Ösitanisches

28. September

Heute vor 75 Jahren wurde Herbert “Ich-sage-es-in-aller-Klarheit“ Haupt geboren, einer der schrägsten Käuze in Lügen­kanzler Schüssels legendärem Witzfigurenkabinett.
Herr Haupt kasperte unter anderem als Witzekanzler & FrauenministerIn durch die öster­rei­chische Bundespolitik, wofür er zweimal das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik um­ge­hängt kriegte. Für seine Verdienste um die Pflege der sinnentleerten Satzver­schach­te­lung wurde in zahllosen österreichischen Ortschaften eine Straße nach ihm be­nannt.

Wahlversprechungen: Herr Brunner »beendet ein Chaos« und rettet die Welt

(Heute.at)

Michael Brunner, Kandidat der Coronaleugner-Partei MFG zur österreichischen Bundes­prä­sidentschaftswahl, erklärte im ORF-Interview*, welch allerlei Vorhaben er nach seiner Wahl zum Bun­des­präsidenten alsogleich in die Tat umzusetzen gedenke:

  • Als erste Amtshandlung wolle er zuvörderst »sofort die gesamte Bun­des­re­gie­rung ent­lassen, um ein Chaos zu beenden.«
  • Ja eh, war ja wohl klar. (Wer danach weiterregieren soll, verrät er nicht – um das herauszu­finden, müsste man ihn halt erstmal wählen: dann würde man’s schon sehen.)

  • Daraufhin wolle er »nach Russland reisen und dann in die Ukraine, an­schließend zu den “indirekten Kriegsparteien – nämlich EU und USA“, und den Frieden her­stellen.«
  • Herr Brunner beabsichtigt den Frieden herzustellen, da schau her. Na wenn das ein Politiker im Wahlkampf verspricht, wird man das wohl glauben müssen.

  • Alsdann werde er »die Teuerung beenden und die Energiekrise stoppen.«
  • Hat der wahrhaftig so versprochen, kein Witz. Kann man nicht erfinden.
    Jetzt brauchen die Österreicher den Spezi nur noch zum Bundespräsidenten zu wäh­len, und alles wird gut: die Welt darf hoffen.

    27. August – Ösizistisches

    Gerhard Berger vulgo “Hättiwari“ hat heute Geburtstag: der personifizierte
    Kon­junk­tivus Aus­triacus, wie ihn Kollegin Thera trefflich titulierte.

    Der populäre KURIER-“Kopfstücke“-Kolumnist Herbert Hufnagl (1945-2005) war es weiland, der Berger den Beinamen Hättiwari [= “Hätte ich, dann wäre ich“] und der Redensart damit eine neue Dimension als eigenständiges Substantiv verlieh, welches daraufhin als Ösi­zis­mus gebührliche Aufnahme in den Duden fand.

    Rundfunk(un)gebührliches

    Die aktuelle Affäre um den ungebührlich nonchalanten Umgang einer RBB-Intendantin mit Firmengeldern führte auch zur Debatte über die geradezu obszön opulenten Gehälter öffent­lich-rechtlicher Rundfunk-Intendanten in Deutschland – bei gleichzeitig drastischen Einspa­rungen beim TV-Programm:

    Den österreichischen Rundfunkgebührenzahler vermögen derlei astronomische Summen in­des­sen kaum zu be­ein­drucken, denn:
    • 420.000 Euro beträgt das Jahresgehalt eines ORF-Generaldirektors (=Intendant).
    • 248.000 Euro beträgt das jährliche Durchschnittsgehalt aller 14 (in Worten: vierzehn) ORF-Direktorinnen und -Direktoren.*
    Somit gebührt also einem ÖRR-Senderchef in Österreich ein noch opulenteres Salär als sämt­lichen seiner deut­schen Kollegen. Klarer Fall von Sender-Pay-Gap.

