Live-Ticker


Steht zu erwarten, dass in diesem sogenannten Live-Ticker nun im Viertelstundentakt weitere Düsseldorfer aufgelistet werden, die Andreas L. mal gesehen haben und/oder von ihm nicht gegrüßt wurden? Und sobald wir die alle durchhaben: anschließend wei­tere Düsseldorfer, die ihn zwar selber nie gesehen haben aber wen kennen, der ihn mal gesehen hat und/oder nicht gegrüßt wurde?


Für solche saudummen Ansagen möchte man diesen Schmierfinken ihre Schmier­postille am liebsten um die Ohren hauen ..

14 Kommentare

  1. Manchmal sehne ich eine höhere Macht herbei, die diese Schmierer für ihren Hinrichtungsjournalismus zur Rechenschaft zieht. Der leider durch nichts gebremste Sinkflug unserer Leitmedien geht unterirdisch weiter. Erst inszenieren sie einen Betroffenheitsporno, der einem das Gesicht nach hinten schlägt, jetzt ist der verbale Schließmuskel gesprengt und es ergießt sich der Kot aus allen Kanälen.

  2. Focus war ja schon immer ausgesprochen seriös. Erstaunlich, wie sie es trotzdem schaffen, ihr Niveau beständig zu steigern. Haben sie unter dem Artikel wenigstens eine Telefonnummer, wo man anonym Informationen über Andreas L. beibringen kann?

  3. Ja, genau an solche Sachen hatte ich gedacht. Das ist ja schonmal sehr aufschlussreich! Und sicher hat er die eine oder andere skurrile Vorliebe gehabt – bestimmte Kaugummimarke, ein bestimmtes Computerspiel, merkwürdige Musik. Oder er war – verdächtig! – nach außen ganz normal, unscheinbar, harmlos. Da muss es doch noch was geben, wo man drüber schreiben kann!

  4. Das wird garantiert noch alles durchgehechelt, da dürfen Sie gewiss sein. Jetzt folgt die investigative “Spurensuche“ mit den obligaten Konfirmationsfoto-Bild­strecken & Exklusiv-Hintergrundrecherchen über Lieblingsspeise und bevorzug­te Sockenfarbe und der Schwall an »So tickte der Todes-Pilot«-Flach­sinns­diarrhoe aus dem verbalen Schließmuskel, welchen Kollege Trithemius oben nennt, wird schier kein Ende nehmen wollen. Man kennt das ja.

  5. Selbstverständlich, da wird man sich streng an das übliche Prozedere halten und alles ausgraben, was zu kriegen ist. Man wollte sicher auch nicht alles Pulver gleich am Start verschießen und wird deshalb das eine oder andere Informationsbröckchen horten. Dann kann man jederzeit wieder eine Exklusivmeldung raushauen, atemlos ein neues bisschen heiße Luft in die Welt blasen, hier mal der Konkurrenz davondampfen, dort einen Scoop der anderen zeitnah kontern.

    Es ist eben eine hohe Kunst, die den Akteuren viel psychologisches Geschick abverlangt. Aber am Ende stehen dann jedesmal wieder Fakten, Fakten, Fakten…


  6. (FOCUS ONLINE)

    Was soll das, sind die übergeschnappt? Der Piloten-Kollege, der Andreas L. alleine im Cockpit ließ, ist doch wie alle anderen Flugzeuginsassen ums Leben gekommen?! – Nein, es handelt sich um einen x-beliebigen anderen Kollegen, der mal auf einem x-beliebigen anderen Flug mit ihm geflogen ist und nun im FOCUS erzählen kann, dass sie damals nicht abgestürzt sind. Mit welcher noch schamloseren Clickbaiting-Luftnummer wollen die als nächstes daherkommen?
    (Vielleicht mit einer restlos hirnverbrannten “Animation zeigt Maschine im Sink­flug“ mit einem um 30 Grad nach unten gekippten Trickfilmflugzeug? Gelten denn in den Medien überhaupt keine Schwachsinnigkeitsgrenzen mehr?)


    (SPIEGEL ONLINE)

  7. Zwischen den beiden Fotos der vorgeschlagenen Klickstrecke fehlt mir aber noch ein Bild der Cockpit-Tür. Naja, ein Bild irgendeiner Cockpit-Tür irgendeines A320, muss ja nichtmal von Germanwings sein. Hauptsache Cockpit-Tür, verschlossen, und in der Bildunterschrift wird voller Schwummer referiert, dass hinter so einer Tür der L. den Airbus an den Berg geflogen hat und vor so einer Tür der Pilot verzweifelt getobt, gefleht, gedroht und was weiß ich hat.

    Auch könnte man noch manche Seite Zeitungspapier mit Spekulationen über die letzten Minuten jedes einzelnen Menschen an Bord vollfantasieren. Aus der Geschichte ist noch lange nicht jede Träne rausgepresst…

  8. Jetzt zeigen sie hier auch noch Segelflugfilmchen mit Cockpit-Cam, mit dem L. am Steuer. Da wird’s einem wirklich schlecht. Hab ich mir nicht angeschaut, das Standbild reicht schon. Unglaublich.
    Lob‘ ich mir doch im Kontrast die nömixierte Österreichische Presse mit ihren Alliterationen und Hinweispfeilen auf Alltägliches!

  9. Und jetzt kommt noch SPIEGEL ONLINE daher, um den Beweis anzutreten dass sich journalistisches Niveau immer noch ein Stück tieferlegen lässt: dort ent­blödet sich einer – der sich am Artikelende eitel als “Chefreporter von SPIEGEL ONLINE“ präsentiert – nicht, bevor er seine aus einem “Bild“-Zeitungsartikel gewonnenen Informationen als »nach Informationen von SPIEGEL ONLINE« wiedergibt, seinen Artikel launig mit dem Zitieren »beliebter Hitlisten« aus Andreas L.s Abitur-Zeitung einzuleiten.

  10. Gespannt dürfen die Leser darauf warten, daß die knallharten Enthüllungsrecherche-Profis vom Focus oder Spiegel einen Kindergarten-Altersgenossen von Andreas L. ausfindig machen und der in einem Exclusivinterview enthüllt, sich daran erinnern zu können daß Andreas L. schon im Kindergarten mit selbstgebastelten Papierfliegern „Flieger abstürzen lassen“ gespielt hat…

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