Mischkulantes

23. April

Heute ist übrigens der Welttag des Buches.

Über Hugo von Hofmannsthal wird berichtet, er habe einmal ein Buch verliehen und mit zahl­reichen Fettflecken verunziert zurückerhalten. Draufhin schickte er dem Übeltäter eine Speck­schwar­te mit dem Begleitschreiben:

»Anbei sende ich Ihnen Ihr Lesezeichen zurück, welches Sie in meinem Buch vergaßen.«

Bumsti & die Fake-News der Regierung

» Niemand geringerer als die Bundesregierung selbst produziert ‚Fake News‘ am laufenden Band. Sollte tatsächlich ein Straftatbestand für Desinformation eingeführt werden, dann müsste es die ersten großen Strafen für die gesamte Bundesregierung samt ihrer Riege an medialen Hofberichterstattern hageln.« –


– verkündete FPÖ-Bumsti Strache in einer Presseaussendung zum Jahresende. Das ist in­so­fern bemerkenswert, als laut der Initiative Hoaxmap, welche nachweisliche Falsch­mel­dun­gen aufdeckt, ausgerechnet die FPÖ zu den Top-Ten-Verbreitern von Fake-News im deutsch­spra­chigen Raum gehört.


Beispielhaft für einen solchen Segen für die Demokratie ist etwa das Bumsti-Inter­­net­­me­dium FPÖ-TV:


Freilich lassen sich die steigenden, von Bumsti-TV zusammengefassten erschreckenden Kri­mi­na­li­täts­zah­len in der von der Regierung produzierten “getricksten“ Kri­mi­nal­sta­tis­tik nir­gendwo entdecken:

Derlei Desinformation entgegenzutreten, wirken Internet-Bum­sti & Kon­sor­ten als her­vor­ra­gen­des Kor­rek­tiv zu Fake-News (siehe: usw.) – wahr­haft se­gens­reich für die De­mo­kra­tie, Amen!

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Publikumsbeifall erhielten in dieser Runde Kollegin Pfefferoni, sowie Kollegen step­penhund, epper und das bee.
Preiswürdig waren viele Bei­­träge, frei­lich kann nur einer als Preis­trä­ger benannt wer­den, so will es das Reglement.
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Die treffliche Beobachtung, dass die Karosserieform des abgebildeten Vehiculums tatsächlich einem mittlings entzweigesägten Cello ähnelt, ist sehr apart. Die gewissenhafte Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts ein­ge­lang­ter Wett­be­werbs­bei­träge durch die unerbittliche Jury (Abb. unten) führte daher nach reiflicher Erwägung zu fol­gen­dem Entscheid:


Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollege steppenhund weiterverliehen, für seinen Text zum Bild:

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Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.

Freitagstexter

Kollege Kulturflaneur übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen virtuellen Wanderpokal sowie eine kostenlose Teilnahme an der globalen Klima­er­wär­mung, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Web­seite. Möge die Übung gelingen:

4. September – Hominides

Heute vor 160 Jahren erblickte der Neandertaler das Licht der Öffentlichkeit. Am 4. Sep­tem­ber 1856 erschien in der “Elberfelder Zeitung“ eine Notiz über die Entdeckung ho­mi­ni­ner Fossi­lien im Neanderthal an der Düssel, die sich von allen bis dazumals ge­machten Funden unter­schieden:

»Nach Untersuchung dieses Gerippes, namentlich des Schädels, gehörte das mensch­liche Wesen zu dem Geschlechte der Flachköpfe, deren noch heute im ame­ri­ka­ni­schen Westen wohnen.«


Heutzutage wohnen deren in Hollywood und schreiben Drehbücher für TV-Vorabend­se­rien.

Emotionelles

»Ach Herr, was ich ein Gefühl für die Natur habe! Das Gras steht so schön, daß man ein Ochs sein möchte, um es fressen zu können, und dann wieder ein Mensch, um den Ochsen zu fressen, der solches Gras gefressen.«
(Valerio, Leonce und Lena)

Bregenzer Oma schockiert Dermatologen


(Falls Sie sich jetzt wundern, warum Botox Ärzte Sie Hassen: die hassen nicht Sie, son­dern die Hassen Die Bregenzer Oma.)

