13. November – Aviatisches

Heute vor 111 Jahren, am 13. November 1907, hob Monsieur Paul Cornu mit seinem »flie­gen­den Fahrrad«, angetrieben von einem V8-Zylindermotor, zum ersten bemann­ten Hub­schrau­ber­flug der Luftfahrtgeschichte ab. Der Erstflug erreichte eine Höhe von 30 Zentimeter, die Flug­dauer betrug 20 Sekunden. Leider erwies sich sein Hubschrauber als nicht steuerbar, wo­raufhin Mon­sieur Cornu die Flugversuche bald wieder einstellte.

11 Kommentare

  1. Ich wollte zuerst etwas dichten, so mit Fluggerät und Spargelbeet als Reim.

    Und dann kam mir doch eher der Respekt vor dem Einfallsreichtum und der Umsetzung solcher Ideen dazwischen.
    Was wären wir heute wohl ohne diese Pioniere ?

  2. Es fällt auch auf, dass viele der heute noch bekannten Flugpioniere (Gebr. Wright, Paul Cornu, Glenn Curtiss u.a.) Fahrradmechaniker waren. Es scheint sich in diesem Berufs­stand eine ausgeprägte Neigung zur aviatischen Tüftelei ent­wickelt zu haben.

  3. »Es gibt ängstliche Gemüter, die da meinen: Die Automobile sind schon eine schreckliche Kalamität, wie wird das erst mit den Luftschiffen werden; die werden uns auf die Köpfe fallen. So weit sind wir noch lange nicht. Ueber das H e r u n t e r brauchen wir uns keine grauen Haare wachsen zu lassen, solange es sich noch darum handelt: Wie kommen wir h i n a u f ?
    [..] Sobald nun die Geschwindigkeit auf dem festen Boden eine bestimmte Größe erreicht hat, soll sich mechanischen Gesetzen zufolge das Luftschiff mit­samt seinem Fahrer und dem Motor in die Lüfte erheben. Nach Angabe des Erfinders muß der Aufflug in die Luft mit Notwendigkeit stattfinden, sobald die Geschwindigkeit auf dem festen Boden 60 km erreicht hat. Es ist gewiß, daß sich die Geschwindigkeit, die zum Auffluge in die Luft erforderlich ist, wird erreichen lassen, und man wird sich sodann überzeugen, ob die Erfahrung mit dem theoretischen Ergebnisse der Be­rech­nungen überein­stimmt.«
    (Allgemeine Automobil≈Zeitung & Allgemeine Flugmaschinen≈Zeitung, 1906)

    Das Problem, dem sich die seinerzeitigen Luftfahrt-Pioniere gegenübersahen, ihre teils bizarren Konstrukte vom Boden in die Luft zu befördern, lag häufig nicht am Kon­struk­tions­prinzip per se, als am unzureichenden Gewicht/Leistungsverhält­nis der zur da­ma­li­gen Zeit verfügbaren Motoren, mit denen sich die erforderliche Ab­hebe­ge­schwin­digkeit (bzw. Rotoren-Drehmoment für Vertikalstart) nur schwer erreichen ließ. (An einem zu schweren Motor scheiterte schon der Österreicher Wilhelm Kreß bei seinem ersten be­mann­ten Motorflug, und wenig später er­kannten auch die Gebrüder Wright das Manko mangelhafter Motorisierung. Wilbur Wright erklärte: »Geben Sie uns einen hin­rei­chend leis­tungsstarken Motor, dann bringen wir damit auch einen Küchentisch zum Fliegen.«)

  4. Ebenfalls Fahrradmechaniker war übrigens Konrad Dorfschmied, der den Schleudersitz für Hubschrauberpiloten entwickelte. Seine Erfindung konnte sich allerdings nicht durchsetzen.

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