    Anbetrachts der chronisch drohenden Pleite des österreichischen Staatsrundfunks kündigte der vormalige ORF-Generaldirektor Wrabetz seinerzeit rigide Sparmaßnahmen an, indem er gleichzeitig eine Gebührenerhöhung sowie obendrein zusätzliche 57 Millionen Euro staat­­­li­­cher Zu­­schüsse ein­forderte:
      »Beim Programm soll allerdings nichts eingespart werden, denn beim Programm
      geht’s nicht mehr.« *)
    *) (Sagte der übrigens, nachdem er im Jahr davor »die größte Programmreform in der Ge­­schichte des ORF« angekündigt hatte.)

    Das mit dem Sparprogramm las sich dann laut Budgetplan allerdings bissel anders, ge­plant waren danach:
    • Einsparungen beim ORF-Gesamtaufwand: 85 Millionen Euro
    • davon Einsparungen beim TV-Programm: 70 Millionen Euro
    Von eventuell geplanten Einsparungen bei den exorbitanten Gagen der ORF-Chefetage stand darin freilich nix zu lesen.

    Heute vor 24 Jahren:

    Aus welchen Gründen die FPÖ damals einen raschen Beitritt für so dringlich hielt, lässt sich heute nimmer herausfinden. Unterdessen ist das Thema wiederum aktuell:

    Im Falle eines NATO-Beitritts Österreichs wäre freilich die Schweiz sodann von der NATO vollständig umzingelt. Man weiß aber auch welche Folgen es nach sich ziehen kann, wenn sich eine Nation bedroht wähnt, von der NATO umzingelt zu werden. Dass von einer dringli­chen FPÖ-Forderung nach einem NATO-Beitritt Österreichs mitt­lerweile nix mehr zu hö­ren ist, muss jedoch nicht unbedingt damit zusammenhängen:

    Derweil sich in Österreich vor einer “Sonderoperation zur Entnazifizierung“ vonseiten ei­nes Nachbarstaates eh niemand erstlich zu fürchten braucht. Nicht einmal die FPÖ. (Ach­tung, Sar­­kas­mus.)

    7. Dezember

    Hermann Maier vulgo Herminator hat heute Geburtstag.

    Nach seinem spektakulären Sturz in Nagano 1998 erklärte er vor der internationalen Presse, zur Behandlung von Prellungen bewähre sich vortrefflich Mankei-Schmalz (alpen­län­disch für Murmeltierfett) als probates Hausmittel.
    Der Dolmetscher übersetzte das als monkey grease, und die daraufhin kolportierte Presse­mel­dung rief weltweit Empörung unter Tierschützern hervor:

      »In Österreich werden zu pharmazeutischen Zwecken Affen gekocht.«

    Apotheotisches

    Wenn einer, der es binnen vierjähriger Amtszeit als Lügenkanzler 2.0 zuwege brachte, mit skrupellosen in­triganten Machenschaften, Korruption und Klüngelpolitik sein Land auf das Niveau einer Bana­nen­republik zugrunde zu regieren – wenn so einer zu sei­nem er­zwun­ge­­nen Abtritt von einer älteren Parteikollegin solch eine Huldigungsnachrede hin­ter­­her­­ge­lob­hudelt kriegt:

    »Beeindruckend und ehrlich, das muss ihm erst jemand nachmachen, eine beeindru­ckende zehnjäh­rige politische Karriere, eine enorme Leistung, in diesen zehn Jahren sehr viel zustande gebracht, hohes Ansehen genossen, sehr offen und fair, sehr reif und nicht egomanisch, sehr jung, sehr fähig, sehr kompetent, undsoweiter blabla ..«  (ORF)

    .. dann muss man sich ernsthaft fragen, was mit der Frau los ist: Von wem spricht die bitte? Hat sie vergessen ihre Medikamente einzunehmen? Oder hat sie die letzten vier Jahre in ei­nem Schrank gelebt?
    Glatt schlecht werden könnt’ einem von dem Lobhudelgesülze beim Zuhören. Zum Speiben.