Mit welcher 39€ Methode es Oma gelingt, In Nur 14 Tagen Fal­ten­frei Zu Sein, ent­hüllen die Before/After-Beweisfotos rechts:
Oma braucht Nur 14 Tage lang regungslos und ohne zu blinzeln da­zu­sitzen und in die Kamera zu blicken.

(Die Methode funktioniert übrigens auch zum Abnehmen.)

Über aussterbende Kulturtechniken, ..

.. z.B.: Das Aufsperren von Schlössern mittels Schlüssel, sowie das Landkartenlesen & der Gebrauch des Verstandes

Erzählt mir ein Kollege, der Freund seiner Tochter sei zwar ein netter Kerl, aber leider auch ein aus­ge­spro­che­ner Hirni. (Sol­chen Fall kenn ich freilich auch ;) Leiht sich der sein Auto aus und ruft von un­terwegs an: die Fern­be­dienung für die Zen­tral­ver­rie­ge­lung funktioniert nimmer, zu­sperren hat vorhin noch geklappt, doch jetzt macht die keinen Piep mehr, Autotür geht nimmer auf.

Na dann sperr halt mit dem Schlüssel auf, du Hirsch, rät mein Kollege ihm am Telefon. – Ah ja, sagt der, und ruft danach nimmer an: hat er also das Auto­tür­auf­sperren mittels her­kömm­licher Auto­schlüs­sel-ins-Tür­schloss-stecken-Technik erfolgreich hin­ge­kriegt.

Kollege Trithemius schreibt hier über einen, welcher das vermeintliche Schwinden der Kul­tur­­tech­nik Hand­schrift beklagt, weil allenthalben nur mehr per Tastatur oder Touchscreen ge­schrie­ben wird. Mag sein. Als zu unserer Schulzeit die elektronischen Taschenrechner populär wurden, wurde über das drohende Aus­ster­ben der Kulturtechnik Kopfrechnen geklagt – mag ebenfalls sein. Ob man das nun für betrüblich halten will oder nicht: Fakt ist jedoch, dass das ge­deih­li­che Fort­kom­men der Mensch­heit da­durch kaum ernstlich beeinträchtigt oder gefähr­det würde. Es beklagt sich ja auch keiner, fortschrittliche Errungenschaften wie z.B. tele­fo­ni­scher Pizza­be­stell­service ver­drängten die alt­her­ge­brach­te Kulturtechnik, loszuziehen und sich seine Mahl­zeit selber zu jagen oder pflücken.

Mit dem Aussterben anderer Kulturtechniken kanns hingegen problematischer werden: wenn etwa beim Auto meines Kollegen auch das Navi ausfiele, würde sein Tochterfreund wo­mög­lich nimmer heimfinden und bliebe samt Auto verschollen. Obwohl er nochmal anrufen und er­fah­ren könnte, dass im Handschuhfach eh ein Stadtplan liegt – aber damit leider nix an­zu­fan­gen wüsste: vielen ist die Kulturtechnik des Land­kar­ten­le­sens ja auf­grund per­ma­nen­ter Navi-Gän­ge­lung mittlerweile fremd geworden. (Manchen bekanntlich auch der Ge­brauch des un­ge­trüb­ten Verstandes, die semmeln sodann sehenden Auges schnurstracks in die Ra­batten, weil ihnen ihr Navi angeschafft hat: »Fahren Sie geradeaus durch den Kreisverkehr.«)

(Fällt mir grad im Zusammenhang mit ferngesteu­er­ter vs. manueller Türverriegelung der Opel Diplomat ein, den ich mal besaß: der hatte elektrische Fensterheber, aber überdies dazu noch Fensterkurbeln, und das erschien mir doch recht apart. Wären die elektrischen Fen­sterheber also mal hin gewesen, hätten sich die Fenster dennoch auf die landläufige Methode händisch auf­kur­beln lassen. Oder der Silver Dawn von 1955, der als letzter Rolls Royce noch das tra­di­tio­nelle Loch vorn in der Stoß­stange hatte wo­durch er sich not­falls per Kurbel anwerfen ließ, sollte der elektrische Anlasser ausfallen.) (Im Reader’s Digest las ich darüber die Anek­do­te, wo einer einen Rolls Royce kaufen will und sich über das für den Kurbelstart vorhandene Loch mo­kiert: wozu ein zuverlässiges Auto das überhaupt nö­tig habe? Darauf belehrt ihn der Ver­käu­fer, wozu er überhaupt Brustwarzen benötige: näm­lich für den Fall, dass er mal ein Kind ge­bä­re und es stillen müsse. Und ebenso wahrscheinlich trete mal der Fall ein dass die Kurbel notwendig wäre, weil ein Rolls Royce nicht zu­ver­läs­sig an­springen würde.) Aber zurück zum Thema:

