Die Rückseite der Sonne

»Die Ringe vom Saturn schaun hinten aus wie vurn.« (Günther Paal)

»Erstmals in der Geschichte kann die Menschheit die gesamte Sonne beobachten. Mög­lich wird dies durch die beiden „Stereo“-Sonnensatelliten der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die jetzt auch die komplette Rückseite unseres Heimatsterns im Blick haben.«

.
Dass die Sonne mit einer Rotationsdauer von etwa vier Wochen um ihre eigene Achse rotiert und sich ihre komplette Rückseite (was man halt unter der »Rückseite« eines kugelförmigen Himmelskörpers verstehen mag) deswegen jeden Monat einmal beob­achten lässt, muss nicht jeder wissen.
Dass die Erde um die Sonne kreist, hat sich mittlerweile allerdings herum­ge­sprochen. Wes­halb die Menschheit selbst dann, würde die Sonne sich nicht drehen, zuver­lässig min­des­tens einmal alle zwölf Monate die »Rückseite« ihres Heimatsterns im Blick hätte.
(»A perspective we’ve never had before« sagt der NASA-Sprecher im Originaltext und spricht freilich nicht von »back side«, sondern von »the far side of the sun« – also vom Blick auf die zum jeweiligen Beobachtungszeitpunkt von der Erde abgewandte, d.h. erdferne Sonnenseite.)

31 Kommentare

  1. > Weshalb die Menschheit zuverlässig mindestens einmal alle zwölf Monate die “Rückseite“ ihres Heimatsterns im Blick hat.

    Wer sich über mangelnde Kenntnisse andere aufregt, sollte seinen eigenen Text lesen.
    Nur weil sich die Erde um die Sonne dreht, heisst das noch nicht automatisch, dass man die komplette Sonne sieht. Würde sie sich ein Mal im Jahr um sich selbst drehen, würden wir auch imme die gleiche Seite sehen. (Würde sie sich langsamer drehen, wäre die Zeitdauer länger, bis einmal die komplette Sonne sichtbar gewesen wäre.)

  2. Im Text steht allerdings auch,dass die Sonne mit einer Rotationsdauer von etwa vier Wochen um ihre eigene Achse rotiert. Wo ist also die Fehlinformation? Bei Rotation der Sonne in Rotationsrichtung der Erde duerfte man pro Jahr so etwa 12 mal die Sonne rundum betrachtet haben und einen veritablen Netzhautschaden davontragen. Bei Gegenrotation der Sonne sieht man die gesamte Oberfläche öfter, was dem Netzhautschaden allerdings egal ist.

  3. Ich habe dem Verfasser des Artikels keine mangelnden Kenntnisse unterstellt. Ich habe lediglich über die Formulierung polemisiert.
    (Denken Sie sich zu dem Text einfach einen Smiley ;) dazu.)

  4. Und was ist mit Ober- und Unterseite? Also quasi die Pole der Sonne? Die will ich auch mal sehen :)
    Ich guck aus unseren nördlichen Breiten ja immer so schräg drauf…

  5. »Erstmals in der Geschichte kann die Menschheit die gesamte Sonne beobachten. Möglich wird dies durch die beiden „Stereo“-Sonnensatelliten der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die jetzt auch die komplette Rückseite unseres Heimatsterns im Blick haben.«

    In dem Text fehlt ein „jederzeit“. Das Besondere an den Satelliten ist, dass die Nasa jetzt zu jeder Zeit jede Stelle der Sonne beobachten kann und nicht nur in zwei von vier Wochen. Dies gibt der verlinkte Text dem nicht besonders astronomisch Vorgebildeten (also mir) auch schon beim Überfliegen preis.

  6. Liebe Besserwisser, wer hier ernsthaft Haare spaltet zum Unterschied zwischen Rückseite und „von der Erde abgewandter Seite“ hat glaube ich zuviel Zeit.

    (Aber wenn schon, dann bitte richtig. Dass die Sonne sich „mit einer Rotationsdauer von etwa vier Wochen um die eigene Achse“ dreht, ist für die hier vom Zaun gebrochene Diskussion zu ungenau. Denn die Sonne vollführt eine differenzielle Rotation, das heißt, sie dreht sich am Äquator langsamer (24 Tage) als am Pol (31 Tage): http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenrotation#Differentielle_Rotation. Der Versuch, den Begriff „Rückseite“ irgendwie auf die Sonne selbst zu beziehen, ist also unsinnig.)

  7. Haarespalten tut ja eh keiner, schon gar nicht ernsthaft ;) Aber wenn wir schon dabei sind, dann ist die differenzielle Sonnenrotation am Äquator (mit einer Rotationsperiode von 24 Tagen) schneller als an den Polen (31 Tage). Die Sonne schleppt ihre Gas­at­mo­sphäre (aufgrund der geringeren Radialgeschwindigkeit der Sonnenoberfläche & damit geringerem Reibungsimpuls) in den Polregionen quasi mit Verzögerung hin­ter­drein.

  8. Also, wenn, dann bitte nicht holographisch, sondern heliographisch, immerhin geht es um die Sonne ;o)

  9. Da es um die gasförmige Oberfläche geht, ist das Bild, welches diese in vier Wochen liefert, ein anderes, als das aktuelle.

    Wenn man nur alle vier Wochen schaut, ob sich ein Sturmtief entwickelt, kann man die Wettervorhersage auch gleich lassen.

    Bei einer festen Oberfläche ohne Athmosphäreneinfluß, wie auf dem Mond, reicht es alle paar Jahre mal die Krater zu aktualisieren.

  10. wenn schon besserwiss:
    >mindestens einmal alle zwölf Monate die “Rückseite“ ihres Heimatsterns im Blick hat.
    falsch da beide in dieselbe richtung rotieren isses alle 12 monis und 4 wochen

  11. @ Nikolaus:

    Du hast Unrecht.
    Wenn sich die Sonne ein Mal im Jahr um sich selbst drehen würde, hieße das nicht automatisch, dass wir immer die gleiche Seite sehen. Damit Deine Behauptung stimmt, müssten
    1. die beiden Rotationsachsen parallel sein
    2. die Drehrichtung die gleiche sein.

    Bei entgegengesetzter Drehrichtung würden wir nach je 3 Monaten die jeweilige „Rückseite“ sehen (und nach jeweils 6 Monaten würden wir die gleiche Seite sehen), sind die Rotationsachsen nicht parallel ist die Sache mit der „Rückseite“ ohnehin hinfällig und es ließe sich überhaupt nicht leicht sagen wie lange es dauert jeden Fleck der Sonne einmal gesehen zu haben.

    Also alles etwas komplizierter. Aber die Angabe mit den 12 Monaten ist schon ganz gut. Im Grunde ist aber natürlich der komplette Welt-Artikel totaler Blödsinn.

  12. eigentlich stimmt der text so, wie er da steht. denn der begriff „rückseite“ beinhaltet ja, dass es der teil der sonne ist, den wir gerade nicht sehen (das was wir sehen ist für uns ja immer die vorderseite).

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