    29. November

    Heute vor 130 Jahren erblickte der seinerzeitige österreichische Bundeskanzler (1953-1961) Julius Raab das Licht St. Pöltens.
    Raabs Volkstümlichkeit und Bodenständigkeit war legendär: mitunter sah man ihn zur Mit­tagszeit zum Greißler ums Eck spazieren um eine Knackwurst zu erwerben, welche er an­schließend an seinem Schreibtisch im Kanzleramt zu verzehren pflegte. (Eine sogenannte »Beamtenforelle«. Heißt so, weil sie dem traditionell miserabel besoldeten österr. Beamten als ver­gleichsweise preiswerter Ersatz für den teuren Fisch diente, welchen er sich von sei­nem kargen Salär selten leisten konnte.)
    Unlautere Fleischer, so wurde seinerzeit gemunkelt, pflegten das Brät zur Herstellung ihrer Knackwürste über Gebühr mit billigem Kartoffel­mehl zu strecken. Als Erz-Schwarzer – die ÖVP stand in enger Allianz mit der katholischen Kirche, von Säkularität war dazumals noch keine Rede – darauf angesprochen, ob es nicht un­statthaft sei auch frei­tags am kirchlichen Fasttag eine Wurst zu essen, entgegnete Raab:

      »Knackwurst gilt nicht als Wurst, die gilt als Mehlspeis’.«

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    Historisches Fotodokument: Julius Raab verzehrt eine Knackwurst.

    Worauf die Welt gewartet hat:

    “Politisches Attentatsopfer“ Bumsti Strache hat seine Memoiren geschrieben, in Form eines Kol­por­­ta­ge­-Politthril­lers “Das Ibiza-Attentat“ mit ihm selber als Hauptfigur im Brennpunkt der Welt­ge­schichte – über hybride Kriegsführung krimineller Geheimdienst­kreise mit Stasi­me­thoden, mit ille­galen Wahr­heits­­­drogen vergiftete Drinks, Chip-Im­plan­tate zur Ver­skla­vung der Bevölke­rung und­­so­­wei­­ter. Pulitzer-preisverdächtig.

      (FAZ)

    Immerhin, “Unternehmensberater“ ist der Bumsti ja ebenfalls.* Auf den die Unternehmens­­welt zwar nicht gewartet hat, aber vielleicht klappt’s ja als Best­­seller-Autor besser. Die Welt darf ge­spannt sein.

    ’s gibt keinen Hahn welcher nicht meinen tät’,
    es wär’ der Misthaufen, auf dem er kräht,
    der Mittelpunkt um den die Welt sich dreht.

    Der Mörder kam als Gaskassier

    Kollege Jules van der Ley stimmt hier ein »Requiem für den Zählerableser« an, welcher heutzutage nimmer in die Wohnung kommt wie ehemals, um den Gaszählerstand abzulesen.

    Vor fünfzig Jahren indessen trieb in Wien der Serienmörder Harald Sassak (1947-2013) sein Unwesen, der sich in die Wohnungen alleinstehender älterer Personen Zutritt verschaffte in­dem er sich als Gaskassier ausgab, um diese zu beraubmorden. Erst nach seinem sechsten Meuchelopfer gelang aufgrund der Angaben von dessen Nachbarin, einer Grafi­kerin, die An­fer­ti­gung eines Phantombildes durch einen Polizeizeichner –


    Polizeizeichnung (links) / Foto von Sassak (rechts)

    – welches mit dem tatsächlichen Aussehen des Täters frappierend ähnlich geriet, sodass der beim Weintrinken von einem Kellner erkannt wurde und verhaftet werden konnte. Sassak wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, wovon er vierzig Jahre absaß bevor er 2013 frei­ge­lassen wurde und kurz danach verstarb.

    Advokatisches

    Gegen Ex-Kanzler Kurz wird bekanntlich wegen Korruption ermittelt, obwohl er unschul­dig ist, wie er beteuert.

    Ex-Finanzminister Grasser wurde bekanntlich wegen Korruption zu acht Jahren Haft verur­teilt, obwohl er unschuldig ist, wie er beteuert.

    *

    Man erkenne die Parallelen.
    (Honi soit qui mal y pense.)

    Parteiprogrammatisches

    Bei der oberösterreichischen Landtagswahl am Sonntag gewann die erstmalig angetretene Impfverweigerer-Partei MFG drei Mandate.