War das mit der Ratlosigkeit, die manch einen im gewohnten Alltag heillos zu übermannen dräut, sobald gewohnte Alltagstechnik sich un­ver­sehens ihres Dienstes ent­schlägt, eigentlich schon immer so? Stand denn Alexander der Große ratlos vor dem Gor­di­schen Knoten wie der Ochs vorm Tor und Tochterfreund vor Auto­tür, weils damals keine Kno­ten­lö­sungs-App fürs Smartphone gab? Hätten die Wikin­ger denn Grön­land und die Fidschis die Osterinsel nicht ent­deckt, wenn ihr Navi aus­ge­fallen wäre? – Oder handelt sichs um eine zeit­ge­nös­sische Prob­le­ma­tik, welche akut her­vor­tritt: sollten nach­kom­men­den Generationen gar trübe Aus­sichten be­vorstehen, weil sich beim Ausfall di­ver­sen tech­ni­schen Schnickschnacks ohne diesen keiner mehr an­der­wei­tig zu be­hel­fen wüsste?

Nein, das gravierende Manko an krea­ti­ver Problemlösungskompetenz, woran so mancher Ex­po­nent der Spezies Homo sapiens (sapiens, lat.: »ver­nunft­be­gabt«) laboriert, ist kein mo­der­nes Phä­no­men, das gabs schon immer. Man kennt das von der Fliege und dem Fenster: ein Fens­ter­flü­gel zu, einer geöffnet. Was macht die Fliege? Wummert unablässig gegens Fens­ter­glas bis der Schä­del brummt, an­statt einfach beim offenen daneben ungehindert raus­zu­flie­gen. Das Flie­gen­hirn kapierts halt nicht: »Was mit Gewalt nicht geht, muss auch mit mehr Ge­walt noch lang nicht gehen«, und kennt nicht die Prob­lem­lö­sungs­alternative: »Was so nicht geht, geht vielleicht anders«. Wie die Autofahrer, die mit durchdrehenden Rä­dern im Schnee festsitzen und trotzdem beharrlich Vollgas geben obwohl das offensichtlich nix nützt: auf die nahe­lie­gen­de Idee »wenn mehr Gasgeben nix nützt, nützt vielleicht weniger« kommen die nicht. Und werden auch nicht klüger daraus, sondern fallen eher dem Schä­del­brummen oder der Trüb­sal anheim, als eine probatere Strategie in Erwägung zu ziehen.
(Karl Kraus schrieb einst: »Es scheint der Menschennatur verhängt zu sein, durch Erfahrung dümmer und erst durch deren Wiederholung klüger zu werden, und besonders die In­tel­li­genz muss viel mitmachen, bevor sie zur Einsicht gelangt [..]« – Dahin gelangt indessen beileibe nicht jeder, und nicht unbedingt muss mangelnde Intelligenz die Ursache dafür sein. Nennen wirs stattdessen lieber: mangelnde Problemlösungskompetenz auf dem Gebiet der Kultur­tech­nik Autofahren.)

Tja, worauf wollte ich bei dem ganzen Thema samt Abschweifungen eigentlich hinaus? Weiß nimmer. (Bissel he­rum­gemo­sert halt, wieder mal. Genug für heute.)
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(Beitrag zu Kollege Dominiks *.txt-Projekt: »trüb«)

Über das Älterwerden – paar Zitate & reichlich Herumgemosere

Wenn man über fünfzig ist und in der Früh aufwacht, ohne dass einem was wehtut – dann ist man gestorben, so besagt eine Volksweisheit.

