Nominelles

6. März

Heute ist übrigens der Tag des Zahnarztes, falls man dem Kalender glauben will.

    »Der Zahnarzt ist ein armer Hund, er lebt ja von der Hand im Mund.«
    (Bayerisches Sprichwort)

Haben Sie gewusst, dass der Zahnarzt auf ösitanisch Pappenschlosser heißt.
[Pappen, mdal.= Mundwerk]
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Nomen est omen:
(Arztsuche)

5. Oktober

Heute ist übrigens Weltlehrertag.
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Meine Schwester ist Volksschullehrerin, ein Kollege von ihr heißt mit Familiennamen Ehrlich und ist Religionslehrer. Weil der in seinem Nischenfach naturgemäß weniger Unter­richts­stun­den zu halten hat als die übrigen Kollegen, kursiert in der Schule über ihn der Spruch:

    »Ehrlich lehrt am wen’gsten.«

Kennen Sie Herrn Irrer Kim?

Nicht jeder weiß vielleicht, welcher der Vorname von Kim Jong-un ist: Kim ist sein Familien­na­me, der im Koreanischen stets zuerst genannt wird. Herrn Kims Vorname ist Irrer.

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Die Leser von Österreichs auflagenzweitstärkster Gratis-Volksinformationspostille wissen das freilich längst, denn:

(ÖSTERREICH-Alleinstellungsmerkmal, laut Eigendarstellung)

Euphonisches

Angina Ludovici, oder Candida Albicans – das sind doch mal wirklich ausgesprochen schöne Namen. Namen voll Wohlklang & Poesie.
(in die Google-Bildsuche sollte man sie aber lieber nicht eingeben.)

Gassonomisches

Kollege Trithemius öffnet hier ein Adventskalendertürchen, hinter welchem er über Aus­nah­me­feh­ler im galaktischen Betriebssystem berichtet. Dies erinnerte mich an einen Eintrag aus dem Vorjahr:

    Letzte Woche hatte ich in der Kreuzgasse zu tun, am nächsten Tag tat mir das Kreuz weh. Gestern hatte ich in der Knaackgasse zu tun, und heute tut mir das Gnack weh. Wer kann da noch an Zufall glauben?

Nach der erhellenden Lektüre des genannten Berichts weiß ich nun also: derlei Ereignis-Dubletten re­sul­tieren nicht aus sogenanntem Zufall, sondern einem Bug im galaktischen Betriebs­sys­tem. (Bloglesen macht schlauer, wie sich hier wiederum er­weist ;)

29. Mai

Heute vor 81 Jahren kam in Rostock der Gründer des Vereins der Senkrechtbegrabe­nen, Berufsspinner und Schiffsversenker Udo Proksch zur Welt. Seinen Sohn ließ er auf den Vor­namen Drusius Ingomar taufen, mit der pragmatischen Begründung: »So kann sich der Bub später Dr. Ing. Proksch auf seine Visitenkarten drucken lassen, ohne dass er dafür zu stu­die­ren braucht.«

19. September

Heute vor 92 Jahren kam der Langstreckenläufer Emil Zátopek (1922-2000) zur Welt, die legendäre “tschechische Lokomotive“. Sein Markenzeichen war die ständig heraus­hängende Zunge während des Laufens.

    »Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.« sagte er.

Als Kinder hatten wir zwei Schildkröten mit Marathon-Wandertrieb, und die nannten wir “Zátopek“, und “Nurmi“. Um zu verhindern, dass sie sich auf Nimmerwiedersehn auf Wan­der­schaft in die weite Welt begaben, banden wir sie morgens an einem Hinterbein mit einem langen Zwirnsfaden an einem Pflock an, den wir ins Gras steckten. Bis zum Abend hatten sie stets unermüdlich präzise abgezirkelte Kreise ins Gras gespurt – für Nicht­ein­ge­weihte ein mysteriöses Phänomen auf unserem Rasen.

4. Mai, Florianitag

Heute ist Florianitag, zu dem Anlass möchten wir auf ein verbreitetes Missverständnis hin­wei­sen – schon wieder hat’s nämlich einer verwechselt: die Filmförderungsmittel-Vergabe in Österreich erfolge nach dem “Floriani-Prinzip“, meinte unlängst der Mann in der ORF-Kul­tur­sen­dung erkannt zu haben. Der gute Sankt Florian jedoch ist der Schutzheilige gegen die Feuersbrunst, und unser Mann im Kulturprogramm hat das wieder einmal mit was ganz an­de­rem verwechselt, mit dem “Gießkannen-System“ nämlich.
Das Floriani-Prinzip geht so:

    Heiliger Sankt Florian
    Verschon’ vorm Brand mein Haus!
    Zünd’ lieber das vom Nachbarn an
    Und meins lass lieber aus.
    <font (Quelle: Volksmund).

Zugleich ist der Heilige Sankt Florian auch der Schutzpatron der Feuerwehr, aber die löschen ja heutzutags auch nimmer mit Gießkannen, bekanntlich.
Wer sich das merken kann, der verwechselts auch nimmer mit dem Floriani-Prinzip.

(Nebenbei ist der Hl. Florian auch der Schutzpatron der Bierbrauer. Darum gibts am Feuer­wehrfest immer reichlich Bier.)

