Faszinierendes

Das Faszinierendste an dieser »FOCUS Online stellt Ihnen die faszinierendsten Fakten über Sonstwas vor«-Klickfängerei ist ja, was für sinnleerer Dummschwatz dem erwar­tungs­vollen Leser dort zuverlässig aufgetischt wird, nachdem er in die Klickfalle ge­tappt ist. Sowas wie das z.B.:

Oder sowas:


Ah ja. Vom Mittelpunkt der Sonne bis hin zur Oberfläche sind es knapp 700.000 Kilo­meter, wäre also eine Reisegeschwindigkeit von ca. 4 Kilometer pro Jahr, grob gerech­net. Aber ver­mut­lich ist der Dummschwatz eh nicht so gemeint, wie er da zu lesen steht, sondern gemeint ist die Oberfläche unseres Planetensystems. Was auch immer man sich unter der »Ober­fläche unseres Planetensystems« vorstellen soll. Gemeint ist vermutlich der Außenrand des Pla­ne­ten­sys­tems, welcher ungefähr 5 bis 7 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt ist – was einer Reisegeschwindigkeit von etwa 100 Kilometer pro Tag entsprechen würde, d.i. in etwa Schrittempo.
Hier fragt sich der Leser, ob sich die bei FOCUS Wissen ihren Dummschwatz eigentlich selber ausdenken oder ob der von einem Blindtextgenerator stammt.

13 Kommentare

  1. Über den Erdmond erfährt der staunende Focus-Wissen-Rezipient folgendes:
    „Der Fußabdruck von Neil Amstrong wurde zum Symbol der ersten Mondlandung. Dieser ist nun für die Ewigkeit auf dem Mond. Außer ein Asteroid würde den Planeten zerstören.“

    Der Mond gilt natürlich nicht als „Planet“, sondern als Mond. Planet heißt es hier nur wegen der Journalistenmacke, man dürfe ein Wort nicht zweimal hintereinander benutzen. Das passende Synonym „Erdtrabant“ oder neutral „Himmelskörper“ ist dem Autor auf die Schnelle nicht eingefallen, aber wer vom Mittelpunkt der Sonne aus an ihre Oberfläche wandern kann, so eine Leuchte darf auch etwas Falsches über den Mond behaupten.

  2. Also ich finde die Information über das Salz ganz nützlich! Schließlich sind Rinderrouladen ja auch aus Rindern gewonnene Rouladen, Babybrei aber NICHT aus Babies gewonnener Brei! :)

    Was die mit den 170 000 Jahren meinen, ist wohl die Zeit, die ein Photon braucht, um vom Zentrum der Sonne bis zur Oberfläche zu kommen. Also so rein rechnerisch. Die Sonne ist so dicht, daß ein Lichtteilchen immerfort gestreut wird, und daher einen so komplizierten, langen Zufallspfad durch die Sonne entlang wandert, daß trotz Lichtgeschwindigkeit der Weg zur Oberfläche recht lang wird…

  3. „Der Fußabdruck von Neil Amstrong“ – steht dort wirklich so.
    Dazu 3 Fragen:
    1. Wer ist dieser Neil Amstrong, und wieso kennt den außer beim Focus niemand?
    2. War Neil Amstrong barfuß auf dem Mond, und hatte keine Schuhe an?
    3. Oder ist etwa den Schuhabdruck von Neil Armstrong gemeint?

  4. Vielleicht hat der FOCUS-Dummschwatz-Verfasser von dem ja noch nie was ge­hört, bevor er den Namen wo falsch abgeschrieben hat. “Qualitätsjournalismus“ halt ..
    »FOCUS Online ist eines der erfolgreichsten Online-Nachrichtenmedien in Deutschland. Mit schnellen Nachrichten und präzisen Analysen ist das Portal eine feste Adresse für Qualitätsjournalismus im Netz. FOCUS Online steht für hervorragenden Nachrichtenjournalismus.«
    . (Selbstdarstellung: Tomorrow FOCUS AG)
    (Überdies hat er auch “Astreoid“ [sic] irgendwo falsch abgeschrieben. Allein die Artikel­überschrift »Das sind die fünf faszinierendsten Fakten über unser Univer­sum« sowie die Wiederholungen »hier fünf Fakten rund um das Weltall«, »Hier fünf Fakten zu unserem Universum«, gefolgt von läppischem Geschwafel über ir­gendwelche Zahlenwerte unser Sonnensystem betreffend, belegt ja bereits die Ahnungslosigkeit dieses unbedarften Schreiberlings – dem noch nichtmal der Unterschied zwischen dem Universum/Weltall und unserem Sonnen-/Planeten­system geläufig ist. Woher solch ein Dünnbrettbohrer an eine Praktikumsstelle beim FOCUS geraten mag, steht in den Sternen.)

  5. Das allerbeste aber ist:

    Die bekommen dafür Geld!

