Autor: nömix

15. Februar

Heute vor 455 Jahren erblickte in Pisa der große Universalgelehrte Galileo Galilei das Licht der Welt, eppur si muove.
Kollege krassNICK reimt:

Die Leute fragten einst in Pisa
Herrn Galilei, was denn dieser
über’s Universum und
den ganzen Rest so alles kund
tun könne? Aber dieser rief
bloß: »Leute, euer Turm steht schief.«
.


© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

10. Februar – Alliteratives: Lyrik vs. Logik

»Wenn ich gegen eins was habe, sind’s Fehler, nur dem Reim zulabe!«
(Winfried Kraft) (vermutlich Pseudonym v. Robert Gernhardt)

.
Heute vor 121 Jahren wurde Bertolt Brecht (1898-1956) geboren, und zwar in Augsburg. (Die rote Socke, tat­sächlich war der ein waschechter Schwabe, was sagt man dazu. Brecht selber mochte seine Ge­burts­stadt allerdings nicht, er sagte: »Das beste an Augsburg ist der Zug nach Mün­chen.« Er blieb nicht lang in Augsburg, wie man weiß.)
In dem Lied »Der Tod im Wald« lässt Brecht den grimmigen Poeten Baal alliterieren:

    »Und ein Mann | starb im Wald, | wo Sturm und Strom ihn umbrausten ..«

    (Anm.: »Selber schuld, | wär’ er halt | bei so ’n Sauwetter nicht draußten ..«
    ließe sich dazu extemporieren ;)

Gegen Stabreime gibts im Prinzip nichts einzuwenden, es sei denn, Lyrik dräut Logik dreist zu verdrängen. Dichterkollege KrassNick lässt nun einen fiktiven Leser beim Autor der be­tref­fen­den Zeile, Herrn Brecht also, um nähere Erläuterung nachsuchen, und kleidet dessen An­frage hinwiederum in gefälligen Versreim – er schreibt:

    Hier ätzt der Leser: »Sie, Herr Brecht,
    als Stabreim klingt der ja nicht schlecht,
    Ihr Vers vom Sturm und Strom im Wald.
    Nur fragt an dieser Stelle halt
    der Leser sich: Wo, bitte sehr,
    kommt denn im Wald der Strom daher?«
    Herr Brecht, der denkt nicht lange nach
    und antwortet dem Leser: »Ach,
    der Strom? Der kommt auf alle Fälle
    aus Batterien von Duracelle!«
    ───────────────────────
    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.

Auch in seinem Gedicht »Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster« lässt Brecht die Logik ver­missen, indem er vorn auf Korn reimt und, was er in einer Lyrikkritik üb­ri­gens sel­ber mo­nier­te, »damit seinen Wirklichkeitsbezug ne­giert«:

    »Ich bin die Amsel.
    Kinder, ich bin am Ende.
    Und ich war es, die den ganzen Sommer lang
    Früh im Dämmergrau in Nachbars Garten sang.
    Bitte um eine kleine Spende.
    Amsel, komm nach vorn.
    Amsel, hier ist dein Korn.«

Darüber ließe sich wiederum extemporieren:

    Was soll ich, fragt die Amsel nun,
    denn mit dem Korn? Ich bin kein Huhn!
    ───────────────────────
    (Es fragt der Leser hier zu Recht:
    »Meinten Sie wirklich Korn, Herr Brecht?«
    Weil Amseln, wie man weiß, indessen
    nicht Körner, sondern Würmer fressen.)

9. Februar

Heute ist übrigens der Tag der Zahn­schmer­zen, falls man dem Kalender glauben will.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)


Es feiere den Zahnschmerztag
ein jeder, wer ihn feiern mag.
(Am Zahnschmerztag ist freilich nicht
Zahnschmerz zu haben Bürgerpflicht:
so wie am Weltmilchtag ja auch
nicht Milch zu geben ist der Brauch.
Das wird vom Bürger nicht verlangt
am Zahnschmerztag, Gott sei’s gedankt.)

Gagaistisches

Im ZDF-Talk “maybrit illner“ zum Thema Fahrverbot und Tempolimit zieht der deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unter dem Tenor »Wenn das nicht Gaga ist« die Messwerte der Luft-Schadstoffbelastung durch Autoabgase in Zweifel und behauptet unter anderem:

    »In Wien ist die zentrale Mess-Station in einer Fußgängerzone.«


In Wien gibt es siebzehn Luftgütemessstellen des Wiener Luftmessnetzes, darunter auch eine am Stephansplatz im Stadtzentrum. Ob man Herrn Scheuers Darstellung jener x-beliebigen von insgesamt siebzehn Wiener Messstellen als »die zentrale Mess-Station in Wien« für mutwillige Faktenverzerrung halten will oder bloße Einfältigkeit, mag jeder selber beurteilen.
Wenn das nicht Gaga ist.


