Etymologisches: Quark / Quargel

Haben Sie gewusst, dass Topfenschmarrn ein Pleonasmus ist. Topfen ist die österreichische Bezeichnung für Quark, und hat daneben auch die Be­deu­tung: Unsinn, Schmarrn, Quatsch. (Meine Cousine aus dem Rheinland amüsierte sich mal über diese Bezeichnung: »Topfen! Ihr Ösis habt wirklich komi­sche Wörter.« – Topfen, wahrlich ein “komisches“ Wort .. insonders im Ver­gleich zu »Quark« ; ) Kollege […]

23. April: Georgitag – Volksetymologisches

Der Heilige Georg (der “Drachentöter“) wird auf Heiligenbildern häufig mit einem Rit­ter­­helm dar­gestellt, deswegen heißt er im Volksmund “Schurl (volkstümlich für Georg) mit der Blech­haub’m (Blechmütze)“. Auch die Feuerwehrleute werden “Schurln mit der Blechhaub’m“ genannt – obwohl ja der Hl. Georg gar nicht ihr Schutzpatron ist, sondern der Hl. Florian – weil ihre Helme früher […]

Etymologisches – Aus der Reihe: “Ösitanisch für Außerösische“

neger (Adj.) = mittellos, pleite neger sein = kein Geld haben neger gehn = Pleite machen Siehe auch: Negerant (Subst. m.) = Habenichts; Pleitier: jemand, der neger [gegangen] ist Die Etymologie dieses ostmittelbairischen, vorwiegend wienerischen Adjektivs ist ungeklärt. Peter Wehle (“Sprechen Sie Wienerisch“) bemüht eine Herleitung, welche lediglich auf un­fun­dierter Mutmaßung beruht und kaum überzeugt: »neger: […]

Etymologisches

Aus der Reihe: “Ösitanisch für Außerösische“ Bahöh, der = österreichisch für Krawall, Wirbel, Aufruhr, Radau, Streit; an Botzn Bahöh mochn = viel Aufhebens, Lärm um nichts machen a murds Bahöh = ziemlicher Tumult Herleitung: Bahöl, von jiddisch Bahel, rotwelsch Balhe = Lärm, Verdruß, Streiterei; mittel­he­brä­isch behãlã = Durch­ein­ander, Entsetzen (Vgl. auch: ungarisch balhé = Krawall, Stunk) ─────────────────  [Quelle: H. Stern, Wörterbuch z. […]

Küchenetymologisches: Palatschinken

Kollege Shhhhh schreibt hier über aus dem Lateinischen herstammende Vo­ka­beln, welche als Lehnwörter Eingang in unsere Umgangssprache ge­fun­den haben, aber mittlerweile als genuin muttersprachlich empfunden werden. Letzthin war hieramts über die ösitanischen Gattehosen (v. ung. Gatya = [lange Unter-]Hose) die Rede, einem Lehnwort aus dem Ungarischen wie es im Österreichischen zahlreiche gibt, was in der gemeinsamen Historie […]

Etymologisches

Aus der »Liste der Österreichischen Fachbegriffe und deren etymologische Her­leitung«: Gschlåda, Gschlempa, Gwascht (gleichbed.) = minderwertiges Getränk Gschlåda (auch: Gschleda), n. v. mhd. gesleder = schlammiges Wasser; nhd. geschlädere = Sautrank vgl. schladern, schledern (Verb) = unmanierlich trinken Gschlempa, n. v. nhd. schlempe = Spülicht, Abwaschwasser vgl. schlempern (Verb): v. spätmhd. slemmen, slampen = schlürfen […]

Etymologisches

Aus der »Liste der Bairisch-Österreichischen Fachausdrücke, für die es im Schrift­deutschen kein gleichbedeutendes Synonym gibt«: Baaz (Subst., m.) = pampige, gatschige Masse *) *) Nota bene: im Bedeutungsunterschied zu gleichltd. Baaz (Subst., f.) = Beize, Sur Herleitung: v. mhd. backezen, batzen = klebrig, weich sein Bedeutung: breiartige Substanz mit ggf. schlaziger Konsistenz Beispiele: Äpfebaaz = Apfelmus Eapfebaaz = Erdäpfel[=Kartoffel]-püree Griaßbaaz = […]

Etymologisches

Aus der »Liste der österreichischen Wörter, für die es im Schriftdeutschen kein gleichbedeutendes Synonym gibt«: vawoadagln, (Verb) = verwirrstalten vawoadagld, (Adj.) = verwirrstaltet Bedeutung: verwordageln (Verb, transitiv):  etwas aus der Fasson bringen, verwursteln. verwordagelt (Adj.):  aus der gehörigen Form geraten bzw. gebracht, Konstella­tion un­vor­teil­haft durcheinandergeraten. U.a. kommen auch Texthervorbringungen (schriftlich o. mündlich*) aufgrund un­stimmigen Wortgefüges […]

Etymologisches

Aus der “Liste der österreichischen Verben, für die es im Schriftdeutschen kein gleichbedeutendes Synonym gibt“: kräulen, abgeleitet von altgerm. ‘kravla’ = “kriechen, krabbeln“ Bedeutung: kriechen, schleichen, trödeln, kraxeln u.a.m., nach Kontext. Beispiele: verkräulen, reflexiv: sich verkriechen, aus dem Staub machen auf Leiter, Baum, Dach, Berg u.ä. (auffe) kräu’n: (hinauf) klettern umanaundkräu’n: herumkriechen; umherschleichen, -streunen daherkräu’n: sich mühsam […]

Etymologisches

Aus der »Liste der österreichischen Verben, für die es im Schriftdeutschen kein gleichbedeutendes Synonym gibt«: wacheln, abgeleitet von mhd. ‘wacken’ = sich hin und her bewegen Bedeutung: wedeln, winken, fuchteln, flattern, taumeln u.ä., je nach Kontext.Beispiele:Der Hund wachelt (= wedelt) mit dem Schwanz. Die Fahne wachelt im Wind. umeinandwacheln: mit den Armen herumwinken, -gestikulieren; herumtorkeln. Outwachler: […]