17 Kommentare

  1. Bekanntlich tun Bakterien
    sich äußerst gern vermehrien
    und pflanzen sich an fremdem Ort
    in Wirtes Körper munter fort.
    Dem Wirt gefällt dies meist nicht sehr,
    drum schreitet er zur Gegenwehr:
    ein Schuß Antibiotika
    macht Schluß mit dem Allotria.
    Doch läßt er gern, das dürft ihr glauben!,
    im Keller sie gewähren:
    dort lassen sie den Saft der Trauben
    artig zum Weine gären.

  2. Sie meinen die Geschichte mit der Eruntik? Ja, wenn die Verschenkblattschrei­berlinge ihre Weisheiten aus der SciFi-Literatur schöpfen dann braucht man sich freilich nimmer wundern, welche weltfremden Geschichten die ihren Lesern an­drehen wollen.

  3. “ .. Doch läßt er gern, das dürft ihr glauben!,
    im Keller sie gewähren:
    dort lassen sie den Saft der Trauben
    artig zum Weine gären .. „

     
                             ・  ⚫  ・ 
     
    .. Es irrt der Mensch solang er strebt ..
    denn was da so im Moste gärt
    sind HEFEN – die nun ‚mal bestimmt
    ganz sicher nicht Bakterien sind:
    Auch wenn sie nicht geschmückt mit Hut
    gehör’n sie zu der PILZE Brut.

  4. Freilich haben Sie recht, dennoch ist der falsche Begriff »Hefebakterien« im volks­tüm­lichen Sprachgebrauch verbreitet. Als Kinder wurde uns etwa in der Volks­schule nach­drück­lich vermittelt, dass der böse Alkohol zu verabscheuen sei, weil es sich um das Aus­schei­dungs­pro­dukt aus dem Verdauungsprozess der garstigen kleinen »Hefebakterien« handle, Fazit: wer von dem Schaum in Vaters Bierglas nasche, der nasche Bak­te­ri­en­kacke – also grausliches. Wären die kleinen Kacker als Pilze dargestellt worden, hätte das weniger grauslich gewirkt.

  5. Wie Sie, werter Herr nömix, wissen, bin ich nicht ösitanischer Landsmannschaft & deswegen in den einschlägigen Sprachgebräuchen nicht bewandert …. schon erst recht nicht im volkstümlichen Sprachgebrauch was die Biologie angeht. Doch als fachspezifisch vorgebildeter Mensch neige ich dazu in diesem Fall „Purist“ zu sein.

    Weiters ist – seit Sie und ich in der Volksschule waren – etwas Zeit ins Land gegangen & die Wissenschaft ist weiter fortgeschritten, auch die Nomenklatur & Zuordnung haben sich verändert – gehörten z.B. früher (Anno 1950) noch die „Würmer“ zur „Medizinischen MIKROBIOLOGIE“ (!) so werden sie heutzutage als eigenständiger Stamm geführt.

    [Heilpraktiker benutzen die „Hefebakterien“ um bei ihren Patienten genau das Gefühl zu erzeugen das man Ihnen als Kind versucht hat zu suggerieren – ängstliche Patienten sind besser „zahlungsbereit“.]

  6. Ja, aber für fachspezifische Sprachpuristen läge mit dem volkstümlichen Sprach­ge­brauch ein gar weites Feld zum beackern vor ;)

    Anstoß zu nehmen ist freilich an der Schlamperei, mit der die schreibende Zunft häufig mit der Sprache (als deren professionelles Handwerkszeug!) umgeht und dem Volk ihre Sprachdummheiten um die Ohren bläst, über »eingelegte Turbos« etwa, oder sich um Sonnen »drehende Planeten«.

    (Bei Deutschlands bedeutendstem Volksbildungsorgan hat sich überdies ja noch nicht­mal der Unterschied zwischen Bakterien & Viren herumgesprochen – wie soll es denn das Volk da besser wissen?)

  7. Natürlich hat Herr wvs
    mit seinem Einwand recht – indes,
    ich bitte, man verzeihe mir
    die dichterische Freiheit hier:

    Ob Virus, ob Bakterium,
    Amöbe oder Pilz –
    entscheidendes Kriterium
    ist letztlich: niemand will’s
    in Pulmo oder Cerebrum,
    in Leber oder Milz,
    in Rachen oder Magen –
    soviel läßt sich wohl sagen ;-)

  8. weder im kopfe noch gedärm
    hat man die plagegeister gern
    soviel steht fest – und zugegeben –
    doch anders ist die sache eben
    wenn man mit mikroskop und lupe
    sie einzuordnen sucht als gruppe.
    hingegen ist der dichter frei
    sie anzuseh’n als einerlei ….
                     ・  ⚫  ・ 
    hieramts – les‘ ich mit viel vergnügen –
    ließ es sich noch zurechte biegen!

  9. Wären die kleinen Kacker als Pilze dargestellt worden, hätte das weniger grauslich gewirkt.

    Was Tannenhonig genau ist, wollen wir vor dem Hintergrund auch gar nicht so genau wissen. Ich esse trotzdem welchen, genauso wie ich auch Bier trinke, die Ekeltherapie hat bei mir offenbar nicht angeschlagen. Obwohl, bei uns wird Bier sowieso nicht aus den Ausscheidungen irgendwelcher Bakterien gemacht, sondern aus Gerstenmalz und Hopfen, das klingt gleich ganz anders!

  10. Zu Ehren der Bakterien:

    Es sind Bakterien nicht nur
    intelligente Wesen,
    wie eingangs steht zu lesen.
    Sogar zum Aufschwung zur Kultur
    sind fähig sie gewesen,
    man sieht es an den Käsen:
    Denn dank Bakterienkultur
    gibt’s Limburger und Romadur,
    Harzer und Appenzeller
    am feinen Käseteller.

    Bakterien sind kultiviert,
    wie hier somit bewiesen wird.

  11. die konsistenz der käsemasse
    wird stets bestimmt nur von der klasse
    der pilze, das sei angemerkt.
    jedoch was sonst daran noch werkt
    sind für die löcher in den laiben
    bakterien, dabei soll’s bleiben:
    michsäure und propionbakterien,
    dazu noch manch‘ listerien,
    rotschmier- und ihre anverwandten
    bescheren uns geschmacksvarianten.
    dem käsefreund ist’s schnurzegal
    denn was da liegt im kühlregal
    füllt seinen mund mit speichel an.
    wer denkt zu dieser zeit daran
    wie diese köstlichkeit entstanden?
    sie soll nur rasch im munde landen!

  12. nur dank der pilzkulturenbrut
    der roquefort gut gedeihen tut.
    drum wollen wir auch diese loben:
    ein vivat! auf die pilzmikroben.

    gruss a.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s