Autor: nömix

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Aquaplaning, oder: »Wildwasserfaahn mi’m Auto-ey!«

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, blöder geht es nicht!
Niemals war Blödheit je zu blöd, als dass es nicht noch blöder geht.«
(nach M. Krassnig*)

Aus der Reihe “Überholversuche von Blödmännern, die »Ey-Altaah!« lallen“:
Blödmann Nummer 2 versucht vorausschwimmendes Auto von Blödmann Nummer 1 zu über­holen: »Altaah! Verpiss dich-ey!« ..

Quizfrage: Was hat der Fahrzeuglenker im Video beim Überholversuch nicht beachtet?
  • Er hat verabsäumt, vor dem Überholen einen Schulterblick zu machen;
  • Er hat vergessen, beim Überholen den Blinker einzuschalten;
  • Er hat nicht versucht, mit der Lichthupe auf sich aufmerksam zu machen*)
Weitere Antworten sind möglich.

Verkehrsbetriebliches

Die Verkehrsbetriebe in mehreren deutschen Städten wollen den Begriff “Schwarzfahren“ zukünftig ächten, weil der angeblich »diskriminierend« sei und »sich vermehrt Menschen an diesem Begriff stören, da sie ihn rassistisch finden«:

Auf welchem Wege die diversen städtischen Verkehrsbetriebe offenbar konzertiert zu dieser Erkenntnis gelangt sein mögen, ist nicht bekannt.

Apropos Verkehrsbetriebe & Rassismus: vielleicht haben Sie ja diese urbane Legende auch schon mal wo vernommen.
Oder die Szene in “Yuppi du“, Adriano Celentano und ein Farbiger am Bahnhofskiosk:
Celentano bestellt: »Einen Schwarzen!« (Kaffee)
Farbiger bestellt: »Einen Weißen!« (Wein)
Celentano und Farbiger starren einander perplex/grimmig an.

Die Wiener Verkehrsbetriebe erachten es als angebracht, bei diesen konzer­tierten Faxen mit der absurden “Schwarzfahrer“-Nummer nun ebenfalls mitzukaspern:

Nämlich mit der vollends absurden Begründung:

Ah so? Dass sich der Sprachgebrauch im Wiener Sprachraum dahingehend geändert hätte, dass irgendjemand anstatt »bin gestern schwarzgefahren« sagen würde »war gestern Fahr­gast ohne gültiges Ticket«, ist mir allerdings bisher noch nicht un­ter­gekommen. Scheint, als un­ter­­scheidet sich meine Wahrnehmung des lebendigen Sprachgebrauchs von jener des Sprach­gebrauch-Wahrnehmungsbeauftragten der Wiener Linien.

Man darf gespannt sein ob als nächstes etwa die Finanzbehörden herausfinden, dass die Be­griffe “Schwarz­geld“, “Schwarz­arbeit“ usw. mindestens ebenso »diskriminierend sind und sich vermehrt Menschen an diesen Begriffen stören, da sie die rassistisch finden«.

Oder, wie wärs z.B. mit “Schwarzbrot“? Szenenwechsel, Celentano und ein Farbiger an der Backwarentheke:
Celentano verlangt: »Ein Schwarzbrot!«
Farbiger verlangt: »Ein Weißbrot!«
Man erkenne die rassistische Diskriminierung in dieser Szene, welche mit dem Sprach­ge­brauch solcher Begriffe einhergeht.

Kanzler Kurz verspricht:

Dass ein Kanzler Kurz unentwegt großspurig das Blaue vom Himmel zu versprechen pflegt, ist man sattsam gewöhnt. Über ei­nen aktuellen Mordfall sagt der grad:

Äh, wie bitte? Bisher dachte man, dass Täter von der Justiz in einem Gerichtsverfahren be­straft werden – wie will er denn sein Versprechen einhalten, »alles zu tun« um auf das Straf­maß Einfluss zu nehmen: will er das Gericht bei der Strafbemessung etwa seiner Bot­­mä­­ß­ig­­keit unterwerfen? Echt jetzt?

(Freilich braucht man, wie sattsam gewöhnt, einem Kanzler Kurz nicht alles glauben was der verspricht.)

29. Juni – Internationaler Tag der Donau

»Suchen Sie nicht nach dem Donaustrom | Den hat man sicher verstaut.«
(Rainhard Fendrich)

In anderen Hauptstädten ist man stolz auf die Flüsse welche sie durchströmen, und hat sie mit eleganten Promenaden gesäumt: die Thames Pro­me­na­de in London, die Quais de Paris an der Seine, der Lungotevere in Rom – in Wien aber hat man die schöne blaue Donau ▶️ seinerzeit umgebettet und hin­ter den Han­dels­kai aus dem Stadtbild verbannt als müssert’ man sich da­für genieren, und wo man anderswo über schicke Uferpromenaden flaniert, da tummeln sich in Wien die Kinigl­hasen auf der G’stetten*.

