21. März – Welttag der Poesie

Das Reimen macht, wir wissen das,
manch einem einen Riesenspaß.
Kollege Busch lobt dies Pläsier
mit einem Vers, man liest ihn hier:
.
»Wie wohl ist dem, der dann und wann
sich etwas Schönes dichten kann.«

37 Kommentare

  1. Wenn einer, der mit Mühe „Schmerz“
    Gereimt hat zu ’nem Vers auf „Herz“,
    Schon meint, daß er ein Dichter wär,
    So irrt sich der.

  2. Kein‘ Taler krieg vom Dichten ich,
    die Meinung mir verdichtet sich.
    In meinem Herz dies Zweifel sät
    und voller Schmerz

    Auf meiner Stirn nun Zweifel steht
    an meiner Dichtungsqualität.

  3. Der Dichter wird, das ist bekannt,
    meist viel zuwenig anerkannt.
    Auch kriegt für seine Dichtkunst er
    kaum jemals richtiges Salär.
    Drum sollt‘ er, statt darob zu fluchen,
    sich einen besser’n Posten suchen.

    Zum Beispiel als Installateur:
    auf diesem Posten stünde er
    als Dichter gut in Lohn und Brot.
    Denn oftmals tut, wenn irgendwo
    die Leitung tropft in Bad und Klo,
    ’ne neue Dichtung dringend Not.

  4. Gerad‘ in Klo- und Badezimmern
    muss Dichtungskunst im Glanze schimmern!
    Nimmst dorten Du die Dichtung fort,
    o Mensch – was wär‘ die Welt ein garstger Ort.
    Ein Reim Rohr muss sich ins andre fügen,
    schlechte Dichter sollen uns hier nicht genügen!

  5. Goethe war gut,
    Mann, der konnte reimen !
    Wenn ich es versuch‘,
    schwitz‘ ich Wasser und Blut,
    und ich merke jedesmal:
    Goethe war gut!

    (Rudi Carrell)

  6. Und dennoch ging selbst Herrn von Goethen
    ermangels Reims ein Reimvers floeten:
    So sprach am Ende nur »Mehr Licht!« er.
    Den Reim darauf, den sprach er nicht mehr.

  7. Es wurde ja vor langer Zeit,
    nach heftigem formalen Streit
    der Reimzwang schlankweg abgeschafft.

    Befreiung von der Reimpflicht
    das lernt sogar im Unterricht,
    wer nicht nur aus dem Fenster gafft.

  8. Der Dichter wollt‘ mitnichten dichten.
    Als man nach dem Befinden fragt,
    er war ja auch schon ganz geschwächt
    hat Goethe ganz banal geklagt:
    „mer liescht … hia so schlescht.“

  9. In Wirklichkeit, s’ist keine Frage,
    fehlt nur mehr noch der TAG DER TAGE.

    Früher hatten nur die Frauen Tage,
    Doch jetzt die Männer können sagen:
    auch ich hab heute meine Tage,
    denn so ist nunmehr die Lage:
    Dichten, fröhlich, Tag des Baum,
    Nicht zu vergessen Tag der Frau’n.

    Nicht lange wird es nunmehr dauern,
    Bis wir auf die Minuten lauern.

    Noch 50 Secs gibt es die Onanie,
    Die nächsten 60 Blasphemie.
    Dann fei’re ich den neuen Papst,

    Ohne Reim: die haben ja auch immer kürzere Halbwertszeit.

  10. der herrgott schütze die poeten
    die heut geballt zusammentreten
    euterpe mit gewalt verfallen
    hier lassen ihre kunst erschallen

    wem in dem jammertal hinieden
    ein socher hochgenuss beschieden
    der sage dank dem blogbetreiber
    und auch an alle klugen schreiber

  11. Gehört am Dichtertag das Dichten
    zu den Pflichten?
    Mitnichten.
    _______________________
    Lo
    gestern dicht. Heute Dichter.

