12. September

»Ich kann nur raten, den Gegner ernst zu nehmen,
auch wenn der Torwart eine Pudelmütze trägt.«
(Josef Hickersberger, 2003)

.
Heute vor 28 Jahren fand in Landskrona/Schweden das denkwürdige Fußball-Länderspiel zur EM-Qua­li­fi­ka­tion zwischen den Färöer-Schafsinseln und Österreich statt, welches mit dem Er­geb­nis 1 : 0 für die Färöer endete – entgegen der zuvor von Stürmer Toni Polster auf­ge­stell­ten Pro­gnose eines zu erwartenden 10 : 0-Sieges für Österreich. Draufhin trat der öster­rei­chi­sche Nationaltrainer Josef Hi­ckers­berger zurück und verschwand in der Ver­sen­kung, aus der er indessen 15 Jahre später wie­derum hervortauchte: nämlich als – trara! – neuer öster­rei­chi­scher Nationaltrainer *).
Schuld an dem blamablen Resultat war die weiße Pudelmütze des färöischen Torwarts, wel­che die österreichischen Spitzenstürmer gemäß deren übereinstimmender Aussage so massiv irri­tier­te, dass es ihnen nicht gelang ein Tor zu schießen.
Jene legendäre weiße Pudelmütze des Torwarts der schafsinsulanischen Amateurmannschaft, Jens Martin Knudsen (im Zivilberuf Gabelstaplerfahrer in einer Fischfabrik), hatte des­sen Mut­ter gestrickt und wird seither im Nationalmuseum in Runavik als Staatsreliquie auf­be­wahrt. Pudel­müt­zen­träger Knudsen wird noch heute auf den Färöern als Nationalheld ver­ehrt.
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*) (In seiner zweiten Ägide als österreichischer Teamchef beschwerte sich Hickersberger vor dem Länderspiel Trinidad & Tobago gegen Österreich: »Das ist ja unfair: zwei gegen einen.«)

5 Kommentare

  1. Legendär.
    Das Spiel.
    Die Haube.
    Der Abgang.
    .
    Interessant, dass des einen 1:0 des anderen 9:0 ist.
    Der macht sich so rar, wie des anderen Grammatikkenntnisse.

  2. Lese ich von „unerwarteten Fußballergebnissen“, muss ich immer an jenes legendäre Match in meiner Kindheit denken:
    Das Spiel zwischen FC Ollersbach und SV Maria Anzbach, zwei etwa gleich starken Mannschaften in der Regionalliga Traisental-Ost, denen zum Ende der Saison der Klassenerhalt sicher war, endete 27 : 0 für Ollersbach.
    Wie das? Der Ollersbacher Kirchenwirt hatte den Spielern seines Vereins für jedes erzielte Tor ein Fass Bier versprochen. (Dass sich diese das Bier dann im Anschluss an das Spiel mit den Recken von Maria Anzbach geteilt haben sollen, ist vermutlich nur ein böses Gerücht.)

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