10. Juli, Geburtstag einer Landeshauptstadt

Heute vor 27 Jahren, mit Landtagsbeschluss vom 10. Juli 1986, wurde St. Pölten a. d. Traisen zur niederösterreichischen Landeshauptstadt erklärt. Vorher gab es keine, die nö. Lan­des­regierung re­si­dierte in der Bundeshauptstadt Wien – was gar nicht mal be­sonders un­schlau war, vielmehr ziemlich naheliegend, weil Wien schon seit altersher eh mitten in Nieder­österreich liegt, was sich in absehbarer Zukunft vermutlich auch nicht ändern wird.
Dann kamen eines Tages ein paar Schlaumeier drauf, dass man eine neue Hauptstadt in NÖ mindestens so notwendig brauche wie ein zweites Loch im Hintern gegen diesen unhaltbaren Zustand drin­­gend was unternehmen müsse und munitionierten ihre Initiative mit diversen tief­sinnigen Slogans auf, wie “Niederösterreich ohne Hauptstadt ist wie ein Fisch ohne Fahr­rad usw.“ – na, und den Rest kennen wir ja:
St. Pölten a. d. Traisen wurde nö. Landeshauptstadt.
St. Pölten, ausgerechnet. (im Volksmund seit altersher als “St. Blödsinn“ tituliert.)
(Geburtsstadt von Manfred Deix übrigens, der einmal feststellte: “Das Beste an St. Pölten ist die Autobahn nach Wien.“)

14 Kommentare

  1. ich empfehl dir die lektüre von „der amateur“ von r. latzin. da wird ein beamter der nö landesregierung aus verzweiflung über die hauptstadtwerdung st. pöltens zum spion für luxemburg, oder sagen wir, er möchte es gerne werden … der rest des buches ist auch recht witzig;-)

  2. @ la-mamma
    Ja, klingt interessant – danke für den Buchtipp.
    Die ganze nö. Beamtenschaft musste ja von einem Tag zum andern von ihrem alteingesessenen Arbeitsplatz in Wien zum neuen nach St. Pölten auspendeln.
    (als der Sitz der deutschen Bundesregierung 1991 nach Berlin verlegt und für das Personal ein Shuttle-Flugdienst von Köln-Bonn und retour eingerichtet wurde, da forderten die St. Pöltner sowas auch: einen Linienflugverkehr Wien–St. Pölten. Irgendwer machte die sensationelle Entdeckung, dass es in St. Pölten tatsächlich einen Flugplatz gibt.) (der “Flugplatz St. Pölten“ befindet sich auf einem Acker neben der Pielachtaler Bundesstraße, seine Infrastruktur besteht im wesentlichen aus einer Windfahne, einem Mobil-Klo und einem Kaugummi-Automaten.)
    (siehe: International Airport St. Pölten)

  3. Tatsächlich bin ich selber gebürtiger Neulengbacher (pol. Bezirk St. Pölten/Land PL) und somit per definitionem ebenfalls Mostviertler. Übrigens hatte ich als Teenager der­einst eine Freundin in Obergrafendorf (welches hinterhalb Völten­dorf in Fahrtrich­tung Scheibbs–Nebraska liegt) die ich des öfteren mit dem Moped besuchen fuhr, wobei ich bei Hin- & Rückfahrt über die Bundes­straßen jeweils St. Pölten zu durchqueren hatte.
    (In St. Pölten gab es in grauer Vorzeit überdies den ersten Hofer-Markt in weitem Um­kreis, samstags durfte ich mit Vaters Volvo immer um den Wocheneinkauf für unsere Familie dorthin ausrücken.)

  4. Ja das schöne NLB , war ich in grauer Vorzeit beim ÖBH in der Custotzza Kaserne als spundjunger Lt. in der Funktion -heut würd` mer sagen -NSA from Austria…

  5. Sollte eigentlich Ludwigsburg heißen, aber der wackere ehemalige Landeshauptmann wurde nur in einer Brücke bei Hainburg gewürdigt (incl. lebensgroßer Figur).

    Wer der heilige Pölten war, ich weiß es bis heute nicht.

  6. @ Wichtl
    Habe in Haag direkt neben der Custozza-Kaserne gewohnt und die Soldaten dort (Funker? – oder waren die nicht am Kohlreith stationiert?) immer beim Auto­waschen gesehen, scheint die waren ständig mit nix anderem wie Autowaschen beschäftigt. Haben Sie gewusst, dass die Custozza-Kaserne früher ein Kinderheim war. Mittlerweile wurde sie aufgelassen und verkauft, und soll ein Altersheim werden. So schließt sich der Kreis ;)

  7. Ja gewaschen wurde endlos und das mit dem Kohlreit stimmt ebenfalls, die Kaserne war sozusagen der logistische Stützpunkt für den „Berg“. Ich war da 1982 also noch bevor sie mit Mannschaftsquartieren vergrößert und lange bevor sie geschlossen und verkauft wurde. Den Kohlreit- Aufklärungs Bunker gibt`s noch immer.

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