Unerfindliches: Blasensoziolektisches

–  bringt die “taz“-Autorin (welche unerfindlicherweise alldort nicht als Autorin, sondern als “Autor*in“ firmiert) in ihrer Kolumne zur Kenntnis.
Für gewöhnlich hört man indessen nie von Cis-Männern, aber mittels googeln lässt sich her­ausfinden worum es sich dabei handelt: bei dem Vokabelkonstrukt “Cis-Männer“ handelt es sich offenkundig um den bla­sensoziolektischen Fachter­minus für gewöhnliche Männer.
Zwecks welchem unerfindlichen Behufe es im “taz“-Blasensoziolekt eines spezifischen Fach­begriffes für “gewöhnliche Männer“ bedarf, dessen Bedeutung sich für Außenstehende erst durch googeln erschließt, entzieht sich freilich dem landläufigen Allgemeinverständnis.

16 Kommentare

  1. Zu mir sagt Google über Cis-Männer, dass es sich um Männer handelt, die sich mit ihrem Geschlecht als Mann identifizieren. So gesehen sind sie „gewöhnlich“, aber halt auf das Geschlecht bezogen. cis ist in diesem Fall das Gegenteil von trans. Wie man auf den Begriff cis kam, wird nicht erklärt.

    1. Ist die lateinische Vorsilbe für „diesseitig“. Im Unterschied zu „trans“, was „jenseitig“ heißt. In der Chemie kommt das öfters vor, weil damit verschiedene Isomere benannt werden. Cis-Trans-Isomerie.

      1. Ich habe Cis bisher nur mit Musik bzw. einem Akkord verbunden, der eher Zwischentöne verbindet. Mein erster Gedanke wären also nicht gewöhnliche Männer gewesen, die so bezeichnet werden. ;-) Besten Dank für die Erläuterung, ich hab wieder was gelernt!

    2. Österreich-Ungarn bestand dazumals aus Cisleithanien und Transleithanien, nämlich den Gebieten diesseits und jenseits des Grenzflusses Leitha. (Wenn einer “vom anderen Ufer“ ist, muss er deswegen aber nicht trans, sondern kann trotzdem cis sein.)

    3. @ „cis ist in diesem Fall das Gegenteil von trans“

      Im Fall von Cis-Dur ist das Gegenteil aber nicht Trans-Dur, sondern Cis-Moll. ;-)

  2. Sich auf dem Terrain der Geschlechteridentitäten zu bewegen, war stets gefährlich, damals wie heute. Neue Sichtweisen bedingen aber mitunter auch neue Begriffe. Jedenfalls hätte es nicht geschadet, den Begriff in diesem Artikel auch zu erklären: dann hätte man nicht zu googlen gebraucht. Aber andrerseits: warum nicht googlen, das tun wir doch ohnehin täglich. Ich versteh die Aufregung und vor allem den Spott nicht so ganz.

    1. Ich spotte nicht über neue Sichtweisen oder Geschlechteridentitäten, sondern über die­­sen halboriginellen “taz“-Blasenjargon: in welchem Männer statt “Männer“ ausdrücklich “Cis-Männer“ ge­nannt werden um klarzustellen, dass damit ausdrücklich Männer (sic!) ge­meint sind und nicht irgendwas anderes, was man sich halt sonst womöglich fälschli­­cher­weise unter “Männer“ vorstel­len täte, z.B. Heinzelmänner oder Weihnachtsmänner oder wasweißich.

  3. Bei Wikipedia gibt es den Eintrag „Cisgender“, da wird erklärt, woher der Begriff kommt.
    Würde mich wundern, wenn er Eingang findet in den allgemeinen Sprachgebrauch, aber wer weiß.

      1. Genau. Allerdings könnte der Film heute gar nicht mehr gedreht werden: Daß ein Cis-Mann ein Drehbuch schreibt und verfilmt, in dem eine Frau, egal ob cis oder trans, vorkommt, ist eine genderkulturelle Aneignung. Man sollte diese alten, diskriminierenden Filme boykottieren oder verbieten. Oder umfilmen. Mit Büchern macht man das ja auch, also daß man Wörter austauscht oder erweitert. „Ich seh dir in die Augen, Kleines, Kleine, Kleiner.“

  4. Und ich dachte, es handelt sich um Männer, die sich in Cis-Moll einen blasen lassen…
    Aber ganz sicher war ich mir nicht… 😉

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