    Es gibt in Wien am Donaustrand
    nicht einmal einen Dönerstand.
    Dafür gibt in der Tat es aber
    ein Strandcafé in Bratislava,
    stromabwärts an dem Donaufluss.
    (Ist halt ein bissel weit zu Fuß.)

Genderitisches

Die grassierende Genderitis generiert zuweilen skurrile Blüten:

»Derzeit prüfen Spezialistinnen und Spezialisten sämtliche Spuren an den Tatorten [..], um dem Täter, der Täterin oder den Tätern auf die Spur zu kommen.«  (ORF.at)

Na, und was ist mit »den Täterinnen«? Will denen keine*r auf die Spur kom­men? Typi­scher Fall von geschlechtsspezifischer Diskriminierung!

25. Juni – Die schlesische Nachtigall

Heute vor 193 Jahren kam in Opatów im Osten Preußens die deutsche Dichterin Friederike Kempner (1828-1904) zur Welt, “die schlesische Nach­tigall“ vulgo “der schlesische Schwan“. Fräulein Kempners umfangreiches schriftstellerisches Œuvre blieb von der Literaturkritik weit­­gehend unbeachtet, bleibende Berühmtheit erlangte sie indessen als Lyrikerin: nämlich als Groß­meis­terin der unfreiwilligen Komik, deren abenteuerliche Missgriffe bei Wort­schöp­­­fun­gen, Me­ta­phern und Reimen wie etwa –

    »Amerika, Du Land der Träume,
    Wie schön sind Deine Ko­kos­bäu­me«

– alsbald zahllose Parodien hervorriefen, sogenannte Pseudo-Kempneriana, welche die ver­­­meintliche Verfasserin am Ende berühmter machten als die tatsächlich von ihr selbst ver­­­fass­ten Ori­gi­nalverse, wie z.B. dieser:

    Willst gelangen Du zum Ziele,
    Wohlverdienten Preis gewinnen,
    Muß der Schweiß herunter rinnen
    Von der Decke bis zur Diele!

(Scheint, als habe die schlesische Nachtigall sich zu obi­gen Versen durch ihren Dich­ter­kol­le­­­gen Schiller inspirieren lassen, denn:
    So steht’s im Liede von der Glocke:
    Soll das Werk den Meister loben,
    Rinnen muß der Schweiß von oben
    Von der Stirne bis zur Socke!)

Dass Fräulein Kempners lyrische Hervorbringungen darum so häufige Neuauflagen er­fuh­­­ren, weil ihre Verwandten versuchten alle erreichbaren Exemplare aufzukaufen, um das Ge­­spött darüber einzudämmen, ist ein unbelegtes Gerücht. Belegt ist hingegen, dass der Schrift­­­steller Alfred Kerr seinen Familiennamen Kempner deshalb än­der­te, weil seine Tante Frie­­­de­­rike »die schlech­te­sten je auf diesem Planeten bekanntgewordenen Verse« ge­schrie­ben habe. (Quelle: Wikipedia)
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(vgl.: Klapphornvers)

Schwurbelschwatz der Woche: Genderingmanieristisches

»Wortwiederholungen im Text sind zu vermeiden!« bleute uns Herr Oberlehrer dereinst im Deutschunterricht ein, wenn es einen Aufsatz zu schreiben galt: »Wer sich an diese Regel nicht hält, schreibt keine ordentlichen Texte und wird es mit Schreiben nicht weit bringen.«

(Der kleine Willi aber hatte im Unterricht nicht aufgepasst und hielt sich nicht an diese Re­gel, darum schrieb er keine ordentlichen Texte, z.B.:
    »Ein Pferd! Ein Pferd! Mein Königreich für ein Pferd!«
Wortwiederholungen im Text! Kein Wunder dass es der kleine Willi mit Schreiben nicht weit brachte.)

Beim SPIEGEL hält man sich bekanntlich unerbittlich daran und macht es artig vor –

*

– und darum heißt dort etwa ein Bundestrainer im Text kein zweites­mal hintereinander »Bundestrainer« sondern »Fußball-Lehrer«, und Öster­reich nicht »Österreich« sondern »die Al­penrepublik«, »der Alpenstaat«, oder originel­lerweise gar »der Bergstaat«.
(Klar gibts in Österreich auch Berge, ihr Heinis, möchte man ausrufen, es gibt auch Kirchen: ist Österreich deswegen »der Kirchenstaat«? In Deutschland gibts Inseln, ist Deutschland des­­wegen ein »Inselstaat«?)

