Konzertantes: Copy, & passt

Dass der Alkoholgehalt im Atem in Milligramm pro Liter Atemluft gemessen wird, der Alko­holgehalt im Blut hingegen in Promille pro Kilogramm Blut, hat jeder mal im Fahrschul­un­ter­richt gelernt, wers nicht verpennt hat. Sobald jedoch von einer Presseagentur (dpa) eine Unsinnsmeldung wie folgt abgesetzt wird, –


– flugs wird der Unsinn in sämtlichen Redaktionen von sämtlichen diensthabenden Presse­meldungs-Ab­schrei­be­be­auf­trag­ten unredigiert abgeschrieben und unisono in die Welt hi­naus­kolportiert, in artiger Abschreibekonzertanz von Aargauer Zeitung bis zur ZEIT.

Copy, & passt: die altbekannte Melodie, man kennt sie ja.

»Das Schlimme ist, dass alle voneinander abschreiben. Niemand macht sich mehr die Mühe zu überprüfen, ob überhaupt zutreffend ist, was be­haup­tet wird.« (Michael Götschenberg)
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Mehr alkoholische Unsinnsmeldungen siehe:  ▶️   ▶️

15 Kommentare

  1. Eine ehemalige Blogfreundin, die jetzt bei einer Nachrichtenagentur arbeitet, erzählte ganz arglos, dass sich die Kollegen bei einem Pressetermin gegenseitig helfen. Habe einer die richtigen Zahlen, etwa Teilnehmer bei Demonstrationen, gebe er die Zahl weiter.
    So kann man sich die Arbeit auch erleichtern, auf der Strecke bleibt die eigene Kontrolle und mithin Verlässlichkeit. Kein Wunder, wenn dann alle Medien die gleichen Zahlen melden. Ergebnis: Die Konstruktion von Wirklichkeit.

    1. Kollegin frau frogg, die selbst als Newsdesk-Redaktorin tätig war, berichtet hieramts in einem Kommentar über den Zeitdruck unter welchem sie dabei stand. Freilich dürfte Zeitmangel am Newsdesk aber nicht als Entschuldigung herhalten, sogar den augenscheinlichsten Blödsinn ungelesen & unreflektiert durchzuwinken und zu seiner Verbreitung beizutragen. Sowenig wie Beeilung unter Zeitdruck auch in anderen Branchen keine Entschuldigung für schlampige Arbeit darstellt.

  2. Da hat wohl einer beim Abschreiben nicht aufgepasst:

    (dpa) – Bei einem Schwarzbären in der Wuppertaler Schwebebahn sind am Nachmittag 42,5 Grad Celsius im After gemessen worden.


  3. (Merkur.de)

    Kein Wunder, dass der neben sich stand: 3,4 Promille Alkohol im Atem, das wären ja bei­nah dreieinhalb Milliliter pro Liter Atemluft – d. h. wenn der ein paarmal in ein 2cl-Schnapsglas pustet, wäre das schon wieder voll und er könnte sich den Alkohol gleich nochmal reinpfeifen.

  4. “Hierbei ließ Polizist Alkohol beim Mann [..] pusten, wobei der Polizist bei ihr roch“:


    (Wieviel Promille der Polizist beim Riechen an dem alkoholpustenden Mann inhalierte & anschließend intus hatte, als er die betreffende Polizeimeldung anfertigte, ist nicht überliefert ; )
    ───────────────────────────────
    (Polizeimeldungen, siehe auch ►)

      1. Wobei die Frage ist, ob man indem Zustand noch in den Spiegel schauen mag (oder in den SPIEGEL schauen kann).

  5. also den schwarzfahrer würde ich freisprechen
    mit 5,24 ob nun im blut oder der atemluft
    ist es unmöglich den fahrkartenautomaten zu bedienen
    mal ganz davon abgesehen das er dies gerät findet
    gruß ronny
    weiterführend könnte man aber behaupten das das gar kein
    schwarzfahrer war weil er ja hackeBLAU war
    und blau fahren is erlaubt zumindest in der tram

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