16. Februar

Heute vor 110 Jahren kam in Wien der Kabarettist & Komponist Hugo Wiener zur Welt, und ge­storben ist der 89 Jahre später ebenfalls in Wien, aber mit seinem Namen hat beides an­geb­lich nix zu tun.

Schnürlregen-Sperrstund’

Haben Sie gewusst, dass es in der Stadt Salzburg aufgrund der Schlechtwetterverord­nung von 1992 eine sogenannte Schlechtwettersperre gibt.
Auf Wunsch der Fremdenverkehrswirtschaft wurde die Schlechtwettersperre im Jahr 2012 in Sommerstaumanagement umbenannt. Das sogenannte Sommerstaumanage­ment wird jedoch nicht so genannt, sondern Schlechtwettersperre.
Die Salzburger Schlechtwettersperre wurde eingeführt, um Verkehrsstau infolge Schlecht­­wetters zu ver­hin­dern. Infolge der Schlechtwettersperre kommt es in Salzburg zuverlässig stets zu Verkehrsstau.

22. November

Terry Gilliam* hat heute Geburtstag.
Angeblich hat Terry Gilliam zwei Söhne, namens Harry Gilliam und Larry Gilliam.
Terry Gilliams Sohn Larry Gilliam agiert unter dem Pseudonym Larry William.
Angeblich ist an der Geschichte kein Wort wahr.

Rasierpasta

Frag ich beim Schlecker gestern, wo ich die Rasierpasta finde, sagt die Verkäuferin: “Das Wort können S’ Ihnen patentieren lassen, das hab ich noch nie wen sagen hören.“ – wundere ich mich: “Wieso, man sagt ja auch Zahnpasta.“ – und die Verkäuferin: “Aber Rasierpasta sagt keiner.“
Das war mir nicht bekannt, hab’s gegoogelt: bin ich der einzige, der Rasierpasta sagt?
Soll sogar vorkommen, dass man Zahnpasta & Rasierpasta miteinander verwechselt.

1. März

Heute vor 43 Jahren wurde der bedeutende Bühnen-Schriftsteller Franzobel geboren. Herr Franzobel heißt nicht wirklich so, er hat einen Künstlernamen.
Weitere bedeutende Bühnen-Schriftsteller sind u.a. Shakespeare, Schiller, Thomas Bernhard.
Die Herren Shakespeare, Schiller & Bernhard haben keine Künstlernamen, die heißen wirklich so. Macht aber nix. Das muss nicht unbedingt etwas bedeuten.

Pech für Polansky

Vor Jahren schrieb ich gelegentlich Texte für eine Münchner Presseagentur, “Wahre Ge­schich­ten“, “Der wahre Kriminalfall“, “Tatsachen-Bericht der Woche“ undsoweiter, die er­schie­nen in diversen Illustrierten wie Quick, Praline, Neue Revue & dergleichen und hatten allesamt gemeinsam, dass sie natürlich völlig frei erfunden waren. Die Texte wurden von den Redaktionen weitgehend unredigiert übernommen, die Namen der Protagonisten jedoch grund­sätzlich verändert. Also nahm man einen x-beliebigen Namen, Sepp Maier oder Hans Moser oder den des Nachbarn, und den ersetzten die zuverlässig durch irgendwelche Harry Frank oder Frank Harris oder Frank Steffen oder Stefan Frank und für die Bösewichte Ede Kowalski oder Igor Kaminski oder ähn­li­ches. Das machten die prinzipiell.
Einmal schrieb ich einen Text über einen kriminellen Geldbriefträger, und weil ein Freund von mir damals Geldbriefträger war und Horst Polansky heißt, verwendete ich seinen Namen. Erstens, weil Alliterationen (“Pech für Polansky“) im Titel immer gut ankommen, und zweitens weil ich davon ausgehen konnte, dass der Name von der Redaktion eh ausgetauscht würde (etwa “Kein Glück für Kowalski“ oder sonstwas).
Wurde er aber nicht. Dieses einemal nicht. Vielleicht meinten sie, besserer Phantasie­name als “Horst Polansky“ für einen kriminellen Geldbriefträger ließe sich nimmer erfinden, und ließen ihn unverändert so stehen.
Nun liegt diese Sorte Illustrierte häufig als Lesezirkel in Espressos auf, und Briefträger pflegen auf ihren Touren gern den Einkehrschwung in solche, so sprach sich die Geschichte von Polanskys krimineller Tat unter seinen Kollegen herum. Zumal es, jedenfalls in Österreich, nur einen Menschen dieses Namens gibt – meinen Freund den echten Geldbriefträger. Als er nun montags zum Dienst kam, waren seine Kollegen ernsthaft erschüttert: “Horst ?! Wir haben gelesen, dass du verhaftet bist! Bist du auf Bewährung heraußen?“ Wahre Geschichte, ausnahmsweise nicht erfunden.
Als er über die Sache erzählte, sagte mein Freund Horst: “Unglaublich. Ein Kollege von mir hat eine Linke gedreht und steht in der Zeitung. Der Arsch heißt genauso wie ich.“
Hab ihm nicht gesagt, wer die Geschichte geschrieben hat.

Familiennamen

Dass all die Müllers, Bauers, Schmieds, die Grafs und Herzogs usw. so heißen, weil sie einen solchen irgendwo in ihrer Ahnenreihe als Vorfahr haben, scheint plausibel. Fragt sich aller­dings, warum so viele Leute Bischof heißen, oder gar Papst.