Die Gendersternsinger*innen von “Pinkstinks – Magazin, Kampagnenbüro und Bildungsor­ganisation gegen Sexismus“ bringen es indessen zuwege, in einem Artikel über »Männer, die sexistisch über Frauen reden« Wortwiederholungen konsequent zu vermeiden, indem sie »Männer« bzw. »Frauen« alternierend durch die Begriffskonstrukte »maskuline Perso­nen«, »mas­kuline Menschen« bzw. »feminine Personen«, »feminine Men­schen« oder »weiblich ge­­lesene Menschen« ersetzen: genderingmanieristischer Schwur­bel­schwatz in schönster Blüte!

(Männlich gelesene Menschen werden dort hingegen nicht angeführt – bloßes Versehen, oder womöglich ein Fall von geschlechtsspezifischer Diskriminierung?)

22. Juni

Heute vor 115 Jahren wurde Billy Wilder (1906-2002) geboren.

Als Wilder 1957 für die Dreharbeiten zu »Liebe am Nachmittag« nach Frankreich reiste, trug ihm seine Frau auf, dort ein Bidet zu besorgen und bei seiner Rückkehr mitzubringen. Sie hatte einmal bei einem Hotelaufenthalt in Paris eins gesehen und wollte sowas auch in ihrem Bade­zimmer, aber in den USA ließ sich so ein Ding damals nicht auftreiben.
Wilder wandte ein, es könne schwierig werden, unbemerkt ein Bidet aus einem Pariser Ho­tel­­badezimmer zu entwenden, er wolle es jedoch versuchen.
Leider gelang es Wilder in Frankreich nirgends, ein Bidet zu beschaffen, also schickte er sei­ner Frau ein Telegramm:

++ bidet nicht beschaffbar ++ empfehle kopfstand unter dusche ++

Dummwort der Woche

Fleischhauer, wieder mal:
Jenen beispiellosen Milliardenbetrug, indem der Volkswagen-Konzern mit betrügerisch ge­fälschten Abgasemissionswer­ten weltweit Finanz- und Umweltbehörden sowie Millionen Kunden betrog, erwähnt FOCUS-Kolumnist Fleischhauer unter Hervorbringung der Dumm­wort-Kre­a­tion: die VW-Kunden hätten »einen Schummel-Diesel gekauft«.

»Schummel-Diesel«. Was für läppisches Geschwafel, wieder mal.

Algorithmisches mit Ohren

Geben Sie zu, ohne googeln hätten Sie nicht gewusst was eine “Schöne-Ohren-Zer­le­gung“ ist:

Die “Schöne-Ohren-Zerlegung“ ist ein Zwiebel-Algorithmus mit schönen Ohren
zur Opti­mierung einer Annäherungslösung des Handlungsreisendenproblems. *)

Ah ja. Warum die Schöne-Ohren-Zerlegung so heißt und was die eigentlich mit Ohren über­haupt zu tun hat, lässt sich aber auch durch googeln nicht herausfinden.

Feststellung der Woche

»Es gibt nichts Schöneres als einem Fetznschedl beim Pappenhalten zuzuhören.«
(H. Qualtinger)

*)
(Hans Rauscher, im Standard)
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*) (“Pappn“ [eigentl.: “Pappm“] = österr. für “Maulwerk“)

Ösitanisches: Skandalöses (II)

Jetzt hat Herr SPÖ-Vizeklubchef Leichtfried, wieder einmal!, einen riesen Skandal entdeckt: der Bundesadler-Aufnäher auf den Trainingstrikots der österreichischen Fußball-Natio­nal­mann­schaft ist türkis! TÜRKIS!! Unerhört: in der Parteifarbe der Bu­berl­partie-Regie­rungs­misch­poche!!!  [*]
Ein politischer Skandal! Das kann kein Zufall sein. Zwar bloß auf den Trainingstri­kots (sic) – beim Spiel vor Publikum ist der Adler auf den Natio­naltrikots so schwarz wie seit eh und je. (Was freilich auch kein Zu­fall ist: nämlich schon seit dem ersten Länderspiel der österr. Fuß­­­ball­­­­ge­schichte anno 1901.)

