Paragrammatisches

    ♫ ♪ Du guada Himmevoda,
    i brauch ka Baradies.
    I bleib vü liawa doda,
    wäu’s do vü schena is. ♫
    ───────────────
    (Alexander Krakauer)

7 Kommentare

  1. Im Paradies, soviel man weiß,
    gibt es kein Bier, was für ein Scheiß!
    Nur zweiundsiebzig Trauben,
    will dem Koran man glauben.

    Nur Milch und Honig fließen dort,
    so steht es in der Bibel.
    Indes vom Bier steht dort kein Wort,
    und das ist wirklich übel.

    Nur Nektar und Ambrosia,
    so tat Homer schon schreiben,
    gibt es im Überflusse da,
    soviel bis alle speiben.

    Im Paradies gibt es kein Bier,
    drum wollen wir nicht hin.
    Drum bleiben wir viel lieber hier,
    im Bieradies in Wien.

  2. (Karl Kraus übrigens, radikaler Kämpfer zur Rettung der deutschen Sprache, wetterte seiner­zeit heftig gegen Krakauers populäres Wienerlied: er empfand es als »unerträglich, in einer Stadt leben zu müssen, in der sich “Vater“ auf “hier“ reimt.«)

  3. Manchmal war Karl Kraus schon arg streng und konnte sich auch irren. Rousseau sagt, der Dialekt sei die Seele der Sprache. Wenn man sieht, wie viele hervorragende Autoren alleine Wien hervorgebracht hat, waren sie wohl gut beseelt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s