Im Angesicht des Terrors, ..

»Bei manchen Leuten ist es besser, ihre Texte werden noch einmal von
anderen gelesen, bevor die Öffentlichkeit sie sieht.« (Jan Fleischhauer*)
    .. oder: »Trost in der Statistik«


Da hat den Herrn Edelfeder-Kolumnisten offenbar wieder mal heftig der Hafer ge­stochen, dass er diese abwegige Nummer zur Darbietung bringt:


Woher man das zum Beispiel weiß und was man sich überhaupt unter einer »Begegnung« zwi­schen einem Hai und einem Menschen konkret vorzustellen hat, erfährt man indessen nicht.*)
Aber man weiß nun, dass der Hai, wo er sich tummelt, »nur« jeden 20. Menschen tötet dem er dort be­geg­net. Oder was man als SPIEGEL-Kolumnist halt unter »begegnen« ver­stehen mag. Unklar bleibt hingegen, warum jede 20. Begegnung aus­gerechnet »im Jahr« töd­lich ver­laufen sollte und nicht sonstwann, im Quartal etwa oder in Monaten ohne »r«?
(Man möchte freilich meinen, um dort ins Wasser zu steigen wo sich der Hai tummelt und jeden 20. Menschen tötet, müsse man nicht weniger Angst haben, sondern weniger Verstand.)


Ja, und wo der Kollege Martenstein diesen Blödsinn gelesen hat, den der Kollege Fleischhauer bei ihm gelesen hat, lässt sich un­schwer erraten. Aber was, bitteschön, soll das Kolportieren solchen Blödsinns denn vermitteln? Wenn man zum Beispiel weiß, wie hoch in einem westlichen Land das statistische Risiko »tödlich verlaufender Be­geg­nun­gen« mit einem Kugel­schreiber ist, »hat man gleich we­ni­ger Angst« vor einer Ter­ro­ris­ten­bombe? Trost in der Statistik. Undsoweiter:


»Verenden«, einem Kommentar entnommen – welch läppisches Geschwafel.
»Im Angesicht des Terrors« wahrhaft eine Stern­stunde der SPIEGEL-Kolumnistik.

»Journalisten erzählen oft genug auch Blödsinn.« (Julian Reichelt, Bild-Chefredakteur)

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*) (Wenn man aber zum Beispiel weiß, welchen kreativen Umgang mit Statistiken man beim SPIEGEL gerne pflegt, muss das nicht überraschen.)

11 Kommentare

  1. Ist doch doof, sich in ungezwungener Urlaubslaune im Meer badend zu merken, wie oft man einem Hai begegnet ist.
    Bis zum 19. Mal scheint es ja nicht tödlich zu sein.
    Aber dann….

  2. Was man allerdings als gesichert annehmen kann, ist – dass schon das erste Verschlucken eines Haies für den Menschen tödlich sein kann.
    Darum: Mund zu beim Schwimmen im Meer.

  3. Die Chance, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, ist vierhundertzweiundzwanzigtausenddreihundertzwölfmal höher, als in einem Flugzeug von einem Hai gefressen zu werden.

  4. Natürlich steht das nirgends in einer Statistik, sondern ist frei erfundener Blödsinn. Hat der Kolumnist halt ir­gendwo »entnommen«.

  5. Selten ein dümmeres Stück Kolumnen-Geschreibsel gelesen als dieses von „Edelfeder“-Kolumnist Fleischhauer. Wieviel Honorar kassiert man beim Spiegel eigentlich für so eine Kolumne? So ein dummes Geschreibsel könnte ich mir auch ausdenken – ob ich mich beim Spiegel auch als „Edelfeder“-Kolumnist bewerben sollte?

  6. Tatsächlich ist der Satz mit dem tummelnden Hai so haarsträubend unsinnig dass ichs zu­erst für einen Aprilscherz halten wollte, aber die Kolumne datiert vom 29. März.

  7. Es wundert mich nicht, dass Fleischhauer den Kollegen Martenstein zum Zeugen für seine kruden Gedanken aufruft. Beide haben ein Intelligenzproblem, was vermutlich die Voraussetzung ist, in der Schmockpresse Kolumnist sein zu dürfen.

  8. Und jetzt was für Fortgeschrittene: Wie groß ist die Chance, an einem verschluckten Kugelschreiberteil zu verenden, nachdem man in einem Flugzeug von einem Hai gefressen wurde und das überlebt hat. Außerdem: Wer hat das Kugelschreiberteil verschluckt, der Hai oder der Mensch?

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