Kalendarisches

19. November

Heute ist übrigens schon wieder Welttoilettentag.
(Nicht zu verwechseln mit dem Tag des Toilettenpapiers, oder dem Tag des deutschen Tankstellenklos.)
Wofür soll der eigentlich gut sein? Schau mer mal:

» Der Welttoilettentag soll die Verantwortlichen in Politik
.und Wirtschaft wachrütteln.«

Wachrütteln. Die Verantwortlichen. Ah, so ist das.

(Haben Sie schon gewusst, dass Papst Julius I. als Schutzpatron der Latrinenreiniger gilt, oder was eine Geräuschprinzessin ist? Man lernt nie aus.)
(Wie eine »Russische Toilette« ausschaut, erfahren wir bei Kollege Herold.) Bloggen bildet.

8. November


Heute ist übrigens schon wieder Weltputzfrauentag, vulgo Tag der Lurchfee.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s ge­wusst aber keinem verraten.)

Kennen Sie die Redensart:
»Ein Staubsauger und eine Putzfrau sind im Haus­halt nützlicher als ein Staubsauger und ein Papst.«

.

31. Oktober

Heute vor 386 Jahren kam der holländische Barockmaler Jan Vermeer van Delft zur Welt.
Vermeer hatte ein Dutzend Kinder, welche eins hässlicher als das andere waren. Als Er­klä­rung, wie es ein Mann zuwege bringe, so unerhört schöne Bilder und zugleich dermaßen häss­liche Kinder zu fabrizieren, soll er gesagt haben:
»Die Bilder mache ich tagsüber bei gutem Licht, die Kinder nachts im Finstern.«

25. Oktober

.
Heute ist übrigens der Weltnudeltag, vulgo Weltpastatag.

    Verachtet mir die Nudel nicht!
    Denn höret, was Erfahrung spricht:
    wenn’s keine Nudeln gäb’, das wär’,
    kann man sich denken, ein Malheur.
    Denn zweifellos wär’s molto brutta,
    gäb’s keine Pasta zu der Schutta:
    weil ohne sie gelänge schlicht
    Soß’ um Gabel wickeln nicht.

 .(Ernst Jandl: »Pasta Schutta«)

5. Oktober

Heute am 1. Freitag im Okober ist der internationale Tag des Lächelns, erfunden wurde der 1999 von Harvey Ball, dem Erfinder des Grinse-Smileys.

.
Sollte sich der Leser solcherlei trief (sic)sinniger Tagesparolen tatsächlich angehalten sehen, tagsüber 400 Mal grundlos grienend wie ein Schwachsinniger herumzulaufen, bloß weil irgendein Heini den zum Tag des Lächelns ausgerufen hat? Diverse dumpfsinnige Devisen und Un-Sinnsprüchlein gibts freilich zuhauf, z. B.:

– Kein wahres Wunder freilich, wenn Sie der unerbeten Beschenkte draufhin zur Rede stellt: »Was gibts da dumm zum grinsen?« Oder:

– Und wenn derjenige zwar kein Lächeln, aber etwa eine Lungenkrankheit hat und grad seinen Tag des Hechelns oder Tag des Röchelns, dann will der deins garantiert nicht geschenkt kriegen.

    »Im scheinbar // grundlosen Lächeln // offenbart sich // die Natur der Seele.«
    .(Hans Kruppa)

Was auch immer das bedeuten soll.
(Was sich im scheinbar grundlosen Verteilen paarweiser Schrägstriche zwischen den Wör­tern offenbaren soll, erschließt sich dem Rezipienten dieser Kalenderweisheit nicht.)

─────────────────
(Auch Kollege gnaddrig gnaddert hier über “bräsige Gutgemeintheiten“ zum heutigen Ta­ges­motto.)

1. Oktober – Vegetarisches

Heute ist übrigens Welt-Vegetariertag.
Anlassdichter Kollege KrassNick reimt über die Vegetarier:

    Warum die Vegetarier
    die pflanzliche Ernährung
    bevorzugen, hat eine sehr
    einleuchtende Erklärung:

    Tiere muss man vor dem Verzehr
    erst fangen. Sind die schneller,
    kriegt man sie allerdings nur schwer
    als Mahlzeit auf den Teller.

    Es lässt sich an pflanzliche Nahrung
    viel einfacher gelangen:
    weil diese, so zeigt die Erfahrung,
    lässt sich viel leichter fangen.

