Kalendarisches

8. November

Heute ist übrigens schon wieder Weltputzfrauentag, vulgo Tag der Lurchfee. (Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s ge­wusst aber keinem verraten.)  

Kennen Sie die Redensart:
»Ein Staubsauger und eine Putzfrau sind im Haus­halt mehr wert als ein Staubsauger und ein Papst.«

 

5. Dezember – Weltbodentag


Heute ist übrigens schon wieder Weltbodentag, und zu diesem Anlass wurde dazumals an­de­ren­amts *) von einigen reimlustigen KollegInnen eine Reihe launiger Verse verfasst, z.B.:

Der Boden der liegt bloß so rum,
und tut doch artig seine Pflicht.
Denn tät er’s nicht, dann wär’ das dumm:
wo man sonst steh’n sollt’, wüsst’ man nicht.
© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

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*) (Betrüblicherweise ist auch Kollege Bubi40 – wie zahlreiche weitere geschätzte, ehe­dem um­trie­bi­ge AmtskollegInnen – mittlerweile verstummt bzw. nur mehr sporadisch in der Blo­go­sphäre zugange. Gelegentlich hieramts angebrachte Verlinkungen auf derlei stillgefallene oder -gelegte, indes nicht weniger lesenwerte Blogseiten mögen vielleicht wie wehmütige Re­mi­nis­zen­zen daherkommen. Aber das sind sie ja schließlich.)

31. Oktober

Heute vor 386 Jahren kam der holländische Barockmaler Jan Vermeer van Delft zur Welt.
Vermeer hatte ein Dutzend Kinder, welche eins hässlicher als das andere waren. Als Er­klä­rung, wie es ein Mann zuwege bringe, so unerhört schöne Bilder und zugleich dermaßen häss­liche Kinder zu fabrizieren, soll er gesagt haben:
»Die Bilder mache ich tagsüber bei gutem Licht, die Kinder nachts im Finstern.«

1. Oktober – Vegetarisches

Heute ist übrigens Welt-Vegetariertag.
Anlassdichter Kollege KrassNick reimt über die Vegetarier:

    Warum die Vegetarier
    die pflanzliche Ernährung
    bevorzugen, hat eine sehr
    einleuchtende Erklärung:

    Tiere muss man vor dem Verzehr
    erst fangen. Sind die schneller,
    kriegt man sie allerdings nur schwer
    als Mahlzeit auf den Teller.

    Es lässt sich an pflanzliche Nahrung
    viel einfacher gelangen:
    weil diese, so zeigt die Erfahrung,
    lässt sich viel leichter fangen.

© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

7. September – olle Fregatten

Heute ist der Geburtstag von Queen Elizabeth, Königin von England. Die olle Fregatte.
(Der vierhundertfünfundachtzigste übrigens.
Gemeint ist natürlich Queen Elizabeth I, 1533–1603.)

Auch Queen Elizabeth 2 taugt längst nur mehr als Museumsstück, die olle Fregatte.
(Ihre Nachfolgerin ist Queen Mary 2. Gemeint sind natürlich Schiffe.)

29. August

Heute vor 60 Jahren kam Michael Jackson zur Welt, zumindest Teile von ihm. Später ge­lang­­te er zu Berühmtheit als lebender Bleichnam. Sein sehnlicher Wunsch seit Kinder­tagen war, wie er verriet, eines Tages auszuschauen wie Liz Taylor:

Michael Jackson
 
   vorher  /  nachher


Auch als Kinderzumpferl-Aficionado erlangte Herr Jackson Berühmtheit, zum Glück gelang es seinem pfiffigen Herrn Advokaten, die Schlafzimmer-Schweinigeleien seines Mandanten mit schulpflichtigen Bettgespielen als »harmlose Pyjama-Parties« darzustellen, ist das nicht her­zig. Dafür kriegten die Erziehungsberechtigten der minderjährigen Bespielungs­opfer auch nur 1,5 Millionen $ Schweigehonorar, Herr Advokat hingegen 3 Millionen. Fairer Deal, muss man zu­geben.
(Mit seiner Kurzzeit-Ehefrau Lisa Maria Presley scheint er im Schlafzimmer weitaus weniger umtriebig gewesen zu sein, im Interview sagte sie: »Michael und ich hatten nur einmal Sex miteinander«. Das gibt zu denken – erinnern wir uns, was passierte, als Michael Jackson auf der Bühne einmal niesen musste: seine Nase ist ihm abge­fallen. Nun darf darüber spekuliert werden, warum der nur einmal Sex hatte ..)