    Was denn (außer Impfverweigerung) überhaupt das Konzept ihrer Partei sei, erläuterte Frau MFG-Schriftführerin Dagmar Häusler im Interview, nämlich:
      »Endlich einmal keine Politiker in der Politik« *
    Und an anderer Stelle, wie die zukünftigen Parteiziele aussehen sollen wenn die Pandemie vorüber ist, im O-Ton:
      »A jeda soi doa deafn wiera mog.«
      [»Jeder soll tun dürfen was er will.«]
    Somit zusammengefasst, das Konzept der MFG. Na, wenn das mal kein fundiertes konstruk­ti­ves Par­teiprogramm ist.

    Wählerstromanalytisches

    Bei der gestrigen Gemeinderatswahl in Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, gewann die Kommunistische Partei sensationell, während die FPÖ ein sattes Drittel ihrer bisherigen Wäh­lerstimmen verlor.

    Es sei »traurig zu sehen, wie die KPÖ hier von der guten Arbeit der FPÖ profitiert habe*«, re­sü­mierte FPÖ-Obmann & Hausverstandsexperte Kickl über die Wahlniederlage seiner Partei, heißt also: die Wähler haben statt der FPÖ die KPÖ gewählt, weil die FPÖ so gut ist. Wer die­ser Logik hinter Herrn Kickls Wählerstromanalyse nicht folgen kann, dem mangelt’s ver­­mut­lich an dessen speziellem Hausverstand.

    (Dass politische Analysen diverser FPÖ-Obmänner zuweilen recht spezieller Lo­gik un­ter­­lie­gen, ist freilich nix ungewöhnliches.)

    Vakzinologisches, oder: Definieren Sie den Begriff “Hausverstand“

    »Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, blöder geht es nicht!
    Es ist kein Blödsinn je zu blöd, als dass es nicht noch blöder geht.«
    (nach M. Krassnig*)

    Stets wenn man vermeint, jedweder Blödsinn über die angebliche Sinnlosigkeit der Covid-Impfmaßnahmen wäre bereits zum besten gegeben und ließe sich durch keinen blöde­­ren mehr übertreffen, tritt zuverlässig einer hervor und beweist das Gegenteil: diesmal wieder­um ein Herr Kickl, umtriebiger politischer Gebrauchslyriker, untergroßer Rechtsausleger sowie sattsam bekannter Fachexperte für Virolo­gie & Vakzinologie.

    Da gibt der wieder mal den vakzinologischen Sachverständigen und ist sich selber nicht zu blöd, der Welt sein spezielles Hausmittel-Re­zept zu verkünden: nicht die von der Ver­schwö­rungsregierung “und ihren Handlangern“ dem Volke auf­ok­troyierte, sinn- & wir­kungs­lose Schutzimpfung schütze vor An­ste­ckung mit dem Covid-19-Virus. Nein, davor schützen allein: Hausverstand, Vitamine und fri­sche Luft! Vitamine statt Vakzine!
      Höret, was Herr Kickl ruft:
      »Vitamin anstatt Vakzin!
      Hausverstand und frische Luft
      sind die beste Medizin
      gegen Covid-neunzehn,
      das sollen alle wissen!
      Wer will das nicht einseh’n,
      der wird von mir gebissen

    Ösitanisches: Skandalöses (II)

    Jetzt hat Herr SPÖ-Vizeklubchef Leichtfried, wieder einmal!, einen riesen Skandal entdeckt: der Bundesadler-Aufnäher auf den Trainingstrikots der österreichischen Fußball-Natio­nal­mann­schaft ist türkis! TÜRKIS!! Unerhört: in der Parteifarbe der Bu­berl­partie-Regie­rungs­misch­poche!!!  [*]
    Ein politischer Skandal! Das kann kein Zufall sein.
    Ein Glück für Österreich, dass es jemand wie einen Herrn Leichtfried gibt, der unerbittlich & uner­müdlich solche unerhörten Skandale aufdeckt, welche die österreichische Geschichte er­­schüt­tern.
    (Und noch ein Glück, dass es in Österreich grad keine skandalöseren politischen Skan­da­le aufzudecken gilt als den von Herrn Leichtfried entdeckten.) (Achtung, Ironie.)