»Natürlich ist Altwerden kein reines Vergnügen. Aber denken Sie mal an die einzige Alter­na­ti­ve.« sagte der kluge Robert Lembke, und natürlich hat er mit seinen Worten recht. Tröstlich sind sie indessen nicht. Kollege Wortmischer wiederum zitiert Cicero, welcher einst dia­gnos­tizierte: »Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu.« – Was an dem Problem per se freilich auch nix ändert: altersbedingte Malaisen sind keine Ein­stel­lungs­sache, sondern schnöde Unabänderlichkeiten. »Altern ist eine Zu­mutung« brachte es der altersweise Loriot auf den Punkt.
Genug mit Zitaten herumgeworfen. Nein, warten Sie, eins noch:

»Ein Mann mit weißen Haaren ist wie ein Haus, auf dessen Dach Schnee liegt. Das be­weist aber noch lange nicht, dass im Herd kein Feuer brennt.«  (Maurice Chevalier)


(»Zitieren ist die Methode, Bildung mit etwas zu belegen, was man nicht gelesen hat.« tadelt Volker Dietzel zwar, was ich aber nicht unwidersprochen auf mir sitzen lassen mag – zu­wei­len pflege ich zu gegebenem Anlass etwa Goethes Götz zu zitieren, durchaus ohne damit Bildung be­le­gen zu wollen. Obwohl ich ihn gelesen habe.)

Zurück zum Thema: Monsieur Chevaliers schöner Vergleich mag ja zutreffen, was aber wenn des Mannes Dach unter dem Schnee herausapert? (wenn ihm also »der Kopf durch die Fri­sur wächst«, wie meine Tante Jetta es nannte.) (Kollege KrassNick erläuterte mir übrigens, wenn sich bei Männern mit fortschreitendem Lebens­alter die Kopfbehaarung lichtet, sei es kei­nes­wegs so dass die Haare ausfallen, wie irrtümlich angenommen. Vielmehr kehren diese le­dig­lich ihre Wuchs­richtung um und wachsen nach innen in den Kopf zurück, um später aus den Ohren und Nasen­löchern wieder rauszukommen.) Mitnichten von des Lebens grünem Lenz kündet die Aus­ape­rung der Ka­lotte, vielmehr von fortgeschrittener Sai­son, gefolgt am bittern Ende vom Winter unsers Missvergnügens. (Hoppla, schon wieder ein Zitat.)

Haupthaarschwund als Altersbegleitsymptom trifft den einen eher, den an­dern später, man­chen nie. Siehe z.B. die Brüder R.: der jüng­ste hat keine Haare mehr, der mitt­le­re nur mehr wenig, der älteste noch alle. (Lukas R., Kabarettist: »Wenn ich meinen jüngeren Brüdern was zu­fleiß tun will, schenk ich ihnen zum Geburtstag einen Kampl.«) [Kampl, österr.: Kamm]


Ich habe eben­falls zwei jüngere Brüder, und zufällig verhält sichs bei uns genauso. Ziemlich un­gerecht, möchte man meinen, aber was im Leben ist schon gerecht. Das Älterwerden je­den­falls nicht. Altern ist eine niederträchtige, obszöne Gemeinheit, die uns die Natur beschert.

Man ist so alt wie man sich fühlt, lautet eine weitere Binsenweisheit – aber jetzt frage ich Sie: was soll daran ein Trost sein? Mein Großonkel K. musste als Neunzigjähriger ins Altersheim, und auf die Frage wie er sich dort fühle beklagte er sich, dort von lauter alten Krachern um­ge­ben zu sein: obwohl die meisten um Jahre jünger waren als er. Wie deprimierend. Nicht die Ein­stel­lung ist das Problem, wie uns Cicero weismachen will, sondern das Alter.

»Ja, lang leben will halt alles, aber alt werden will kein Mensch.« (Johann Nepomuk Nestroy) – Erkennen Sie das Dilemma?
(Leider hilft uns das Herumgemosere darüber auch nicht weiter. Genug he­rum­ge­mo­sert also für heute.)


(Beitrag zu Frau Quadratmeters Blogaktion: #älterwerden)

Ambiguitives

    Wenn man über fünfzig ist und in der Früh aufwacht, und es tut einem nix weh –
    dann ist man gestorben.  (Volksweisheit)


Wer Kreuzweh hat, der holt sich ein Rezept vom Arzt und trägts zur Apotheke. Frag ich die jun­ge Apothekenkraft, ob das Medikament eh nicht die Verkehrsfähigkeit beeinträchtigt? – guckt sie mich schief an und muss die Chefin fragen. Apothekenkraft tuschelt mit Chefin, Chefin guckt mich schief an. Nein, über Einschränkung der Verkehrs­fähigkeit als Ne­ben­wir­kung sei nix bekannt, und beide gucken mich an. Ich krieg meine Pulverl und zahl die Re­zept­gebühr, und hab eigentlich die Verkehrstüchtigkeit im Straßenverkehr gemeint.