Ein Glück für Österreich, dass es jemand wie einen Herrn Leichtfried gibt, der unerbittlich & uner­müdlich solch unerhörte Skandale aufdeckt, welche die österreichische Geschichte* er­schüt­tern.
(Und noch ein Glück, dass es in Österreich grad keine skandalöseren politischen Skan­da­le aufzudecken gilt als den von Herrn Leichtfried entdeckten.) (Achtung, Ironie.)

15. Juni

Heute vor 80 Jahren kam in Brooklyn/New York Harry Nilsson (1941-1994) zur Welt, leider starb er früh. John Lennon & Paul McCartney bezeichneten ihn als den besten amerika­ni­­schen Songschreiber überhaupt.

Auch als gesangstarker Interpret von Coverversionen reüssierte er, etwa mit der Num­­mer seines ebenso brillanten, aber singstimmlich weniger begabten Songschreiber-Kol­legen Randy Newman:

“Midnight Cowboy“ (dt. “Asphalt Cowboy“), den mehrfach oscarnominierten & -prämierten Film mit Jon Voight in der Titelrolle und Dustin Hoffman, hat vielleicht nicht jeder gesehen, aber den Song aus dem Film kennt bestimmt jeder, ein Klassiker:

(“Auto Reverse“ nannte sich das seinerzeit am Cassetten-Radiorecorder, hab mir den Song in Endlosschleife auf Cassette aufgenommen und beim Autofahren ungefähr eine Million mal hintereinander angehört.)
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(Update, Beitrag von 2006)

13. Juni – Vatertag

Mein Vater war seinerzeit ein ausgesprochen fescher Kampel, ein humorvoller, groß­herziger und überaus fleißiger & anständiger Mensch. Leider starb er früh und lernte seine Enkel­kin­­der nimmer kennen, er wäre bestimmt ein fabelhafter Opa gewesen.

Wie mein Vater damals in den Fuffziger-Jahren meine Mutter kennenlernte: meine Mutter war in Hart am Kohlreith in der Einschicht daheim, eine Stunde Fußmarsch von Neu­leng­­bach im Wienerwald den Berg hinauf. Im Winter schulterte mein Vater seine Schi und mar­schierte zum Schifahren auf den Kohlreithberg, als er vor sich eine junge weibliche Person erblickte, die sich mit einem offenkundig ungeheuer schweren Koffer durch den Neuschnee plagte. Mei­ne Mutter hatte sich von ihrem ersten selbst­verdienten Geld eine Singer-Näh­ma­­schine ge­kauft, ein elendsschweres gusseisernes Trumm, und schleppte sie grad heim. Mein Vater holt sie ein und geht eine Zeitlang neben ihr und hört ihr beim Schnaufen zu, bis er schließlich fragt: »Ist der Koffer wirklich so schwer, oder tun Sie nur so?« – »Probieren S’ doch selber!« schnauft ihn meine Mutter wütend an, und mein Vater schnappt ihren schwe­ren Näh­ma­schi­nen­koffer und schleppt ihn, seine Schi auf der andern Schulter, hinauf bis nach Hart am Kohl­reith, wo er zuletzt selber vor Erschöpfung schnauft. Als er wieder zu Atem gekommen ist, verabreden sie sich zu einem Wiedersehen.
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(Beitrag von 2011)

12. Juni – Tag des Tagebuchs

»Ein Schriftsteller, dem nichts einfällt worüber er schreiben könnte, kann immer noch
über einen Schriftsteller schreiben, dem nichts einfällt worüber er schreiben könnte.«
(Wolfgang Bauer)

Heute ist übrigens der Tag des Tagebuchs, falls man dem Kalender glauben will.

Wem heute nichts einfällt was er in sein Tagebuch schreiben könnte, der kann immer noch in sein Tagebuch schreiben, dass ihm heute nichts einfällt was er in sein Tagebuch schreiben könnte.

Sozialmediales

Wenn einer in seiner Freizeit auf seinem Privathandy 300.000 Chatnachrichten schreibt und 2500 Zumpferlbilder speichert, dann ist das seine Privatsache. Wenn das einer in der Dienst­zeit auf seinem Diensthandy macht, dann fragt man sich aber: was macht der Mann eigent­lich beruflich?
Seine (Dienst?-)Reisen, chattet der an seinen geliebten Kanzler, wären “echt strange“:

Es reist ein hoher Herr wie Schmid
nicht mit dem nieder’n Pöbel mit:
Herr Schmid reist nicht Economy
wie das gemeine Herdenvieh,
er heißt ja Schmid, nicht Schmiedel!
“Tiere“ nennt das Prekariat
Herr Schmid, denn er ist DEmokrat
vom Scheitel bis zum Schniedel.