26. August

Heute ist angeblich der Tag des Toilettenpapiers, falls man dem Kalender glauben will:

» Dieser [..] dient dazu, jährlich an die alltägliche Nützlichkeit und Unentbehrlichkeit des Klopapiers zu erinnern. [..] Was das Schlimmste ist, das einem am 26. August passieren kann: den Tag des Toilettenpapiers ohne Klopapier zu feiern!«

Wie man den Tag des Toilettenpapiers mit Klopapier adäquat zu feiern hat, wird dort aller­dings nicht erläutert.

(Sollte es übrigens irgendwo eine plausible Antwort auf die ungelöste Frage geben, warum der Anfang von Klopapierrollen stets so bombenfest verklebt ist als müsse er für die Ewig­keit halten, so ist diese jedenfalls bis dato noch nicht bekannt geworden.)

13. August

Heute ist übrigens internationaler Linkshändertag.
(Sollte korrekt gegendert ja eigentlich Links­händerInnentag heißen.)
Wie man den gebührend zu feiern hat, steht leider nirgendwo überliefert.

Heute vor 497 Jahren eroberte Hernándo Cortés das Reich der Azteken.

Heute vor 124 Jahren wurde die Straßenbahn Gmunden im oberöster­rei­chi­schen Salz­kam­mer­gut eröffnet, mit einer Gesamtstreckenlänge von 2,315 Kilometern ist sie die kürzeste Straßenbahn der Welt.

Namenstag feiern heute Hippolyt (Namenspatron der weltbekannten Me­tropole St. Pölten) so­wie Zwentibold. Gratulation an alle, die so heißen.

22. Juli

Heute vor 77 Jahren wurde Vaughn Bodé (1941-1975) geboren, seine innovativen Cartoons waren in den 70er-Jahren Kult und beeinflussten zahllose Comics-Zeichner bis heute.
Bodé genoss in der amerikanischen Campus-Szene den Status eines Popstars, er trat als selbst­ernannter Cartoon-Guru in messianischen Gewändern und Posen auf. Seine psy­che­de­li­schen Dia-Shows (“Cartoon Concerts“), in denen er seine bizarren phan­tas­tischen Reptilien­-Universen – bevölkert von militanten, sexistischen Eid­ech­sen-Mu­tan­ten und lüsternen Kind­chen­schema-Bräuten – zum Leben erweckte, gerieten zu spektakulären Happe­nings.
So unkonventionell wie Bodés kurzes Leben & Schaffen war auch sein Ende: angetan mit der Unterwäsche seiner Ex-Frau, einen Plastikmüllsack über den Kopf gestülpt, strangulierte er sich selbst mit einer Hundeleine im Kleiderschrank. Auf seinem Zeichentisch lag sein letzter, unvollendeter Cartoon – zwei kopulierende Planeten unter einer Sprechblase mit dem Text:

“Holy Shit!“

.
2006 wurde Vaughn Bodé in die Comic Arts Hall of Fame aufgenommen.

6. Juli

Heute ist übrigens der Internationale Tag des Kusses. Wel­chen Nutzen der haben soll weiß freilich keiner, macht aber nix. Weiß ja von den Ägyp­tischen Pyra­mi­den auch keiner. Oder vom Papst. Oder von Zungenpiercing usw.

18. Juni

Heute vor 41 Jahren kam in Peabody/Massachusetts Ryan Montbleau zur Welt, der famose Gitarrist und Songwriter. Unablässig tourt er mit seiner Band durch den Osten der USA und spielt Jahr für Jahr mehr als 200 Live-Konzerte.
Hier ist er zu hören, mit einer grandiosen Nummer:  

(Bemerkenswert im Intro-Text übrigens der launige Ausdruck »pavement rash« – das Pen­dant zu unserem Schotterausschlag ;)

23. April

Heute ist übrigens der Tag des Deutschen Bieres.
(Ohne durch Verbraucher-Warnhinweise darüber informiert zu werden, konsumieren Bier­trin­ker in Deutsch­land jährlich durchschnittlich 100 Millio­nen Hektoliter mit Dihyd­ro­gen­mon­oxid angesetztes Bier.
Jedes Jahr fallen weltweit hunderttausende Menschen den Einwirkungen von Dihydro­gen­monoxid zum Opfer.)

