Kennst di aus?

»Das Nichts nichtet.« (Martin Heidegger)
»Das Aus aust.« (Anonymus)

.
Zu den gern gebrauchten Dummwörtern im Journalistensprech zählt u.a. »das Aus; Subst. n.«. Mit dem mutwilligen Gebrauch des Aus geht häufig auch das Aus der Verständlichkeit einher:

Gericht stoppt. Aus für Kraftwerke ? – Mitnichten: das Gericht stoppt keine Kraftwerke, sondern verhindert vielmehr den Stopp mittels Verfügung, was das Aus des Aus zur Folge hat.
Die denkwürdige Sprachkreation »Gericht stoppt Aus« gilt somit als aussichtsreicher Kan­di­dat für die Verleihung des DoDeWo*)-Anerkennungspreises, ..

.. ex aequo mit den Hervorbringungen »Vorstoß für Aus« ..

.
.. und »Abschaffung vor dem Aus«:

(SPIEGEL)

(Bild.de)

(Noch eine Minute bis zum Aus? Oder: Drohendes Aus für Last-Minute?)

(FOCUS)

(Gibt es ein Leben nach dem Aus?)

(Kleine Zeitung)

(»Lagerh-« steht vor »aus«. Stünde »Lagerhaus« vor »aus«, stünde ja »Lagerhausaus« da.)

(Wiener Zeitung)
(taz) (oe24.at)
(SPIEGEL)
(Kronen Zeitung)(oe24.at)
(Vienna.at)(FOCUS)
(Mitteldeutsche Zeitung) (.. meinten Sie: Denkmal für Aus?)
(oe24.at)
(Klum-Papa trauert/trauert nicht über Klum-Aus.)

.
Kennst di aus? – Wer dahinterkommen möchte, was der Quatsch bedeuten soll, muss notwendigerweise den dahintersteckenden Link anklicken: damit werden Klickzahlen generiert. Und das beantwortet zuletzt die Frage:
(NEWS.at)

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*) Der DoDeWo*-Preis für herausragendes Dolm-Deutsch der Woche ist eine weitere Kategorie neben dem DaDa* (= Dümmster anzunehmen­der Deppen­apostroph), dem BiBi* (= Blödsinnigster irregulärer Binde­strich), dem DeDe* (= Dümmstes erdenkliches Deppen-Denglisch) und dem KaKa* (= Kinder­gar­ten­ad­äqua­tes­ter Kalauer). Nominierungen für weitere Kandidaten werden hier­amts gern entgegengenommen. Dafür gibts einen schönen Pokal, Abb. rechts:

25 Kommentare

  1. Und ich dachte immer, wenn ich jemanden einmal hau‘, sagt der „Au!“ Wenn ich ihn nochmal hau‘, sind das schon zwei „Aus“. Zwei der obigen Zeilen bekommen dadurch neue Bedeutungen.

  2. Was das Aus so alles verschuldet und angedichtet kriegt!
    Die schlimmste Nachricht vom Aus dürfte aber die sein:
    McDonalds sieht rot: Aus für Heinz Ketchup nach 40 Jahren – neuer Lieferant
    und dann noch: In Argentinien geht McDonalds der Ketchup AUS!

  3. Oder für die Verlegung sämtlicher Spiele auf einen Himmelskörper, dessen Umfang geringer ist als die kurze Seite eines Fußballfelds. Da kann es dann kein Aus geben, die Tore stehen Rücken an Rücken, der Kreis in der Mitte des Spiels ist dann gegenüber den Toren angebracht.

    Man bräuchte natürlich einen künstlichen Schwerkraftgenerator, damit nicht alles sofort ins All entschwebt, aber das lässt sich sicher machen. Das Aus für’s Aus ist den Aufwand sicher wert…

  4. Da die Breite natürlich kürzer als die Länge ist, darf der Himmelskörper im Umfang nicht kleiner als die Breite sein. Bei einem theoretisch runden Himmeslkörper gibt es aber keine Länge und Breite mehr. Gott sei Dank darf ein Fußballfeld aber die min Länge und zufälligerweise max Breite von 90m haben. (wussten Sie, dass Fußballfelder also theoretisch quadratisch sein dürfen? Außer ich hab die Regel auf längere Längen als Breiten nicht gefunden…) Nehmen wir also ein Planetoidlein mit max 90 m Umfang, der hätte also einen Durchmesser von 90m/pi = ca. 28,65 m, was schon ziemlich klein ist. Selbst mit Schwerkraftgeneratoren entstünde das Problem, dass die Krümmung so stark ist, dass ein Spieler bei einer Schrittlänge von 1 m schon 35 mm in die Tiefe fällt, dass ist bestimmt schlecht für den Rücken der Spieler und es gäbe noch viel mehr Ausfälle als eh schon, kaum zu Verantworten.

    Dumm ist auch, dass man das Spielfeld dann nicht mehr komplett im Blickfeld hat, aber mit Meteoritencams könnte man das (zugegebenermaßen nicht vorhandene) Problem sicherlich lösen.

  5. „Nichts“ nichtet nicht, da hatte Heidegger Unrecht, dies infrage zu stellen, weil wenn wir „Nichts“ einen Stellenwert zuschreiben, und das tun wir indem wir es benennen, ist es Etwas.
    „Aus“ wäre adequat zu behandeln, als ein Aus, also wäre „Aus für Kraftwerke“ ein Umstand den man durchaus stoppen kann, allerdings gramatisch durchaus fragwürdig.
    „Wer profitiert vom Aus“ als Fragestellung finde ich sehr inhaltreich. Ich meine, das Aus an sich ist ja bislang als „Ehe-Aus“ bereits in den Gazetten heimisch, allerdings, in der klaren Form als „Das Aus“ trifft man es doch eher selten.
    Die schreibende Zunft mag sich des Umstand´s nicht wirklich bewußt sein, aber wir haben da durchaus eine Fragestellung über das Sein und das Nichts wieder einmal aufgeworfen.
    Wer bin ich, was ist, wo sind die Alternativen?

  6. herr ging,
    sie sind mir schon so ein schlawiener (angedachtes Satzzeichen )
    ich bin tatsächlich schon einmal über die anden geflogen.
    meinen sie mit sowas im gepäck kann man trotzdem noch rausfliegen
    aus dem schlittschohgesoxten bahngeleiserte toxifrohnatur

  7. Jemand, der stehen muss, wurde ausgesetzt.

    Ein Redakteur, der bei „Österreich“ nicht mehr schreiben darf, ist ein Aus-Sätziger.

    Rollstuhlfahrer sitzen vor dem Ausläufer.

  8. Die Aussichten auch ohne Auskunft weitere Ausführungen ausgerechnet auswärts auszuführen ist außergewöhnlich hoch.
    Huch, da hat sich ausnahmsweise ein „ß“ eingeschlichen, was ausgesprochen aber ähnlich klingt.

    Dass man mit dem Aus so viel ausführen kann, hätte ich mir nicht ausgerechnet.
    Aber dieser Artikel hat mir ausnehmend viel Freude bereitet und die Aussicht, das Aus zu behalten ist aus meiner Sicht gut!

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