3. November

Heute ist übrigens der Hausfrauentag, wenn man dem Kalender glauben darf.
Hinter jedem großen Dichtersmann steht eine Hausfrau, wie sich ahnen lässt, denn:

Hätte Goethe Suppen schmalzen,
Klöße salzen,
Schiller Pfannen waschen müssen,
Heine nähn, was er verrissen,
Stuben scheuern, Wanzen morden,
Ach die Herren,
Alle wären
Keine großen Dichter worden.
────────────────────────────.
Emerenz Meier (1874-1928) bayer. Volksdichterin
(aufgelesen von Kollegin Quer)
.
Hätte wer die Gretchenfrag’
Herrn Goethe einst gestellt: »Nun sag’,
wie hast du’s mit der Hauswirtschaft?«,
so wäre wohl unzweifelhaft
Herrn Goethes Antwort die gewesen,
welche steht allhie zu lesen:
»Kochen, scheuern, waschen, nähen?
Fenster putzen, Rasen mähen?
Einkäufe nachhause schleppen,
kehrtags fegen Flur und Treppen? –
Ich tu’ doch nicht, was ich nicht muss!
Wozu hab’ ich Frau Vulpius?«

4 Kommentare

  1. Ach, die niedern Haushaltspflichten
    sind nicht förderlich beim Dichten!
    Kochen, Spülen, Waschen, Bügeln
    nicht den Dichtergeist beflügeln,
    noch trifft wen der Musenkuss,
    der Bad und Lokus putzen muss.

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