    Sozialmediales

    Wenn einer in seiner Freizeit auf seinem Privathandy 300.000 Chatnachrichten schreibt und 2500 Zumpferlbilder speichert, dann ist das seine Privatsache. Wenn das einer in der Dienst­zeit auf seinem Diensthandy macht, dann fragt man sich aber: was macht der Mann eigent­lich beruflich?
    Seine (Dienst?-)Reisen, chattet der an seinen geliebten Kanzler, wären “echt strange“:

    Es reist ein hoher Herr wie Schmid
    nicht mit dem nieder’n Pöbel mit:
    Herr Schmid reist nicht Economy
    wie das gemeine Herdenvieh,
    er heißt ja Schmid, nicht Schmiedel!
    “Tiere“ nennt das Prekariat
    Herr Schmid, denn er ist DEmokrat
    vom Scheitel bis zum Schniedel.

    Hinterständiges: Familiäres

    Bumsti Strache möchte in den Schoß der “Freiheitlichen Familie“ zurückkehren, fleht er.

    Wie man jemand die Hand reichen will hinter dem man steht, erscheint zwar bissel hinter­ständig – aber „die Hand reichen“ ist halt eine bildhafte Umschreibung, weil »Der Ex-FPÖ-Obmann stellt sich hinter Kickl, um ihm in den Arsch zu kriechen« kann man ja nicht wört­lich so in die Zei­tung schreiben.

      Kickl reimt:
      »Der Strache, der Falott, jetzt macht der
      mir gar Avancen, der Patschachter!
      Hiermit lass ich den Strache wissen:
      er kann am Hinterteil mich küssen!«

    8. April

    Heute vor 120 Jahren, am 8. April 1901, fand in Wien das erste inoffizielle Länderspiel der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft statt, gegen die Schweiz. Da einige der Spieler noch zur Schule gingen und Schülern dazumals, auch wenn sie schon 17 oder 18 Jahre alt waren, das Fußballspielen in Vereinen verboten war, traten diese unter Pseudonymen an und trugen aufgeklebte falsche Bärte, um nicht erkannt zu werden. Als Goalgetter tat sich »der G’stutze« Johann Studnicka hervor, der später zu einer der herausragendsten Per­sön­lichkeiten der öster­rei­chi­schen Fußballge­schichte wurde.

    (Das Schweizer Nationalteam kam nicht, wie spöttische Zeitgenossen kolportierten, auf ih­rem Mannschafts-Velo nach Wien angereist, sondern per Eisenbahn.)
    Österreich gewann das sogenannte Ur-Länderspiel gegen die Schweiz mit 4 : 0.


    Die österreichische Nationalmannschaft von 1901, einige Spieler mit aufgeklebten Bär­ten. Die Trikotfarben weiß/schwarz wurden für Auswärtsspiele bis heute beibehalten.

    Ösitanisches: Skandalöses

    Nun stellt sich also, wenig überraschend, heraus dass ein ÖVP-Finanzminister Blümel wieder mal*) gelogen hat: um die Kostendeckelung bei der Impfstoffbeschaffung zu vertuschen.

    »Das ist einer der größten Skandale der österreichischen Geschichte«, befand daraufhin SPÖ-Vizeklubchef Leichtfried.
    Einer der größten Skandale der österreichischen Geschichte!
    Muss man sich mal vorstellen!! Dass ein Politiker lügt um was zu vertuschen!!!

    Allerweil, es gäberte keine größeren Skandale in der österreichischen Geschichte als lü­gen­de Politiker: Tu felix Austria.
    (Hier fragt man sich, wo ein Herr Leichtfried denn bis jetzt in unserem Land gelebt hat, be­vor er diesen Be­fund erstellte – in einem Schrank?)
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    *) Ja, der ist das: der gar nicht weiß, dass seine Frau seinen Laptop äußerln führt, von dem er gar nicht weiß dass er ihn besitzt.

