Überlebenstipps für “Bunte“-Leser

Nachdem letzthin der “Focus“ seinen Lesern bereits nutzreiche Verhaltensmaßregeln bei ei­nem Tor­­­na­do in Sicht darlegte, setzt die “Bunte“ noch eins drauf und verrät dir nunmehr:

»Bei einem nuklearen Angriff oder einem Atomkrieg würden Tausende sterben,« erfährst du da, »aber es gibt Möglichkeiten, einen Atomangriff unbeschadet zu überleben – du musst sie nur kennen.« Unbeschadet. Schau mer halt, welche Möglichkeiten die “Bunte“ dir zur Kenn­t­nis bringt:

Die “Bunte“ verrät:
  • »Auf gar keinen Fall darf man direkt in die Explosion sehen, da der Explosionsblitz so
    energiereich ist, dass die Netzhaut verbrennen kann und Erblindungsgefahr besteht.«
Immer gut wenn man darüber informiert ist, an welcher Stelle grad mit dem Stattfinden ei­ner Atombombenexplosion zu rechnen ist. Damit man nicht grad direkt dorthin sieht, wenn die statt­findet.
  • »Vor allem von Glasscheiben solltest du dich unbedingt fernhalten! Diese splittern bei der Explosion einer Atomwaffe und verwandeln sich in tödliche Glasscherben, die durch die Luft pfeifen.«
Immer gut wenn man darüber informiert ist, zu welchem Zeitpunkt eine Atomwaffenexplo­sion zu erwarten ist. Damit nicht grad eine Glasscheibe in der Nähe ist, wenn die stattfindet.
  • »Erfolgt der Atomangriff, während man sich im Freien befindet, soll man sich so gut wie möglich schützen und flach auf den Boden legen.«
Damit die tödlichen Glasscherben ungehindert über einen hinwegpfeifen können.
  • »Hat man die nukleare Detonation, die Druckwelle und die Feuersbrunst nach der Ex­plosion überlebt, ist die unmittelbare Gefahr für Leib und Leben noch nicht vorüber.«
Hat man’s nicht überlebt, kann man die folgenden Tipps hingegen vergessen:
  • »Um ein sicheres Versteck zu finden, solltest du beobachten, in welche Richtung der Wind den Atompilz weht. Weht ihn der Wind von dir weg, hast du Glück im Unglück:«
Glück im Unglück. Bekanntlich ein unerschöpfliches Thema.
  • »Die beste Fluchtrichtung ist deswegen vom Pilz weg.«
Die Idee, zum Pilz hin zu flüchten, wär’ mir sogar ohne den “Bunte“-Tipp nicht eingefallen.
  • »Das passende Versteck finden: Hast du ein sicheres Plätzchen gefunden, musst du dich darauf einrichten, einige Tage darin zu verbringen.«
  • »Stöcke, Steine oder Metallschrott kannst du zur Selbstverteidigung nutzen: Andere Über­lebende könnten dir dein Versteck neiden oder versuchen, deine Vorräte zu plün­dern.«
Hä? Welche Vorräte?
  • »Konserven, verpackte Nahrungsmittel, Getränke aus Flaschen oder Dosen sind nicht unmittelbar mit der Radioaktivität in Kontakt. Am besten ist, du sammelst auf dem Weg in dein Versteck alles, was du finden kannst!«
Jetzt verraten die mir das erst? Nachdem ich ein sicheres Plätzchen gefunden habe und mich darauf einrichten muss, einige Tage darin zu verbringen. Hätt’ ich das vorher er­fahren, hätt’ ich auf dem Weg in mein Versteck unterwegs einen Tante-Emma-Laden geplündert.
  • Nach einem Atomschlag beginnt das Leben auf dem Stand der Steinzeit neu. Mit ei­nem stabilen Messer, einer kleinen Säge, vielleicht ein paar Nägeln und Draht kann man zumindest einige Dinge fürs eigene Überleben basteln.
Um die Steinzeit unbeschadet zu überleben.

