Grottenmolch und wurde von den Azteken als heiliges Tier verehrt, von daher erklärt sich der Begriff: »Molch der frommen Den­kungsart«.


Der Name Axolotl stammt aus der Aztekensprache und bedeutet übersetzt: »Tier, das noch däm­licher aussieht als es heißt«.

15. April  – Der Grundrechnungsbeauftragte rechnet vor:

Heute vor 105 Jahren ging die Titanic unter, wobei über 1.500 Menschen star­ben.
Was Öster­reichs Verschenk-Volks­in­for­ma­ti­ons­organ “Nummer 1“ darüber mit­­zu­tei­len weiß:


Dass der Untergang der Titanic das größte Schiffsunglück aller Zeiten gewesen wäre, wie wir aus ÖSTERREICH erfahren, war im Rest der Welt bis­her noch nicht bekannt.

Dass über 1.500 Menschen mehr als 300 sind, hat der ÖSTERREICH-Grund­rech­nungs­be­auf­trag­te sehr schön ausgerechnet.


Dass das Unglück im arktischen Meer geschehen wäre statt im Atlantik, ist eins dieser Mythen.

Beeindruckend, wie es dem Verschenkblatt-Schreiberling gelingt, soviel frei erfundenen Un­sinn in einem ein­zi­gen Ab­satz hervorzubringen – das erreicht schon beinahe Qua­li­täts­jour­na­lis­mus-Ni­veau.