14. Februar – Anno Schnee

Der überaus kalte und anhaltende Winter 1906/07 führte dazumals zu einer besonders er­­trag­rei­chen Eisernte, hier liest man darüber:

(Der Wienerwald-Bote, vorm. Neulengbacher Zeitung;
Unabhängiges Wochenblatt für Politik, Land≈ und Forstwirthschaft,
Gewerbe, Kunst und Literatur. Samstag, den 14. Februar 1907)
Das Eis wurde in großen Blöcken aus den vielerorts dafür angelegten Eisteichen gesägt, un­ter Sagscharten oder Strohdämmung zur Kälteisolierung in Keller­hallen eingelagert und in der warmen Jahreszeit zur Kühlung und insonders zur Bierbrauerei verwendet. In guten Eiskellern konnte sich das Eis bis zur folgenden Kältesaison halten. Um die Jahrhundertwen­de wur­de auch mit der in­dus­triellen Eiserzeugung begonnen. Als Kinder sahen wir noch in den 60er-Jahren öfters den Eismann, wenn er Haushalte und Gastwirtschaften mit Blockeis für die Eiskästen belieferte. Häufig wird der Kühl­schrank in der Umgangssprache heute noch Eiskasten genannt. Zahl­reiche Straßen- und Flurnamen erinnern allenthalben an die ehemaligen Eisteiche. Auch in Neulengbach gab es vorzeiten einen Eisteich, früher konnte man dort im Winter Eislaufen, später wurde er trocken­ge­legt und diente als Fußball­wiese.

5 Kommentare

  1. Interessant, diese eisigen Befunde.
    In diesem Jahr können wir allerdings froh sein um den kühltechnischen Fortschritt.
    Das wäre wohl nichts mit der Eisernte…

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