20 Kommentare

  1. Aber das zeigt doch, wie weit die medizinische Kunst schon gediehen ist. Wahrscheinlich wurde das Zusammenfügen des verstückelten Mannes von Schönheitschirurgen durchgeführt. Die können einem ja einen Arsch ins Gesicht verpflanzen.

  2. IM ERNST:

    Die kommentierenden LeserInnen dieser Kolumne (zu denen ich mich auch zähle) zeichnen sich in der Regel durch unverhohlene Zustimmung aus und versuchen den Gedanken des stattgefundenen Sprachmissbrauchs noch durch eigene Veröffentlichungen auszureizen.

    JA WIRD UNS DEN NICHT BEWUSST, WAS FÜR EIN VERKOMMENES, SNOBISTISCHES UND ÜBERHEBLICHES PACK WIR SIND?

    Wir machen uns über die armen Schreiberlinge lustig, die nie im Leben einen ordentlichen Deutschunterricht hatten, einen quotenfanatischen Vorgesetzten befriedigen müssen und darüber hinaus über eine Welt berichten müssen, wo selbst die abstrusesten Beschreibungen noch von der Realität übertroffen werden.
    Qualität in der Sprache ist ein überholtes Konzept. Natürlich könnte man sich Bestrafungen für oben Abgesondertes ausdenken. Der Schreiber wird unter Ausschluss von Nahrung solange in einer Kammer gehalten, bis er den zur Verfügung gestellten Text (z.B. die Strudelhofstiege) ausreichend erzählen und analysieren kann.
    Oder er wird zerstückelt und wieder zusammengesetzt, damit er feststellen kann, wie weh das tut. In Zukunft wird er einen entsprechenden Bericht mit mehr Empathie verfassen und nicht einfach die schnippische Bemerkung über den Zufall anfügen.

    Das obenstehende Beispiel ist doch nur der Versuch, einen richtig analysierten Zustand mit den Worten zu beschreiben, die auch der Allgemeinheit verständlich erscheinen.

    Der Text könnte ja auch so lauten:
    Mord – Schon zum hunderttausendsten Mal binnen weniger Wochen wird die Sprache in Wien vergewaltigt, erschlagen und zerstückelt. Die Leichenteile werden in Österreich noch am gleichen Tag, nämlich heute entsorgt. Die Systematik, mit der das geschieht, kann kein Zufall sein.

  3. Es gibt auch subtilere Blödheiten:

    aus dem Online-Kurier heute:

    Überschrift:
    Causa Scheuch: Strache pocht auf Unschuldsvermutung

    Druck auf Kärntner Landesvize steigt: VP- Nationalratspräsident will schärfere Regeln für Amtsverlust von verurteilten Politikern. Strache hält zu Scheuch.

    Inhalt des Artikels:


    FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ging auf vorsichtige Distanz zu Scheuch. Von der einstigen Rückendeckung für seinen blauen Intimus war bei einer Pressekonferenz gestern, Dienstag, wenig zu spüren. Vor der Berufungsverhandlung, die in der vergangenen Woche stattgefunden hatte, hatte Strache noch getönt: „Scheuch ist ein Mitstreiter, der Großes leistet.“ Am Dienstag klang das schon etwas anders: „Ich bin überzeugt, dass bei einem rechtskräftigen Urteil der Uwe Scheuch Konsequenzen für sich ziehen wird.“


    Wie soll man den Journalisten nun interpretieren? Ja oder Nein?

  4. @Steppenhund, auch im Ernst:
    von einer Berufsgruppe, die für sich in Anspruch nimmt, die „vierte Gewalt“ im Staat zu sein, darf man auch professionelles Auftreten erwarten. Wenn das nicht so ist, wie im hier monierten Artikel, müssen sich solcherart Sprachakrobaten dann eben Hohn und Spott gefallen lassen. Und der besagte Artikel ist nicht nur sprachlich schlecht, sondern auch noch auf billigste Art spekulativ.

  5. bei aller mitschenkelklopferei angesichts dieser stilblüten, die immer wieder wunderbar unterhalten:

    wenn texte in dieser menge entstehen, die aufgrund des hohen zeitdrucks und der sehr geringen erwartungshaltung des publikums kaum noch ernsthaft redigiert werden – dann verwundert mich eigentlich viel mehr, dass große teile der täglich erscheinenden textmasse ÜBERHAUPT NOCH in lesbarer sprache verfasst sind!

    abgesehen davon halte ich von zwangsweisem lesen und analysieren der strudlhofstiege (bei aller liebe zum buch!) gar nichts – weil das gymnasiale zerpflücken und zu tode analysieren von texten etliche klassikverweigerer auf dem gewissen hat; es sollte auch andere methoden geben, z.b. reduzieren der menge an sinnlosen publikationen.

  6. @David

    Die Analyse sollte ja nicht dem Lernen dienen sondern als Qual gestaltet sein:)

    Ich freue mich, dass dir das überflüssige e aufgefallen ist, aber ich wollte eigentlich testen, ob es jemandem anderen auch auffallen würde. Hätte mich echt interessiert!

  7. @steppenhund

    auf dem strudl-„e“ herumzureiten ist ja auch recht albern ;)
    (das wissen auch aufmerksame leser des gleichnamigen buches recht gut) – daher hab ich subtil nur mit boldschrift drauf hingewiesen…

  8. Nicht nur, dass das Opfer wiederholt ermordet wird, es scheint sich auch mit dem Täter zusammen in einer langsameren zeitlichen Dimension aufzuhalten. Wenn ich jetzt zum Wienerwaldsee fahre, müsste ich so gesehen eigentlich Zeugin des Ablegens der Leichenteile werden.

    (Das scheint mir eine gute Idee zu sein, denn ich wollte schon immer einen maßgeblichen Hinweis auf einen Verbrecher liefern. Bin gleich wieder da !

    Oder auch nicht …)

  9. Und im Fernsehen gibt es auch nur noch Wiederholungen.
    Und im Fernsehen gibt es auch nur noch Wiederholungen.
    Und im Fernsehen gibt es auch nur noch Wiederholungen.
    Und im Fernsehen gibt es auch nur noch Wiederholungen.
    Und im Fernsehen gibt es auch nur noch Wiederholungen.
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