Wählerstromanalytisches

Bei der gestrigen Gemeinderatswahl in Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, gewann die Kommunistische Partei sensationell, während die FPÖ ein sattes Drittel ihrer bisherigen Wäh­lerstimmen verlor.

Es sei »traurig zu sehen, wie die KPÖ hier von der guten Arbeit der FPÖ profitiert habe*«, re­sü­mierte FPÖ-Obmann & Hausverstandsexperte Kickl über die Wahlniederlage seiner Partei, heißt also: die Wähler haben statt der FPÖ die KPÖ gewählt, weil die FPÖ so gut ist. Wer die­ser Logik hinter Herrn Kickls Wählerstromanalyse nicht folgen kann, dem mangelt’s ver­­mut­lich an dessen speziellem Hausverstand.

(Dass politische Analysen diverser FPÖ-Obmänner zuweilen recht spezieller Lo­gik un­ter­­lie­gen, ist freilich nix ungewöhnliches.)

7 Kommentare

  1. heißt also: die Wähler haben statt der FPÖ die KPÖ gewählt, weil die FPÖ so gut ist.

    Neinein, ganz anders. Die Laufburschen von der FPÖ haben ihre Arbeit gemacht, hinterlassen selbstverständlich ein Gemeinwesen in Top-Kondition und dürfen jetzt gehen. Dann kommen die Kommunistenflegel und verjuxen den ganzen hart erarbeiteten Wohlstand oder spenden ihn an den Weltkommunismus oder so, und hinterher holt man die FPÖ wieder, um den von den Roten runtergerittenen Saustall wieder auf Vordermann zu bringen. Danach kommen wieder die Kommunisten für die nächste Sause.

  2. So ähnlich begründet unser Herr Laschet warum er trotz Verlusten der CDU/CSU von mehr als 9% seit der letzten Wahl Kanzler werden muss … ich hab’s nicht verstanden – und den Mienen nach zu urteilen waren selbst seine Parteifreunde verblüfft.

    1. Dabei hatte ihm ausgerechnet der Herr Dobrindt als Stimme der Vernunft ein paar Tage vor der Wahl schon durch die Blume mitgeteilt, dass das so nicht geht.

  3. Frau Weidel sagte neulich in der Elefantenrunde zu den Stimmenverlusten ihrer Partei, die AfD habe gar keine Stimmen verloren, die seien nämlich zu kleineren rechten Parteien gewandert, gehörten also zu ihrem Lager, zusammengezählt habe man sogar noch dazugewonnen! Ah ja.
    Darauf meldete sich die Vertreterin der Linken und sagte: Wenn es die SPD und die Grünen nicht gäbe, hätte ihre Partei viel mehr Stimmen, deshalb sei es nur fair, daß sie jetzt mal das Bundeskanzleramt besetzten. Gut, das letzte habe ich mir ausgedacht, aber nach der Weidelschen Logik wäre es denkbar.

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