Luftgütemessstellen des Wiener Luftmessnetzes


────────────────
(siehe auch: BILDblog)

5. Februar

Heute vor 90 Jahren erblickte in Neufeld an der Leitha Fred Sinowatz (1929-2008) das Licht des Burgenlandes, ex oriente lux.
Der Name Sinowatz stammt aus dem slawischen und bedeutet übersetzt “komische Nase ko­mi­scher Name“. Weil er in der Schule deswegen immer als “Fredi Nasowitz“ verspottet wurde, rächte er sich indem er Unterrichtsminister wurde. Weil er als Unterrichtsminister ständig als “Unterschichtsminister“ verspottet wurde, wurde er Vizekanzler. Dass er als Vize­kanzler als “Witzekanzler“ verspottet wurde, kam nicht unerwartet. Als Bundes­kanzler wurde er als “Fred Sinnlosschwatz“ verspottet. Dabei sagte er viele gescheite Sachen, sein bekanntester Aus­spruch ist:

    »Es ist alles sehr kompliziert.«

Fred Sinowatz ging in die Geschichte ein als der einzige Bundeskanzler der Zweiten Republik, der noch komischer aussah als Wolfgang Schüssel.

Turbolentes

»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allemal noch immer.«
(Martin Krassnig)
.

Stets wenn man vermeint, der Dummheits-Rekord bei Zeitungsüberschriften wäre irgendwann erreicht und ließe sich nimmer übertreffen, kommt zuverlässig Österreichs auflagenstärkste Verschenkpostille daher und beweist das Gegenteil:


Den Turbo: zünden oder einlegen?, das ist hier die Frage.

29. Jänner

Heute vor 139 Jahren kam der große Zyniker und Misanthrop W.C. Fields (1880-1946) zur Welt, er sagte das garstige Bonmot:

    »Wer Hunde und Kinder nicht ausstehen kann,
     kann kein grundsätzlich schlechter Mensch sein.«

Kollege Mario Bernold, grundsätzlich kein schlechter Mensch, doch eben­falls Zyniker, konstatiert zu diesem Thema:

    »Mit Hunden und Kindern ist es wie mit Fürzen:
    mögen kann man nur die eigenen.«

ÖSTERREICH verheimlicht Weltuntergang!

Seit vielen Jahren informiert Österreichs auflagenstärkstes Verschenk-Volks­in­for­ma­ti­ons­or­gan zuverlässig & permanent über den ständig bevorstehenden Weltuntergang sowie die Auslöschung der Erde, hervorgerufen durch diverse auf die Erde zurasende Asteroiden, letztmalig im April 2017.
Über den aktuell zu erwartenden Weltuntergang durch heranrasende(n) Asteroiden berichtet die Verschenk-Konkurrenz mittlerweile seit dem Vorjahr:


  23. Jänner 2018  –  26. Jänner 2018  –  4. Februar 2018  –  9. Februar 2018  –  23. Jänner 2019

Doch warum steht in Österreichs Weltuntergangs-Ankündigungspostille Nummer 1 nichts darüber, keine einzige Weltuntergangsmeldung mehr seit beinah zwei Jahren! Was steckt dahinter, warum wird der bevorstehende Weltuntergang neuerdings verheimlicht? Eine Vertuschungsaktion?

24. Jänner – Komplimentäres

Heute ist übrigens der Welttag der Komplimente, nicht zu verwechseln mit dem Welttag des Kompliments am 1. März. Welchen Nutzen ein zweiter Welttag der Komplimente haben soll, lässt sich nicht erraten, aber das weiß ja z.B. vom dritten Nationalratspräsidenten auch keiner.
Komplimente sind grundsätzlich was nettes, freilich aber korreliert die Akzeptanz seitens des Adressaten mit der zielgruppenadäquaten Formulierung:

    »Heast Oide, du schaust voi fett aus!«

– hörte ich mal einen Teenager anerkennend zu einem Mädel sagen, was die Angespro­che­ne offenkundig als schmeichelhaft empfand.
Wenn ich das gleiche zu meiner Frau sage, würde sie das vermutlich nicht so reizend finden.

