3. November – Hausfrauentag

Heute ist übrigens schon wieder Hausfrauentag.
(Nicht dass es wiederum Beschwerden hagelt, ich hätt’s ge­wusst aber niemand verraten.)

»Die 10 Gebote der guten Hausfrau:«

»Falle nicht Deinem Mann durch ein Uebermaß von unzeitgemäßen Zärtlichkeiten lästig, wenn er nach vollbrachter Tagesarbeit müde nach Hause kommt, sondern stärke ihn zu­­erst durch ein Gericht mit Bértes’ Gulyás-Zutat, das gibt Kraft und erweckt feurige Küsse.«
(Annonce, in: Wiener Bilder – Illustriertes Familienblatt, 1912)

18 Kommentare

  1. Nie sollst Du Deinen müden, matten,
    vom Tagewerk erschlafften Gatten
    mit Zärtlichkeiten quälen und
    mit läst’gen Küssen auf den Mund.
    Erst Bértes’ guter Gulaschsaft
    erweckt in ihm die Manneskraft,
    und nach dem Essen geht’s ins Stroh
    mit Paprika im Blut, de jó!

  2. Es kehret heim von harter Fron
    der Mann. Doch ach! Es harret schon
    tückisch die Frau und überfällt
    den armen Held der Arbeitswelt
    mit zärtlichen Exzessen
    noch vor dem Abendessen.

    Es sei der Leserin, der lieben,
    allhier ins Stammbüchlein geschrieben:
    Fall’ nicht durch Zärtlichkeit zur Last
    dem Manne, falls Du einen hast,
    koch’ erstmal Gulasch, aber flott!
    Dann hängt der Haussegen im Lot.

  3. Was waren das für Zeiten,
    als zur Kenntnisnahme
    gebeten ward.
    Sinn war nicht „verleiten“
    im Blatt des Boulevard.
    Nein, es wurde annonciert,
    es hieß noch nicht Reklame,
    die Texte waren engagiert
    drapiert auf Zeitungsseiten.

    1. So steht es in dem Inserat:
      „Zum Küssen steht der Mann parat
      erst wenn er was gegessen hat,
      womit die Frau ihn stärken tat.
      Der guten Hausfrau sei geraten,
      stets achte auf dies Inserat! Denn:
      tät’st Du dem nicht Beachtung zollen,
      tät’ Dich Dein Mann nicht küssen wollen.“

  4. Der See zu Neusiedl hat’s schwer
    jährlich im Herbst fehlt’s Wahasser.
    Des Rätsels Lösung einfach ist:
    die Ungarn stehln’s für’n Paprikeer.

    Joi joi Mama, was die alles kann
    die Julischka, die Julischka verführet ihren Mann
    mit Bértes’ Zutat sowie kessem Bra
    klar: hatt’ sie doch noch kein Viagra

    Und die Moral von der Geschicht’ ?
    Ohne Gulyás tut schmecken keine Liebe nicht
    drum denkt ihr Segler drunt’ am See
    wenn steckt im Schlamm das Schwert – oje
    hinein in die Kajüt’, auf auf
    ’runter das Bértes’ – Glück auf zum Lauf !

  5. Nicht nur, dass wir jetzt begründet vermuten können, was einst in dem Trank war, den un­statthafterweise Tristan und Isolde teilten. Nein, was noch viel mehr diesen Erinnerungen zur Ehre gereicht: dass wir endlich wieder lernen, die Kenntnisse und Untugenden der Alt­vorderen zu achten! Immerhin – nicht etwa er wurde seinerzeit übergriffig, sondern sie!
    Was hat sich da einhergehend mit dem allgemeinen Sittenverfall zum Schlechteren gewan­delt? Und: liegt das auch an diesem faden fast food`?

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