    Man möchte es nicht glauben, aber so ist es. Ja ja, es ist nicht viel, was die Schreibschweine bei Focus und den anderen Qualitätsmedien so verdienen, sorry bekommen, aber immerhin.

    Würde ich an meinem Arbeitsplatz auf dem gleichen Qualitätslevel (also ca. 10 unter 0) arbeiten, wäre ich schneller weg aus dem Job als ich Salz sagen kann. Ich wette, den meisten hier ginge es genau so. Da darf man sich schon die Frage stellen, weshalb das so ist?

    Und da will ich gerne mal eine neue (?) Verschwörungstheorie in die Welt setzen. Das ist so gewollt, das gehört in die Zukunftsplanung unserer Politiker, damit sie auch morgen noch kraftvoll machen können was sie wollen.

    Zur Begründung der VT:

    Letztens las ich einen Artikel in der FAZ, wonach der Analphabetismus ein geheimes Bildungsziel sei. Dort hat Konrad Paul Liessmann, der an der Universität Wien Philosophie lehrt, tatsächlich schon das Ende der Orthographie ausgerufen.

    h t t p : / / w w w . faz.net / aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/schlechte-rechtschreibung-analphabetismus-als-ziel-13167836.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Das korrespondiert doch wunderbar mit den offensichtlich falschen Informationen, sorry Behauptungen, wie sie täglich im Focus erscheinen. Denn wer nicht oder nur bedingt lesen kann, ist zum Glauben verdammt. Denkt man diese Entwicklung weiter, ist die Erde in 150 Jahren wieder eine Scheibe.

    Und warum das Ganze? Deshalb:

    Der großartige Georg Schramm hat es irgendwann einmal in seiner kabarettistischen Karriere auf den Punkt gebracht. Damit die Leute unhinterfragt jeden Mist kaufen, der ihnen vorgesetzt wird. TTIP & Co. lassen grüßen.

    h t t p : / / youtu. be / jitdvJ5U3I4

    Das ist doch mal eine astreine Verschwörungstheorie. Nicht?

  6. Mir fällt dazu eine Gegendarstellung in der ZEIT 49 (1994) ein. Man hatte dem Focus-Erfinder und -chef Helmut Markwort den Ausspruch zugeschrieben, er halte, „wenn er ehrlich ist“ seine Leser für „Sekundär-Analphabeten.“
    Wenn die ZEIT auch vor 20 Jahren bedauernd dementierte, Helmut Markwort habe „so nicht gesprochen“, scheint die Einschätzung doch nah an der Wirklichkeit zu sein.

    Mit Häppcheninformationen und Halbwahrheiten, sinnlosen Infografiken werden aus Lesern flüchtig blätternde Sekundär-Analphabeten, die vieles nur halb oder falsch wissen. Ich habe „hieramts“ in einem Kommentar schon vor einiger Zeit die Vermutung geäußert, dass all die Fehlleistungen, die Kollege nömix in den Medien findet und aufspießt, keine Versehen sind, sondern Absicht oder zumindest geduldet und gefördert, was ja Ihre These bekräftigt.

  7. Schön, dass Sie es ähnlich sehen, lieber Trithemius. Ich hatte schon Bedenken, ich könnte wegen des Wortes Verschwörungstheorie in eine Ecke mit diesen unsäglichen Truthern gestellt werden. Wenn’s so ist, stehe ich schon mal nicht allein. ;o)

  8. Was Georg Schramm richtig feststellt, muss ja keine Verschwörungstheorie sein und überdies auch kein Phänomen, das sich erst seit neuerdings beobachten ließe – es ist halt eine probate Marketingstrategie: die Herstellungskosten für das Produkt, das man den Leuten vorsetzt, so gering wie möglich zu halten. Und Mist lässt sich nun mal kos­ten­günstiger produzieren als Qualitätsware. Wenn das Publikum darauf kon­di­ti­o­niert ist, ohnehin nix anderes als Mist zu fressen zu kriegen, dann wird es ihn auch fressen. Dazu brauchts gar keine Verschwörung.

  9. Interessant ist ja, dass über das „Infotainment“-Geschreibsel eines unbezahlten Praktikanten niemand in der Redaktion mehr drüberguckt, denn anders als im gedruckten Focus kann doch im Internet jeder Fehler spurlos getilgt werden. Aber darauf legt man offenbar keinen Wert. Ist halt ein Produkt von Sekundäranalphabeten für Sekundäranalphabeten.

  10. Wahrscheinlich hat der Redakteur sein ganzes Wissen aus Captain Future aufgesaugt. Da gingen die Begriffe auch gerne mal durcheinander (ich fand die Serie als Kind wirklich toll und habe sie auch auf DVD – auch wenn die deutsche Fassung zwar die beste Musik hat, dafür aber grausam geschnitten wurde).

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