Neues vom Grundrechnungsbeauftragten


Der Grundrechnungsbeauftragte der meistgelesenen Schweizer Tageszeitung rechnets den Lesern vor:


(Zwischenfrage: wieviele Stunden dauert ein Tag in der Schweiz eigentlich?)
Welcher Informationsgewinn den Lesern aus diesem Rechenexempel ersprießen soll, lässt sich ohnehin nicht erraten, denn:

  • Dass jeder Schweizer Autofahrer im letzten Jahr 2,5 Jahre im Stau ge­standen wäre, wird wohl kaum zu vermuten sein.
  • Sollten dagegen alle Schweizer Autofahrer zusammen im letzten Jahr insge­samt 26’000 Stunden im Stau gestanden sein, so wäre das durchschnittlich für jeden einzelnen weniger als eine halbe Minute.

Was der Grundrechnungsbeauftragte den Lesern mit dieser Nonsens-Nummer vorzu­rech­nen sich bemüht, bleibt wohl sein Geheimnis.

14 Kommentare

  1. Auch bemerkenswert im gleichen Artikel:
    Kritisch sind jedoch die Reaktionen seitens der Autolobby. «Diesen Vorschlag kann ich nicht ernst nehmen», sagt Nationalrat Walter Wobmann (SVP). «Je länger man fährt, desto länger befindet man sich auf der Strasse. Das heisst, es gibt noch mehr Stau. In diesem Sinne wäre Tempo 140 eine geeignete Lösung.»
    Erhöhung der Limite zur Staureduktion! Niemand kann niemand ernst nehmen heutzutage.

  2. Ein Tag in der Schweiz dauert 30,588 Stunden,
    ein Jahr schlägt sich mit 340 Tagen zu Buche.
    Schwankungen können auftreten.
    Vor allem zerebrale Schwankungen…
    LG
    Lost

  3. Er hat nicht Unrecht. 1083,3333 Tage sind wirklich in erster Näherung „über 850 Tage“. Man weiß ja auch nicht, wie weit so ein Redakteur zählen kann, hat jetzt aber eine ungefähre Ahnung davon.

  4. Meine Familie ist, den Hund eingerechnet, durchschnittlich 41,4 Jahre alt.
    Geht doch.
    Könnte schlimmer sein.

    Nun wüßte ich gern wie alt – durchschnittlich – die Schweizer sind, Herr nömix.
    Hilfe!

  5. Vielleicht ist das mit den Stunden pro Tag und den Tagen pro Jahr eine Rechentrickserei, mit der man versucht, die sprichwörtliche Langsamkeit der Berner auszugleichen, was weiß ich.

    Zusammenfassend könnte man sagen: Die Schweizer haben vergangenes Jahr wieder viel (zu viel) Zeit im Stau verbracht, weshalb sie schneller fahren dürfen sollten, um die im Stau verlorene Zeit auf staufreier Strecke aufholen zu können.

    Dass Bleifußfahren supergut funktioniert, sehen wir ja am Beispiel des großen Kantons im Norden immer wieder sehr schön…

  6. Bitte, endlich einmal ein konstruktiver Vorschlag!
    Funktioniert allerdings nur bei einer gleichzeitig vorgegebenen Mindestgeschwindigkeit. Auf Autobahnen eben die 140, Freilandstraßen ebenso, Stadtgebiet, da tät ich 100 sagen weil ja doch viele Kurven sind.
    Kein Stau mehr und Vollbeschäftigung. Arbeitslose Jugendliche wären Mechanikerlehrling oder im Gesundheitswesen, die Bevölkerungsexplosion in Ballungszentren drastisch eingedämmt (die Schweiz wär, wegen endlich wieder steigender Mortalität, ein Einwanderungsland, Linienfluge Lampedusa-Zürich im Stundentakt), Das Bruttonationalprodukt steigt in gigantische Höhen, die Schweiz müsste, um wettbewerbsfähig zu bleiben, Euro zur Stützung kaufen, Griechenland, Portugal etc. könnten damit finanziert werden und … was das Wichtigste ist, die Staustatistik geht zurück.

  7. Es ist doch ganz einfach zu erklären: Wer in der Schule die Grundrechenarten beherrschte, der wird Anlageberater, Banker, Informatiker oder so etwas. Wer in Mathematik versagte, der wird eben Journalist und produziert dolle Headlines. Oder er verdingt sich als PR-Berater an die Straßenbau-Lobby …

  8. „und … was das Wichtigste ist, die Staustatistik geht zurück.“

    Richtig. Dadurch wird für Staudurchsagen im Rundfunk weniger Zeit benötigt, die dann den Sendern für Werbung zur Verfügung steht. Das tut den Sendern und damit mittelbar ihren Angestellten gut, heizt beim Publikum die Konsumlust an und trägt so wieder zur Steigerung des Bruttoinlandsprodukts bei. Sollte die Wirtschaft überhitzen, kann man ja behutsam an der Stellschraube Tempolimit drehen.

  9. :-)

    „Das Krokodil reiste in der Region Murmansk an Bord eines Kleinbusses, als die daneben sitzende Buchhalterin in einer Kurve aus dem Gleichgewicht geriet und herabfiel“ –

    – der Fahrstil in der Region Murmansk mit einem Kleinbus in eine Kurve zu fahren, wie er dort wohl so üblich ist…

    Krokodil musste sich drei Stunden lang übergeben
    Das Krokodil habe sich drei Stunden lang immer wieder erbrochen, weshalb seine Wärter um sein Leben bangten.“ –

    – ob die Übelkeit des reisenden Krokodils vielleicht nicht mit der herabfallenden Buchhalterin, sondern vielmehr mit dem Fahrstil des Kleinbus-Lenkers zusammenhing?…

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