Illustriertes

Markierungspfeil

Um dem Leser das Auffinden versteckter Details in Bildern zu erleichtern, werkelt in div. Bild­redaktionen der Markierungspfeilbeauftragte seines Amtes und verziert die Bilder mit bunten Pfeilen, welche auf diese Details hinweisen.


von links nach rechts (klick für Detail):

  • Pfeil: Such das Auto.
  • Im Bild ist ein verdutzter Dieb versteckt: Folge dem Pfeil, um ihn zu finden.
  • Im Bild ist Britney Spears versteckt: Folge dem Pfeil, um sie zu finden.
  • Pfeil: Such die Freizeit.
  • Demi ist hinter einem Blatt Papier versteckt. Folge dem Pfeil, um sie zu finden.
  • Polizeischüler gibt Schuss mit Markierungspfeil ab.

Hilfreich für Leser mit Richtungsfindungsschwäche ist der Richtungspfeil:

  • Pfeil: Da ist oben.
  • Pfeil: Da ist unten.
  • Pfeil: Da ist unten  hinten.
  • Pfeil: Da ist da.
  • Pfeil: Da ist hier.
  • Pfeil: Da ist SIE.

Nordsee-Panik


Zwei Meter lang war der gesichtete Riesenhai, wenn man der Bild-Zeitung glauben darf. Nachdem Riesenhaie bekanntlich Planktonfresser sind, kann man sich die ent­sprechende Panik gut ausmalen, welche das Plankton in der Nordsee befiel.

Tourist Guy I

In einem Kommentar zum vorigen Beitrag postulierte ein Kollege, bei dem Reporter Karl W. von ÖSTERREICHs auflagenzweitstärkster Ver­schenkzeitung handle sichs um gar keine reale Person, sondern lediglich um einen lebensgroßen Pappaufsteller, der vor beliebigen diversen Hinter­grundkulissen platziert und abfotografiert wird (klick Abb. für Detail):

Das ist natürlich eine haltlose Unterstellung. Wie sich anhand der Bild­strecken unten jeder überzeugen kann, ist der Mann augenscheinlich stets höchst­persönlich vor Ort des Ge­scheh­ens, und sollte es sich bei den Aufnahmen dennoch um Bildmontagen handeln, so fällt das jedenfalls (fast) nicht auf:

  • »Karl W. in Kairo«
  • »Karl W. auf Gaddafi-Jagd«
  • »Karl W. ist vor Ort«
  • »Karl W. im Griechen-Chaos«
  • »Karl W. im Irak«

  • »Karl W. in Kairo (II)«
  • »Karl W. mit dabei«
  • »Karl W. erlebt das Kiew-Blutbad«
  • »Karl W. war im Blutbad«
  • »Karl W. unter den Vermummten«

Dekoratives

Wenn ein Student in Brasilien Adolf Hitler heißt und deswegen seinen Namen ändern lassen will,  sorgt das im Rest der Welt für ge­hö­rigen Wirbel wird der Rest der Welt darüber im “Chiem­gau Wochenblatt“ informiert:

    »Nazi-Adolf sorgt wieder für gehörigen Wirbel«

Eine Meldung ohne Pics is nix, das weiß man auch im Chiem­gau, darum gibts als Dekoration ein hübsches Schmuckbild dazu. Was das abgebildete Motiv mit dem Namensträger des Artikels zu tun hat, erfährt der Leser aus dem Bildtext.

Seglerlatein

Was dabei herauskommen kann, wenn eine Pressemeldung mit Einzelheiten ausge­schmückt wird die im Ursprungstext gar nicht drinstehen, weiß man ja.

Über den Tod der Schauspielerin Natalie Wood, die 1981 von einer Yacht ins Meer stürzte und ertrank, wird da im KURIER extemporiert, sie wäre ..

    ».. beim Segeln ums Leben gekommen. [..] Sie segelten vor Catalina Island, nahe Los Angeles.«

Dass mans mit der dichterischen Freiheit auch zu weit treiben kann, erweist sich indessen in der Bildunterschrift, Abb. rechts:

Zehn Zentimeter


Dass sich die Erdachse durch das Erdbeben in Japan um zehn Zentimeter verschoben hat, ist bekannt. Weil sich aber vielleicht nicht jeder Leser unter zehn Zentimetern was konkretes vorstellen kann, gibts in Österreichs bedeu­tendstem Volks­bil­dungsorgan eine erhellende Illustration zur Ver­an­schaulichung.




(Kronen Zeitung)

Symbolbild


In welchem Zusammenhang die Illustration mit Herrn Faymann (50) und Fräulein Weich­sel­braun (29, mit Weißhaar-Pepi & aufgemalten Stirnfalten) zu dem betreffen­den Text stehen soll, bleibt wohl das Geheimnis der oe24-Bildredaktion.

Definieren Sie den Begriff “Auto-Panne“

Jetzt haben die also bei ÖSTERREICHs “bester Zeitung zum besten Preis“ endlich ein Grafik-Programm und müssen ihre Phantombilder nimmer mit Bastelschere und Uhu-Stick zu­sam­menschustern.
Darum gibts nun zu jeder Meldung, wo es kein Foto gibt, eine Computer-Grafik. Das ist sehr hilfreich, etwa bei Ereignissen, wo sich der Leser ohne erhellende Illu­stra­tion selber nix kon­kretes drunter vorstellen kann – z.B.:

    »Autofahrer übersieht Kurve und fährt geradeaus weiter statt abzubiegen.«

Um dem Vorstellungsvermögen des Lesers auf die Sprünge zu helfen, wird der Ablauf des Geschehens deshalb mithilfe einer Grafik bildlich erläutert:


Warum ein Ereignis, das früher mal “Horror-Crash“ hieß, neuerdings “Auto-Panne“ heißt, ist noch nicht restlos geklärt.