24. November – Ein aviatischer Vélocipèdeur

Heute vor 107 Jahren, am 24. November 1912, fand in Paris unter dem Titel “Concours de l’Aviette“ ein von der Firma Peugeot Frères veranstalteter Wettbewerb für fliegende Fahr­­rä­der statt, welche ausschließlich durch menschliche Muskelkraft angetrieben sein sollten. Es gab keinen Gewinner.

Die Aviette von Raymond.
Links: Das fliegende Fahrrad, danebenstehend der Erfinder Henry Raymond. –
Rechts: Die Raymond≈Aviette auf der Fahrt, aber noch nicht im Fluge.
(Allgemeine Automobil≈Zeitung &
Allgemeine Flugmaschinen≈Zeitung, 1912)

(S.g. Leser,
leider endet unsere Bildstrecke über das fliegende Fahrrad nach dem zweiten Bilde, weil dem Photo­graphen der Film ausgegangen ist.
Die Redaction
)

20 Kommentare

    1. Im Gegenteil – der muss ordentlich Gewicht auf die Reifen bringen, damit er genug Traktion hat, um die zum Abheben nötige Geschwindigkeit erreichen zu können. Es erwies sich als sehr schwierig, die schweren Kleidungsstücke (Ledermantel, Bleistiefel) im Moment des Abhebens elegant abzuwerfen, ohne das Fluggerät ins Schlingern zu bringen. Nach mehreren Beinahekatastrophen ist man dazu übergegangen, stattdessen Steine oder Bleigewichte an Kordeln an die Lenkstange zu hängen, die man dann einfach abwerfen konnte. Das Flugfahrrad hat sich trotzdem nicht durchgesetzt.

      1. Experimente mit Negativballast in Form von an den Tragflächen befestigten Ballons, die man im Moment des Abhebens aus mitgeführten Gasflaschen mit Helium füllen wollte, haben ebenfalls keine zufriedenstellenden Resultate gezeitigt, sodass man diese Art des Fliegens dann schlussendlich aufgegeben hat und sich stattdessen vernünftigeren Dingen widmete.

  1. Seit Ikarus weiß jedes Kind,
    dass große Höh’n gefährlich sind.
    Ob mit Fahrrad oder Feder:
    das weiß wirklich nun ein jeder,
    dass in der Luft es fehlt der Halt.
    Ich bin von neugier’ger Gestalt
    und frag‘ Herrn Nömix frei heraus:
    Wie ging nun die Geschichte aus?
    Kann Herr N. das recherchieren
    und seine Leser informieren?

  2. Wer fliegen will sollt Vogel sein!
    Ich hab ein Fahrrad, das ist mein,
    bin schon gelegentlich damit geflogen,
    was ziemlich schmerzlich war, ganz ungelogen.

  3. @ Frau Dinktoc
    Wie die Geschichte weitergeht
    vom fliegenden Velociped
    und ob das Kunststück tat gelingen
    zum Fluge selbiges zu bringen,
    wird morgen hier zu lesen stehn.
    Bis dahin auf Wiedersehn.

  4. In den Annalen der Luftfahrtgeschichte findet ein Henry Raymond als Erfinder des fliegenden Fahrrades keine Erwähnung und geriet für die Nachwelt in Vergessenheit. Aber nur, weil es von seinem Flug damals kein Foto gibt. Pech für ihn.

  5. Der erste Wettbewerb der fliegenden Fahrräder.

    »Der Wettbewerb für fliegende Fahrräder, den die Firma Peugeot Frères unter dem Titel „Concours de l’Aviette“ für Flugmaschinen veranstaltete, die ausschließlich durch mensch­liche Muskelkraft betätigt sein sollten, hat am letzten Sonntag auf der Pariser Prin­zen­park­bahn stattgefunden, aber ohne den Erfolg, den man erhofft und vorausgesagt hatte. Die Be­dingungen des Wettbewerbes sind bekannt. Es waren zwei Preise ausgesetzt, einer von 10.000, der andere von 1000 Franken. Der 10.000 Franken≈Preis war für jene Maschine bestimmt, die eine Distanz von 10 Meter zweimal durchfliegen würde (Preis des De­ka­me­ters); der Apparat hatte nach der Zurücklegung der ersten zehn Meter zu wenden und die Distanz sodann nochmals in umgekehrter Richtung zu durchfliegen. Der 1000 Fran­ken≈Preis war für jene Maschine be­stimmt, die eine Distanz von einem Meter in einer Höhe von 10 Zentimeter fliegend zurücklegen würde. Von diesen beiden Preisen konnte bei dem ersten Wettbewerb  k e i n e r  zuerkannt werden, da keiner der 23 Bewerber imstande war, auch nur eine einzige der vorgeschrie­benen Bedingungen zu er­füllen. Von den 198 zum Wett­bewerbe gemeldeten Ma­schinen war nicht eine einzige im­stande, sich auch nur um Haaresbreite vom Boden zu erheben, und der Wettbewerb, der von 9 Uhr vormittags bis zum Ein­bruch der Dämmerung dauerte, löste sich in eine Auf­ein­an­der­folge immer tristerer Enttäuschungen auf. In Erwartung eines interessanten Schau­spieles hatten sich an 2500 Zu­schauer eingefunden, die die große Tribüne okku­pier­ten und ihrem Mißvergnügen teils durch Pfeifen und Zischen, öfter noch durch Lachen und ironischen Beifall Aus­druck gaben. «
    (Allgemeine Automobil≈Zeitung &
    Allgemeine Flugmaschinen≈Zeitung, 1912)

  6. man wird schnell auf der schnauze liegen
    will man mit einem fahrrad fliegen
    es fliegt das fahrrad überall
    nur abwärts und im freien fall

  7. Schlecht geht der Flugversuch zu Ende
    schmiert man beim Start ab ins Gelände,
    wo garstig, wie’s im Buche steht,
    das Fluggerät zu Bruche geht.

  8. Wozu braucht der auf seiner Aviette eine Fahrradklingel? Um vor ihm fliegende Luftfahrzeuge beim Überholen zum rechts Ranfliegen zu bewegen?

  9. Der Erdling kennt sich mit Vögeln nicht aus
    mit Kunstschwingen bestückt – welch ein Graus!
    Macht zur Persiflage seiner selbst sich der Wicht
    doch Abheben, nein, das wird er nicht.
    Drum, Radler, bleib bei deinem Leisten
    zu fliegen wag dich nicht erdreisten
    an der Glut der Sonne so mancher Höhenflieger sich schon hat verbrannt
    vom ollen Phönix ists uns gut bekannt
    drum radel fröhlich ohne Schwingen
    (auch das kann manchen Absturz bringen!)
    und freue dich deiner und deines Leben
    wenn.s Gott gewollt, er hätt dir Flügel gegeben.

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