Amtslateinisches

Erneuerte Verordnung des Nürnberger Rates vom 20. Dezember 1787 mit Verweis auf die erstmalige Verordnung vom 27. Dezember 1758, über das Verbot von Böl­ler­lärm und Feuer­werk zur Neu­jahrszeit sowie danach:

Demnach vorig verwichene Jahr hero, wider besseres Versehen und Vertrauen, einige ungehorsame, unter hiesiger Stadt, Burgern und Inwohnern, um die heil. Neu-Jahrs-Zeit, sich freventlich unterstanden, mit beschwerlich- und gefährlichen Schießen und Plat­­­­schen, die wolgemeinte Oberherrliche ernstliche Verbothe und Verruffungen zu über­­­­schreiten, ohngeachtet nicht allein gewiese Strafen auf die Verbrechere gesetzet, son­­­­dern auch theils dererselben damit würklich und exemplarisch beleget worden.
    Als hat Ein Hochlöblicher Rath dieser Stadt, Unsere Hochgebietende Herren, für hoch-nothwendig befunden, solche Verboth, wodurch anders nichts, als gute Burgerliche Dis­­ciplin, ingleichen die Verhütung Feuers- und anderer Gefahr, so daraus verursachet wer­­den können, neben dem schuldigen Respect und Gehorsam gegen die Obrigkeit gesuchet wird, bey dieser instehenden Neu-Jahrs-Zeit anhero zu wiederholen. Gebieten derowe­­gen und befehlen hiemit nochmalen ernstlich, allen Ihren Burgern und Inwohnern die­­ser Stadt, als auch zu Wöhrd und Gostenhof, nicht weniger in denen Gärten an der Stadt, bemeldtes Schießens, Platschens, unnöthigen Raquet- Schwärmer- und Feuerwerfens, auch andern dergleichen Unfugs, sowol in bevorstehender heil. Neu-Jahrs-Zeit, als fol­­genden und andern Tagen, sich in der Stadt und denen Gärten, gänzlich zu enthalten, bey einer nahmhaften Geld-Poen, auch empfindlicher Leibes-Strafe, die, nach Befindung der Umstände, an denen Verbrechern, auf welche, nebst denen Knechten, auch Patrouil­len ausgeschickt werden sollen, würklich vollzogen werden, und denen andern zum Ab­­scheu und Exempel dienen sollen. Wie man sich dann auch im Ablaugnungs-Fall an die Hauß-Patronen wegen ihrer Zinnßleuthe, und an die Hauß-Väter wegen ihrer Kinder und Gesinde deshalb halten wird. Wornach sich ein jeder zu verhalten, und vor Strafe und Schaden zu hüten wissen wird.

Soll heißen:

    »Böllerlärm und Feuerwerfen ist für jedermann ganzjährig bei Strafe verboten.
    Eltern haften für ihre Kinder.«

3 Kommentare

  1. In hies’ger Stadt -zu Wienn- herrschet große Noth
    seith es es gibet, das Schieß-Verboth
    Beim Phöbel und den feinen Herrn
    weil beide -ofth heimelich- böllern gern

    Im Gosthenhof und eig’nen Zimmer
    eygentlich weyth schlimmer, immer
    nichth bloss zur heil. Neu-Jahrs-Zeith
    ist selbst Hochlöblich Rath bereit
    zu feuern, nicht gantz unfamohs
    zur Leibesfreud’, ind’ Unterhos’

    1. Wer lasset es krachen zur Neu-Jahrs-Zeit,
      wird peinlich bestrafet, auf dass er’s bereut!
      Indessen hängen die Nürnberger keinen,
      sie hätten ihn denn – so will es scheinen.

  2. Ganz abgesehen von der, bei damaliger Bauweise und Enge, real gegebenen Feuersgefahr (und das ist keineswegs heute abwegig, weiß ich doch aus zuverlässiger Quell von einem Vorfall in der Familie, bei der der Pater Familias mit einer Schreckschußpistole den Vorhang in Brand gesetzt haben soll – ja, nein, ganz recht, er wird nicht mehr ganz nüchtern gewesen sein): würden die Leut ihre Knallerei auf die vorgegebene Uhrzeit beschränken, na, meinetwegen, wenn’s so einen Spaß macht – aber dieser Beginn, von ganz unzeitigen Ausreißern abgesehen, kurz nach Weihnachten mit einem Ende so um Dreikönig, das nervt tatsächlich!

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