    Ösitanisches: Covidiotisches

    »Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
    Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allerweil noch immer.«
    (M. Krassnig*)

    Am letzten Jänner versuchte ein Trupp Corona-Demonstranten in Wien erfolglos das Par­la­ments­ge­bäude zu erstürmen und besetzen*. Offenkundig war den gescheiterten Par­la­ment­stür­mern bei der Aktion damals entgangen, dass das Parlament bekanntlich bereits seit dem Herbst 2017 wegen Bau­arbeiten ge­schlossen ist. Zu einer Erstürmung der Bau­stelle kam es nicht.
    Am Samstag fand wiederum eine Erstürmungsaktion durch Corona-Demonstranten statt, Ziel der Erstürmung war diesmal ein Bürogebäude der Wiener Städtischen:

    “Wiener Städtische“ lasen die Covidioten als Aufschrift auf dem Gebäude, und zogen daraus die Schlussfolgerung: da drinnen säße irgendwelche städtische Verwaltung/Be­hörde/Ob­rig­keit o.ä., gegen deren Repressionen es anzugehen gelte – und traten also zur Er­­stür­mung des Gebäudes an: einer KFZ-Scha­dens­be­­gut­ach­tungsstelle der Wiener Städtischen Ver­si­che­rung.

    25. Februar

    Heute vor achthundertvierundsiebzig Jahren, am 25. Februar Anno Domini 1147, fand die Be­zeichnung “Austria“ für Österreich erstmalig urkundliche Erwähnung, und seit damals wird Österreich ständig mit Australien ver­wechselt.

    Die Bezeichnung leitet sich von altgerm. *ôstar- über althochdt. *austar- her, und das bedeu­tet »östlich, im Osten gelegen«. (In der germanischen Mythologie ist Austri der Zwerg des Os­tens. Dass Österreich deswegen ein Zwergstaat wäre, ist hingegen eine böswillige Behaup­tung.)
    Von der altgerm. Wurzel stammt zugleich die ältere Bezeichnung “Ostarrîchi“ ab, das heißt »Reich im Osten«. Ex oriente lux. (Andere Quellen behaupten indessen, Ostarrîchi stamme von ital. osteria ab, und heißt »[Land,] reich an Wirtshäusern«.)

    Verschwörungstheoretisches

    »Kickls Verschwörungstheorien werden immer absurder«  (K. Nehammer)

    Herr Kickl fragt:

    Gegenfrage: Ist man kein Verschwörungstheoretiker, wenn man folgendes feststellt:

    »Corona-Maßnahmen der Regierung haben nichts mit Evidenz, Fakten oder Logik zu tun [..] der Versuch, den die österreichische Regierung und andere Regierungen in Europa machen, besteht nur darin, Angst und Panik zu verbreiten, um die Menschen unter der Kandare*) halten zu können.«  (H. Kickl)

    Wie Herr Kickl die österreichische und andere Regierungskandarenverschwörungen in Europa he­rausge­funden hat, verrät er nicht. Ob er von allein draufgekommen ist oder ob ihm das ein Whistleblower verraten hat?
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    *) (Meinten Sie “an der Kandare“ oder “unter der Knute“?)

    Kunstfreiheitliches

    Weil Youtube die Einlassungen eines Herrn Kickl (Fachspezialist für Virolo­gie, Epidemiologie & Vakzinologie sowie herausragender Schöpfer abendländischer politischer Gebrauchs­ly­rik) zum Thema Coronavirus als Ver­brei­tung von Fake-News bewertet, konstatiert die FPÖ einen “unglaublichen Akt der Zen­sur“ und “Anschlag auf die Rede- und Mei­nungfreiheit“.

    Hätte er seine vakzinologischen Weisheiten in Holperreime gefasst wie seine Wahlkampfpa­ro­len – einen “Anschlag auf die Kunstfreiheit“ hätte Youtube bestimmt nicht gewagt:


    »Die Covid-Impfung ist ein Scheiß,
    das sage ich, weil ich das weiß!
    Und wer’s nicht glaubt, wenn ich das sage,
    der kriegt von mir eine Gerade

    Herr Dritter Nationalratspräsident Hofer gibt die Twitter-Stimmungskanone

    »Wem Gott gibt ein Amt, dem gibt er auch Verstand«, so besagt eine Redensart. Redensarten müssen nicht immer zutreffen.