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Publikumsbeifall erhielten dies­mal wieder Kollegin iGing, sowie Kol­le­gen Thorsten#87, krass­NICK und Mr. Spott.
Preiswürdig waren viele Bei­­träge, frei­lich kann nur einer als Preis­trä­ger benannt wer­den, so will es das Reglement.

Die gewissenhafte Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts ein­ge­lang­ter Wett­be­werbs­bei­träge durch die unerbittliche Jury führte zu folgendem Entscheid:
Der Wanderpreis wird für diese Woche an Kollegin Sternenstaub weiterverliehen, für den Text zum Bild:

»Wir bleiben dabei! Lächeln und sagen, dass der eigenartig faulige Geruch
vom Flugzeug rüberweht ….«


Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.

Freitagstexter

Kollegin Nehalennia übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen virtuellen Wanderpokal sowie eine kostenlose Teilnahme an der globalen Klima­er­wär­mung, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Web­seite. Möge die Übung gelingen:

3. Jänner

Heute vor 129 Jahren wurde der Expressionist August Macke geboren, in seinem kurzen Leben (er fiel als 27-Jähriger im Ersten Weltkrieg) schuf er eine große Zahl überaus schöner Gemälde, leider auch eines von erlesener Abscheulichkeit. Leider deswegen, weil nämlich ein Kunstdruck davon in unserem Schlafzimmer hängt (siehe Abb.), der meiner Frau besonders gefällt und täglich mein ästhetisches Feingefühl beleidigt. Mir schleierhaft, warum ihr ausgerechnet dieses missratene Bild so gefällt, aber es muss dort hängenbleiben, obs mir passt oder nicht. Musst ja nicht hinschaun, wenns dir nicht gefällt, sagt sie.

Bananen statt Jungfrauen

»Die religiöse Manie gilt als die vorherrschende Form von Geistes­krank­heit.«
(Henry Coswell, 1839)

Wie soll man mit diesem Irrsinn fertigwerden. Verharren in sprachloser Fassungslosigkeit? Re­flexartiges Ableieren sinnleerer Laberfloskeln (»aufs Schärfste zu ver­urteilen, bla­bla ..«) – oder mit unangebrachtem Dumm­schwatz drauflosplatzen? (etwa der un­ver­meid­li­chen Idiotie über »Freitag, der 13.=Unglückstag«, undsoweiter.)

Mir fällt dazu nix mehr ein außer Sarkasmus. (wer damit nichts anfangen kann, der lasse das Weiterlesen hier sein.)

Mal abgesehen davon, was einem an der Phantasievorstellung, für den Rest der Ewigkeit im Jen­seits mit einer ewigen Erektion & 72 Jungfrauen abzuhängen, so überaus un­widerstehlich erscheinen mag – wieso bringt es keiner (religiöse Autoritäten, geist­li­che Führer, Imame, sonstwelche maßgebliche Stimmen) in Zeiten des Internet zuwege, auch diesen fanatisierten Geis­tes­kran­ken längst sattsam Bekanntes darzulegen: dass es sich bloß um einen läppischen Übersetzungsfehler handelt (wie das biblische Kamel, welches anstelle eines Seils durchs Nadelöhr geht) – im Paradies gibts Weintrauben, keine Jungfrauen.
Und jetzt Sarkasmus: man stelle sich vor, wie all diese erektionsmotivierten Triebtäter, die grad sich selber plus eine möglichst hohe Anzahl Ungläubiger (inkl. Frauen & Kinder) um­ge­bracht haben, in Scharen vor der Himmelstür auf der Matte stehen und die erhoffte Be­loh­nung dafür erwarten, und sich vom Torhüter (oder sonstigem islamischen Pendant zu Petrus vor dem Himmelstor) anhören müssen: »Sorry Leute, aber das mit den 72 Jung­frauen ist ein Über­setzungsfehler, es heißt Weintrauben. Weintrauben sind wegen des großen An­drangs mo­ment­an leider aus, dürfen’s stattdessen 72 Bananen sein?«
Nur schade, dass diese Geistesgestörten ihre dummen Gesichter, die sie danach im Jenseits machen würden, nicht vor ihren Taten sehen können.

