28. Oktober

Heute vor 125 Jahren kam der Wiener Kabarettist Karl Farkas (1893–1971) zur Welt. Farkas hatte eine riesige Nase. Solch ein riesen Pfrnak im Gesicht sei äußerst praktisch, erklärte er, »weil man auch unter der Dusche rauchen kann.«

Von Karl Farkas (nicht Karl Kraus, wie meist irrtümlich zugeschrieben) stammt unter anderm auch das Bonmot: »Österreicher und Deutsche unterscheiden sich durch ihre gemeinsame Sprache.«

Mit seinem kongenialen Doppelconférence-Partner Ernst Waldbrunn (1907–1977) als “Der G’scheite und der Blöde“:

    Farkas: »Vorm Schlafengehen trink ich keinen Kaffee.
    Wenn ich einen Kaffee trink, kann ich nicht schlafen.«
    Waldbrunn: »Bei mir ist das umgekehrt: wenn ich schlaf’,
    kann ich keinen Kaffee trinken.«

10 Kommentare

  1. Die Doppelconférencen mit Fritz Grünbaum liegen ja sehr sehr weit zurück, im Zweigespann mit Ernst Waldbrunn ist er ja präsenter. Als Simpl-Chef aber muss er sich nach wie vor kritische Nachrufe gefallen lassen.

  2. Karl Farkas war anscheinend überhaupt ein sehr schlagfertiger Mensch; einmal aber fehlten auch ihm die Worte, nämlich als jemand im Publikum bei einem seiner Auftritte mitschrieb. Farkas erkundigte sich, was der Mann denn tue, dieser antwortete ihm, er schreibe die Pointen mit. Farkas fragte, ob er denn mit dem Schreiben überhaupt nachkomme, worauf als Antwort kam: „Ganz leicht, ich notiere ja nur die guten !“

  3. Witzige Anekdote :) Farkas begann seine Karriere im Simpl ja als sog. “Blitzdichter“, der Publikumszurufe mit (mehr oder weniger) spontan aus dem Stegreif gereimten Repliken parierte. Im dem von Ihnen beschriebenen Fall möchte ich freilich vermuten, dass der Sketch einstudiert war und der Mann im Publikum ein daran mitwirkender Komparse, den Farkas zuvor zwischen das Publikum plaziert hatte.

  4. Bei der Gelegenheit gestatte ich mir einen Nasenwitz.
    Am Tresen geraten zwei in einen Streit. Sagt der erste: „Hast du eine hässliche Nase. Wenn ich so einen Riesenzinken im Gesicht hätte, würde ich mich erschießen.“ Sagt der andere. Du hast leider Recht. Als die Nasen verteilt wurden, bin ich etwas zu spät gekommen. Es lagen da nur noch deine und meine. Ich wollte mir schon deine greifen, als von oben eine Stimme rief: „Lass die liegen, das ist eine Rotznase!“

  5. Danke :) (Erinnert mich wiederum dran, wie mein kleiner Bruder und ich als Kinder mal im Naturhistorischen Museum waren, wir hatten Streit gehabt und waren bös auf­ein­an­der. Wie wir so vor einer Vitrine mit ausgestopften Nasenaffen stehen, sag ich bitter­böse zu meinem Bruder:
    »Der Aff ’ mit der riesen Nase schaut dir ähnlich, der schaut aus wie dein Bruder!«
    Unverzüglich widersprach mein Bruder:
    »Nein, der schaut aus wie dein Bruder!«)

  6. Meine (zugegeben halbherzige) Recherche ergab, dass der älteste nachgewiesene Beleg dieses Bonmots – zumindest was den deutschen Sprachraum betrifft – von Alexander Lernet-Holenia stammt. (Der Satz war im Februar 1957 in der Zeitschrift „Der Monat“ zu lesen.)
    Sinngemäß dasselbe schrieb allerdings schon Oscar Wilde (in „The Canterville Ghost“): „We have really everything in common with America nowadays, except, of course, language.“

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