23. März

Kollege Gunkl hat heute Geburtstag, bekannt als virtuoser Meister der semantischen Ara­bes­ke, der argumentativen Pirouette & der er­kennt­nis­philosophischen Föhnwelle, sowie als uni­ver­seller »Experte für eh alles«.
Seine Rat- & Tipgeberseite »Gunkls Tip des Tages« wird seit April 2000 täg­lich (sic!) ak­tu­ali­siert, man erfährt dort wissenswertes und be­deut­sa­mes, etwa:

    »In Monaten, deren Namen in Heinzelmännchenschrift Buchstaben aufweisen, die eine geschlossene Schlinge bilden, sollte man bis spätestens zwei Stunden vor Sonnen­unter­gang nichts essen, was mit Schonbezug besser aussieht als ohne.«
    oder: »Hunde, die beißen, bellen nicht; wenigstens nicht währenddessen.«
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    © mit freundl. Genehmigung d. Autors

Aufgrund seiner markanten Optik (Kurzhaarschur & Aschenbecherbrille) werde er häufig fälsch­­li­cherweise für einen Intellektuellen gehalten, tatsächlich aber sei er lediglich, wie er selber zu­gibt, »schasaugert und z’ fäu zum kampeln« *)
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*) schwachsichtig und zu faul zum kämmen

14. März – Pi-Tag

Heute vor 31 Jahren, am 14. März 1987 um 1:59 pm Ortszeit, wurde am Ex­plo­ra­to­rium, dem Museum für Wissenschaft, Kunst & menschliche Erkenntnis zu San Francisco, erstmals der Pi-Tag zelebriert.


22 Jahre danach ernannte der US-Kon­gress den 14. März zum offiziellen Nationaltag für die Kreiskonstante Pi.
Der exakte Zeitpunkt entspricht gemäß ame­ri­ka­ni­scher Datumsschreibweise 3/14 und Uhrzeit der Kreiszahl Pi bis zur fünften Dezimalstelle: 3,14159. Die Zeremonie »um eine runde Sache zu feiern« besteht darin, dass die Teilnehmer im Kreis um den sogenannten Pi-Schrein in der Mitte des Exploratoriums herumlaufen, wobei sie kreis­rund gebackene Kuchen verzehren.
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Höchst »Er­staun­li­ches« über die Zahl Pi weiß übrigens die WELT zu verraten.
Kollege gnaddrig listet hier weitere πttoreske Vorschläge auf, wie sich der Pi-Tag ge­büh­rend zelebrieren ließe.

9. Februar

Heute ist übrigens der Tag der Zahn­schmer­zen, falls man dem Kalender glauben will.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)


Es feiere den Zahnschmerztag
ein jeder, wer ihn feiern mag.
(Am Zahnschmerztag ist freilich nicht
Zahnschmerz zu haben Bürgerpflicht:
so wie am Weltmilchtag ja auch
nicht Milch zu geben ist der Brauch.
Das wird vom Bürger nicht verlangt
am Zahnschmerztag, Gott sei’s gedankt.)

13. April

Heute vor 105 Jahren, am 13. April 1912, wurde Egon Schiele verhaftet und fasste anschlie­ßend drei Wochen Arresthaft aus, in Neulengbach im schönen Wienerwald. Wer das nicht glauben mag, möge hieramts darüber nachlesen.
Die Neulengbacher sind noch heute mächtig stolz drauf, von Herrn Schiele seinerzeit mit einem Arrestaufenthalt beehrt worden zu sein, und benannten deswegen den Platz vor ihrer Arrestanstalt in Egon-Schiele-Platz um.

14. Februar

Josef Hader hat heute Geburtstag, er stammt aus Nöchling im Strudengau, im südwestlichsten Waldviertel.
Sein urbaner Kollege Alfred Dorfer reagierte pikiert, als er einmal bei Hader eingeladen war und zum Frühstück Erdäpfelschmarrn mit Zwiebel kre­denzt be­kam. Als Hader ein andermal bei Dorfer früh­stück­te, rächte dieser sich perfide: mit Jog­hurt­müesli und Nutella-Semmeln.
Trotzdem blieben sie Freunde.