    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
(@ Vegetarisches: Julius Raab & die vegetarische Beamtenforelle)

27. September

Heute vor 87 Jahren kam in Niederfladnitz im niederösterreichischen Waldviertel ein Herr Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Petz zur Welt, und dass einer mit so einem Namen kein be­rühmter Schlagerstar wurde, verwundert kaum.
Unter anderem Namen aber wurde Herr Nidl-Petz zum ersten Schallplattenmillionär der deutschen Musikgeschichte, 1984 bekam er für seine löblichen Verdienste um die Verbreitung des deutschen Liedgutes in aller Welt das Bundesverdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

18. September

Heute ist in den USA übrigens der National Cheeseburger Day. Kann man wissen, muss man aber nicht.

───────────────────────────────────────────────────────────────────
“Who’s on First?“ ..

    .. oder:  Warum ich bei McDonald’s noch nie in den Plafond geballert habe *)

Gelegentlich kauf ich bei McDonald’s zwei Cheeseburger, das tu ich aber immer nur dann, wenn ich meine Uzi grad nicht mithabe. Grund ist dieser Running Gag mit der traditionellen Doppelconference, welche die Angestellten dort mit den Kunden ständig ab­ziehen, weil sie’s offenbar nicht leid werden, das mords witzig zu finden, oder weil die Kundenverarschung bei denen halt zur Unternehmensfolklore gehört, was weiß ich. Erinnert mich immer an diesen Abbott & Costello-Sketch “Who’s on First?“ – na, jeder der schon mal bei McDonald’s war, kennt die Nummer eh:

    “Zwei Cheeseburger zum mitnehmen, bitte.“
    “Zum Trinken?“
    “Zum mitnehmen. Zwei Cheeseburger.“
    “Zum Trinken?“
    “Nein, zum essen.“
    “Zwei Cheeseburger zum mitnehmen. Und zum Trinken?“
    “Zum mitnehmen und essen.“
    “Und zum Trinken?“ undsoweiter ..

Hier kommt der Moment, wo Michael Douglas im Burger-Laden in “Falling Down“ die Uzi aus seiner Reisetasche hervorholt und eine Salve in den Plafond ballert. Nicht dass ich das in dem Moment nicht auch gern tun würde, aber vernünftigerweise geh ich ja für gewöhnlich un­be­waffnet zum Cheeseburgerkaufen und lass die Uzi vorsätzlich da­heim im Schrank, wie oben erwähnt.

.© Illustration mit freundl. Genehmigung Lisa Neun

─────────────────────────────
*) (Beitrag in: “Mindestenshaltbar“/2006)

7. September – olle Fregatten

Heute ist der Geburtstag von Queen Elizabeth, Königin von England. Die olle Fregatte.
(Der vierhundertfünfundachtzigste übrigens.
Gemeint ist natürlich Queen Elizabeth I, 1533–1603.)

Auch Queen Elizabeth 2 taugt längst nur mehr als Museumsstück, die olle Fregatte.
(Ihre Nachfolgerin ist Queen Mary 2. Gemeint sind natürlich Schiffe.)

29. August

Heute vor 60 Jahren kam Michael Jackson zur Welt, zumindest Teile von ihm. Später gelang­te er zu Berühmtheit als lebender Bleichnam. Sein sehnlicher Wunsch seit Kinder­tagen war, wie er verriet, eines Tages auszuschauen wie Liz Taylor:

Michael Jackson
 
.. .vorher  / nachher

.
Auch als Kinderzumpferl-Aficionado erlangte Herr Jackson Berühmtheit, zum Glück gelang es seinem pfiffigen Herrn Advokaten, die Schlafzimmer-Schweinigeleien seines Mandanten mit schulpflichtigen Bettgespielen als »harmlose Pyjama-Parties« darzustellen, ist das nicht her­zig. Dafür kriegten die Erziehungsberechtigten der minderjährigen Bespielungs­opfer auch nur 1,5 Millionen $ Schweigehonorar, Herr Advokat hingegen 3 Millionen. Fairer Deal, muss man zu­geben.
(Mit seiner Kurzzeit-Ehefrau Lisa Maria Presley scheint er im Schlafzimmer weitaus weniger umtriebig gewesen zu sein, im Interview sagte sie: »Michael und ich hatten nur einmal Sex miteinander«. Das gibt zu denken – erinnern wir uns, was passierte, als Michael Jackson auf der Bühne einmal niesen musste: seine Nase ist ihm abge­fallen. Nun darf darüber spekuliert werden, warum der nur einmal Sex hatte ..)

13. August

Heute ist übrigens internationaler Linkshändertag. (Sollte korrekt gegendert eigentlich LinkshänderInnentag heißen.)
(Wie man den gebührend zu feiern hat, steht leider nirgendwo überliefert.)

Heute vor 497 Jahren eroberte Hernándo Cortés das Reich der Azteken.

Namenstag feiern heute Hippolyt (Namenspatron der weltbekannten Metropole St. Pölten) so­wie Zwentibold. Gratulation an alle Leser, die so heißen.

26. Juli

Heute vor 265 Jahren, am 26. Juli anno 1753, kam in Sankt Petersburg Herr Georg Wilhelm Richmann ums Leben, und hätte es den Darwin Award zu seiner Zeit schon gegeben, wäre er gewiss dafür nominiert worden.

Herr Richmann befasste sich mit Studien über die Auswirkungen von Blitzen, zwecks welchem Behufe er auf seinem Haus einen Blitzableiter installieren ließ. Weil nun ein Stubengelehrter nicht gern ins Freie geht, schon gar nicht bei einem Gewitter, erdete er den Blitzableiter direkt an seinem Schreibtisch – um die Auswirkungen der Blitze behaglich in seiner Studier­stu­be be­ob­achten zu können. Die Auswirkungen des ersten & zugleich letzten Blitzeinschlages in seinen Schreibtisch, dessen Beobachter er an dem­selbigem sitzend wurde, überlebte Herr Stu­di­en­rat Richmann nicht.

22. Juli

Heute vor 77 Jahren wurde Vaughn Bodé (1941-1975) geboren, seine innovativen Cartoons waren in den 70er-Jahren Kult und beeinflussten zahllose Comics-Zeichner bis heute.
Bodé genoss in der amerikanischen Campus-Szene den Status eines Popstars, er trat als selbst­ernannter Cartoon-Guru in messianischen Gewändern und Posen auf. Seine psy­che­de­li­schen Dia-Shows (“Cartoon Concerts“), in denen er seine bizarren phan­tas­tischen Reptilien­-Universen – bevölkert von militanten, sexistischen Eid­ech­sen-Mu­tan­ten und lüsternen Kind­chen­schema-Bräuten – zum Leben erweckte, gerieten zu spektakulären Happe­nings.
So unkonventionell wie Bodés kurzes Leben & Schaffen war auch sein Ende: angetan mit der Unterwäsche seiner Ex-Frau, einen Plastikmüllsack über den Kopf gestülpt, strangulierte er sich selbst mit einer Hundeleine im Kleiderschrank. Auf seinem Zeichentisch lag sein letzter, unvollendeter Cartoon – zwei kopulierende Planeten unter einer Sprechblase mit dem Text:

“Holy Shit!“

.
2006 wurde Vaughn Bodé in die Comic Arts Hall of Fame aufgenommen.

21. Juli

Heute vor 119 Jahren wurde Ernest Hemingway (1899-1961) geboren. Seine Leidenschaft galt der Großwildjagd und der Hochseefischerei:

Foto, ca. 1937: Hemingway als Großwildjäger & Hochseefischer – entdecken Sie den Fehler?

.
Schrot(t)reife Frage. (Was ging dem Fragesteller durch den Kopf, als er selbige stellte?)

Ernest Hemingway ist übrigens der Urheber jenes Aperçu, welches Kollege KrassNick zu einem ge­fäl­li­gen Vierzeiler reimte:

    »Dass eine Rose besser riecht
    als Kohl, bedeutet deshalb nicht,
    dass aus der Rose folglich man
    die bess’re Suppe kochen kann.«

6. Juli

Heute ist übrigens der Internationale Tag des Kusses. Wel­chen Nutzen der haben soll weiß freilich keiner, macht aber nix. Weiß ja von den Ägyp­tischen Pyra­mi­den auch keiner. Oder vom Papst. Oder von Zungenpiercing usw.