(Man darf gespannt sein, für welche diversen Katastrophenszenarien die ihre Überlebenstipps als nächstes zur Darbietung bringen, Asteroideneinschlag vielleicht oder sonstwas.)

26 Kommentare

    1. Klopapier vergessen, wieder mal typisch!

      Was man bei einem Atomangriff mit Leuchtraketen anfangen soll, wird allerdings nicht konkret erklärt.

      (oe24)

  1. Köstlicher als die Tornado-Tips.
    Doch Moment: waren früher BUNTE-Lesergucker nicht größtenteils Erwachsene ? Oder ist der Großteil der erwachsenen Hendi- und Nachrichtenverblödeten bereits sprachlich bei Kindertalkerei angekommen ? Ich staune…

    1. Versteh’ auch nicht, welche Leser diese Bunte-Leute mit „du“ ansprechen – mich etwa? Spricht man Erwachsene neuerdings so an? Seit wann bin ich perDu mit denen?

    1. Dass ein Kühlschrank eine gute Idee bei einer Atombombenexplosion ist, wusste bereits Indiana Jones.

      1. Wie schaut man eigentlich nach, dass man etwas *nicht* kennt?
        Egal. Guckst Du hier:

      2. Das waren doch garantiert eher die cineastischen Langzeiteffekte des vorigen Films als der Kühlschrank, nu`?
        Es ist ja im Film schon interessant wenn man nicht mehr weiß was die Hauptperson am vorigen Abend getrunken hat, und es um die Nachwirkungen geht – hier sinds die Nachwirkungen dessen, was der Hauptdarsteller im vorigen Film getrunken hat. Nicht dass ein deus ex machina filmisch nun so immer die beste aller Ideen wäre; aber „Atombombenexplosion überlebt durch kosmischen Kater“ ist schon fast so schlecht, dass es irgendwie wieder gut ist.

      3. @aurorula a.
        [X] Du hast „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ NICHT gesehen.

      4. Doch, ich habe den Film gesehen – zusammen mit zwei Physikern und einem Astronomen (meiner einer ist Apotheker). Ungefähr daher stammt auch die Idee dass die einzige Mög­lichkeit, wie er das überlebt haben könnte die Tatsache war dass er in dieser Szene aus …und der letzte Kreuzzug eben noch nicht tot war (nicht mal fast, wie sein Vater) – und daher noch quasi eine übernatürliche Reanimation ‚gut hatte‘:

      5. @aurorula a.
        Sorry, aber bei so einer verqueren Logik bin ich raus. Ihr Akademiker denkt einfach zu viel nach. Nix für ungut ;-)

      1. Auch nicht schlecht:
        „It doesn’t matter if we all die.“
        (One Hundred Years, Robert Smith/The Cure)

  2. Und wenn die Glasscherben durch die Luft pfeifen und dabei eine Melodie ertönt, hat man noch mehr Glück, das ist wie ein 6er im Lotto.
    Im Ernst: In Köln-Kalk gibt es einen atombombensicheren Bunker, der auf 14 Tage angelegt ist. Wenn man dann wieder nach oben kommt, wird dringend angeraten, in die Straßenbahn zu steigen und sich an einen sicheren Ort bringen zu lassen. Kein Scherz.

      • »Nach einem Atomschlag beginnt das Leben auf dem Stand der Steinzeit neu.«

      Mit einer Straßenbahnfahrt?

      • »Mit ei­nem stabilen Messer, einer kleinen Säge, vielleicht ein paar Nägeln und Draht kann man zumindest einige Dinge fürs eigene Überleben basteln.«

      z.B. ein elektrisches Stromnetz für die Straßenbahn, und einen Fahrscheinautomat.

      1. Beförderungserschleichung gilt es unter allen Umständen zu unterbinden. Schließlich wollen wir nicht, daß das Chaos ausbricht.

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