Autor: nömix

18. Juni

Heute vor 41 Jahren kam in Peabody/Massachusetts Ryan Montbleau zur Welt, der famose Gitarrist und Songwriter. Unablässig tourt er mit seiner Band durch den Osten der USA und spielt Jahr für Jahr mehr als 200 Live-Konzerte.
Hier ist er zu hören, mit einer grandiosen Nummer:
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(Bemerkenswert im Intro-Text übrigens der launige Ausdruck »pavement rash« – das englische Pendant zu unserem Schotterausschlag ;)

12. Juni – Die Überschallfliege: Eine Zeitungsente von 1937

Im Jahre 1927 erschien im Journal der New Yorker Ento­mo­lo­gi­schen Gesellschaft ein Artikel des Insek­ten­forschers C. Townsend, worin dieser behauptete, bei der Reh-Rachendassel (Cephe­ne­myia pratti, eine parasitäre Fliegenart) in New Mexico eine Flug­­ge­­schwindigkeit von mehr als 800 Meilen pro Stunde (d.i. Über­­schall­­ge­­schwin­dig­keit) beobachtet zu haben – eine Zahl, die ganz offenkundig aus einem Beobachtungs- oder Be­rech­nungs­feh­ler resultierte und natürlich auch jedem gesunden Laienverstand zuwiderlaufen musste.

Dennoch wärmte die renommierte New York Times zehn Jahre später, am 12. Juni 1937, die Geschichte von der Über­schall­­fliege unter der Schlag­zeile »the fastest creature that lives« neuerlich auf, worauf diese durch die Weltpresse zu schwirren begann.

Der Physiker sowie Chemie-Nobelpreisträger Irving Lang­muir konnte in einem 1938 im TIME-Magazin ver­öffent­lich­ten Ar­ti­kel nachweisen, dass

  • der zum Erreichen dieser Geschwindigkeit erforderliche Energieaufwand es für die Fliege nötig machen würde, pro Sekunde (sic!) mehr als das Eineinhalbfache ihres Körpergewichts an Nahrung aufzunehmen;
  • der Flug der Fliege einen vernehmbaren Überschallknall erzeugen würde;
  • eine Fliege im Überschallflug mit freiem Auge gar nicht sichtbar wäre;
  • der Zusammenprall einer solchen Fliege mit dem Körper eines Säugetiers das gleiche Resultat hervorrufen würde wie der Einschlag einer Gewehrkugel.

Obwohl Langmuirs Berechnungen, basierend auf den Daten aus Townsends ursprüng­lichem Forschungsbericht, eine tatsächliche Fluggeschwindigkeit der beobachteten Dasselfliege von etwa 25 Meilen pro Stunde (40 km/h) ergaben, erschien in der New York Times keine Rich­tig­stel­lung der Überschallgeschichte, und so wurde sie noch einige Jahre danach in der inter­na­ti­o­na­len Presse kolportiert.
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(Zeitungsausschnitt: aus Wiener Bilder – Illustriertes Familienblatt, 1939).

8. Juni

Heute vor 100 Jahren wurde der Wiener Schauspieler, Kabarettist und Drehbuchautor Gunther Philipp (1918-2003) geboren. Viele Jahrzehnte lang kasperte er in seiner populären Para­de­rolle als Ohrenwachler & Knallcharge vom Dienst durch unzählige Klamaukfilme.
Nicht jeder weiß, dass Dr. med. Gunther Placheta (sein richtiger Name) neben seiner Kar­ri­e­re als Filmkasper einer der erfolgreichsten österreichischen Leistungs- und Motor­sportler, so­wie promovierter Facharzt für Neurologie und Psychiatrie war.

Gunther Philipp war beruflich eben­so wie privat
ein unermüdlicher Schmähreisser, er sagte z.B.:

»Mit Ohrenschmerzen geh ich zum Ohrtopäden,
mit Genickschmerzen zum Genickologen,
und wenn mir die Därm’ wehtun zum Därmatologen.«

7. Juni

Heute vor 73 Jahren kam der kleine Herr Wolfgang Sch. zur Welt, eine der widerwär­tigsten und ungustiösesten politischen Figuren der Zweiten Republik: jener Politiker nämlich, wel­cher – ganz & gar von egomanischer Machtbesessenheit umgetrieben – keinerlei Hem­mun­gen zeigte, das Wählervolk ungeniert hinters Licht zu führen und sein Heimatland der in­­ter­­na­­ti­o­na­len Ächtung preiszugeben. Und damit das Ansehen Österreichs im Rest der Welt nach­­hal­tig zu beschädigen.

    (SPIEGEL 43/08)

Durch das hinterlistige taktische Manöver einer Zweckallianz mit einer Gruppierung po­li­ti­scher Mantafahrer und Rechtsüberholer gelangte Herr Sch. an die Spitze der öster­rei­chi­schen Bundesregierung, obwohl ihn drei Viertel aller Wähler gar nicht dort haben wollten. Eine Machtposition, an die er sich sieben Jahre lang hartnäckig anklammerte, was jegliche konstruktive Regierungsarbeit während der Dauer seiner Amtszeit faktisch lahm­legte.

Hat der tatsächlich gesagt. Jaja, der kleine Herr Sch. und seine Neigung zur Wahrheit –
bekanntlich ein spezielles Kapitel.

6. Juni

Heute vor 85 Jahren, am 6. Juni 1933, wurde in Camden/New Jersey das erstes Auto­kino der Welt eröffnet. Als Projektionsfläche diente dazumals keine Leinwand, sondern eine hohe, geweißelte Ziegelmauer. Die Beschallung erfolgte über drei große Lautsprecher, sodass der Ton noch mehrere Kilometer entfernt zu hören war und die lautstarke Ver­an­stal­tung Pro­teste der Anwohner nach sich zog.
Der erste in einem Autokino vorgeführte Film hieß Wife Aware, der darüber hinaus für die Filmgeschichte keinerlei weitere Bedeutung besitzt und über dessen Inhalt heute nix mehr be­kannt ist, weshalb sich auch der Sinn des rätselhaften Filmtitels nimmer ergründen lässt.

In Österreich gibt es ein einziges Autokino, seit 1967 in Groß-Enzersdorf bei Wien, welches aber mittlerweile geschlossen ist und ein Pendler-Parkplatz werden soll. Die Groß-En­zers­dor­fer Autokino-Leinwand hat ein Ausmaß von 35 x 15 m = 525 m², somit eine Fläche worauf ein Einfamilienhaus mit Garten Platz fände.
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Haben Sie gewusst, dass Kinobetreiber in Österreich für das Abhalten von »Veranstaltungen, welche geeignet sind, die Besucher zu ergötzen«, eine sogenannte Lustbarkeitsabgabe (vulgo Vergnügungssteuer) zu ent­rich­ten haben. Diese Steuer ist auch dann zu entrichten, wenn die Besucher den vorgeführten Film nicht ergötzlich finden.