    Norbert Hofer, ehemals Verkehrsminister und derzeit Dritter Präsident des österreichischen Nationalrates*), hält es für angebracht sich während der Regierungs-Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Kri­sensituation via Twitter über die Haarfärbung des Gesundheitsministers aus­zu­las­sen.
    (Wenn Ex-Präsident Trumps Account mal gesperrt wird, kann ihn Herr Dritter Nationalratspräsident ja als Twitter-Stimmungskanone ablösen.)
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    *) Welchen Sinn oder Nutzen ein Dritter Nationalratspräsident überhaupt haben soll, weiß keine Sau. Macht aber nix, weiß ja von den ägyptischen Pyramiden auch keiner. Oder vom Blinddarm. Oder vom neuen WordPress Editor.

    [Update] Bumsti: Mediales


    Worauf die Welt gewartet hat. Zumal bereits zu befürchten stand, dass aus der Nummer wo­möglich nix draus wird. Vielleicht klappts ja diesmal:


    Um den “Fake-News der Regierung und ihrer Medien“ entgegenzutreten, plante Bum­sti Stra­che laut WKStA (Wirtschafts- u. Korruptionsstaatsanwaltschaft) ein »NEUES Medium, in dem alles berichtet werden kann«. Das Projekt sei zwar »aufgeschoben, aber nicht aufgehoben« droht er:


    Da wird sich Der Postillon warm anziehen müssen.
    (Der Name “ZackZack“ für sein neues Medium ist leider schon vergeben.)
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    Bumsti, siehe:  ▶️

    Folkloristisches

    Falls Sie sich schon immer darüber gewundert haben, warum in Österreich (Austria – that country where Schwarzenegger and kangaroos are from) die Bäume im Wald nicht explodie­ren, er­klärts Ihnen Donald Trump: Weil wir Österreicher im Wald leben und immer artig den Waldboden kehren.


    Original Austrian forest sweeper, performing a folkloristic »Forest Sweeping Polka«

    Kabarettistisches: Monty Bumsti’s Flying Circus

    Politisches Kabarett könne man heutzutage in Österreich gar nimmer machen, weil es von der Realsatire praktisch täglich überholt werde, stellte Josef Hader einmal fest.

    Tatsächlich ist es beeindruckend, wie es einem Bumsti Strache gelingt, in seinem politischen Endlos-Nummernkabarett beständig neue, immer schrägere Luftnummern aus dem Hut zu zau­bern. Ak­tuell etwa das illustre Kandidatenensemble, welches er als Besetzung für seine Liste Bumsti zur be­vor­ste­henden Wie­ner Land­tags- & Gemeinderatswahl zusammengecastet hat – da tre­ten in den Rollen “geistige Höhenflieger“ u.a. auf:

    • ein Verschwörungs-Doktor, der als Hobbypilot vielfach Chemtrails in Form von »Ver­än­de­run­­gen im Wettergeschehen sowie unerwarteten Sichteinschränkungen wahr­ge­nom­­men« ha­ben will;
    • eine (update: vormalige) AUA-Flugbegleiterin, die enthusiasmiert für die Abschaffung des Finanzju­dentums und der Illuminaten demonstrierte;

    (Illuminaten? Hab gedacht, die wären schon im 18. Jahrhundert abgeschafft worden. Scheint wohl bissel desilluminiert zu sein, die Dame.)

    Was bei Bumstis Luftfahrtpersonal dort oben in der Höhenluft zu eingeschränkter Wahr­neh­­mung führte, darüber lässt sich nur spekulieren – am Ende waren’s gar Überfliegerin Sten­zels »Gigabytes, die in den Kosmos verstrahlen« ..

    Bumstis Wunschkonzert

    »Wie hätt’ mas denn gern? Sie wünschen, wir spielen!«  (Der Standard)

      Ob Oligarchin oder Scheich,
      wer für uns spendet, ist uns gleich!
      Die Mittel heiligen den Zweck:
      spendiert wer einen Spendenscheck,
      spiel’n für den Spender wir, zackzack!,
      sein Wunschprogramm ganz nach Geschmack.
      Es gilt für uns’re Politik:
      Wer zahlt, für den spielt die Musik!