5. Februar

Heute vor 90 Jahren erblickte in Neufeld an der Leitha Fred Sinowatz (1929-2008) das Licht des Burgenlandes, ex oriente lux.
Der Name Sinowatz stammt aus dem slawischen und bedeutet übersetzt “komische Nase ko­mi­scher Name“. Weil er in der Schule deswegen immer als “Fredi Nasowitz“ verspottet wurde, rächte er sich indem er Unterrichtsminister wurde. Weil er als Unterrichtsminister ständig als “Unterschichtsminister“ verspottet wurde, wurde er Vizekanzler. Dass er als Vize­kanzler als “Witzekanzler“ verspottet wurde, kam nicht unerwartet. Als Bundes­kanzler wurde er als “Fred Sinnlosschwatz“ verspottet. Dabei sagte er viele gescheite Sachen, sein bekanntester Aus­spruch ist:

    »Es ist alles sehr kompliziert.«

Fred Sinowatz ging in die Geschichte ein als der einzige Bundeskanzler der Zweiten Republik, der noch komischer aussah als Wolfgang Schüssel.

11 Kommentare

  1. Ich hab den ja gemocht den Sinowatz. Alleine schon wegen diesem berühmten Spruch, der so wahr ist.
    Und ich hab ihm mal die Hand geschüttelt! Als er Unterrichtsminister war. Da war ich nämlich stellvertretende Schulsprecherin. Schlimm war, dass auch ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt die Fernsehmoderatoren immer noch sagten: „Bundeskanzler Krreissssinowatz.“

  2. Als er Bundeskanzler war, habe ich mich sehr über ihn lustig gemacht. Und der Kompliziertheitsspruch hat das Vergnügen noch verstärkt.
    Ich sehe das mittlerweile etwas anders.
    Die Komplexität ist noch gestiegen, die Politiker sehen sich durch die Sachthemen noch mehr überfordert, aber zugeben würde es keiner.
    Und so kommt es zu den üblichen Vorgehen: eine Regelung wird proklamiert, dann gibt es Proteste, dann wird ignoriert, dann wird die Regelung redigiert, weil die Proteste ja doch nicht unberechtigt waren. Dann wird „abgewogen“ (heute durch die Unterrichtsministerin – oder heißt das Bildung) und letztlich wird der Kompromiss gewählt bei dem die wenigsten schreien.
    Sinowatz mag den Spruch aus einer Schwäche heraus gesagt haben, aber ich habe heute eine größere Achtung vor ihm, als vor allen Bundeskanzlern nach ihm. Was gabs da? Vranitzky, Klima, Schüssel…
    Gusenbauer muss erst einmal zeigen, was er kann

  3. So klein ist die Welt! …. mir ist Fred Sinowatz erst von wenigen Tagen als ganz normaler Sterblicher, nämlich als Patient im Krankenhaus, begegnet.
    Da ging´s ihm gesundheitlich garnicht berauschend, deshalb berühren mich diese Deine Zeilen, @ noemix, auf eine besondere Art und Weise!
    Ich wünsch´dem alten Mann alles Gute zur Genesung!

  4. @ steppenhund
    Der Eintrag sollte spöttisch sein, kein Spott. Sinowatz war als Politiker im großen & ganzen aufrichtig, integer, loyal, menschlich, symphatisch. Auf welchen seiner Nachfolger trafen ALLE diese Charakteristika noch zu? Neben z.B. einem Schüssel, einer der widerwärtigsten politischen Figuren der Zweiten Republik (der aus rein persönlichen Motiven, nämlich der Befriedigung seiner eigenen egomanischen Machtgeilheit, keine Hemmungen zeigte, dafür sogar die internationale Ächtung Österreichs in Kauf zu nehmen) war ein Sinowatz ja fast noch eine Lichtgestalt, mit allen seinen Schwächen. Auf jeden Fall war er der letzte Bundeskanzler, über den man sich lustig machen konnte. Das kann man definitiv von keinem nach ihm mehr behaupten. Leider. Über einen Schüssel bleiben einem die Witze im Hals stecken. Und Red Fred der Zweite war auch schon mal komischer, als er noch nicht Kanzler war.

  5. Was mir sehr imponiert hat, er hat auch proaktiv seine eigene Nachfolge eingefädelt. Der Mann war wirklich nicht blöd. Er hat halt nicht in dieses Stromlinienpolitikerbild gepaßt, war aber einer der Menschen, die das auch für sich erkannt und reagiert haben. (Leider mußte er wohl) Wie oben gesagt, das war kein Schmäh: ich hab den gemocht. Und den Kompliziertheitsspruch den zitiere ich auch heute noch gerne. Ernsthaft. (uhuhu – jetzt machen wir nen Sinowatz-Fanclub auf)

  6. Ich nochmal.
    Ich hab doch tatsächlich noch das Foto aufgetrieben, als er uns damals an der Schule besucht hat.

    L9 – proudly presents – Sinowatz und die Nase von L9 (ich mein, woher sonst haben meine Figuren so große Nasen)

  7. in meine geschichte ging der altbundeskanzler als namensgeber ein: mein vater hatte, als ich ein kind noch war, einen schwarz-weißen kater, der den namen „watzl“ hatte. als ich meinen erzeuger frug, wieso das tier diesen namen trägte, antwortete dieser: „weil er auch eine so große nase hat wie der sinowatz“.

    also wird sinowatz für mich immer ein nasenkanzler geblieben sein :-)

  8. es gibt noch einen berühmten Ausspruch – der mit meiner Vergangenheit zu tun hat (und der vermutlich etlichen Burgenländern noch in Erinnerung ist):
    „…Ich weiß nicht, was ich eröffne, aber ich eröffne es…“

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