Laut einer aktuellen Statistik

(ÖSTERREICH, 22.07.2011)

Was Österreichs auflagenzweitstärkstes Gratis-Volks­in­for­ma­ti­ons­organ seiner Leserschaft da rein­drücken will, muss einigermaßen verwundern – weil nämlich in Wirklichkeit aus den aktuellen Sta­tis­ti­ken des Bundeskriminalamts genau das Gegen­teil hervorgeht:

(Wien, 20. Jänner 2012) Ein Vergleich der letzten zehn Jahre zeigt, dass sich die
Gesamtkriminalität in Österreich kontinuierlich rückläufig entwickelt.


In dem Fall gibts wohl nur drei Möglichkeiten:

  • Entweder: die sind wirklich zu blöd dafür, um das richtig abzuschreiben.
  • Oder: die sind gar nicht wirklich so blöd, sondern stellen sich nur so.
  • Oder: die drücken ihren Lesern mit Absicht die Unwahrheit rein.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

13 Kommentare

  1. es gäbe ja doch noch eine vierte möglichkeit …
    die geht so …
    ein gewisser – nicht zu nennender – mann bezahlt gewisse – nicht zu nennende – journalisten, gezielt enten zu fabrizieren, um sein blog zu füttern …
    aber bitte … rein hypothetisch … ;-))) …

  2. Oder zum fünften:
    Die Verschenkzeitung huldigt dem Populismus und sucht sich das eine Delikt aus der Statistik, das häufiger als im vorigen Jahr begangen wurde. So ist es keine Ente, und der unkritische Leser kann sich bestätigt fühlen.

  3. Nicht fehlen darf natürlich die obligate Balkengrafik, wel­che den Anstieg der Kriminalität gegenüber dem Vorjahr »anschaulich« illustrieren soll:

    (Warum der rote Balken allerdings doppelt so hoch ist wie der blaue, darüber könnte man als Betrachter ins Grübeln kommen. Muss man aber nicht.)

  4. Ist ja auch so.
    Wirtschaftskriminalität steigt, leider sind das halt nicht die bösen Ausländer, aber das tun wir schnell einmal unter den Teppich…

  5. Bitteschön, der Nachbarshund hat vor meine Tür geschissen, das darf man keineswegs unangezeigt lassen, weil wo kommen wir denn da hin?

  6. Man nehme es wenn schon, denn schon, bitte richtig genau: Wenn schon, steigt die Kriminalitätsrate. Oder denn schon die Zahl der Kriminalfälle. Ansteigende Kriminalitäten rufen in mir Bilder von Gewehrsfluten und Haubitzenschwemmen hervor.

  7. Weitere Möglichkeit: Allein die Tatsache, daß es Straftaten gab, lässt die insgesamte Anzahl steigen – man zählt halt einfach immer weiter, nach dem Motto „Letztes Jahr waren’s x, jetzt dieses Jahr nochmal y dazu – das werden ja immer mehr!!!“

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