18. Juni

Heute vor 41 Jahren kam in Peabody/Massachusetts Ryan Montbleau zur Welt, der famose Gitarrist und Songwriter. Unablässig tourt er mit seiner Band durch den Osten der USA und spielt Jahr für Jahr mehr als 200 Live-Konzerte.
Hier ist er zu hören, mit einer grandiosen Nummer:
────────────.
(Bemerkenswert im Intro-Text übrigens der launige Ausdruck »pavement rash« – das Pen­dant zu unserem Schotterausschlag ;)

7. Juni

Heute vor 73 Jahren kam der kleine Herr Wolfgang Sch. zur Welt, eine der widerwär­tigsten und ungustiösesten politischen Figuren der Zweiten Republik: jener Politiker nämlich, wel­cher – ganz & gar von egomanischer Machtbesessenheit umgetrieben – keinerlei Hem­mun­gen zeigte, das Wählervolk ungeniert hinters Licht zu führen und sein Heimatland der in­­ter­­na­­ti­o­na­len Ächtung preiszugeben. Und damit das Ansehen Österreichs im Rest der Welt nach­­hal­tig zu beschädigen.

    (SPIEGEL 43/08)

Durch das hinterlistige taktische Manöver einer Zweckallianz mit einer Gruppierung po­li­ti­scher Mantafahrer und Rechtsüberholer gelangte Herr Sch. an die Spitze der öster­rei­chi­schen Bundesregierung, obwohl ihn drei Viertel aller Wähler gar nicht dort haben wollten. Eine Machtposition, an die er sich sieben Jahre lang hartnäckig anklammerte, was jegliche konstruktive Regierungsarbeit während der Dauer seiner Amtszeit faktisch lahm­legte.

Hat der tatsächlich gesagt. Jaja, der kleine Herr Sch. und seine Neigung zur Wahrheit –
bekanntlich ein spezielles Kapitel.

23. März

Kollege Gunkl hat heute Geburtstag, bekannt als virtuoser Meister der semantischen Ara­bes­ke, der argumentativen Pirouette & der er­kennt­nis­philosophischen Föhnwelle, sowie als uni­ver­seller »Experte für ei­gent­lich eh alles«.
Seine Ratgeberseite »Gunkls Tip des Tages« wird seit April 2000 täg­lich (sic!) ak­tu­ali­siert, man erfährt dort wissenswertes und be­deut­sa­mes, etwa:

    »In Monaten, deren Namen in Heinzelmännchenschrift Buchstaben aufweisen, die eine geschlossene Schlinge bilden, sollte man bis spätestens zwei Stunden vor Sonnen­unter­gang nichts essen, was mit Schonbezug besser aussieht als ohne.«
    oder: »Hunde, die beißen, bellen nicht; wenigstens nicht währenddessen.«
    ────────────────
    © mit freundl. Genehmigung d. Autors

Aufgrund seiner markanten Optik (Kurzhaarschur & Aschenbecherbrille) werde er oft fälsch­li­cherweise für einen Intellektuellen gehalten, tatsächlich aber sei er lediglich, wie er selber zu­gibt, »schasaugert und z’ fäu zum kampeln« *)
────────────────
*) schwachsichtig und zu faul zum kämmen

19. März – Tag des Geflügels

    Die Stimmung steigt im Hühnerschlag,
    denn heut’ ist Weltgeflügeltag
    ein Tag, der ganz gewiss gefällt
    dem Federvieh auf dieser Welt.
    Drum lasst uns das Geflügel feiern
    ohne lang herumzueiern:
    wer heut’ entsprechend feiern will,
    brät einen Broiler auf dem Grill.

───────────────────────────────────────────────────────────────────
Allerlei Mischkulantes zum Tag des Geflügels:

Der geschlechtlichen Gleichstellung im Sprachgebrauch geschuldet, lässt man Gendering neu­er­dings auch dem Geflügel angedeihen, wie Kollegin Cappuccina entdeckte.

Über der Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei? mögen sich die Oologen die Eier­köpfe zerbrechen – die von Kollege Trithemius hieramts gestellte Gegenfrage, was wohl zu­letzt da sein wird, scheint indes geklärt: gewiss wird das Ei das Huhn überleben. Tau­send­jäh­rige Eier gibts bekanntlich, aber wer hätte jemals von einem tausendjährigen Huhn gehört?

Paul Simon erzählte, seinen Songtitel »Mother and Child Reunion« einst auf der Speisekarte eines Cajun-Restaurants in den Südstaaten gelesen zu haben, als Bezeichnung für eine kreoli­sche Mahlzeit: Huhn mit Ei.