Symbolbild-Revue: Nackter Mann

Eine Meldung ohne Pics ist nix, bekanntlich, aber nicht zu jeder Meldung gibts ein Originalfoto: zum Glück gibts Symbolbilder. Weil sich vielleicht nicht jede|r Leser|in unter einem »nackten Mann« was konkretes vorzustellen vermag, waltet der diensthabende Symbolbildbeauftragte seines Amtes, um dem Vorstellungsvermögen mit der Darbietung einer anschaulichen Illustration auf die Sprünge zu verhelfen:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • Nackter Mann im Hauptbahnhof
  • Nackter Mann im Park
  • Nackter Mann in Rheinberg
  • Nackter Mann vor Wohnhaus
  • Nackter Mann packt Polizist

  • Nackter Mann mit Rollator
  • Nackter Mann fährt Auto
  • Mann zieht sich aus (aus der Bildmontage-Bastelstube)
  • Gruppe nackter Männer
  • Nackter Mann kackt

Kehrwoche

Heute vor 30 Jahren, am 17. Dezember 1988, wurde die schwäbische Kehrwoche in Stuttgart, welchselbe alldort seit Zeiten der Entdeckung Amerikas im Stadtrecht fest­ge­schrie­ben stand, vermöge einer höchstamtlichen Ver­fü­gung des regierenden Oberbürgermeisters ab­ge­schafft.

»Damit die Stadt rein erhalten wird, soll jeder seinen Mist alle Wochen hinaus­führen, jeder seinen Winkel alle vierzehn Tage, doch nur bei Nacht, sauber ausräumen lassen und an der Straße nie einen anlegen. Wer kein eignes Sprechhaus [=Abort] hat, muß den Un­rath jede Nacht an den Bach tragen.«
.(aus dem Stuttgarter Stadtrecht von 1492)
.

10. Dezember – Wissenswertes von A bis Z: Platypisches

Heute vor 267 Jahren wurde der englische Naturforscher George Shaw (1751-1813) geboren, er führte die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen an Axolotl sowie Schnabeltier durch.

Als Shaw erstmals ein Exemplar eines Schnabeltiers in Form eines getrockneten Balgs zur Un­tersuchung und Erstbeschreibung vorgelegt bekam, hielt er diesen alsogleich für die kuriose Fäl­schung eines Scherzbolds, welcher ihn aus verschiedenen Teilen eines Bibers und einer Ente zusammengenäht hatte – zu einer Art antipodischem Raurackl, sozusagen.

Kollege KrassNick beschreibt das Schnabeltier, recht anschaulich, in einem Vierzeiler:

    Das Schnabeltier, das wissen wir,
    hat insgesamt der Flossen vier,
    davon auf jeder Seite zwie:
    dies dient, man ahnt’s, der Symmetrie.

Im Einleitungstext zu seinem Film Dogma bezeichnet Autor und Regisseur Kevin Smith das Schnabeltier als »lebenden Beweis dafür, dass Gott Humor haben muss«.
Auch diesen Sachverhalt hat Kollege KrassNick wiederum in erbauliche Reimverse gefasst:

    Als Gott das Schnabeltier erschuf
    da war er grad recht lustig druff
    und fragt’ es: Ente oder Biber –
    na, wie hätten wir’s denn lieber?
    Das Schnabeltier, darob verwirrt,
    wusst’ Antwort nicht sogleich zu geben,
    so ward’s vom lust’gen Gott kreiert
    als Mischkulanz – so ist das Leben.

───────────────────────────────────────
© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

7. Dezember

Hermann Maier vulgo Herminator hat heute Geburtstag.

Nach seinem spektakulären Sturz in Nagano 1998 erklärte er vor der internationalen Presse, zur Behandlung von Prellungen bewähre sich vortrefflich Mankei-Schmalz (alpen­län­disch für Murmeltier-Fett) als probates Hausmittel.
Der Dolmetscher übersetzte das als monkey grease, und die daraufhin kolportierte Presse­mel­dung rief weltweit Empörung unter Tierschützern hervor:

    »In Österreich werden zu pharmazeutischen Zwecken Affen gekocht.«

Ghost Rider

Heute vor etlichen Jahrzehnten, am 3. Dezember Anno Neunzehnhundertschnee, fand in Neu­lengbach im schönen Wienerwald die Führerscheinprüfung statt, und nachtsüber hatte es einen Viertelmeter hoch geschneit. Also kriegten wir Prüflinge jeder eine Schneeschaufel in die Hand gedrückt und brachten den halben Vormittag damit zu, die Zufahrt zur Fahr­schul­ga­ra­ge freizuschaufeln, derweil sich der von der Bezirks­haupt­mann­schaft Sankt Pölten/Land an­ge­reis­te Führerscheinprüfer im Gasthaus Schab­schnei­der neben der Fahrschule bei einem Känn­chen Glühwein aufwärmte.
Das Fahrschulmotorrad war damals eine R68er BMW mit Seitenwa­gen, wie auf diesem Bild: im Fußraum des Seitenwagens waren zu­sätz­li­ches Kupp­lungs- und Fußbremspedal installiert, und darin saß der Fahr­leh­rer Herr Blüml im knöchellangen Ledermantel mit Flie­ger­haube und Sturm­brille (wie Abb. rechts) und assistierte uns hilfreich, als wir mit klammen Fin­gern ohne Finger­spit­zen­ge­fühl für Kupplungs- oder Brems­hebel zwei Run­den um den schneebedeckten Kirchenplatz kurvten.
Manche Fahrschüler wohnten weit auswärts in der Neulengbacher Umgegend und wurden von Herrn Fahrlehrer Blüml zur Fahrstunde von daheim abgeholt und hinterher wie­der dort ab­ge­setzt. Bei Schlechtwetter pflegte Herr Blüml das Beiwagenverdeck zuzuklappen und blieb darin sitzen, nachdem er den Fahrschüler daheim absteigen ließ und zuvor noch an­ge­wie­sen hatte, (am Fußhebel links am Motorrad) den zweiten Gang einzuschalten: Kupplung und Fuß­bremse konnte er ja mit seinen Fahrlehrerpedalen betätigen, und zum Lenker mit Gas­dreh­griff brauchte er nur mit der linken Hand beim Seitenfenster rauszugreifen. So ge­schah es nicht sel­ten, wenn er mit röhrendem Motor im zweiten Gang zur Fahrschule heimwärts fuhr, dass sich ent­ge­gen­kom­menden Straßen­ver­kehrs­teil­neh­mern der im Bilde unten dar­ge­stellte An­blick bot – und wenn dann einer bei der Neu­leng­ba­cher Gen­dar­me­rie aufgeregt Mel­dung er­stat­te­te, er habe grad ein fah­rerloses Bei­wa­gen­mo­tor­rad vor­über­brau­sen gesehen auf dem gar kei­ner drauf­saß, dann wusste man dort Bescheid: Ah, der Blüml fahrt grad von der Fahr­stund’ heim.


Fahrlehrer Blüml gibt den Ghost Rider (Symbolbild)

.
────────────────────────────
(Beitrag zu Kollege Dominiks *.txt-Projekt: »Fingerspitzengefühl«)

2. Dezember:  Warum Nashörner nicht fliegen können

Heute vor 70 Jahren wurde Prof. Dr. T.C. Boyle geboren, in seinem Roman “Wassermusik“ wird er­läu­tert, warum Nashörner nicht fliegen können:  weil die nämlich so riesige Haufen machen. Würde nun ein Nashorn im Fluge solch einen riesentrumm Haufen einem Menschen auf den Kopf fallen lassen, so würde der gewiss wenig Freude darüber haben. Darum hat es der gütige Herr­gott in seiner unendlichen Weisheit so eingerichtet, dass Nashörner nicht fliegen können. Das hört sich sehr plausibel an.

Symbolbild-Revue: Peniles (III)

Eine Pressemeldung ohne Pics ist nix, wie man weiß, und weil sich vielleicht nicht jede|r Leser|in unter einem »Penis« was konkretes vorzustellen vermag, waltet der Symbolbild-Be­auf­tragte seines Amtes um vermittels einer erhellenden Illustration Aufklärung zu verschaffen:


von links nach rechts (klick für Detail):

  • »Normaler Penis«
  • »Großer Penis«
  • »Krummer Penis«
  • »Geschwollener Penis«
  • »Erster bionischer Penis«

  • »Gabel in Penis«
  • »Penis abgebrochen«
  • »Penis fast abgebissen«
  • »Zurück zum Penis«
  •  (Ohne Worte)

Wer sich unter einem Penis jetzt noch immer nix konkretes vorstellen kann, möge hier weiterklicken und daraus vielleicht schlauer werden: