Euphemistisches

Der STANDARD titelt über die Aussagen eines Herrn Abdelati Krimi, Kandidat auf der Wahl­liste der Grünen zur Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl, in einer arabischsprachigen Sendung:


Und das sagt der Herr Kandidat der Wiener Grünen über das österreichische Eherecht:

»Bei Allah, [..] wir sind gegen die Gesetze dieses Landes,
weil diese Gesetze die Frau schützen und ihr Rechte geben.«

Eine solche Ungeheuerlichkeit als “kritische Aussage“ zu defi­nie­ren, ist wahr­haft ein denk­wür­di­ger Euphemismus.

4 Kommentare

  1. „Wer öffentlich eine Person oder eine Sache, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, oder eine Glaubenslehre, einen gesetzlich zulässigen Brauch oder eine gesetzlich zulässige Einrichtung einer Kirche oder Religionsgesellschaft unter Umständen herabwürdigt oder verspottet, unter denen sein Verhalten geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagsätzen zu bestrafen.“
    (§188 des österr. Strafgesetzbuches)

    Solange es in Österreich dermaßen absurde Gesetze gibt – Gesetze, an denen der Geist der Aufklärung offenbar spurlos vorübergegangen ist – brauchen wir uns nicht wundern, wenn Zeitungsschreiberlinge eine Aussage wie jene von Abdelati Krimi, sofern sie nur mit „Bei Allah“ eingeleitet wird, nicht als das bezeichnen, was sie ist, nämlich völlig jenseitiger und hirnbefreiter Quatsch (bzw. eine ideologische Tretmine), sondern sich in quasi vorauseilendem Duckmäusertum üben und diese „Ungeheuerlichkeit“ als freie Meinungsäußerung akzeptieren.

    1. Und was fällt einer Frau “Vizebademeisterin“ Hebein, Chefin der Wiener Grünen, dazu ein: anstatt diese Figur nach so einer unfassbaren Ansage mit nassen Fetzen aus der Partei zu jagen, verteidigt sie den auch noch. Und geriert sich damit als Wahl­kampf­hel­ferin für die Rechten. Die Grünen wähle ich am Sonntag nimmer – wer sich mit solchen Figuren gemein macht, hat bei mir endgültig ausgeschi**en.

    1. Ich kenne jetzt die österreichischen Grünen nicht so gut, aber die dürften doch weltanschaulich ungefähr so ähnlich wie die deutschen Grünen ticken? Dann wäre Feminismus dort doch ein wichtiges Element, und deswegen hätte ich erwartet, dass man Herrn Krimi wegen der zitierten Aussage in der Luft zerreißt. (Ich gehe mal davon aus, dass die Aussage tatsächlich so gefallen ist und hier keine Fehlübersetzung vorliegt.)

      Auch hätte ich kaum gedacht, dass jemand mit solchen Ansichten erstens zu den Grünen will und von denen zweitens aufgenommen und als Kandidat aufgestellt wird.

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