Seilzugbremse

Man darf sich die Szene etwa so vorstellen: sitzen paar Praktikanten in der Redaktion, kommt ein Redakteur rein und fragt: »Bremsversagen, wem fällt dazu was ein?« – zeigt einer auf und sagt: »Bei meinem Mofa ist mal das Bremsseil abgerissen, da hat die Bremse versagt.«
Und weil die Ursache eines Zugunglücks grad Bremsversagen war und sonst keiner aufgezeigt hat, darf sich also der Mofa-Bremsenspezi zum Thema »Hintergrund-Info: ÖSTER­REICH erklärt dem Rest der Welt die Welt« was einfallen lassen:


Nun könnte man im Rest der Welt freilich auf die Idee kommen, dass ein Zug nicht gebremst wird indem der Lokführer an einem Bremsseil zieht wie ein Mofafahrer, sondern dass die Sache vielmehr was mit Druckluft & Bremsschläuchen zu tun hat – aber der Rest der Welt sitzt halt in keiner ÖSTERREICH-Redaktion.

(Knick in Brauseseil: Kein Wasser aus der Dusche.)

14 Kommentare

  1. Ich bin ja gestern im Zug zurück gesessen und habe den Zugführer gefragt, wie das überhaupt passiert sein kann. Meine Annahme, dass bei einem gerissenen Bremsschlauch die Waggons automatisch bremsen, war an sich richtig.
    Ich habe ihn so verstanden: der Schlauch war in erster Linie geknickt. Nämlich der Teil, der von der Waggonseite her kam.
    Das bedeutet, dass die Erkennung eines Druckluft-Lecks auf der Waggonseite nicht ansprechen konnte.
    Theoretisch müsste allerdings der Gegendruck von der Lokomotivseite den Knick beseitigen oder die geknickte Stelle zum Platzen bringen. Da kam aber „erschwerend hinzu“, dass der Schlauch auch an sich gerissen war.
    Es ist sehr schwer für mich, mir vorzustellen, dass dieser Defekt überhaupt zustande kommen kann, weil genau gegen solche Fehler das System ziemlich ausgeklügelt ist.
    Vielleicht gab es einen äußere Einfluss (Steinschlag oder ein sich verkeilender Ast) der die Knickung des Schlauch so ungünstig beeinflusst hat. Denn der Druck aus dem Schlauch hätte ja den Knick auflösen müssen.
    Wenn der Schaden an einem der hinteren Verbindungsschläuche aufgetreten wäre, hätte der Zug leicht bremsen können. Ebenso, wenn hinten noch eine zweite Lok gewesen wäre.

    Die Vorstellung von Bremsseilen bestätigt aber meine Meinung, – in dem Fall bezüglich des angesprochenen Blattes – dass es hier nicht nur um die Blödheit eines einzelnen Journalisten oder Redakteurs geht, sondern dass sich diese Blödheit bis zum Chefredakteur und den Eigentümern (sprich Fellners) hinauf „vererbt“. Oder herunter „befohlen“ wird.
    Mit den Österreichern kann man es ja machen.

    Aber das dritte Bild ist ja besonders originell. Dass nämlich in einem Seil ein Druck existieren soll, kann sich selbst der Laie sehr schwer vorstellen.
    Aber möglicherweise ist ein Seil und ein Schlauch eh dasselbe.

  2. Eigentlich müsste man einen Menschen, der Österreich liest – und zwar sichtlicherweise angestrengt liest – genau fixieren, die Augenbraue hebe und kopfschüttelnd ein nachdenkliches Gesicht aufsetzen.
    Wenn dann eine Frage kommt, sagt man: „Wissen Sie, ich kann Ihnen das nicht sagen. Sie sind heute schon der Zehnte. Wenn ich Ihnen sage, was ich mir über die Leser dieses Blattes denke, wären Sie beleidigt.“
    Sich abwenden und weiter den Kopf schütteln …

  3. Naja, irgendwo muss man ja seinen Frust los werden.
    Und ehrlich gesagt freue ich mich darüber, dass es anderen auch auf fällt. Und ich halte es nicht für eine Lappalie.
    Letztlich ist das, was von den Lesern akzeptiert wird, ein Hinweis darauf, wie leicht man sie auch in politischer Hinsicht verar…en kann.

  4. Warum nicht ein paar Takte bremstrommeln. Bis das Trommelfell platzt. Wirkt wie Gesichtsbremse. Oder Signalstange aus dem Fenster halten zur Erhöhung des Luftwiderstands.

    Bremsentzug: Zugsführer entgleist nach Verbremsung. Zug entgleist und verzogen. Lokomotiv vorerst noch unklar, Bremser wurde frühpensioniert.

    Der Lokführer des Güterzuges kontrollierte Fahrkarten im Speisewagen, anstatt zu bremsen. ÖBB will nun doch keinen Tempomat mehr.

    Keine Gefahr für Bremser-Basis-Tunnel.

    Breaking news: no breaking. Train needs training.

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