Henry Ford war es seinerzeit, der Marketing mit Geflügel verglich: »Enten legen ihre Eier in aller Stille, Hühner gackern darüber wie verrückt. Was ist die Folge? Alle essen Hühnereier.«

Kennen Sie das TOBIS-Intro aus dem Kino? Was immer das sein mag, was das Feder­vieh unten rausfallen lässt, nachdem es gekräht hat – ein Ei kanns ja wohl keins sein:


Zum aktuellen Anlass nicht fehlen darf wie immer das obligate Symbol­bild, Abb. links: »Mit einem Messer trennt eine Frau in Bangladesch ihren Ver­ge­wal­ti­ger von dessen bestem Stück: einem weißen Huhn.«
.

14. März – Pi-Tag

Heute vor 31 Jahren, am 14. März 1987 um 1:59 pm Ortszeit, wurde am Ex­plo­ra­to­rium, dem Museum für Wissenschaft, Kunst & menschliche Erkenntnis zu San Francisco, erstmals der Pi-Tag zelebriert. 22 Jahre danach ernannte der US-Kon­gress den 14. März zum offiziellen Nationaltag für die Kreiskonstante Pi.
Der exakte Zeitpunkt entspricht gemäß ame­ri­ka­ni­scher Datumsschreibweise 3/14 und Uhrzeit der Kreiszahl Pi bis zur fünften Dezimalstelle: 3,14159. Die Zeremonie »um eine runde Sache zu feiern« besteht darin, dass die Teilnehmer im Kreis um den sogenannten Pi-Schrein in der Mitte des Exploratoriums herumlaufen, wobei sie kreis­rund gebackene Kuchen verzehren.
──────────────────────────.
Höchst »Er­staun­li­ches« über die Zahl Pi weiß übrigens die WELT zu verraten.
Kollege gnaddrig listet hier weitere πttoreske Vorschläge auf, wie sich der Pi-Tag ge­büh­rend zelebrieren ließe.

9. Februar

Heute ist übrigens der Tag der Zahn­schmer­zen, falls man dem Kalender glauben will.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)


Es feiere den Zahnschmerztag
ein jeder, wer ihn feiern mag.
(Am Zahnschmerztag ist freilich nicht
Zahnschmerz zu haben Bürgerpflicht:
so wie am Weltmilchtag ja auch
nicht Milch zu geben ist der Brauch.
Das wird vom Bürger nicht verlangt
am Zahnschmerztag, Gott sei’s gedankt.)

13. Jänner – Folkloristisches: Sankt-Knuts-Tag

In Schweden, Norwegen und Finnland dauert die Weihnachtszeit zwanzig Tage und endet erst am 13. Jänner, dem Sankt-Knuts-Tag. An diesem Tag werden traditionell die Weihnachtsbäume entsorgt, indem sie kur­zer­hand aus dem Fenster auf die Gasse hinausgeworfen werden.

Zum Opfer dieser Tradition wurde einst der große französische Denker René Descartes:

Die Weihnachtsferien zum Jahreswechsel 1649/50 verbrachte Monsieur Descartes auf Ein­la­dung Königin Christines von Schweden, seiner langjährigen Brieffreundin, in Stockholm, wo­selbst er jeden Morgen um Schlag fünf Uhr früh am königlichen Früh­stückstisch anzutreten hatte. Welch barbarische Sitte, zu nachtschlafener Zeit zu frühstücken, parbleu!, befand Des­car­tes, diese Schweden müssen wohl einen an der Waffel haben. Nun weiß man aber, dass in Schweden noch andere extra­va­gante Brauchtümer grassieren, etwa morgens zu Sankt Knut die ab­ge­fei­er­ten Weih­nachts­bäume directement aus dem Fenster zu expedieren, all­fäl­li­gen Pas­san­ten auf die Köpfe. Und akkurat ein sol­cher landete unglücklicherweise auf Mon­sieurs Den­ker­haupt, als er am Sankt-Knuts-Tag 1650 früh­mor­gens grimmigen Ge­mü­tes durch den skandinavischen Winter stiefelte, zum Pflicht­déjeuner mit Ihro bettflüchtiger Majestät. Von den Folgen erholte er sich nimmer, knapp einen Monat später verstarb Des­car­tes in Stock­holm an den Aus­wir­kun­gen skan­di­na­vi­scher Weih­nachts­folklore.