Semantisches: Eingeräumtes

    Die Antwort scheint “eindeutig zu sein“:
    Nur in der “WELT“ widerspricht einer:
    Sondern?
    (Man erkenne den Unterschied zwischen »gelogen« und »die Unwahrheit gesagt«.)

Genug der semantischen Spitzfindigkeiten – jetzt zum eigentlichen Thema, nämlich:

Der Papst hat also gelogen und nun muss er’s zugeben, und allenthalben liest man darüber in den Meldungen die Formulierung:

Räumt ein? Hier stellt sich die Frage, wohin er seine Falschaussage denn ein­­räumt: in eine Schublade etwa oder einen Schrank? Ins Nachtkastl, oder in seinen Ta­ber­nakel?
Man erkenne den semantischen Unterschied zwischen »gibt Lüge zu« und »räumt Falsch­aus­­sa­ge ein«.

15 Kommentare

  1. Man vergisst bei dem ganzen Sch… langsam, dass es wohl auch ehrliche, offene und gute Ka­tholiken und Priester geben muss, denn sonst wäre die Verzweiflung noch viel, viel größer.

  2. Man vergißt zu erwähnen, daß das Lügen bei den Kirchen systemisch dazugehört. Wenn der Papst lügt, pflegt er eine uralte christkirchliche Tradition.

  3. Laut Zeit Online hat er aber auch nicht so richtig gelogen, sondern einen Fehler gemacht, sondern: Der Fehler sei aber „nicht aus böser Absicht heraus geschehen“, sondern „Folge eines Versehens bei der redaktionellen Bearbeitung seiner Stellungnahme“, hieß es in einer Stellungnahme seines Privatsekretärs Georg Gänswein gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dies tue ihm „sehr leid“ und er bitte, dies zu entschuldigen.

    Da ist (vielleicht nicht mal Herrn Ratzinger selbst, sondern wohl irgendeinem Redenschreiber, Assistenten oder Pressesprecher) ein Versehen bei der redaktionellen Bearbeitung der Stellungnahme des Heiligen Vaters emeritus unterlaufen, und sowas kann doch nun wirklich mal passieren, oder? Da muss man doch wirklich nicht so viel rumzicken. Wer ohne Versehen ist, der werfe den ersten Stein und so…

    (Das war jetzt übrigens eine Stellungnahme zur Stellungnahme Gänsweins zur Stellungnahme Ratzingers zum Münchener Missbrauchsgutachten.)

    1. Eh klar: der Papst lügt ja nicht, bekanntlich. Darum steht in der Bibel als ach­tes Gebot ja auch nicht »Du sollst nicht lügen«, sondern dort steht bekanntlich: »Du sollst keinen Feh­ler als Folge eines Versehens bei der redaktionellen Bearbeitung deiner Stel­lung­nahme ge­schehen lassen.« (5.Mose 5,20)

      1. Leider weiß das fast niemand, weil die allermeisten Übersetzungen an dieser Stelle feh­lerhaft sind.

      2. Genaugenommen steht an der Stelle in der deutschen Version des Apostolischen bloß „…nicht falsches Zeugnis ablegen“. Diese Formulierung beinhaltet selbstverständlich die Möglichkeit eines Irrtums. Zeugnisse und Ernennungen alleine erheben zum Glück lediglich ein paar Wenige zu mehr oder mindergottgleichen Persönlichkeiten – da muß schon auch das Charisma gar trefflich mitspielen, damit der irdisch-unfehlbare Vertreter des Schöpfers glaubwürdig bleibt und nicht sein Büro alleine.

    2. Ob ihm sein Kammerdiener Gänswein beim Einräumen des abgelegten falschen Zeug­nis­ses wohl be­hilflich ist? Nicht dass es der eine irgendwo falsch einräumt und der andere findets dann womöglich nimmer, wenn ers wieder mal braucht.

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