Genderingphonetisches

Aktuell findet im Rundfunk allenthalben die befremdliche Manier Verbreitung, das Gen­der­stern­chen beim Sprechen vermittels Glottisschlag als sog. “Gender-Pause“ phonetisch zu ar­­ti­­ku­lieren: wo man/frau/divers die lieben Zuhörer*innen ehemals korrekt gegendert als »lie­be Zuhöre­rinnen und Zuhörer« ansprach, da sagt man/frau/divers nunmehr »liebe Zuhörer-[Glottisschlag]-innen«. Hört sich zwar einigermaßen befremdlich an (als brauchten die lieben Zu­­hörer außen sich davon nicht angesprochen zu fühlen), aber befremdlich wirken aktuelle Trends mitunter halt.*)
In welcher Weise sich die gesprochene Glottisschlag-Genderpause schrift­lich trans­kribieren oder in Laut­schrift­zeichen wiedergeben ließe, ist derweil noch ungeklärt. Im internationa­len pho­ne­ti­schen Alphabet wird zur Darstellung des Glottisschlages der Buchstabe [ʔ] ver­wendet, sodass in der Niederschrift der Rede also »liebe Zuhörer[ʔ]innen« stünde.

Durch Gendern per Glottisschlag lassen sich beim Spre­chen nun wertvolle Sekundenbruch­tei­le ein­spa­ren: z.B. anstelle der korrekt gegenderten Verkehrsfunk-Meldung »Achtung Auto­fahrerinnen und Auto­fahrer, es kommt Ihnen eine Geisterfahrerin oder ein Geisterfahrer ent­­gegen« (damits nicht bereits gekracht hat ehe man/frau/divers mit dem Ver­lesen der Mel­dung fertig ist) in der Kurzfassung »Achtung Autofahrer[ʔ]innen, es kommt Ihnen ein[ʔ]e Gei­s­­ter­fah­rer[ʔ]in entgegen«.
Werbesekunden im Rundfunk kosten Geld, bei der Durchsage der Kurzfassung des korrekt gegenderten Rezept-Hinweises »Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder Ihre Apothe­kerin oder Ihren Apotheker« stößt die Methode freilich an ihre Grenzen: »Fragen Sie Ihre[ʔ]n A[ʔ]˙˙[ʔ]rzt[ʔ]in oder Apothe­ker[ʔ]in.« – wie man/frau/divers die Umlautpunkte˙˙ eines Ä ohne A darunter zwischen den beiden Gender-Glot­tisschlägen phonetisch umsetzen will, muss wohl ein ungeklärtes Rät­sel blei­ben.
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*) (Wie Männerdutt oder Plateau-Sneakers. Oder die affige Manier, den Zuhörer*in­nen neu­­­erdings anstatt eines »Guten Morgen!« den Dummspruch »Einen wunder­schönen guten Mor­gen!« entge­gen­zu­krähen: den man/­frau/­di­­vers den Sprecher*in­nen wieder in den Schna­bel zu­rück­stop­fen möchte noch bevor sie die Silbe »wun–« fertig her­­vorgebracht haben.)

Movie Clichés

Auflistungen sogenannter Movie Clichés gibt es zahlreiche, paar typische fehlen darin aber:
  • Werden von Verfolgern Schüsse auf ein Auto abgefeuert, rufen diese Einschusslöcher in der Heckscheibe hervor. Windschutzscheibe sowie Insassen bleiben indessen stets unversehrt, da die Geschoße beim Einschlag durch die Heckscheibe abgebremst wer­den und hinter den Vordersitzen zu Boden fallen.
  • Autoknacker schlagen grundsätzlich das Seitenfenster auf der Fahrerseite ein, wenn sie ein Auto klauen, da man auf einem mit Glassplittern übersä­ten Fahrer­sitz wäh­rend der Fahrt im ge­klauten Auto be­quemer sitzt.
  • Reiter oder Motorradfahrer, die von einem Schuss getroffen werden, werden stets nach rück­wärts aus dem Sattel gerissen, da sie gegen die Schall­mauer prallen welche der Schuss verursacht.

Sexologisches

In seinem Buch “Sexualverhalten der Deutschen: ak­tuelle Daten - intime Wahrheiten“ verrät der Sexologe Werner Habermehl “Wissenswertes über die Welt des Sex“:

Das Öffnen eines BHs verbraucht beidhändig acht Kalorien, einhändig zwölf Kalo­rien.
Mit den Zähnen ist es am schwersten: 85 Kalorien.

Wissenswert. (Anzunehmen, dass er einen fremden BH meint. Das Öffnen des eigenen BHs mit den Zähnen dürfte vermutlich mehr Kalorien verbrauchen.)