  12. Man weiß es wohl: die Kunst der Lyrik,
    ist zwar schön, jedoch auch schwierig.

    Manch einer, der sich Dichter heißt,
    dichtet gar allzu schlicht zumeist
    und bringt hervor beim Reimebasteln
    weiter nichts als Schas mit Quasteln,
    was in deutscher Transponierung
    heißen soll: Furz mit Verzierung.

    Denn allzu sehr der Vers misslingt,
    wenn allzu schwer der Versfuß hinkt.
    Drum merket euch, ihr Dichtersleut’,
    was gestern galt, das gilt auch heut’:
    Manch Reimwerk ist noch lange nicht,
    bloß weil’s sich reimt, schon ein Gedicht.

  13. schwingt sich ein dichter
    auf zum richter
    über einen and’ren dichter,
    ist der mit weniger talent
    zumeist der streng’re rezensent.

  14. Dichtete hier, dichtete da,
    wie jüngst es mir daheim geschah,
    wiesehr ich an dem Ding rumklopfte,
    Der Wasserhahn, der üble, tropfte.

  15. Der Reimzwang existiert nicht mehr,
    wie weiter oben hier schon Herr
    Trithemius erläutert hat.
    Doch sei dem Kommentariat
    das Reimen gern gestattet hier,
    und soll nicht Pflicht sein, sondern Kür. ;)

  16. welttag der poesie: vorbei!
    er brach’t ein buntes allerlei:
    hieramts wurd’s schnell ein „heißer lenz“
    mit reimen jeder provenienz.
    die bunt gewürfelt‘ dichterschar
    bot uns ihr bestes dichtgut dar:
    mal war’s der silben ruhiger fluß
    mal holperts sehr – trotzdem ein gruß
    an all die fleiß’gen dichtersleut
    die uns mit ihrem ‚werk‘ erfreut.

  17. Nicht jeder, der von sich entzückt
    vermeint, dass er die Welt beglückt
    mit dem was er gedichtet hat,
    beglückt sie damit in der Tat.

    (Manch »Dichter«, der die arme Welt
    mit seiner garst’gen »Dichtkunst« quält,
    gehört, das muss man leider sagen,
    »mit nassen Fetzen totgeschlagen« ;)

  18. Vom Streben der Tiere

    Man munkelt, der Kolkrabe Abel
    zerpflück’ jede Fabel im Schnabel.
    Es schreibe Jean-Luc, der Fasan,
    an einem Entwicklungsroman.
    Auch hört man, dass Lies, die Giraffe,
    ein klassisches Lebenswerk schaffe.
    Der Löwe schwing‘ endlose Reden,
    verbindlich für jede und jeden.
    Der Fuchs sowie Igel und Hasen
    verlegten sich lieber auf Phrasen.
    Gern zeige das Schaf seinem Lamm
    die Schritte zum Wortanagramm.
    Der Braunbär, der Wolf, die Habichte,
    die läsen konkrete Gedichte.
    Der Hirsch helf‘ den hornlosen Tieren
    beim Deuten und Analysieren:
    Es biete die Mutter Natur
    Quelltexte zur Literatur – nur
    die Eule, sagt man, und der Wal,
    die fänden das nicht ganz normal.

    Brigitte Fuchs

  19. Dichten würde ich sehr gern
    doch weil mir diese Gabe fehlt

    halt ich mich der Dichtkunst fern …

    selbst am Welttag der Poesie, oder gerade deshalb ;o)

    Das Gemälde von Carl Spitzweg liebte ich schon als Kind.

  20. [zum wiederholten Male:]

    Machst du ein Gedicht,
    nimm dich in die Pflicht,
    dein Wort hat kein Gewicht,
    triffst den Reim du nicht.

    [und gestern, 20. März, war übrigens der Weltgeschichtentag!]

  21. Der Reimzwang zwingt
    oft auch für Stunden,
    ob man es mag, oder es hasst,
    so lange, bis er das gefunden,
    was gut und recht ins Versmaß passt.

    Lo

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