13. August

Heute vor 120 Jahren wurde Sir Alfred Hitchcock (1899-1980) geboren. Hätten Sie gewusst, dass Hitchcock seine beiden allerersten Filme in Germany drehte, nämlich in den Bavaria-Filmstudios in Geiselgasteig/Grünwald, sowie in Tirol.
Sein zweiter Film hieß »The Mountain Eagle« (1926), eine bizarre Geierwally-Schmon­­zette, die in einem Kaff  namens Stanton in den Kentucky Hills spielt. Die Außen­auf­nah­men fan­den in den Tiroler Alpen statt, mit einheimischen Komparsen. Kentucky-Hill­billys, die sich auf tirolerisch unterhalten, hätten sich bestimmt reizvoll angehört, schade dass es damals noch keinen Tonfilm gab – der kam erst zwei Jahre später. Hitchcock fand übrigens nie he­­raus, dass sein Tiroler Drehort in Wahrheit gar nicht Stanton hieß, sondern St. Anton.


 Abb.: Hitchcock (2. v. re.) bei Filmaufnahmen in den Tiroler Alpen, Winter 1926


»Rope« (dt.: »Cocktail für eine Leiche«) war Hitchcocks erster Film den er auch selbst pro­du­­zier­te, und für die Dreharbeiten reiste er mit seinem Filmteam in die USA. Im Einreise­for­­mu­­lar gab er als Berufsbezeichnung »Produzent« an.
»Und was produzieren Sie?« wollte der Zollbeamte wissen.
Hitchcock antwortete: »Gänsehaut, Sir.«

Über Hitchcocks legendäre Cameo-Auftritte: François Truffaut berichtet in seinem Buch »Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?« dass Hitchcock schon bald dazu überging, seinen obligaten Cameo-Auftritt gleich am Anfang jedes Films zu absolvieren – weil das Publikum sonst nur mit Spannung drauf gewartet und sich gar nimmer auf den eigentlichen Film kon­zen­triert hätte. Kopfzerbrechen bereitete ihm die Sache bei dem Film »Lifeboat«, dessen Handlung zur Gänze in einem Rettungsboot mit zehn Schiffbrüchigen mitten im Atlantik spielt. Seine ursprüngliche Idee, als Wasserleiche an dem Boot vorüberzutreiben, verwarf er wieder, weil ihm eine elegantere Lösung einfiel: als Vorher-Nachher-Modell in einem Inserat für Schlank­heitspillen in einer Zeitung, die einer der Schiffbrüchigen zufällig bei sich hat. Hitchcock erzählte Truffaut auch, dass daraufhin zahlreiche Filmzuseher bei seiner Pro­­duk­­ti­ons­­firma anriefen um sich zu erkundigen: wo das fabelhafte Schlankheitsmittel denn er­hältlich sei?

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