10 Kommentare

  1. Ich mag ja die Hinweise auf verschiedene Stilblüten sehr und kann mich oft hervorragend daran ergötzen. (Lieber abhauen:)

    Aber dieser Fehler stimmt mich traurig bis aggressiv. Ich stelle mir vor, dass vermutlich wirklich nur mehr 2% der Bevölkerung erkennt, dass es sich hier um einen Pun handelt, der
    a) unangebracht
    b) auch nicht beabsichtigt ist.

    Es gibt ein Buch „Clean Code“ (Robert C. Martin), in dem unter anderem beschrieben wird, wie gute Kommentare in Programmen auszusehen haben. Darin wird ausdrücklich vor unbeabsichtigten Puns (Wörter mit Doppelbedeutung, beliebtes Stil-Element des englischen Humors) gewarnt. Denn die Doppeldeutigkeit verhindert das unmittelbare Verständnis des Kommentars und führt daher manchmal auch zu kompletten Fehlinterpretationen.
    Wenn wir uns überlegen, wie viel Kummer durch Missverständnisse verursacht wird, liegt es nahe zu versuchen, Anzahl der Missverständnisse zu verkleinern.
    Wenn wir nicht einmal die Doppeldeutigkeit des Selbstgeschriebenen (aus der Sicht des Journalisten) erkennen können, gibt es zuletzt überhaupt keinen Informationsinhalt. Der ist in diesem Fall sowieso nicht angestrebt. Im Prinzip ist die gesamte Meldung überflüssig. Ereignisse, die sich „fast“ zugetragen haben, gibt es so viele, dass sie in der Menge nicht mehr lesbar wären.

    Aber es ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die auch die glücklichen Seiten des Lebens sehen. Fast wäre in unserem Garten ein Meteor niedergegangen und hätte gleichzeitig unser ganzes Haus zerstört. Glücklicherweise allerdings nur fast. Er ist schon ein paar Kilometer über unserem Grundstück verglüht.
    Solche Vorgänge passieren andauernd.
    Fast wäre ich impotent gewesen, aber ich hatte sehr viel Glück.
    Fast hätte ich hier noch zwei Seiten weiter geschrieben, doch die Lesser haben sehr viel Glück.

  2. o zeit, o sitten …
    ein wirklicher horror (nicht nur fast) sind die anglizismen, die in immer
    stärkerem maße, durch die medien multipliziert, wie ein krebsgeschwür um sich greifen … wir haben doch eine so reiche sprache.
    es ist zu befürchten, dass in fünfzig jahren niemand mehr in der lage sein wird, einen roman von Thomas Mann oder schriften von Karl Kraus zu lesen.

  3. von der fast-deutsch-fast-englisch-sinnlos-überschrift einmal abgesehen, die szene als solches treibt einem motorradaffinen menschen wie mir aber schon den kalten schweiss auf die stirn.

  4. @ steppenhund
    Als Fehler würde ich sowas eigentlich nimmer definieren – ich meine eher, dass diese Art von Halbwüchsigen- und Halbalphabeten-Soziolekt mittlerweile dabei ist, sich auch in den Redaktionen der sogenannten Leitmedien zu etablieren. Wird man sich halt dran gewöhnen müssen.

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