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Publikumsbeifall erhielten dies­mal Kollegin iGing, sowie Kollege Shhhhh*).
Preiswürdig waren gar viele Bei­­träge, freilich kann nur einer als Preis­träger benannt wer­den, so will es das Reglement.

Die unerbittliche Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts eingelangter Wettbe­werbs­bei­träge durch die gestrenge Jury (Abb.u.) führte zu folgendem Entscheid:


Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollegen das bee weiterverliehen, für seinen Text zum Bild:

»Das Praktikum beim Hundefänger hatte sich Wilhelm ganz anders vorgestellt.«

Freitagstexter

Kollege Kulturflaneur übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen Wanderpokal sowie eine kostenlose Teilnahme an der globalen Klima­er­wär­mung, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Webseite. Möge die Übung gelingen:

Eine Moderatorin stellt Fragen

Kollege wvs verweist auf einen WDR-Be­richt über einen Unfall, welcher mit »89-Jährige über­sieht Fußgänger« angeteasert und vom Polizeisprecher so kommentiert wurde:

»Unsere Kollegen vor Ort haben keinen Hinweis darauf erlangen können, dass das Alter der Unfallverursacherin irgendetwas mit der Entstehung des Unfalls zu tun hat. Sie hat einen ganz normalen, verkehrstüchtigen Eindruck hinterlassen.«


Für Zuseher mit Sinnerfassungsschwierigkeiten erklärts der Off-Kommentator indessen so:

»Die Fahrerin ist 89 Jahre alt. Das muss aber nicht zum Unfall geführt haben.«


Anmoderiert wurde der Bericht über den Unfall, dessen Entstehung mit dem Alter der Unfall­verursacherin nichts zu tun hat, mit dem bedeutungsschweren Fragenkonvolut:

»Wie lange sollte man eigentlich Autofahren? Bis achtzig? Fünfundachtzig? Neunzig Jahre? Sollte es in Deutschland eine Regelung geben, wann man den Führerschein abgibt? Ein Un­fall in Castrop-Rauxel sorgt heute für genau diese Diskussion: eine 89-jährige Frau hat mit ihrem Wagen [usw.]«


Woher die Moderatorin auf die Idee kommt zu behaupten, der Unfall in Castrop-Rauxel habe »heute für ge­nau diese Diskussion« gesorgt, muss ein Rätsel bleiben: in den Interviews mit diversen Passanten ist von einer besonders gefahrenträchtigen Unfallstelle die Rede – wes­halb eben genau dieser Unfall für keine Diskussion über das Alter der Autofahrerin sorgte. Warum wird also in der Anmoderation wahrheitswidrig genau das Gegenteil behauptet?

Übrigens: Die Altersgruppe der über 75-Jährigen ist jener Prozentanteil der fahrfähigen Be­völ­ke­rung in Deutschland mit der statistisch niedrigsten Unfallhäufigkeit.

Das Sirenen-Armband.

        »Das Sirenen-Armband ist derzeit das Allerneueste auf dem Gebiete der auto­mo­bi­listischen Moden. Es präsentiert sich als Analogon zum Uhrenarmband. Früher pflegte man die Sirene an einem Band zu tragen, das man sich um den Hals hing. Aber die Sirene mit dem Armband kombiniert, sieht viel schneidiger aus. Unsere Abbildungen zeigen das Alarminstrument in drei verschiedenen Phasen. Auf dem Bilde unten ist die Einfachheit der Armbandsirene in ihrer ganzen Länge zu bewundern. Das mittlere Bild zeigt die Art der Anbringung am Handgelenk, wobei man selbstverständlich darauf achten muß, daß das Mund­stück an der Daumenseite ist. Auf dem Bilde oben ist die Armbandsirene in Ver­wendung dargestellt. Einige Vorteile werden diesem Alarmarmband gewiß nicht abzu­sprechen sein. Die Sirene, die an dem Bande baumelt, ist nicht immer so schnell bei der Hand, denn es kommt oft vor, daß sich während der Fahrt dieses Band verschiebt und die Pfeife erst gesucht werden muß. Die Armbandsirene ist jedoch immer „bei der Hand“, und zwar in des Wortes buchstäblicher Bedeutung. Außerdem sieht sie sehr nett aus und ist so stark tönend, wie man es von einem Signalpfeiferl nur immer verlangen kann.«
(Allgemeine Automobil-Zeitung, 1914)

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die Beiträge zum Frei­tags­tex­ter-Wett­bewerb.
Publikumsapp­laus erhielten dies­mal die Kollegen boomerang und Onkel Ernstl, sowie Der Mühl­viert­ler (Gast).
Preiswürdig waren zahlreiche Bei­­träge, freilich kann nur einer als Preis­träger benannt wer­den, so will es das Reglement.