28. November

Heute vor 73 Jahren wurde Randy Newman geboren, und dass er zu einem der er­folg­reich­sten und meistgeehrten (u.a. mit zwei Oscars, neunzehn (!) Oscar­no­mi­nie­run­gen, sechs Grammys, acht Golden Globe-Nominierungen, drei Emmys sowie einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame) Songschreiber & Filmkomponisten werden sollte, ließ sich am Anfang seiner Kar­ri­e­re noch nicht vermuten:
Seine ersten Platten waren fulminate Flops und verkauften sich so schlecht, dass sie von der Plattenfirma schließlich verschenkt wurden: Grund für den anfänglichen Misserfolg waren wohl Newmans näselnde Singstimme und gewöhnungsbedürftige Süd­staatler-Intonation. So wur­den zahlreiche seiner Songs erst als Coverversionen durch stimmgewaltigere In­ter­pre­ten zu Welthits, z.B.:
   .. u.v.a.
Dass Herrn Newmans Qualitäten als Komponist & Arrangeur seine ge­sang­li­chen bei weitem über­treffen, darf wohl unwidersprochen bleiben:

14. Oktober

Heute ist übrigens schon wieder, wie jedes Jahr am 2. Freitag im Oktober, Welt-Eiertag.
Anlassdichter Kollege KrassNick hat zur Feier des Eies ein erbauliches Gedicht gereimt:

    Hervorgebracht durch die Natur
    ward mit dem Ei die Eieruhr.
    Denn kocht im Wasser eines man
    und schlägt es auf, so weiß man dann:
    Ist innen hartgekocht das Ei,
    sind zehn Minuten nun vorbei.
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    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.


Die von Herrn Trithemius aufgeworfene Frage aller Fragen, »Was wird zuletzt da sein, das Ei oder das Huhn?«, konnte hieramts bereits hinreichend aufgeklärt werden.
Dank Bild-Zeitung wissen wir jetzt auch, wo die Wale ihre Eier ausbrüten:

29. September

Heute ist übrigens schon wieder der Tag des Deutschen Butterbrotes.
(nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)

Welchen Nutzen ein Tag des Deutschen Butterbrotes haben soll, weiß keiner. Macht aber nix, weiß ja von den Ägyptischen Pyramiden auch keiner. Oder vom Papst. Oder von Zun­gen­pier­cing undsoweiter.

Die Redensart »Minister fallen wie die Butterbrote: immer auf die Butterseite.« war bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebräuchlich, freilich hat sie an Gültigkeit bis heute nichts ein­ge­büßt.

Dass in Deutschland ein Wurstbrot oder Käsebrot ebenso als »Butterbrot« bezeichnet wird, auch wenn keine Butter darauf ist, kann man sich merken – muss man aber nicht.

23. Mai

Heute ist übrigens Welt-Schildkrötentag.
Passend zu diesem Anlass ein erbaulicher Vierzeiler, von Kollege Don Parrot:

    Zwei Kröten krochen aus dem Teich
    Die eine hart, die andre weich
    Die erste hüpfte an die Bar
    Die zweite kroch – ein Schildkröt, klar.

Laut Guinness Buch d. Rekorde ist das schnellste Reptil der Welt: eine Schildkröte. Wer hätte das gedacht. Die Lederschildkröte erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 35 km/h. (Nur im Wasser freilich, wie sich vermuten lässt, nicht auf dem Landweg.)
Als Kinder hatten wir zwei Schildkröten, namens Zátopek und Nurmi.
(Die “Herpetologische Terraristische Vereinigung“*) führt übrigens keine bedrohlichen Ab­sich­ten im Schilde. Die heißen bloß so bedrohlich.)

20. Mai

Heute vor 86 Jahren wurde der Innsbrucker Pianist und Kabarettist Theo Peer geboren.

Zum Kabarett kam er durch Zufall, als Partner seines Tiroler Landsmanns Otto Grünmandl in den legendären »Alpenländischen Interviews«: