5. September

Heute vor 69 Jahren kam in Glasgow/Schottland der gleicher­maßen brillante wie notorisch erfolglose Musiker Al Stewart zur Welt, heut­zutags kennt den wahrscheinlich eh kaum mehr einer. Damals aber, Ende 70er-Jahre, als wir mit einem Schlaf­sack, einer Zahn­bürste und ein paar hundert Schilling in der Tasche über den Land­weg quer durch Iran, Afghanistan, Paki­stan ins gelobte Land Indien trampten und uns wie die Könige der Welt fühlten, damals hörten wir ständig den Song:

On the Border. Ich werd heut noch sentimental, wenn ich den Song wieder höre – weil er der Soundtrack zu unserm damaligen Lebensgefühl war. Als wir Grenzen noch mit einer Un­be­fan­gen­heit überschritten, die uns längst abhanden gekommen ist.

25 Kommentare

  1. Bis auf die Tatsache, dass ich nie rumgetrampt bin, scheinen wir das selbe Alter zu haben. Königin der Welt bin ich immer noch, zumindest wenn ich das Lied höre und die Augen dabei zumache.

  2. Wir saßen lange Nächte, spielten Karambol, eigenhändig aus Afghanistan im Rahmen einer privaten Busreise importiert (nicht von mir, ich hab damals brav sinnloses Zeug studiert), rauchten merkwürdiges Kraut, philosophierten in die Schwaden und hörten schwebende Musik wie diese. Auf dem Heimweg konnte ich vor lauter Schweben im dichten Schnee die Straße nicht mehr vom Feld unterscheiden, kam aber dank erst erworbenen Führerscheins doch an.

    Danke für die Erinnerung!
    So unbefangen bin ich nur noch (halb)stundenweise …

  3. Früher wars viel unkomplizierter. Damals hatten wir in einer Viertelstunde unser bissel Zeugs beisammen und zogen los, um monatelang durch die Welt zu zigeunern. Heutzutags steh ich schon vor einer logistischen Herausforderung und brauch einen halben Tag zum packen, wenn ich eine Woche nach Kärnten fahre.

  4. Genau! Jetzt schaue ich mal, obs in Süditalien auch so kalt ist. Oder morgen in Paris frühstücken? Man kann doch einfach wieder losfahren, sogar das Geld reicht.

  5. Ja, der ist wirklich herzerwärmend. Zitat:

    Einfühlsam, aber bestimmt schildert sie der Presse die Tat: “Er nützte jede Gelegenheit, wenn er mit ihr alleine war. Das waren unzählige Male.“
    Assinger kennt dieses Leben – ein perfektes Fundament für eine Liebe.

    Auch recht herzig:
    Sandra Schranz: “Die Berge und die daraus resultierende Naturverbun­den­heit wurden mir in die Wiege gelegt.“

    Das arme Kind. War bestimmt recht eng in der Wiege, mit all den Bergen drin.

    (falls man allerdings meint, der infantile Verblödungs-Rekord dieser Pubertäts­retardierer müsse irgendwann erreicht sein und sich nimmer toppen lassen, dann täuscht man sich.)
    (»ÖSTERREICH ist eine Qualitätszeitung, leider werden
    wir nicht immer als solche erkannt.« Wolfgang Fellner)

  6. @ nömix: Berge, Wiege. Die Dame ist nicht vielleicht aus der Lüneburger Heide? Da ist der Wilseder „Berg“ mit stolzen 169 Metern das größte in der Gegend, und daneben wäre noch genug Platz für ein naturverbundesnes Baby…

    Tolles Stück Musik übrigens :)

  7. Meine Erinnerungen sind weniger romantisch. Um mein Studium zu finanzieren, gestaltete ich monatlich zwei belgische Discjockey-Zeitschriften (Flämisch / Wallonisch). Der Chefredakteur, ein wallonischer Radiomoderator, schwärmte 1976 in höchsten Tönen von Al Stewards Album „Year of the Cat“, auf dem ja auch „On the Border“ steht. Im deutschen Radio wurde das ganze Album von Wilfried Trenkler in seiner alternativen Rock-Sendung „Rock In“ gespielt.

  8. Als DJs noch “Discjockeys“ hießen ;) Zufällig sah ich unlängst auf ORF III einen Bericht von 1969 über die erste Wiener Discjockey-Schule – wirkt heutzutage fast ein bissel wie ein Loriot-Sketch, ist aber keiner:

  9. Ich war noch nicht in Indien.
    *mitderUnterlippezitter*
    Und trage mich mit dem Gedanken, einen VW-Bus zu kaufen und einfach loszufahren…
    DAS ist doch mal eine schöne Vorstellung, seinen Lebensabend zu verbringen, nä?

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