Etymologisches

Aus der »Liste der österreichischen Wörter, für die es im Schriftdeutschen kein gleichbedeutendes Synonym gibt«:

vawoadagln, (Verb) = verwirrstalten
vawoadagld, (Adj.) = verwirrstaltet

Bedeutung:

  • verwordageln (Verb, transitiv):  etwas aus der Fasson bringen, verwursteln.
  • verwordagelt (Adj.):  aus der gehörigen Form geraten bzw. gebracht,
    Konstella­tion un­vor­teil­haft durcheinandergeraten.
    U.a. kommen auch Texthervorbringungen (schriftlich o. mündlich*) aufgrund
    un­stimmigen Wortgefüges bzw. Satzkonstruktion verwordagelt daher.

Die Etymologie ist unklar. Peter Wehle (»Sprechen Sie Wienerisch?«) – dem allerdings nicht immer zu glauben ist, da er dem Leser nicht selten haltlose Spekulationen oder frei er­fun­de­nen Unsinn für bare Münze verkauft (und deswegen auch oft genug wider­legt wurde) – postu­liert folgende Herleitung:

»von bairisch ‘verwoachtagen’ = “verweichteigen“, ‘verwoachtagert’ = “ver­weich­teigig“: der Teig ist zu weich geraten, das Gebäck missglückt; oder, durch den 30jährigen Krieg zu uns gebracht, von schwedisch ‘för varje dåg’ = “alltäglich, minderwertig“.«


Recht plausibel erscheint das allerdings nicht.
────────────────
(angeregt durch Kollegen Shhhh).

7 Kommentare

  1. Etymologie aus: Für-wahr-dengeln? d.h. etwas anders (als es ist oder war, nämlich in ein nur vorgeblich Wahres, d.i. verallgmeinert: in eine Fehlordnung) hinbiegen / zurechtklopfen?

    In der Hoffnung, keine Verwirrstaltung unternommen zu haben,
    Ihr
    S.

  2. Ein wirklich schönes Wort. Nähme man mir den österreich. Dialekt ab, nein, spräche ich diesen, das wäre eins meiner Lieblingswörter! Am schönsten finde ich ja die konsequente Weglassung des letzten „e“, das traut sich hier noch keiner.

  3. Wir im Ruhrgebiet lassen das letzte „e“ hier und da schon weg.
    Wenn wir nach dem „Maloch´n noch die Pupp´n tanz´n lass´n und uns ein´ schnass´ln.
    Klingt aber nicht so lieb wie in Österreich.

  4. Ich kenne das Wort eigentlich so: „vahoadagld“, also statt w mit h. Was aber nun auch nicht weiter auf seine Herkunft schließen lässt, außer, dass sich „hoa“ vielleicht von „Hand anlegen“ kommen könnte, und daher falsch Hand angelegt wurde?
    Google kennt meine Form des Wortes gar nicht!

  5. Nur, scheints mir, verschandeln Sie das schöne Konsonantenkluster dann mit so einer häßlichen Hasenscharte dazwischen;)

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