Die strenge Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts eingelangter Wettbe­werbs­beiträge durch die un­­er­­bittliche Jury (Abb.u.) führte zu folgendem unanfechtbarem Entscheid:


Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollegen boomerang weiterverliehen, für seinen ebenso knappen wie originellen Text zum Bild:

»Flotter Dreier.«

Freitagstexter

Kollegin la-mamma übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien*:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen Wanderpokal sowie eine bewegende Laudatio, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Webseite. Möge die Übung gelingen:

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die Beiträge zum Frei­tags­texter-Bewerb. (Leider blieben Gast­bei­träge diesmal vom twoday-Spamfilter verschluckt, was ich bedaure.)
Publikumsapplaus erhielt auch in dieser Runde Onkel Ernstl.
Preiswürdig waren viele Bei­­träge, freilich kann nur einer als Preisträger benannt wer­den, so will es das Reglement.

»Jeder Jüngling hat wohl mal ’n Hang fürs Küchenpersonal« wusste bereits Wilhelm Busch, und die Vorstellung eines juvenilen Sigi Freud, welcher in der Dienstbotenkammer dem Voyeurismus frönt, erscheint höchst amüsant.

Die nüchterne & ernsthafte Prüfung und Beurteilung aller hieramts eingelangten Wettbe­werbs­beiträge durch die unerbittliche Jury (Abb. u.) führte daher zu folgendem Entscheid:


Der Wanderpreis wird in dieser Woche an Kollegen gulogulo weiterverliehen, für den Text zum Bild:

»Schon als Jugendlicher hatte Sigmund Freud eine besondere Affinität zu
Polstermöbeln, wie hier zur Couch in der Kammer des Hausmädchens.«


Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.

Freitagstexter

Kollege Kulturflaneur übertrug mir die Ehre, den dieswöchi­gen Wettbewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen Wanderpokal sowie eine bewegende Laudatio, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Webseite. Möge die Übung gelingen:

Bumsti-Logik

Wenn alle anderen die FPÖ scheiße finden, dann sei das der Beleg für ihre Bedeutsamkeit – so schlussfolgert Bumsti Strache. Blaue Bierdimpfl-Logik halt, auf die sich bekanntlich nicht immer ein Reim darauf machen lässt ..

    »Wenn das Publikum auf den Teppich kotzt, ist das auch eine Form von Beifall.«
     (John Waters)

Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Freitagstexter-Bewerb.
Publikumsapplaus gespendet wurde dieses mal wieder für Kollegin cappuccina und für anonymer Gastkommentar.
Preiswürdig waren viele Bei­träge, freilich kann nur einer als Preisträger benannt wer­den, so will es das Reglement.

Die eingehende Prüfung und Beurteilung sämtlicher hieramts eingelangter Wettbe­werbs­beiträge durch die unerbittliche Jury (Abb. u.) führte zu folgendem Entscheid:


Der Wanderpreis wird diese Woche an Kollegen speedhiking weiterverliehen, für den Text zum Bild:

»Mit dem fortschreitenden Verfall der Beinbekleidung nahm auch das Empire
an Bedeutung ab. Good old times!«

Freitagstexter

Die vormalige Preisträgerin Frau Testsiegerin übertrug mir abermals die Ehre, den Bewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen Wanderpokal sowie eine bewegende Laudatio, des weiteren obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Webseite. Möge die Übung gelingen:

Blasphemisches


Habe mich daher zum Behufe der religiösen Gleichbehandlung als christlicher Kunde bei Aldi beschwert, die Manner-Schnitten ebenfalls aus dem Sortiment zu nehmen: die Kirche auf dem Etikett sei eine Verunglimpfung meiner Religion. Bislang noch keine Reaktion seitens Aldi – ein flagranter Fall von religiöser Diskriminierung?