23. März

Kollege Gunkl hat heute Geburtstag, bekannt als virtuoser Meister der semantischen Ara­bes­ke, der argumentativen Pirouette & der er­kennt­nis­philosophischen Föhnwelle, sowie als uni­ver­seller »Experte für ei­gent­lich eh alles«.
Seine Ratgeberseite »Gunkls Tip des Tages« wird seit April 2000 täg­lich (sic!) ak­tu­ali­siert, man erfährt dort wissenswertes und be­deut­sa­mes, etwa:

    »In Monaten, deren Namen in Heinzelmännchenschrift Buchstaben aufweisen, die eine geschlossene Schlinge bilden, sollte man bis spätestens zwei Stunden vor Sonnen­unter­gang nichts essen, was mit Schonbezug besser aussieht als ohne.«
    oder: »Hunde, die beißen, bellen nicht; wenigstens nicht währenddessen.«
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    © mit freundl. Genehmigung d. Autors

Aufgrund seiner markanten Optik (Kurzhaarschur & Aschenbecherbrille) werde er oft fälsch­li­cherweise für einen Intellektuellen gehalten, tatsächlich aber sei er lediglich, wie er selber zu­gibt, »schasaugert und z’ fäu zum kampeln« *)
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*) schwachsichtig und zu faul zum kämmen

20 Kommentare

  1. Der Spruch vom x.x.xxxx ist mir ja direkt auf den Leib geschrieben:

    Wenn Sie herausfinden wollen, ob jemand zu Ihnen paßt, dann fragen Sie diese Person, ob Sie ein bisserl nervös wird, wenn sie an Autos Radfelgen sieht, bei denen die Anzahl der Speichen und die Anzahl der Radmuttern relativ prim sind. Für eine lebenslange Bindung wird das alleine nicht ausreichen, aber wenn Sie beide da gleich empfinden, ist schon einmal was gewonnen.
    [Gunkls Tip des tages]

  2. @ la-mamma
    Ein »bunter Hund« wäre eine Metapher, ein »schircher Hund« ist ein Vergleich.

    (wenn der Gunkl das leserte, tät ihm dazu wahrscheinlich einfallen:
    »Ging man früher [..] noch davon aus, dass die Metapher ein um die Ver­gleichs­partikel gekürzter Vergleich sei, hat sich heute die Auffassung durch­ge­setzt, dass sich zwischen der Metapher und dem Vergleich kein Ver­gleich ziehen lässt.« *)
    (wieso wird ein Vergleich eigentlich gezogen und nicht geschoben?)

  3. 1461 tage später hab ich nachgelesen, wie sich metapher und vergleich unterscheiden. ich finde mich jetzt sehr ausdauernd. vielleicht sollte ich den heute gestrigen tagestipp umsetzen.

  4. Zum Glück hat er Geburtstag und nochmal zum Glück, dass Sie darauf hinweisen, lieber Kollege. Bislang war mir Günther „Gunkl“ Paal durch die Maschen meiner Wahrnehmung gerutscht. Da er auch, wie ich jetzt gesehen habe, ein begnadeter Zeichner ist, kommt er mir vor wie die Wiener Antwort auf den Wuppertaler Eugen Egner oder auf den Flamen Luc Zeebroek alias Kamagurka.

  5. Ja, zugleich ist Gunkl Paal auch ein exzellenter Musiker (am Saxophon und E-Bass). Ich lernte ihn mal vor Jahrzehnten im Wiener Café Stein kennen, wo er damals als Kellner nebenjobbte und etwa die Zubereitung eines Camembert-Thunfisch-Sand­wiches als ori­ginelle Klein­kunst-Nummer darzubieten und mit tiefsinnig/schrägen Aperçus zu kom­mentieren verstand.

  6. Danke für den Tipp und Link. Ich habe auch schon mein Lieblingszitat gefunden und auf facebook dupliziert. Mit Quellenangabe versteht sich. (Vom 23.3.2018)

  7. Es ist schon sehr beunruhigend, wenn man feststellt, dass dieser Beitrag „quasi aktuell“ und nicht schon 3478 Tage alt ist. Beunruhigend deswegen, wenn man bei den Kommentaren schon zwei findet, die man selber verfasst hat.

  8. Hihi, und das passiert mir hier bei unserem geschätzten Kollegen Nömix auch immer wieder. Meine irgendwann hier eingebrachten Kommentare überraschen mich richtig.
    Lustig.

  9. Ja, geht mir auch so. Oft kann ich mich überhaupt nicht erinnern, den Beitrag gelesen und kommentiert zu haben. Einmal hatte ich schon einen neuen Kommentar geschrieben und kurz vorm Abschicken gesehen, dass ich vor Monaten im Prinzip dasselbe schonmal kommentiert hatte. Immerhin verhilft das zu interessanter Selbsterkenntnis. Und lustig ist es auch.

  10. Es ist schon sehr beunruhigend, wenn man feststellt, dass dieser Beitrag „quasi aktuell“ und nicht schon 3478 Tage alt ist. Beunruhigend deswegen, wenn man bei den Kommentaren schon zwei findet, die man selber verfasst hat.

  11. Ich mag den Gunkl ja auch. Ab und zu gönn ich mir sein Gedankenmäandern, das einem im Nachhinein schlauer und auf sein eigentliches Nichtwissen zurückgestutzt gleichzeitig zurück lässt.

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