Kehrwoche

Heute vor 30 Jahren, am 17. Dezember 1988, wurde die schwäbische Kehrwoche in Stuttgart, welchselbe alldort seit Zeiten der Entdeckung Amerikas im Stadtrecht fest­ge­schrie­ben stand, vermöge einer höchstamtlichen Ver­fü­gung des regierenden Oberbürgermeisters ab­ge­schafft.

»Damit die Stadt rein erhalten wird, soll jeder seinen Mist alle Wochen hinaus­führen, jeder seinen Winkel alle vierzehn Tage, doch nur bei Nacht, sauber ausräumen lassen und an der Straße nie einen anlegen. Wer kein eignes Sprechhaus [=Abort] hat, muß den Un­rath jede Nacht an den Bach tragen.«
.(aus dem Stuttgarter Stadtrecht von 1492)
.

21 Kommentare

  1. ein oh wohl über die poeten
    die losmarschieren wie raketen
    wenn es allhier um unrat geht
    ihr geist schein völlig aufgedreht
    sie reimen wie die geisteskranken
    voll lust beim scheißen die gedanken

  2. Das Thema „Notdurft zu verrichten“
    verführt gar sehr, etwas zu dichten.
    Denn bei Scheiße, Kacke, Merde
    ist Jedermann und -frau Experde.

  3. Als Stuttgarter muß ich gestehn:
    ich find es ziemlich unbequem,
    mitten im Winter nachts um zehn
    zum Scheißen an den Bach zu gehn.

  4. Wer dort in Stuttgart defäkiert
    statt am Abort am Gehweg, wird
    [an Ort und Stell‘ exekutiert]
    sofort vor Ort streng sanktioniert
    mit einem Bußgeld, wie’s gebührt.

  5. Der Schwabe, frei von Peinlichkeit,
    macht glei am Bach sei‘ Reinlichkeit.

    [Das anzugebende verzerrte Wort lautet lustigerweise ‚fack‘; sicherlich handelt es sich dabei um die hochschwäbische Umlautung von ‚fuck‘]

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